Atheist wurde ich durch mein Theologiestudium. Bereits als Ungläubiger
schloß ich es mit der Promotion zum Dr. theol. ab. Unmittelbar danach trat
ich – Vernunft – und Gewissensgründen folgend – aus der evangelischen
Kirche aus, der ich anfänglich als Pfarrer hatte dienen wollen. Der
Atheismus, für den ich in diesem Diskussionsbeitrag schreibe, ist in seiner
persönlichen Färbung das Ergebnis meiner etwa dreißigjährigen Reflexion.
Das wäre nicht das erste mal, daß ein potentieller Pfarrer Atheist wird.
Gerade beim universitärenTheologiestudium dürfte das nicht verwundern, da das Studium selbst weder notwendig ist, noch die Befähigung verleiht, das Wort Gottes zu verstehen oder gar Gott zu vertrauen.
Gelegentlich ist es sogar gegenteilig wirksam. Dazu tragen auch gerade jene Lehrenden bei, die selbst Atheisten sind, diesen jedoch bewußt nicht offen (genug) zur Schau tragen und damit ihren Lehrauftrag beibehalten.
Bibelkritische und Literatur, die die Bibel als das Wort Gottes in Frage stellt, gibt es gerade von (ehemaligen) Theologen und auch Professoren zu genüge.
Es gibt genug Beispiele für geheuchelten Glauben und gleichfalls aber auch für sogenannte Atheisten, die zu Christen wurden. Gerade unter den Gläubigentäufern der Reformation gab es viele Pfarrer (damals katholisch) die zu Christen wurden und sich in der Folge taufen ließen.
Auch dazu ist gelegentlich bei dem einen oder anderen von uns eine längerfristige "Reflexion" vonnöten.
Was ist ein Atheist? Viele, die sich als Atheisten bezeichnen, lehnen nicht generell Gott, sondern die Kirche ab und alles was damit in Verbindung steht.
Sie verbinden nur gedanklich die Kirche direkt mit Gott und Jesus Christus.
Sie lehnen (berechtigterweise!) die Heuchelei und die Unglaubwürdigkeit jener ab, die an anderer Stelle nachweislich ihren persönlichen Reichtum und ihre Macht ausbauen und genießen.
Sie lehnen leere Traditionen und Riten, Predigten ohne Antworten und die leere Gemeinschaft eines geselligen Clubs ab. All das können sie auch in x-beliebigen Kegelclubs und sonstigen Vereinen finden, die aber nicht so aufwendige Gebäude, Hierarchien und Strukturen, und gutbezahlte "Manager" benötigen.
Als "Kirche" werden dabei überwiegend jene Grosskirchen -etwa die Landeskirchen- gesehen, über die ich an anderer Stelle schon hinreichend geschrieben hatte.
....und zwar mit Hilfe eines Philosophen der direkt aus der Materie kommt, da er Theologie studierte !
Wer sich ein wenig mehr mit dem Theologiestudium und den Aussagen der Bibel dazu beschäftigt, der wird herausfinden, das dies kein Faktor für Glaubwürdigkeit ist oder zumindest sein sollte.
Es ist kein Zufall, daß unter den zwölf Jüngern Jesu nicht ein einziger war, der Theologie studiert hatte oder dies im Verlauf tat.
Auch unter den späteren treuen Anhängern, die in der Apostelgeschichte erwähnt werden nicht. Paulus ist dort eine Ausnahme, er war Schriftgelehrter.
Es waren einfache Menschen, viele waren Fischer. Und doch verstanden sie das Wort Gottes, auch jene, die nicht direkt von Jesus angeleitet wurden.
Und doch gab es damals ein Schriftstudium. So wie es die Schriftgelehrten abschlossen. Das war ausgerechnet jene Gruppe, von denen viele von Jesus Christus wegen ihrer Selbstgefälligkeit, Selbstgerechtigkeit, Eigennutz und Heuchelei so hart kritisiert wurden. Das sollte uns doch zu denken geben.