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Konsum Konsum Konsum - sind die Verlierer selbst schuld?

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sailor
Alt 28.02.2007, 15:49   #1
Standard Konsum Konsum Konsum - sind die Verlierer selbst schuld?


http://de.wikipedia.org/wiki/Werbung

Ich möchte mal ansprechen, was uns nahezu alle wohl tagtäglich umgibt. Doch die wenigsten denken ernsthaft darüber nach. Vermute ich.

Zunächst mal die nette ironische Version eines Musikvideo´s von TH. Text modifiziert. Es liefert - wie ich finde- eine gute Einstimmung in die Thematik.
http://www.youtube.com/watch?v=ULo12-A1CTk

alternativ: http://www.clipfish.de/player.php?vi...MzI5MzMwfDI%3D

Aber -wie überall- bleiben einige auf der Strecke. Firmen, die Pleite gehen weil zuviel Kapital abgezogen wurde, Familien und Einzelpersonen, die vollkommen überschuldet sind. Das fängt bei Jugendlichen mit der Handyrechnung an, oder der Telefonrechnung, die dann irgendwann ins Haus flattert, incl. Gebühren für spezielle Nummern.

Mir persönlich fiel auf, wenn ich nach längerer Zeit keine Werbung gesehen habe, (im Urlaub) was das für ein nerviger Psychoterror ist.
In wahrsten Sinne des Wortes, denn ein ganzes Heer von Psychologen wird von der Industrie beschäftigt, ihren Kram an den Mann/die Frau/ den Rentner/ die Teens/ das Kind zu bringen. Massgeschneidert nach Zielgruppe. Man wird damit überflutet, ob man will oder nicht. Fast Überall. Ein Auszug aus Wikipedia:
Heribert Meffert zitiert Schweiger/Schrattenecker (1995):

"Ein kommunikativer Beeinflussungsprozess mit Hilfe von (Massen-)Kommunikationsmitteln in verschiedenen Medien, der das Ziel hat, beim Adressaten marktrelevante Einstellungen und Verhaltensweisen im Sinne der Unternehmensziele zu verändern".

Daß das funktioniert, belegt mein Keller oder Dachboden: Diverse -sogar neue- Sachen, die ich nicht benötige, die man aber im Discounter, Baumarkt etc. grade so günstig bekam...

Die Frage ist in meinen Augen: Ob mit oder ohne Werbung -kann das noch gesund sein: Konsum, Konsum, Konsum? Sind wir Marionetten der Werbeindustrie? Oder unserer eigenen Gier, die durch die Werbung verlockt wird?

Geändert von Felicitas (07.07.2007 um 10:44 Uhr).
 
 
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Roter_Drache
Alt 28.02.2007, 17:55   #2
Standard

im urlaub bist du nicht von werbung umgeben?
wo machst du denn urlaub? im tiefsten regenwald?

ansonsten ist man halt selbst schuld wenn man den angeboten verfällt..
es zwingt einen ja keiner was zu kaufen.. und die methode "kaufe um zu sparen" lehne ich ebenfalls ab. wenn ich was brauche, kaufe ich es mir und wenn nicht dann nicht.

also liegst an jedem selbst wenn er sich zum spielball der industrie machen lässt und auf jedes 99cent angebot eingeht..
 
 
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blue_89
Alt 28.02.2007, 18:08   #3
Standard

wenn ich was brauche, kaufe ich es mir und wenn nicht dann nicht.
Ich finde das ist leichter gesagt als getan. Nur mal als Beispiel: wenn manbeispielsweise ne mikrowelle im angebot sieht, die echt ausbillig ist, verfällt man dem Angebot meistens, denn man weiß ja irgendwannmal wird die Mikrowelle von einem eh kaputt gehen (die Frage ist halt nur wann), so lange bleibt sie halt im Keller). Aber ärgerlich wäre es, würde man bei dem Angebot nicht zuschlagen und 3 Monate später wär die alte Mikrowelle kaputt (oder im selben Jahr). Dann müsste man ne neue doppelt so teuer kaufen... würde mich persönlich shcon ärgern...
 
 
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Jeg
Alt 28.02.2007, 18:10   #4
Standard

@Roter_Drache, sehr richtig so sehe ich das auch.
Ich schalte doch net die Glotze ein und laufe 10 min später zum
Saturn nur weil die Tusse in Silber mich wieder angeschrien hat
wie geil der Geitz ist.

Werbungen sind extrem nervig, aber es sind auch einige inovative
Ideen und Kreationen dabei.

Doch mal ehrlich, wer sich auf Grund von Werbung ein Artikel kauft,
ist selber Schuld, denn häufig haben Werbungen mit dem gezeigten
Produkt soviel gemeinsam wie meine Hose und das Reh das ich
aus meinem Fenster seh.

Also Leute: "Lasst euch net Verarschen, vor allem net beim ...." :-)

MFG Jeg
 
 
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blue_89
Alt 28.02.2007, 18:11   #5
Standard

Zitat von Jeg
@Roter_Drache, sehr richtig so sehe ich das auch.
Ich schalte doch net die Glotze ein und laufe 10 min später zum
Saturn nur weil die Tusse in Silber mich wieder angeschrien hat
wie geil der Geitz ist.
Hast du noc nie Hunger bekommen, als Werbung für ein echt elckeres Produkt gemacht wurde?
 
 
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sailor
Alt 28.02.2007, 18:19   #6
Standard

Zitat von Jeg:
Doch mal ehrlich, wer sich auf Grund von Werbung ein Artikel kauft, ist selber Schuld...
Das was Du schilderst, ist offensichtlich. Teilweise kann ich klar sagen: "Nur weil die das sagt, kaufe ich es nicht."
Werbung verfährt aber oftmals unterschwellig, etwa auch über Personen, die von der Zielgruppe verehrt werden (wie etwa TH von den Teens) Die tragen dann halt "rein zufällig" genau die Hose oder das Tshirt, oder spielen die Gitarre, die eben vermarktet werden soll. (keine Ahnung ob´s bei TH so ist, das nur als Beispiel) Wäre es so einfach, dann bräuchten die Konzerne keine Psychologen.

