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Kontakt aufbauen

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der_vergessliche
Alt 18.02.2008, 12:01   #1
Standard Kontakt aufbauen

Ich frage mich, was eigentlich entscheidet, wer zum anderen Kontakt aufbaut. Soll man immer von sich aus gehen und den Kontakt aufbauen, nach dem Motto "von Nichts kommt Nichts?"
Irgendwie habe ich den eindruck dass gar niemand interesse an mir hat. oder gebe ich den leuten gar nicht die gelegenheit dazu? oder sind sie einfach zu sehr in ihre arbeit vertieft. Riechen die Leute meine negative ausstrahlung förmlich und haben darum kein interesse. das heisst also dass ich immer gut gelaunt sein muss und immer eine positive ausstrahlung an den tag legen muss?

was denkt ihr über dieses thema


greez
 
 
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Reh
Alt 18.02.2008, 13:04   #2
Standard

Die Körpersprache entscheidet.
 
 
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michaelg
Alt 18.02.2008, 13:27   #3
Standard

...natürlich nicht nur. Einen Schritt weiter Richtung eventueller Letztbegründung steht hinter der Körpersprache eine innere Einstellung. Setzen wir mal hohe Einstimmigkeit vorraus, so wird eine offene, unvoreingenommene, selbstbewusste Einstellung sowohl in Körpersprache als auch konkret in Handlungen "implementiert".
Das kann man in Bezug auf Ursachen auch wieder beliebig weiterspinnen und sich da z.B. gesellschaftlich über kollektive Determinierung durch Kultur oder eher individuelle Prägungsdominanz streiten.

Das Wesen des Menschen birgt sowohl Einzelgängertum als auch Verlangen nach Gemeinschaft. Im konkreten Miteinander fällt es den Menschen unterschiedlich leicht, sozial initiativ zu handeln. Ich nehme an, eine gewisse Grundfurcht oder Angst beispielsweise vor Ablehnung ist in uns. Viele überwinden sie gelegentlich und manchmal auch nicht, manche kontrollieren sie, bei anderen ist sie soweit überlagert, dass sie nicht einmal mehr gespürt wird. Und manche sind extrem schüchtern oder leiden unter sozialer Angststörung/Sozialphobie. Lies mal die vielen Themen übers "Ansprechen", "sich nicht Trauen" im LSZ, auch wenn es hier um den Spezialfall des zwischengeschlechtlichen Kontaktes geht, bei der solche Angstmuster bei den ersten "Versuchen" wohl bei den meisten Menschen auftreten. Doch ich schweife ab.

Also, wenn man von selbst sozial passiv bleibt und nicht das Glück hat, dass dies durch Aufgeschlossenheit anderer kompensiert wird, kann man es sicher dabei belassen oder es eben versuchen. Einen Fehler merzt man dadurch jedenfalls schon mal aus.
Ich denke, man sollte sich auch davor hüten, irgendwelchen Gedankenspielchen ala "Warum sollte ich, wenn die anderen auch nicht" zu viel Einfluss auf seine Überzeugungen zu gewähren. Das kann dann schonmal in äußerst verzerrten auf Ansprüche fixierten Denkstrukturen enden.

Apropos Anspruch: Wer da mit sich selbst zu streng ist hat wohl ein Problem - oder er bleibt da freiwillig stur. Gemeint sind Selbstfragen, z.B. ob man interessant genug ist. Das sind negative Einbahnstraßen in Richtung erlernte Hilflosigkeit.
Man muss sich doch nur mal anhören, was in vielen Gruppen nur für ein ...nunja _Mist_ geredet wird. Sicher ist es ungleich leichter, über so etwas zu reden, als über tatsächlich interessante Dinge, deren Interesse nun auch nicht jeder teilt. Aber die eigentliche Frage, ob man selber interessant/interessant genug ist - die ist rasch hinreichend beantwortet (wobei ich selber sie für überflüssig halte).
 
