Klar können Tiere lügen. 2 Beispiele:
Der Hund meiner Schwester wurde immer abends als letzte Tat vorm Schlafengehen nochmal ausführlich Gassi geführt. Wenn die übliche Uhrzeit dafür erreicht war, fing er an, rumzuspringen und zwischen uns und der Haustür hin und her zu laufen. Das machte er immer nur, wenn der abendliche Spaziergang anstand und noch keiner Anstalten machte, sich die Hundeleine zu schnappen.
Aber wenn unsere Eltern abends nicht da waren und später wiederkamen, legte er genau dieses Verhalten an den Tag, obwohl er seinen Spaziergang schon bekommen hatte. Wir wurden dann anklagend gefragt: "Wart ihr etwa noch nicht mit dem armen Hund draußen?", und es war nicht so einfach, sie davon zu überzeugen, dass das Tier lügt.
Das zweite Beispiel sind unsere beiden Katzen.
Sie maunzen uns abends, wenn es Zeit wird, dass sie ihr Abendessen bekommen, auf eine ganz bestimmte Art an, die sie sonst nie benutzen. Sollte ihnen das Nassfutter, das sie dann bekommen, nicht schmecken, ist es ihnen auch egal, sie haben ja noch Trockenfutter in den Näpfen. Sie versuchen jedenfalls nie, z.B. eine Stunde später das ihr-habt-uns-noch-nix-gegeben-Verhalten noch mal durchzuziehen, damit sie vielleicht was besseres bekommen oder so.
ABER: Wenn ich zur abendlichen Fütterungszeit nicht zu Hause war und mein Mann den kleinen Monstern ihre Ration verpasst hat und ich dann später nach Hause komme - dann rufen sie laut und deutlich "Fütter' mich, fütter' mich!" Dreiste Lügner, alle beide.
Langer Rede kurzer Sinn: Meiner Meinung nach können Tiere lügen, aber das sagte ich ja schon ganz am Anfang. Vor (gähn) gefühlten 100 Jahren.
Aber keine Angst, dieser Roman ist jetzt zu Ende.
Ciao,
Mafdet