Geändert von sailor (28.02.2007 um 18:45 Uhr).
 
 
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Roter_Drache
Alt 28.02.2007, 18:35   #7
Standard

Zitat von blue_89
Ich finde das ist leichter gesagt als getan. Nur mal als Beispiel: wenn manbeispielsweise ne mikrowelle im angebot sieht, die echt ausbillig ist, verfällt man dem Angebot meistens, denn man weiß ja irgendwannmal wird die Mikrowelle von einem eh kaputt gehen (die Frage ist halt nur wann), so lange bleibt sie halt im Keller). Aber ärgerlich wäre es, würde man bei dem Angebot nicht zuschlagen und 3 Monate später wär die alte Mikrowelle kaputt (oder im selben Jahr). Dann müsste man ne neue doppelt so teuer kaufen... würde mich persönlich shcon ärgern...
Zitat von blue_89
Hast du noc nie Hunger bekommen, als Werbung für ein echt elckeres Produkt gemacht wurde?
Sag niemals nie
Deswegen würde ich bei mir nicht ausschließen, dass es so gewesen ist, aber ich meine das eher im allgemeinen. Man wird ja tag täglich, durch ALLE Medien hinweg mit Werbung bombardiert. Da kann man sich schon zügeln bzw. sollte man es. Ich will auch nicht behaupten, dass alle Sachen die in meinem Zimmer liegen von mir täglich gebraucht werden. Beste Beispiel sind ja Magazine und Zeitschriften. Einmal gelesen und dann braucht man die halt nur noch sporadisch, wenn überhaupt.

Aber zum Beispiel werde ich mir nicht ne Mikrowelle oder n anderes Teil, was nicht dem Verbrauch unterliegt kaufen, weil ich denke ich werde es ja eh in paar Monaten benutzen.

Wenn es um Verbrauchsgegenstände geht, wie z.b. Windeln bei werdenden Eltern und die sehen ein Angebot für 3 Pack zum Preis von 2 kann man schon ruhig zugreifen.

wobei ich mich gerade frage, wofür macht denn tokio hotel werbung?
 
 
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Felicitas
Alt 28.02.2007, 19:18   #8
Standard

haarverlängerung? wwi

was ich mich gerade frage...

@sailor: wo würdest du die grenze ziehen? gibt es notwendige werbung? ab wann ist werbung unnötig? werbung fängt an bei einem rotleuchtenden apothekenschild, geht über handgeschriebene zettel an den schaufenstern von reiseläden, einkaufstüten, die unterschiedliche beleuchtung in supermärken, logos auf geschäftspapieren oder briefumschlägen usw

an welcher stelle hast du das gefühl dass professionelle medien- und konsumpsychologen dahinter stecken?
 
 
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El Sparko
Alt 28.02.2007, 19:29   #9
Standard

ne frage dazu: du überschriebst das ganze "...sind die verlierer selbst schuld?". diesen ansatz finde ich interessant. wer ist dabei aber der verlierer? die konsumenten? die beworbenen? die ausgebeuteten, die die produkte hergestellt haben?

ich finde es deshalb interessant, weil eindeutig jeder gewinn, der gemacht wird irgendwo bei irgendwem als verlust auftritt. das ist einfach nur natürlich.
 
 
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Schweinske
Alt 28.02.2007, 19:35   #10
Standard

Wenn ich durch die bahn gehe seh ich 15 ipod kopfhörer funkeln.
Ich hab ne Krankheit
 
 
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sailor
Alt 28.02.2007, 20:26   #11
Standard

Zitat von felicitas:
@sailor: wo würdest du die grenze ziehen? gibt es notwendige werbung? ab wann ist werbung unnötig? werbung fängt an bei einem rotleuchtenden apothekenschild, geht über handgeschriebene zettel an den schaufenstern von reiseläden, einkaufstüten, die unterschiedliche beleuchtung in supermärken, logos auf geschäftspapieren oder briefumschlägen usw
Bei allen Dingen die Du aufgeführt hast, sehe ich es als -na ja, sagen wir "normal" an. Oder unbedenklich.
Ich finde Werbung dort bedenklich, wo sie unterschwellig ist und mich an Standorten und Objekten berieselt, die mit der jeweiligen Firma nichts zu tun haben. Also: Eigene Briefbögen mit Logo- na klar. Aber eben nicht nervende Werbezettel und Anzeigen in meiner Zeitung, Spammails, Kataloge, und und und.
Es sollte mehr Wert auf positive Publicity, also wirklich Qualität -ob bei Beratung, dem Produkt selbst etc. - gelegt werden. Man beachte die bei Wikipedia angegebenen Werbeausgaben. Gute Erfahrungen, die weitererzählt werden -das ist Werbung, die völlig unentgeltlich und erwünscht ist. Negative Erfahrungen werden dagegen weitaus häufiger weitererzählt und sie prägen sich sehr intensiv ein. Das sollten diverse Firmen auch bei der Werbung bedenken, die viele Menschen nervt.

Zitat von felicitas:
an welcher stelle hast du das gefühl dass professionelle medien- und konsumpsychologen dahinter stecken?
Keine Ahnung, vermutlich überall dort, wo gezielte Analysen der Zielpersonen vonnöten sind und eben das dazu passende Rezept, um sie möglichst unterschwellig zu erreichen. Ich weiss halt: Sie arbeiten daran. Etwa aus:
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,304353,00.html
http://de.wikipedia.org/wiki/The_Corporation

Zitat von El Sparko:
ne frage dazu: du überschriebst das ganze "...sind die verlierer selbst schuld?". diesen ansatz finde ich interessant. wer ist dabei aber der verlierer? die konsumenten? die beworbenen? die ausgebeuteten, die die produkte hergestellt haben?

ich finde es deshalb interessant, weil eindeutig jeder gewinn, der gemacht wird irgendwo bei irgendwem als verlust auftritt. das ist einfach nur natürlich.
Mit "Verlierer" meine ich diejenigen, die "konsumieren bis der Kukuck kommt.", bis also irgendwann der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht und kleine Etiketten auf die erworbenen Gegenstände klebt. So geht es schließlich vielen. Sie wollen viel und haben am Ende viel weniger -außer einem Berg voll Schulden.
Aber im Grunde bin auch ich schon Verlierer, obwohl der "Kukuck" bei mir noch nie war: Ich habe mir diverse Dinge gekauft, die ich nicht unbedingt brauche. Das Geld ging flöten, ich hätte es besser einsetzen können.
Und selbstverständlich: Die jeweiligen Firmen können es als Gewinn verbuchen, vielfach für Produkte, die die Welt nicht braucht. Die Werbung versucht uns aber klar zu machen: "Genau das brauchst DU."