 
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der_vergessliche
Alt 18.02.2008, 14:30   #4
Standard

kannst du den letzten absatz genauer erläutern? habe ich nicht ganz gerafft. sprichst du zb von smalltalk?
 
 
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Reh
Alt 18.02.2008, 14:37   #5
Standard

Zitat von michaelg
Einen Schritt weiter Richtung eventueller Letztbegründung steht hinter der Körpersprache eine innere Einstellung. Setzen wir mal hohe Einstimmigkeit vorraus, so wird eine offene, unvoreingenommene, selbstbewusste Einstellung sowohl in Körpersprache als auch konkret in Handlungen "implementiert".
Genau.
Innere Einstellung -> Körpersprache -> Kontaktaufnahme (oder auch nicht).
Die innere Einstellung kann man aber als Außenstehender nicht direkt wahrnehmen. Was man wahrnimmt, ist die Körpersprache, das gesprochene Wort, die Handlungen. Daraus schließt man auf die innere Einstellung. Wie erfolgreich diese Rückschlüsse sind, sei dahingestellt. Unmittelbar für die Kontaktaufnahme sind jedenfalls äußerlich sichtbare Faktoren wie die Körpersprache entscheidend. Selbst wenn ich denke, der Mensch könnte interessant sein, kommt trotzdem keine Kontaktaufnahme zustande, wenn dieser Mensch nur Blocksignale von sich gibt.

Obwohl Körpersprache die unmittelbar entscheidende Komponente ist, kann man sie nicht unmittelbar in ausreichendem Maße beeinflussen, sondern hat nur die Möglichkeit, auf indirektem Wege, über eine Veränderung der inneren Einstellung, auf die daraus resultierende Körpersprache einzuwirken.
 
 
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Fränze
Alt 18.02.2008, 15:53   #6
Standard

Zitat von der_vergessliche
Ich frage mich, was eigentlich entscheidet, wer zum anderen Kontakt aufbaut. Soll man immer von sich aus gehen und den Kontakt aufbauen, nach dem Motto "von Nichts kommt Nichts?"
Irgendwie habe ich den eindruck dass gar niemand interesse an mir hat.
Nehmen wir mal an, auch der Talk im Forum gilt als Kontakt. Dann sieht man, dass Du genau einen Tag später als Reh hier auf dem Planeten gelandet bist. Er hat aber in der Zeit 968 Beiträge geschrieben, Du nur 53.

Warum? Interessiert Dich das alles nicht? Findest Du die meisten Beiträge blöd und nicht beachtenswert? Wenn Du deshalb zurückhaltend bist, bist Du das vielleicht auch im wirklichen Leben, und es kommt als Arroganz rüber. Du giltst dann vielleicht als jemand, der mit den anderen gar nichts zu tun haben will.

Gut, gut, überhebliche Leute haben wir hier auch, aber die kokettieren in erster Linie damit, was wieder erheiternd ist. Entscheidend ist doch, dass man sich nicht scheut, auch mal Blödes von sich zu geben und ein Abwatschen hinzunehmen (is ja anonym ).

Manche Leute sind aber auch so schüchtern, dass sie ständig überlegen, wie das, was sie jetzt sagen oder tun könnten, bei den anderen ankommen würde, und damit überschätzen sie in aller Schüchternheit ihre eigene Bedeutung gewaltig. Sie glauben, dass die anderen nichts weiter zu tun haben, als sie zu bewerten. Sooo interessant ist nun auch wieder keiner.

Fang doch hier mal mit den Kontakten an. Äußere Dich zu verschiedenen posts, trage was zur Unterhaltung bei, intellektuelle Kraftakte erwartet eh´ keiner. Du liebe Zeit, ich selbst bin ja noch gar nicht so lange dabei und gebe zu fast jedem Mist meinen Senf dazu. Macht doch Spaß, oder nicht? Sowieso erstaunlich, dass ich hier noch als "eingelebt" gelte und nicht als Senf-Verteiler.

Fang einfach mal an

Edit: Ich sehe grade, ich bin ja schon ein Planetarier, nicht nur eingelebt.

Geändert von Fränze (18.02.2008 um 17:00 Uhr).
 
 
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der_vergessliche
Alt 18.02.2008, 19:54   #7
Standard

Ich habe den PP meinen freunden empfohlen. teilweise haben sie sich angemeldet. diese freunde sind sehr offen zu andern. sie haben so gut wie keinen beitrag geschrieben. auf die frage, wieso nicht gaben sie kein interesse zu.

michaelg's ausdrucksweise verstehe ich gut, nur kann ich mir schlecht etwas darunter vorstellen.



sicher fragt ihr auch, warum ich mit dieser frage hier reinplatze. nun, mein leben war nicht immer einfach. ich werde deswegen nicht gerne bemitleidet, jedoch tut es einem trotzdem gut wenn man es bekommt. aber ich mag es nicht. "mitleid bekommt man geschenkt, neid muss man sich erarbeiten". und da will ich irgendwann einmal hin.

ich wurde als kind mit ad(h)s diagnostiziert. ich war sehr wissbegierig und redete wie ein buch. nun bin ich selber 19 und in der phase der selbstfindung gelandet. mit einem leben mit ADS hat man es nicht immer leicht. viele sagen, das ADS verschwindet mit dem alter, jedoch lernt man nur besser damit umzugehen.

die hyperaktivität die ich im den ersten paar schulklassen an den tag legte verschwand bald, wegen meiner unfähigkeit, soziale "hierarchien" und "anpassungsrituale" zu interpretieren. aus der hyperaktivität wurde hypoaktivität. Ich zog mich zurück. wenn ich heute so an die zeit zurückdenke, denke ich, dass auch ein wenig autismus im spiel war.

ein beispiel, wieso ich den verdacht auf autismus habe: ich hasse turnunterricht. ich tue mich sehr schwer bei mannschaftsspielen. ich bin ein träumer und mit den gedanken anderswo. ich kann nicht nachvollziehen, was der sinn ist, einen ball hin und her zu werfen. wenn es jedoch um chaotismus geht, ist ADS dominierend. ich habe auch nicht solche rituale, wie sie beim autisten üblich sind. jedoch habe ich gerne eine struktur.

wie gesagt, ich bin auf der selbstfindung. ich habe sehr viel lebensratgeber als hörbücher und die haben mir sehr viel geholfen.


halt... stopp.. ihr habt jetzt sicher so einen nerd mit brille vor euch. im gegenteil. ich habe auch freunde. es sind nicht viele, aber mit denen verstehe ich mich ziemlich gut. leider sehe ich auch nicht gross den sinn dahinter, auszugehen und leute zu treffen, obwohl ich gerne neue leute kennen lerne (vor allem frauen ). leider stemple ich die leute zu schnell ab. ich will sie wegen kleinigkeiten nicht kennen lernen.

beispiel: ich bin musiker. ich verstehe mich super mit leuten die musik machen. ich gehe auch auf sie zu. und auch wenns immer nur ich bin, der den ersten schritt macht - egal! vielleicht werde ich eben wie schon gesagt wegen der ausstrahlung nicht angesprochen.

und alls nicht-musiker finde ich langweilig. sportler kann ich schon gar nicht verstehen. und leute, die gar nicht spezielles zu erzählen, die nicht herumphilosophieren, die nicht über menschliche verhaltensweisen diskutieren, die nur smalltalk machen und denen es einfach nur gut geht... solche leute stossen bei mir automatisch auf antipathie. und ich kann nichts dagegen machen.


ich frage mich gerade, in welchem forum ich sonst noch diesen post platzieren könnte. es muss ein grosses forum sein. im PP habe ich verschiedene leute. auch normalos, die mich vllt nicht verstehen und sich nicht so genau ein bild machen können.


soooo. sorry für den salat, den ich euch augetischt habe. ich merke es tut gut, sowas niederzuschreiben. wers nicht lesen will muss ja nicht. vielleicht schreibe ich später noch was.
 