Geändert von sailor (28.02.2007 um 21:03 Uhr).
 
 
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Roter_Drache
Alt 28.02.2007, 22:15   #12
Standard

@sailor, dann lass dir mal gesagt sein dass du schon seit jaaaaaahren von der industrie durchleuchtet wirst. sei es beim onlinekauf, beim klick auf ein produkt im onlineshop bei surfen durch das netz bei dem dir regionale werbung angeboten wird und und und und und.. also das szenario
"vermutlich überall dort, wo gezielte Analysen der Zielpersonen vonnöten sind und eben das dazu passende Rezept, um sie möglichst unterschwellig zu erreichen."

ist schon im vollen gange.. seit jahren schon. das ist auch kein geheimnis und dank solchen bonuskarten lieferst du den unternehmen informationen frei haus.

und wenn dich werbung im briefkasten stört, dann mach ein "werbung unerwünscht ran" und fertig.

wenn dich werbung im internet stört benutze no-script und adblock und flashblock.
100% wirst du dich davon nicht losreißen können und ich kann dir versprechen mit dem aufweichen des datenschutzen und wird alles noch viel viel schlimmer..
wenn die unternehmen dann noch anfangen ihre kundendatenbanken zu vernetzen kannst du dich vor personalisierter werbung nicht mehr retten.
 
 
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baedr
Alt 01.03.2007, 10:34   #13
Standard

Ich bin sozusagen "negativ konsumorientiert". Erstmal sehe ich generell nicht fern, weil ich überhaupt keinen Fernseher besitze. Damit habe ich die aufdringlichste und wirksamste Werbung von vorn herein schon abgeblockt. Berieselt werde ich somit im Internet, zeitung zeitschriften, plakate u. dergl. . Wenn ich mir aber überlege, was ich in letzter zeit für Produkte u. Dienstleistungen bezogen habe, so fällt mir spontan nichts davon ein, wofür überhaupt werbung gemacht wird(Außer vielleicht ein Plus-Faltblatt: Schweinefilet: 9,99/kg) Natürlich kann man jetzt sagen, dass das alles unterbewusst abgelaufen ist, und ganz kann sich sowieso niemand der Werbung entziehen. Aber wer er stecken hat, und gerne spontan Geld ausgibt, der ist doch im Prinzip selbst schuld.
Das Beispiel mit der Mikrowelle:
Also erstmal würde ich mir nie im Leben eine Mikrowelle fürs Regal kaufen, nur weil meine eigene schon etwas älter ist. Zumal Mikrowellen immer günstiger werden. Wenn ich eine Mikrowelle bräuchte, und irgendwo eine für sagen wir mal 90€ sehe, dann würde ich mir erstmal ansehen, ob das von einer Marke hergestellt wurde, die einen Guten Ruf hat, Garraum, eventuelle Grill und Umluftfunktionen. Wenn ich keine Ahnung habe, ob der Preis gut oder schlecht ist, würde ich mich eben nochmal diesbezüglich informieren, und nach anderen Angeboten ausschau halten.
Ich hasse es, wenn ich eine woche später bemerke, dass ich mehr für mein Geld bekommen hätte.

Die werbenden Firmen ziehen nur darauf ab, dass potentielle Kunden keine Lust haben, Angebote zu vergleichen.
 
 
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sailor
Alt 01.03.2007, 11:58   #14
Standard

Zitat von RoDrache:
also das szenario
"vermutlich überall dort, wo gezielte Analysen der Zielpersonen vonnöten sind und eben das dazu passende Rezept, um sie möglichst unterschwellig zu erreichen."
ist schon im vollen gange.. seit jahren schon. das ist auch kein geheimnis und dank solchen bonuskarten lieferst du den unternehmen informationen frei haus.
´

Sicher. Aber was willst Du mir damit sagen?

Zitat von RoDrache:
und wenn dich werbung im briefkasten stört, dann mach ein "werbung unerwünscht ran" und fertig.
Schon geschehen. Aber in meiner Zeitung überflutet mich die Werbung trotzdem, im Fernsehen, im Radio, am PC, beim Einkaufen,...

Zitat von RoDrache:
wenn dich werbung im internet stört benutze no-script und adblock und flashblock.
100% wirst du dich davon nicht losreißen können und ich kann dir versprechen mit dem aufweichen des datenschutzen und wird alles noch viel viel schlimmer..
Wie weit hilft mir das, wie funktioniert es?
Ich habe angefangen, den Firmen Mails zu schicken, daß ich nicht mehr ihre Kataloge und Werbemails bekommen möchte, weil sie mich nerven. Das ist lästige Arbeit, aber es funktioniert meistens.

Zitat von RoDrache:
wenn die unternehmen dann noch anfangen ihre kundendatenbanken zu vernetzen kannst du dich vor personalisierter werbung nicht mehr retten.
Hilfreich ist schon der "Keine Werbung"- Hinweis und eine Mailadresse für ausschließlich private Post. So geht´s vermutlich auch dann einigermaßen.