 
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dragonhart
Alt 18.02.2008, 20:08   #8
Standard positiv-negativ

Was für den Einen positiv ist ,ist für den anderen Menschen negativ!Zum Glück tun und empfinden Weltweit alle Menschen alles unterschiedlich.Hoffentlich habe ich einen positiven Beitrag geleistet -oder einen Negativen?-Man soll die Hoffnung nie aufgeben oder???
 
 
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Fränze
Alt 18.02.2008, 23:16   #9
Standard

Zitat von der_vergessliche
michaelg's ausdrucksweise verstehe ich gut, nur kann ich mir schlecht etwas darunter vorstellen.


Zitat von der_vergessliche
ein beispiel, wieso ich den verdacht auf autismus habe: ich hasse turnunterricht.

Vielleicht bist Du einfach unsportlich? Häng´s nicht so hoch auf.


Zitat von der_vergessliche
leider stemple ich die leute zu schnell ab. ich will sie wegen kleinigkeiten nicht kennen lernen.

Also bist Du einfach überheblich. Dann steh dazu.


Zitat von der_vergessliche
ich verstehe mich super mit leuten die musik machen. ich gehe auch auf sie zu. und auch wenns immer nur ich bin, der den ersten schritt macht - egal! vielleicht werde ich eben wie schon gesagt wegen der ausstrahlung nicht angesprochen.

Na, ist doch in Ordnung, wenn Du nur mit Musikern was anfangen kannst. Man kann nicht jeden mögen. Aber man muss auch nicht jeden verachten.


Zitat von der_vergessliche
und alls nicht-musiker finde ich langweilig. sportler kann ich schon gar nicht verstehen. und leute, die gar nicht spezielles zu erzählen, die nicht herumphilosophieren, die nicht über menschliche verhaltensweisen diskutieren, die nur smalltalk machen und denen es einfach nur gut geht... solche leute stossen bei mir automatisch auf antipathie. und ich kann nichts dagegen machen.

Was jetzt - willst Du der einsame Drübersteher sein, oder bist Du doch ein bißchen neidisch auf die, die small talk beherrschen und "denen es einfach nur gut geht"?
Einerseits kannst Du eigentlich niemanden leiden, andererseits leidest Du anscheinend darunter, bei anderen in der Regel nicht gut anzukommen.

Halt Dich mal nicht so am ADS fest, das ist keine tödliche Krankheit und sicher nicht für Deine Schwierigkeiten verantwortlich. Das hat man bei einem Cousin von mir auch diagnostiziert, der ist aber ein lustiger Auftreiber, gewaltig zu lustig für viele...


Zitat von der_vergessliche
ich frage mich gerade, in welchem forum ich sonst noch diesen post platzieren könnte. es muss ein grosses forum sein. im PP habe ich verschiedene leute. auch normalos, die mich vllt nicht verstehen und sich nicht so genau ein bild machen können.

Jetzt frage ich Dich mal ganz konkret: Was genau wolltest Du von uns wissen?
Könnte es sein, dass Du einfach gern über Dich selbst philosophierst?
 
 
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der_vergessliche
Alt 19.02.2008, 11:01   #10
Standard

naja ich will sozusagen inputs und hoffe, andere lebensansichten von euch zu bekommen.

so wie du meine posts beantwortest, so einfach ist es nicht. die antworten, die du auf meine zitate schreibst, könnten genau so gut von mir sein
 
 
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IceBaer
Alt 19.02.2008, 22:28   #11
Standard

Glaubst du nicht, dass du da die möglichkeiten von Internetforen überschätzt? mal ehrlich, du schreibst hier ein oder zwei tausend Zeichen Text und erwartest dann, dass du "andere lebensansichten von" zu bekommen. Ist das auch nur halbwegs realistisch?

Und dann kommen Antworten auf Basis des Stubbs den du geschrieben hast, bist aber damit nicht zufrieden.

Ich tendiere - zumindest im Augenblick - dazu, Reh zuzustimmen. von der Tatsache, dass man nicht alle Leute gleich mag und keine Sportskanone ist auf eine schwerwiegende Erkrankung zu schließen ist ähnlich sinnvoll wie von Augenringen auf AIDS zu schließen,... (dieser Thread HIV Virus...)

Mal abgesehen davon, dass ich, wenn ich deinen ersten Text (Kontakt aufnehmen, wer, wann & wie) nicht erkenne, dass du eigentlich etwas ganz anderes möchtest: Erklärungen, warum es (und das meine ich absolut wertfrei) bei dir im RL so läuft wie es läuft...

Meine zugegebenermaßen absolut subjektive, wenig eloquente Außenansicht:
Einfach mal den Ball flach halten...

Edit: Link eingefügt
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 19.02.2008, 22:30   #12
Standard

Zitat von der_vergessliche
leider stemple ich die leute zu schnell ab. ich will sie wegen kleinigkeiten nicht kennen lernen.
...
nicht-musiker finde ich langweilig. sportler kann ich schon gar nicht verstehen. und leute, die gar nicht spezielles zu erzählen, die nicht herumphilosophieren, die nicht über menschliche verhaltensweisen diskutieren, die nur smalltalk machen und denen es einfach nur gut geht... solche leute stossen bei mir automatisch auf antipathie. und ich kann nichts dagegen machen.
Zitat von der_vergessliche
Riechen die Leute meine negative ausstrahlung?
Du gibst die Antworten doch schon selbst.
Zitat von der_vergessliche
die antworten, die du auf meine zitate schreibst, könnten genau so gut von mir sein
Genau.
 
 
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Fränze
Alt 19.02.2008, 22:48   #13
Standard

Wer von Dir ist Dr. Jekyll, und wer Mr. Hyde?
 
 
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switch
Alt 20.02.2008, 14:39   #14
Standard

Zitat von Fränze

Manche Leute sind aber auch so schüchtern, dass sie ständig überlegen, wie das, was sie jetzt sagen oder tun könnten, bei den anderen ankommen würde, und damit überschätzen sie in aller Schüchternheit ihre eigene Bedeutung gewaltig. Sie glauben, dass die anderen nichts weiter zu tun haben, als sie zu bewerten. Sooo interessant ist nun auch wieder keiner.
Ein sehr guter Gedanke! Diese Selbstüberschätzung der eigenen Wirkung auf andere Personen kann einen wirklich fertigmachen.


danke
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 20.02.2008, 15:43   #15
Standard

Dazu eine Anekdote aus meiner Ausbildundszeit: Ich hatte mir früher immer den Kopf zerbrochen, was andere über mich denken. Mein Meister saß am Tisch und trank Kaffee, ich stand genau hinter ihm und hatte nichts zu tun. Ich dachte, ich störe ihn vielleicht, wie ich so hinter ihm stehe. Da habe ich ihn gefragt: "Macht dich das wuschig, wenn ich hier so stehe?" Darauf erwiedert er: "MICH MACHT NÜSCHT WUSCHISCH!"
Ich will damit sagen, die Leute haben anderes zu tun, als auf mich zu achten, auch in anderen Bereichen. Und selbst, wenn dann mal etwas ist, haben sie es nach 5 Min schon wieder vergessen. Seitdem mache ich mir über meine Wirkung auf Andere keinen großen Kopf mehr.
 
 
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Fränze
Alt 20.02.2008, 16:05   #16
Standard

Das sei allen Schüchternen gepredigt, dass sie ruhig mal dummes Zeug reden können. Besser als rot angelaufen und stumm dazuhocken und bei den anderen Beklommenheit auszulösen.