Zitat von El Sparko:
ich finde es deshalb interessant, weil eindeutig jeder gewinn, der gemacht wird irgendwo bei irgendwem als verlust auftritt. das ist einfach nur natürlich.
Was ich interessant finde, ist die Tatsache, daß die Milliarden, die für Werbung verschleudert werden (29,55 Mrd in 2005, vorr. 2% mehr in 2006), sich zwar rein betriebwirtschaftlich oftmals rentieren (manchmal vermutlich auch nicht, da durch Negativ-Erfahrungen der Kundschaft ein gegenläufiger Effekt auftritt), daß die Gelder aber trotzdem -nach alternativer Betrachtungsweise- irgendwo sinnlos verschleudert wurden.
Klar, es leben diverse Werber von dem Geld. Aber wer sich mit der Branche schon mal etwas beschäftigt hat, der weiß, daß sie 1. eine Unmenge Geld verdienen, die kein Mensch wirklich benötigt und 2. davon je nach Firma durchaus mal rauschende Betriebsfeste am Polarkreis gefeiert werden. (hört sich krass an, ist aber so, die haben einfach immense Überschüsse)

Also, in meinen Augen ist das ähnlich wie mit diversen Leuten aus der Pharma- und Versicherungsbranche: Da wird einfach unnötig viel Geld abgeschöpft, von "Verdienst" kann man da meiner Meinung nach nicht sprechen, der Begriff kommt nämlich von "verdienen".
Ich sehe das wie einen teuren Kropf, der durch letzlich entsprechend hohe Preise bei den Endprodukten ernährt wird. Zahlen tut das aber der Kfz-Mechaniker oder die Raumpflegerin oder der Bürokaufmann von seinem viel geringeren Geld, nur ein Bruchteil von dem, was in solchen Branchen vielfach verdient wird. Bei ihnen tritt es als Verlust auf.
Klar, der einzelne ist bereit, die Preise zu zahlen. Trotzdem: Die Gelder sind sinnlos ausgegeben und es ist anzunehmen, daß sonst geringere Preise am Markt vorhanden wären. Nebenbei müssen wir noch laufend die Werbung ertragen.

Edit:
Hier noch ein kleiner Beitrag dazu, was passiert, wenn zuviel Geld zur Verfügung steht. Nicht aus der Werbebranche, (dafür aber auch Versicherungsbranche!) aber man kann sich vorstellen, daß es dort bei ähnlichen Verhältnissen ähnlich zugeht:

Einige Impressionen, zunächst eine Photoserie mit "Blendender Aussicht beim Pinkeln":

http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/570222.html?nv=ct_rl&backref=%2Fwirtschaft%2Fimmob ilien%2Fimmobilien%2F%3AMainhattan-Blendende-Aussicht-Gesch%25C3%25A4ften%2F569454.html
Dazu der Stern-Artikel:
http://www.stern.de/wirtschaft/immob...en/569454.html
Lest Euch mal durch, was dazu unter den Photos steht. Wer meint, die Sparkasse sei da anders, der schaue sich mal genau Bild 2+9 an. Wie dort erwähnt wird, kosten solche Hochbunker im Schnitt 350 Millionen.

Edit2:

Jetzt bin ich fündig geworden. Genau den Artikel zur Werbebranche hatte ich gesucht:
http://www.hinzundkunzt.de/hk/strass.../~article~667/

Geändert von sailor (01.03.2007 um 13:35 Uhr).
 
 
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Felicitas
Alt 01.03.2007, 14:08   #15
Standard

ich glaube ja an die selbstbestimmung des menschen und wehre mich dagegen sich selbst in die opferrolle zu drängen wenn es um medialen und/oder werblichen einfluss geht.

mir ist nicht ganz klar warum sich so viele in der opferrolle suhlen, sich gut fühlen opfer sein zu können. heisst das nicht, dass man anderen eine täterrolle aufdrängt, weil man selbst nicht in der lage sein kann oder will sich selbst zu bestimmen? diese opferrolle ist toll. schuldige für eigenes unwohl sind schnell ausgemacht, nur man selbst ist nicht schuld - das ist prima. nicht man selbst ist an schulden schuld, sondern es sind die medien und die werbung. man könne sich ja nicht wehren. man wird ja fremdbestimmt. und in der rolle fühlt sich ein erwachsener, reifer, intelligenter mensch wohl? ich kann es nicht nachvollziehen.

wenn ich zu bk fahre weil ich auf dem bildschirm einen sich im kreis über lodernden flammen drehenden burger gesehen habe weiß ich was passiert ist. und ich nehme es an. ich weiß ich könnte mich auch zwingen nicht zu bk zu fahren, ich habe einen eigenen, starken willen.

und ich bin stolz auf meinen willen und ich bin stolz darauf mich nicht freiwillig bei jeder gelegenheit in die opferschiene drängen zu lassen. wo ist der stolz bei diesen vielen opfern hin? wieso nehmen so viele der freiwilligen opfer in kauf sich selbstbestimmung abzuschreiben, wieso wollen so viele unbedingt fremdbestimmt sein, keinen eigenen willen haben? das ist doch alles freiwillig, weil es immer einfacher ist die schuld bei 2. oder 3. zu suchen.

und ja, ich als "werber" muss mir da eine gewisse gehässigkeit eingestehen. das ausnutzen von dieser dämlichen opferrolle, zu erkennen wann und wie man den konsumenten das geben kann was sie wollen, nämlich ihre opferrolle, ist irgendwie ja fast belustigend.

werbepsychologie ist für mich eines der spannensten felder in der großen werbewelt. du kannst keinen starken menschen manipulieren. du kannst keinen menschen mit eigenem willen manipulieren. du kannst niemanden manipulieren der gewillt ist zu denken, zu hinterfragen - intelligente menschen!

in einer welt, in der immer mehr produkte auf den markt kommen, bleibt nur die werbung um a) überhaupt zu sagen "hey hier bin ich" und b) sich von anderen abzuheben. viele produkte unterscheiden sich nur noch minimal und trotzdem will man seinen platz am markt. das geht über kundenansprache, ein einmaliges, kreatives produktdesign, tolle zusätze und so weiter. wenn du forderst das die medienflut eingeschränkt wird, forderst du gleichzeitig monopole. jedes konkurrenzprodukt müsste überflüssig werden, eine technologische entwicklung würde stagnieren. erst wenn wir nur monopole haben, es nur noch eine bodylotion gibt, dann wird werbung überflüssig. die brauchen nicht auf sich aufmerksam machen, sie sind die einzigen am markt, der kunde hat eh keine andere wahl als dieses produkt zu kaufen.

du forderst also weniger auswahl?

es ist so einfach zu sagen "werbung nervt mich", was alles hinter der werbung steckt, dass da ganze existenzen dran hängen, dass sieht man oft nicht. und ich meine nicht die existenz der werber, ich meine die existenz der firmen und produkte für die geworben wird.

bleiben wir bei bodylotion. es gibt angenommen 20 bodylotions. im prinzip sind alle das gleiche, bis auf kleine unterschiede im duft zb. diese 20 sind durch mund zu mund propaganda, so wie du es ja richtig findest, auf den markt gekommen und haben sich etabliert. nun kommt eine bodylotion auf den markt die etwas wirklich neues zu bieten hat. mit der kann man zb auch kochen und dadurch auf sahne verzichten. aber woher weiß der konsument davon? woher kommen meinungsführer? man muss also drüber reden. von sich aus. und dieses drüber reden von sich aus nennt sich werbung.

was du mit deinen bibelzitaten machst ist werbung. für mich eine sehr nervige werbung. aber da ich ein selbstbestimmter mensch sein will mit eigenem willen falle ich nicht darauf rein. ich klicke nicht alle links an, sortiere aus was ich anklicke, ja ich nehme mittlerweile sogar nur noch selektiv wahr.

im pp gibt es unter den threads immer links zu ähnlichen threads. in lupuz zu ähnlichen artikeln. ich blende die aus. sie interessieren mich nicht (sorry @anarch) und ich nehme sie bewusst nicht mehr wahr. das ist eine art von selbstbestimmung. ich unterstelle anarch nicht durch seine werbung mir zeit zu rauben weil ich opfer seiner werbemaßnahmen bin und täglich 30 links anklicke.

werbung ist so alt wie die menschheit. eine frau die sich pflegt und chic kleidet wirbt für sich. ein fleischer der vor seinem laden ein emaileschild mit nem schwein drauf hat, wirbt für seinen laden. ein frisör mit seiner metallschere über dem ladeneingang. es ist nur natürlich dass in zeiten in denen märkte immer größer werde, in dem anfragen immer größer werden auch das angebot steigt. und um sich abzugrenzen muss man eben werben, möglichst kreativ um aufzufallen und sich abzuheben. nun hast du ein dorf. in dem dorf gibt es einen frisör der ständig überlastet ist. also beschließt du selber einen frisörladen aufzumachen. du weißt das die nachfrage da ist. was tust du nun aber um auf dich aufmerksam zu machen? du bietest vergünstigte haarschnitte, bonuskarten, eine tolle ladendeko. und schwups sind wir mitten drin in der werbung. werbung ist schlichtweg unabdingbar.

ja mich nervt die fruchtalarm werbung auch. was kann ich machen? ich kann mich in die opferrolle begeben und die 30 sekunden über mich ergehen lassen und mich danach tierisch aufregen und wahnsinnig viel kraft verschwenden in dem ich aller welt kund tue wie sehr es mich doch nervt opfer zu sein, obwohl ich es ja eigentlich gern bin, ich kann aber auch wegschalten.

ach ich bin gerade in schreiblaune. das gleiche ist es doch mit "metal und killer spiele machen unsere kinder zu amokläufern" und "germanys next top model" macht das unsere kinder magersüchtig werden. ich bestreite nicht das es einen zusammenhang gibt mit dem was kinder im fernsehen sehen und was die dann als ideal empfinden. allerdings funktioniert das nur auf der grundlage von mangelndem selbstbewusstsein, mangelndem weitblick und ähnlichem. und sowas sollte man von seinen eltern mitbekommen in den 18 jahren die man bei ihnen zu hause lebt. das problem sind da nicht die medien, die passen sich nur dem markt an, das problem ist da die erziehung zu weltfremden menschen ohne gefühl für die realität und sich selber. nur bei solchen menschen kann das funktionieren dass die medien und damit auch werbung einfluss nehmen.

nachtrag: ich glaube übrigens nicht an den idealen menschen. irgendwie ist jeder manipulierbar, egal wie selbstbewusst und intelligent. nur man kann es den werbetreibenden schwer machen indem man anfängt zu denken, zu hinterfragen.

Geändert von Felicitas (01.03.2007 um 17:11 Uhr).
 
 
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sailor
Alt 01.03.2007, 15:10   #16
Standard

@felicitas

Offenbar fühlst Du Dir durch meine Beiträge hier auf den Schlips getreten. Das war nicht meine Absicht.
Du kannst ruhig wissen, daß eine kritische Befassung mit der Thematik meine volle Absicht war. Wer dann selbst mehr oder weniger an der Branche beteiligt ist, mag da teilweise etwas pikiert reagieren. Trotzdem schadet es in meinen Augen nicht.

Ich gebe Dir darin recht, daß jeder selbst für sein Verhalten Verantwortung trägt. Das sehe ich ebenso. Um das Denken darüber anzuregen, schrieb ich oben auch:
Sind wir Marionetten der Werbeindustrie? Oder unserer eigenen Gier, die durch die Werbung verlockt wird?