Auch wenn man mal einen Riesenfleck auf der Hose hat, denkt nicht die halbe Menschheit darüber nach. Und die Hälfte, die darüber nachdenkt, vergißt es sofort wieder.

Beim Vergesslichen liegt das Problem aber woanders. Ich habe gelernt, ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom) neu zu interpretieren
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 20.02.2008, 16:27   #17
Standard

Hoffentlich nimmt er dir das nicht übel.
Aber: "stumm dazuhocken und bei den anderen Beklommenheit auszulösen" kann auch als arrogant angesehen werden. (Was man ja vielleicht auch wirklich ist. Da schließt sich der Kreis wieder. )

Übrigens: Ich hatte mal so einen Fleck auf der Hose! Und Kumpels und Freundinnen haben mir echt nicht geglaubt, daß es nicht das ist, wonach es aussieht. Der blaß-weiße Fleck war auf der schwarzen Hose gut zu sehen. Aber als ob ich auf die neue gute schwarze Bügelfaltenhose...?
Blöd war, daß ich in diesem peinlichen Moment auch nicht wußte, woher das kam.
Später habe ich rausgefunden wie es dazu kam (weil es mir nochmal passiert ist und ich es sofort bemerkte):
Also, ich hatte an diesem Tag einen wichtigen Termin und war morgens in Eile und da ist mir beim Zähneputzen etwas Zahnpaßta heruntergetropft auf die gute Hose, die ich schon an hatte, weil ich wieder alles gleichzeitig machen wollte.

Geändert von ShakeTheDisease (20.02.2008 um 17:04 Uhr).
 
 
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der_vergessliche
Alt 21.02.2008, 00:30   #18
Standard

Halt Dich mal nicht so am ADS fest, das ist keine tödliche Krankheit und sicher nicht für Deine Schwierigkeiten verantwortlich. Das hat man bei einem Cousin von mir auch diagnostiziert, der ist aber ein lustiger Auftreiber, gewaltig zu lustig für viele...
dazu noch was: wenn ich unter wirklich guten freunden bin, mache ich die ganze zeit witze und wir haben es lustig. wenn ich aber unter andern etwas lustiges sagen will, wird dies meistens nicht als lustig wahrgenommen.

auch hier könnte ich mir die antwort eig. selbst geben. ich denke, viele leute sind "vermeider". sie haben angst, in eine peinliche situation zu kommen, wenn sie meine jokes erwiedern.

trotz dieser selbsterkenntnis bin ich immernoch der total asoziale, der es noch nicht geschafft hat, bis auf ein paar gute freunde ein gutes netzwerk aufzubauen. dies liegt sicherlich auch an meiner depressiven und phlegmatischen haltung als komorbidität. nur leider habe ich über selbstmotivation so viel gelesen, unter anderem im PP, und trotzdem hat es nichts gebracht.



by the way. wer ADS kennt: was haltet ihr davon? modekrankheit oder wahre psychische störung oder vllt nicht einmal eine störung? vllt ist das hier nicht das richtige forum, aber gibts hier auch betroffene?
 
 
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Fränze
Alt 21.02.2008, 11:14   #19
Standard

Das einzige, was Dir wirklich helfen würde, wäre, dass Du Dir mal ne Weile nur Gedanken über andere machen würdest, und zwar nicht in Bezug auf Dich.
Was denken andere (nicht über Dich), was für Sorgen haben andere (nicht größer oder kleiner als Deine), was kann man für andere tun (auch wenn nichts davon zu Dir zurückkommt).
Bei Dir kreisen alle Gedanken um Dich selbst und Du liest wahrscheinlich auch lauter Psychozeug, um Dich selbst zu analysieren.