Aber: Mit dem letzten Satzteil wollte ich sagen, daß die Werbung eben durchaus an diesem Prozess beteiligt ist. Sie übernimmt die Rolle der Verführung.
Mal ein Beispiel: Eine Freundin von irgendeiner möchte ihren Mann hintergehen und ihre Freundin bekommst Wind davon. Wenn sie nun zu dieser Freundin sagt: "Der Typ ist doch echt supersüss, dein Mann hat doch selbst Schuld, wenn er sich so wenig um Dich bemüht.", ist die Freundin dann eine Ehebrecherin? Die Antwort lautet selbstverständlich: Nein, denn ihre Freundin hat sich letztlich selbst dafür entschieden, so zu handeln. Die Freundin hätte aber auch sagen können: "Möchtest Du auch, daß dein Mann Dir sowas antut? Wenn du mit eurer Beziehung unzufrieden bist, dann sprich Dich doch mal gründlich mit ihm aus." Du kannst Dir sicher denken, daß die Freundin am Ergebnis nicht unbeteiligt ist.

werbepsychologie ist für mich eines der spannensten felder in der großen werbewelt. du kannst keinen starken menschen manipulieren. du kannst keinen menschen mit eigenem willen manipulieren. du kannst niemanden manipulieren der gewillt ist zu denken, zu hinterfragen - intelligente menschen!
Ich bin (war) wohl demnach ein dummer Mensch. Ich nehme an, das sollte mir bei Betrachtung Deines Benutzerbildes schon lange klar werden.
Es ist nicht nur eine Frage der Intelligenz, sondern vor allem eine Frage der Aufklärung und Hinterfragung. Einen eigenen Willen hat jeder, aber man muß es natürlich auch wollen, das stimmt.

es ist so einfach zu sagen "werbung nervt mich", was alles hinter der werbung steckt, dass da ganze existenzen dran hängen, dass sieht man oft nicht. und ich meine nicht die existenz der werber, ich meine die existenz der firmen und produkte für die geworben wird.
Von denen aber die meisten die Welt nicht braucht. Die Firmen in dieser Grössenordnung genausowenig, sie vernichten nur kleinere Existenzen: Mittelstand, Kleingewerbe, Handwerk, Einzelhandel. Wer braucht bitte so viele verschiedene Handys und was weiß ich. Der "Konsument", nicht aber der Mensch. Das ist meine ganz persönliche Sichtweise.

nun kommt eine bodylotion auf den markt die etwas wirklich neues zu bieten hat. mit der kann man zb auch kochen und dadurch auf sahne verzichten...
Genau das meine ich. Auch wenn das von Dir vielleicht überspitzt und ironisch formuliert ist, im Prinzip ist es oftmals so. Wegen der ganzen Fertigproduktpalette, die sogenannte "Lebensmitteldesigner" entwerfen, haben viele Menschen (z.B. Allergiker) echte Probleme, etwas zu Essen zu finden, das sie auch vertragen. Es steht zwar drauf was drin ist, aber überall gibt´s fast nur Fertigprodukte zu kaufen. Von Maggi, Nestle und Co.

werbung ist so alt wie die menschheit. eine frau die sich pflegt und chic kleidet wirbt für sich. ein fleischer der vor seinem laden ein emaileschild mit nem schwein drauf hat, wirbt für seinen laden. ein frisör mit seiner metallschere über dem ladeneingang. es ist nur natürlich dass in zeiten in denen märkte immer größer werde, in dem anfragen immer größer werden auch das angebot steigt. und um sich abzugrenzen muss man eben werben, möglichst kreativ um aufzufallen und sich abzuheben. nun hast du ein dorf. in dem dorf gibt es einen frisör der ständig überlastet ist. also beschließt du selber einen frisörladen aufzumachen. du weißt das die nachfrage da ist. was tust du nun aber um auf dich aufmerksam zu machen? du bietest vergünstigte haarschnitte, bonuskarten, eine tolle ladendeko. und schwups sind wir mitten drin in der werbung. werbung ist schlichtweg unabdingbar.
Klar ist Werbung so alt wie die Menschheit. Aber nicht das, was heute alles abläuft. Wie ich Dir in #11 schon geschrieben hatte, halte ich solche Art von Werbung wie Du sie hier aufführst, für vollkommen normal und unbedenklich.
Es ist aber eben ein Unterschied ob im Friseurladen und seinem Schaufenster für eben diesen speziellen Friseur geworben wird, oder ob irgendein grössenwahnsinniges Grossunternehmen vor lauter Gewinngier auf der ganzen Welt Werbung für seine gelegentlich sogar mehr oder weniger gesundheitsschädlichen Produkte macht, deren Produktion Menschen im Leben beeinträchtigt. So geschieht es etwa bei Coca Cola. Der Konsument braucht Coca Cola, der Mensch nicht, die Welt auch nicht.
http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...393574,00.html
http://www.greenpeace4kids.de/themen...ash=9d85c64296

Geändert von sailor (01.03.2007 um 18:50 Uhr).
 
 
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Roter_Drache
Alt 01.03.2007, 16:18   #17
Standard

die böse böse werbung von den bösen bösen großen kapitalistischen unternehmen..
das ziel eines jeden profit-unternehmens (in abgrenzung zu non-profit unternehmen) ist was? Richtig - Gewinnmaximierung.
Und nur weil es Unternehmen schaffen ihre Produkte an den Mann zu bringen und andere dabei versagen (oder es nach persönlicher Betrachtung nicht als nötig erachten) stellst du sie an den Pranger?
Ich würde sie dafür eher loben, dass man es schafft den vermeitlich
gebildeten Menschen so zu hintergehen, dass er doch das macht was die anderen wollen.

Wer braucht bitte so viele verschiedene Handys und was weiß ich.
Schonmal was von einem "Markt" gehört - Angebot und Nachfrage?
Wenns etwas gibt was man nicht braucht, gäbe es keine Nachfrager und somit kein Angebot. Klingt komisch ist aber so.

was ich allerdings nicht verstehe ist die aussage "Der "Konsument", nicht aber der Mensch."
Wenns danach geht was der Mensch braucht, würden wir uns noch in Höhlen bewegen, Grundnahrungsmittel zu uns nehmen, fortpflanzen und sterben. Oder was brauchst du noch?
Merkwürdig, obwohl du ja als Mensch nix brauchst, hast du einen Computer, viele verschiedene Klamotten, ein Handy, ein Radio, Bücher, Möbel. Isst exotische Nahrung obwohl ansich Obst von den Bäumen und Milch von der Kuh reichen würde..