Weniger Nabelschau könnte vllt auch Dein ADS bekämpfen helfen, denn die Aufmerksamkeit, die Du ausschließlich auf Dich selbst konzentrierst, könntest Du dann Deiner Umwelt widmen.
Und dann würden Dich die anderen als netten Kerl wahrnehmen, denn auch die anderen wollen mal mit freundlichem Auge bemerkt werden.

Zitat von ShakeTheDisease
Übrigens: Ich hatte mal so einen Fleck auf der Hose! Und Kumpels und Freundinnen haben mir echt nicht geglaubt, daß es nicht das ist, wonach es aussieht. Der blaß-weiße Fleck war auf der schwarzen Hose gut zu sehen. Aber als ob ich auf die neue gute schwarze Bügelfaltenhose...?
Das isses! Es gibt einen anderen thread, in dem nicht geklärt werden konnte, woher gewisse weiße Flecken kommen. Da handelte es sich aber um eine Sporthose. Zahnpasta, jawoll!
 
 
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Reh
Alt 21.02.2008, 14:17   #20
Standard

Zitat von der_vergessliche
nur leider habe ich über selbstmotivation so viel gelesen, unter anderem im PP, und trotzdem hat es nichts gebracht.
Ganz schön blöd, sich im PP über Motivation zu informieren...

Zitat von der_vergessliche
by the way. wer ADS kennt: was haltet ihr davon? modekrankheit oder wahre psychische störung oder vllt nicht einmal eine störung?
AD(H)S war diese Woche Thema bei Quarks & Co. Die Beispiele, die dort gezeigt wurden, hätte ich allesamt ohne Zögern als Folgen von Erziehungsmängeln eingeordnet.
Aber wer wagt es schon, den Eltern offen ins Gesicht zu sagen, dass sie unfähige Erzieher sind. Mag es noch so offensichtlich sein. Dann heisst es, das Kind habe ADS. Ein Sündenbock ist gefunden. Die Eltern sind von der Schuld befreit. Die Kinder können auch nichts dafür. Die böse, ominöse Krankheit ist es, von der keiner wissen will, woher sie kommt. Dann werden vom Arzt Drogen verschrieben und alles ist gut. Oder auch nicht. Aber zumindest ist keiner schuld an der Misere und das reicht schon.
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 21.02.2008, 17:07   #21
Standard

Eigentlich auch völlig Wurst, als was man es bezeichnet. Genau wie bei Depressionen und Angststörungen.
Solche Persönlichkeitsmerkmale als Krankheit zu bezeichnen, ist insofern gut, um mehr Verständnis zu bekommen, daß der "Patient" nichts dafür kann (der muß sich bloß anstrengen, der will ja gar nicht), und nicht mehr als Irrer aufs Narrenschiff abgeschoben wird.
Andererseits ist so eine Krankheitsbezeichnung irreführend, da sie Wissenschaftlichkeit vorgaukelt. Es muß bloß ein Arzt im weißen Kittel kommen und dann wird man ja wieder gesund. Aber Persönlichkeitsmerkmale kann man nicht mit modernen wissenschaftlichen Methoden "heilen". (Es sei denn, es ist körperlich bedingt.)
 
 
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Reh
Alt 21.02.2008, 17:52   #22
Standard

Klar kann man Persönlichkeitsmerkmale "heilen". Nicht mit wissenschaftlichen Methoden, denn die sind nicht auf Heilung ausgerichtet, aber auf der Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Zitat von ShakeTheDisease
Es sei denn, es ist körperlich bedingt.
Das ist irreführend. Die Psyche ist unmöglich vom körperlichen zu trennen. Und ob die Krankheiten, die du vermutlich mit "körperlich bedingt" meinst, also solche die auf organischen Schäden basieren, sich besser behandeln lassen als die "nicht-körperlichen", also solche die nur auf einer speziellen, für das Individuum ungünstigen Neuronenorganisation beruhen, halte ich für zweifelhaft und würde genau das Gegenteil vermuten.
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 21.02.2008, 22:37   #23
Standard

Ja, da magst du Recht haben. Manchmal glaube ich, daß auch körperliche Defekte (oder Allergene) Störungen auslösen können, ohne daß da immer psychische Ursachen sein müssen. Aber man kann schon streiten, ob das Eine das Andere auslöst, oder das Andere das Eine.
 
 
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Fränze
Alt 22.02.2008, 10:44   #24
Standard

Auch wenn´s mir um die Ohren fliegen wird: Ich oute mich hier als jemand, der bei seelischen Störungen immer zunächst körperliche Ursachen vermutet.

Jahrzehntelang haben Menschen auf der Couch von Therapeuten gelegen und erforschen lassen, welche seelischen Probleme ihnen Magengeschwüre bis hin zu Krebs verursacht haben. Jetzt bekommen sie ein Medikament gegen den Helicobacter und gut is´. Auch Depressionen lassen sich inzwischen rein mit Medikamenten gut behandeln. Und Johanniskraut gilt seit alters her als "stimmungsaufhellend" - wie das, wenn eine trübe Stimmung eine psychische Sache ist?

Ich weiß schon, das Gegenargument ist, dass jemand, der keine seelischen Probleme hat, den Krankheitsverursachern nicht unterliegt. Aber das scheint mir dann sehr aus der Medizinecke zu kommen, die sagt, auch ein Beinbruch habe seelische Ursachen, weil man bei ausgeglichenerem Gemüt nicht gestolpert wäre.

Meiner, zugegeben persönlichen, Meinung nach ist der Zusammenhang zwischen Physis und Psyche tatsächlich noch unzureichend erforscht, aber in anderer Richtung: Welche körperlichen Störungen verursachen welche seelischen?

ShakeTheDisease hat Recht (im Religionsthread), wenn er den Glauben an Freud&Friends als eine Art Ersatzreligion deutet. So grenzt es heute noch fast an Blasphemie, wenn man die Psychotherapie zwar nicht grundsätzlich infrage stellt - sie hat ihren Wirkungskreis - aber das Psychische nicht als vorrangig betrachtet.

Und dann gibt es ja auch noch den Bereich, in dem die Psychotherapie sich der Religion stark nähert, z. B. mit Viktor Frankls "Existenzanalyse".

Ich stelle fest, dass wir sehr vom Vergesslichen und seiner Kontaktfrage abgekommen sind - aber vielleicht auch nicht
 
 
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Reh
Alt 22.02.2008, 15:22   #25
Standard

Zitat von Fränze
Meiner, zugegeben persönlichen, Meinung nach ist der Zusammenhang zwischen Physis und Psyche tatsächlich noch unzureichend erforscht, aber in anderer Richtung: Welche körperlichen Störungen verursachen welche seelischen?
Ich weiss nicht, ob der Zusammenhang so schlecht erforscht ist. Psychische Folgen einer körperlichen Behinderung sind Gegenstand zahlreicher Forschungen, dazu gibt es auch entsprechend viele Theorien und Modelle.
Vielleicht bist du nur einseitig informiert, weil die Psychoanalyse in der Öffentlichkeit intensiver kommuniziert wird und eher von psychischen Störungen auf physische schließt.

Eine regelhafte Ursache-Wirkung-Beziehung zwischen physischen und psychischen Problemen wird sich in Wirklichkeit kaum feststellen lassen. Die gleiche Kombination aus Symptomen kann ihre Ursache sowohl in der Psyche als auch in der Physis haben - oder in keinem der beiden!
Meiner Meinung nach reicht es nicht aus, in dem Zusammenhang a<->b nur a oder b zu untersuchen. Viele Probleme haben ihre Ursache nicht in a oder b, sondern im <->. Dieses <-> ist in der heutigen Zeit noch schwer zu erfassen und begreifen, weil wir nicht darauf dressiert sind, diese Form der Abstraktion anzuwenden.
 
 
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