Du verteufelst es vielleicht. andere nennen es Entwicklung es ist wie es ist und wehren kannst du dich dagegen leider nicht..
 
 
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baedr
Alt 01.03.2007, 16:27   #18
Standard

Was ich noch nicht ganz kapiert habe, ist der Sinn dieses Threads. Möchtest du uns vom Kommunismus überzeugen, oder ist das nur so ein Thread ala "Ich bin gegen AIDS"? In meinen Augen etwas ziellos, da wir ja deiner Meinung nach sowieso nichts gegen die Manipulation tun können.
 
 
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DerAssie
Alt 01.03.2007, 16:42   #19
Standard

Ich hab Mir bislang auch noch keine Miederhose von Slim and Lifty gekauft oder sonn Handschuh zum Harre weg rubbeln
Bin Ich ein abnormales Wessen ???
 
 
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sailor
Alt 01.03.2007, 17:07   #20
Standard

Zitat von RoDr:
die böse böse werbung von den bösen bösen großen kapitalistischen unternehmen..
Übertreibung bringt uns nicht weiter. Aufklärung und in der Folge Hinterfragung schon.

Zitat von RoDr:
das ziel eines jeden profit-unternehmens (in abgrenzung zu non-profit unternehmen) ist was? Richtig - Gewinnmaximierung.
Und das ist für Dich so selbstverständlich und Du findest es gut?
Ich habe nichts gegen Produkte oder Gewinne, sondern etwas gegen Produkte, die die Menschen nicht brauchen und ihnen letztlich sogar zum Schaden sind -und gegen Gewinne, die ausufern und dazu dienen, den weltweiten Markt zu beherrschen, Monopole zu bilden, letzlich negative Wirkungen zu haben.
Ich kann fast alles zum Guten oder Schlechten einsetzen: Mit einer Axt kann ich mein Holz spalten oder jemandem den Schädel einschlagen.
Um sowohl mir als auch den Menschen mit Notwendigem, erleichterndem und zweckmässigem zu dienen -oder eben um nur mir zu dienen, und zum Schaden für die anderen. Ein Gross- oder Weltkonzern verfolgt selten die erstere Absicht. Ich kenne nur zwei Beispiele von Grossunternehmen, wo es anders läuft. (im Grössenvergleich aber nicht mit Maggi oder Nestle vergleichbar) Das heißt aber nicht, daß es nicht mehr davon gibt, ganz sicher sind sie aber selten. Daß sie so anders sind, daran spielt sicher auch der mittelständisch-familiäre Charakter eine Rolle:
http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/arbeit/eutscher-Gr%FCnderpreis-Hohe-Auszeichnung-Existenzgr%FCnder/542095.html?eid=505344&s=4

http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/?id=523561

Zitat von RoDr:
Schonmal was von einem "Markt" gehört - Angebot und Nachfrage?
Wenns etwas gibt was man nicht braucht, gäbe es keine Nachfrager und somit kein Angebot. Klingt komisch ist aber so.
Du zitierst hier Wirtschaftsweisheiten, die ich aber nicht für weise halte. Denn es spielt auch eine Rolle, in wiefern Werbung das Verlangen auf ein bestimmtes Produkt geweckt hat. Ganz sicher benötigt niemand Barbie-Puppen und das ganze Klimbim, das dazu mit vertrieben wird. Auch He-Man Figuren benötigt niemand. U.s.w.. Wie ich zuvor schon schrieb: Die Werbung versucht uns klar zu machen: "Genau das brauchst DU."

Meine Erfahrung ist: Die meisten Spielsachen, die unsere Kinder im Zimmer haben, werden nur achtlos ausgeschüttet und durcheinandergeworfen, sie spielen kaum bis gar nicht damit.
Vielmehr spielen sie mit Dingen des Alltags: Kochtöpfen, Kisten und Kartons, Bettlaken, mit allem möglichen, an dem sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Vorgefertigtes wollen sie nicht. Es gibt auch sinnvolle Produkte: Etwa Lego, Buntstifte etc.

Zitat von RoDr:
Du verteufelst es vielleicht. andere nennen es Entwicklung es ist wie es ist und wehren kannst du dich dagegen leider nicht..
Ich kann mich als Verbraucher durchaus dagegen wehren:
Indem ich unsinnige Produkte schlicht nicht kaufe, indem ich mir über die Mechanismen der Werbung Gedanken mache und Verhaltensweisen entsprechend anpasse, Werbung weitgehend ausschalte (siehe der Beitrag von baedr etc.) Du nennst es Entwicklung, andere nennen es Fortschritt.
Doch wer nicht genau hinsieht, der macht bei vermeintlichem Fortschritt leicht einen grossen Rückschritt. Nicht alles was die Zeit mit sich bringt ist gut, sollte man wissen.

Edit:

Zitat von baedr:
Was ich noch nicht ganz kapiert habe, ist der Sinn dieses Threads. Möchtest du uns vom Kommunismus überzeugen, oder ist das nur so ein Thread ala "Ich bin gegen AIDS"? In meinen Augen etwas ziellos, da wir ja deiner Meinung nach sowieso nichts gegen die Manipulation tun können.
Wir können durchaus einiges tun, das hatte ich auch geschrieben. Am Beipiel mit dem Fernsehen: Kein Fernseher, oder: Öffentlich rechtliche Sender sehen, was ich auch weitgehend tue. Ansonsten sehe ich weitestgehend Dokumentationen und nicht etwa Spielfilme.

Der Sinn dieses Threads ist, über Konsum nachzudenken und zu hinterfragen, was irgendwann ganz automatisch abläuft.
Ich bin ganz und gar kein Kommunist. Ich bin nur ein Kapitalist, der bestimmte als "normal" und "selbstverständlich" hingestellte Mechanismen des Kapitalismus, Wirtschaftsprinzipien, etwa: "Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis" nach ihrer Bedeutung hinterfragt und betrachtet, was daraus geworden ist. Bei diesem Beispiel bedeutet es:
1. wegen hoher Nachfrage und geringem Angebot nehme ich für das Produkt das zehnfache des sonst üblichen Preises, denn...der Markt gibt es schließlich her.
Oder aber:
2. wegen geringem Angebot muß ich im Einkauf das fünffache bezahlen, die gleichzeitig hohe Nachfrage nehme ich aber nicht zum Anlaß, die Leute abzuzocken und etwa das zehnfache zu verlangen.

Das ist der -machbare- Unterschied. Wenn das System nicht im ganzen veränderbar ist, so ist es die einzelne Handlung schon. Sie hängt von jedem selbst ab.

Geändert von sailor (01.03.2007 um 20:45 Uhr).
 
 
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jajjka23
Alt 03.03.2007, 12:38   #21
Standard

da stimme ich dir durchaus zu sailor...
nur leider kannst du hiermit nur so viele leute erreichen die sich eh schonmal gedanken drum gemacht haben und es desöfteren tun, darum sind sie ua in diesem forum will ich meinen.

der rest der leute die tagtäglich "ich liebe es!", "geiz is geil!" und "live on the COKE side of life!" um die ohren gedonnert kriegen, denken nicht drüber nach und kaufen zum großteil durch eben diese manipulation immer mehr schrott den sie nich brauchen.

manche machen sich dann wiederum keine gedanken wie man es verbessern kann, jedoch fehlen ihnen die mittel, um in ihrer clique mithalten zu können; daher werden dann halt nen paar schüler abgezogen und schon hat man den neuen ipod oder was auch immer.

da kann man nur sagen: sei froh dass du es für dich erkannt hast und kauf dementsprechend kein schrott wie er dir von der werbung in dein hirn gehämmert wird, werd halt nich zum konsumsklaven.

die leute davor zu retten die eh ihr gesamtes selbstwertgefühl darauf stützen, dass sie das schnellere auto, 5 handys oder 3 laptops besitzen, halte ich für ausgesprochen sinnlos, ich finde da muss jeder selbst drauf kommen oder eben sein gesamtes geld den sowieso millionenschweren konzernbossen in den ar*** schieben
 
 
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Felicitas
Alt 03.03.2007, 13:08   #22
Standard

Zitat von jajjka23

der rest der leute die tagtäglich "ich liebe es!", "geiz is geil!" und "live on the COKE side of life!" um die ohren gedonnert kriegen, denken nicht drüber nach und kaufen zum großteil durch eben diese manipulation immer mehr schrott den sie nich brauchen.
unsinn. ich umgeb mich tagtäglich mit werbung und war in meinem leben 2mal in einem saturn und habe noch nie eine coke getrunken. wenn man sich der werbung komplett entzieht, was ich nachvollziehen kann, hat man aber auch keine grundlage die man hinterfragen kann.

dein qliquenbeispiel ist mal wieder ein klassisches beispiel für eine änderung der erziehung, nicht aber gegen medien oder werbung.
 
 
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sailor
Alt 03.03.2007, 15:02   #23
Standard

Zitat von Jajjka23:
da stimme ich dir durchaus zu sailor...
nur leider kannst du hiermit nur so viele leute erreichen die sich eh schonmal gedanken drum gemacht haben und es desöfteren tun, darum sind sie ua in diesem forum will ich meinen.
Es gibt verschiedene Welten. Wenn ich in der Welt der Ureinwohner Südamerikas lebe, wirken andere Einflüsse auf mich als hier. Das ist nachvollziehbar. In dieser unserer industrialisierten und "zivilisierten" Welt ist Werbung und Konsum ein Bestandteil unseres alltäglichen Lebens geworden.
So wie es auch mit etwaigen weitverbreiteten Ansichten im Freundes- und Familienkreis ist, durch die ich langjährig geprägt werde, ist es häufig so, daß ihr Einfluß -trotz meiner Selbstbestimmung- nicht spurlos an mir vorüber geht. Wer ständig Türkenwitze hört, hat eine gute Chance, selbst irgendwann welche zu erzählen.

Irgendwann -das ist richtig- kommt der Zeitpunkt, an dem ich es hinterfrage. Dann übernehme ich es, oder ich lasse es. Vielleicht lerne ich einen netten Menschen kennen, der Türke ist. Und plötzlich wird mir klar:
Das war doch Bockmist, was ich die ganze Zeit von mir gegeben bzw. bedenkenlos angehört habe.
Also: Auch die Kritiker von heute sind gelegentlich diejenigen, die zu neuen Überzeugungen kommen. Intelligenz ist dabei sicher hilfreich, aber kein Garant.
 
 
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jajjka23
Alt 04.03.2007, 06:30   #24
Standard

ja ich sage doch , es muss eine gewisse bereitschaft vorhanden sein, sich über soetwas gedanken zu machen , ansonsten "wirds schon stimmen!", was inne werbung erzählt wird. wer nicht hinterfragt läuft daher gefahr, sich mehr oder minder (unbewusst!) eher für das teure produkt zu entscheiden anstatt für das billige, das aber genauso gut ist (oder verhaltensweisen zu übernehmen die man bei genauerer betrachtung nie machen würde).
leute die nicht (mehr) hinterfragen sehen ja ihre momentanen weltsichten als absolut in ordnung an, egal ob sie nu intelligent sind oder nich

@ felicitas: ich habe ja auch gesagt "der großteil" ... dass es weiterhin leute gibt die bewusst damit umgehen wie du ist klar und auch wünschenswert, jedoch tut es nunmal längst nich jeder - wobei ich dir nich so recht glauben kann dass du noch nie ne cola getrunken hast
 
 
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OrionX
Alt 04.03.2007, 09:19   #25
Standard

Viele leute glauben ja eigentlich schon das Markensachen zu teuer sind und kaufen deshalb billige. Deswegen geht ja auch die werbung hin und schmückt alles mit "unglaublich günstig!" aus. Ob es das nun ist oder nicht. Auf nichts achten die Deutschen mehr als den Preis.
 
 
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