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Und da ist es: Karma!


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raffis
Alt 23.09.2004, 10:17   #1
Standard Und da ist es: Karma!

So.
Mir ist aufgefallen, dass in mehreren Threads das Wort
"Karma" bzw. der Ausdruck "karmisches Prinzip" aufgetaucht ist, dieses Thema aber nur halbwegs angegangen wurde.
Darum habe ich mich aufgemacht und eine englische Seite über das
karmische Prinzip übersetzt. Diese Interpretation der Dinge stammt aus dem Hinduismus - nicht zu vergessen, dass das karmische Prinzip ja ursprünglich von dem Hinduismus (bzw. den Veden) kommt, und von anderen, fernöstlichen Philosophien übernommen wurde. Im Grossen und Ganzen halte ich diese Ausführung der Dinge für ziemlich übersichtlich und verständlich, auch wenn klar ist, dass Details von Lehre zu Lehre varieren mögen.


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Das menschliche Leiden ist eines der zwingendsten Mysterien aller
Religionen: Wieso leiden die Unschuldigen? Wieso lässt Gott Böses zu? Ist Gott hilflos und kann nicht eingreifen, oder entscheidet er nicht
einzugreifen? Und wenn er entscheidet nicht einzugreifen, heisst das er sei unbarmherzig? Oder verhält er sich einfach nur gleichgültig gegenüber den Menschen?

Vedanta nimmt das Problem aus Gottes Gerichtshof, und überträgt es auf uns selbst. Wir können weder Gott, noch einen Teufel dafür verantwortlich machen. Nichts geschieht uns durch die Laune von etwas Äusserlichem; wir selbst sind dafür verantwortlich, was das Leben uns bieten kann. Wir alle ernten die Resultate unserer eigenen, vergangenen Taten in diesem und in früheren Leben. Um dies besser zu verstehen, müssen wir zuerst das Gesetz von Karma begreifen.

Das Wort "Karma" entspringt dem Sanskrit-Verb kri, welches so viel heisst wie "zu tun". Obwohl Karma soviel bedeutet wie Tat, bedeutet es ebenso das Resultat einer Tat. Karma bedeutet "Aktion". Jede Aktion oder Gedanke bestimmt eine Reaktion. In der physikalischen Welt verursacht das Gewicht eines Körpers eine Gegenkraft. Auf der emotionalen Ebene wird unser Verhalten gegenüber jemandem (oder etwas), ob wir uns dem bewusst sind oder nicht, reflektiert, und die andere Person neigt dazu, sich uns gegenüber genauso zu verhalten, wie wir für diese Person empfinden. Auf der mentalen Ebene ist es die bekannte Interaktion zwischen dem befehlenden, bewussten
Verstand und dem ausführenden, unbewussten Verstand.

In der Yoga Tradition hat Karma eine viel tiefergehende Bedeutung. Hier ist Karma die Ansammlung unserer vergangenen Taten. Diese vergangenen Taten (auslösende Taten) sind Ursachen, welche die weiteren Aktionen (ausgelöste Taten) in exakter Übereinstimmung mit der Wirkung der korrespondierenden, vergangenen Taten bestimmen.

Jede unserer physikalischen, emotionalen oder mentalen Bewegungen ist eine Frucht von Ursachen, welche aus dem ganzen Universum entspringen und Auswirkung auf das ganze Universum haben.

Wenn du jemandem zum Beispiel eine gute oder schlechte Tat antust, löst dies eine Reaktion aus, welche gleichermassen gut oder schlecht sein wird, und welche auf dich gerichtet sein wird. Auf diese Weise erfährst du das Glück oder das Leiden, welches du bei anderen Lebewesen verursacht hast. Der oberste Sinn dieses subtilen Mechanismus ist es, eine spezielle, unaussprechliche Weisheit zu begreifen und zu entwickeln, welche uns dazu bringt, gut und perfekt zu handeln. Natürlich ist dies eine sehr simple und mechanische Erklärung; was wirklich passiert hat eine Komplexität und Tiefe,
welche den phantasievollsten Verstand zu übertreffen vermag.

Karma ist die Speicherung unserer Aktionen, mit Exaktheit in einem
"speziellen Gedächtnis" aufgezeichnet. Diese Aufzeichnungen sind wie
Zeitbomben, welche in der Zukunft explodieren werden. Die Sicht eines
Objekts, das Denken eines Gedankens, die Performanz einer Tat, obwohl alle vorübergehend, hinterlassen eine komplexe Spur im kosmischen Gedächtnis (Akasha), welches über die Zeit hinausgeht und ebenso einen Abdruck im Unterbewusstsein hinterlässt. Dieser unbewusste Eindruck nennt sich Samskara (dynamischer Impuls). Der Charakter eines Menschen, sein moraler und mentaler Status, seine Talente, seine Zuneigungen und Abneigungen, sind alle durch seine Samskaras bestimmt, welche das Produkt seines Karma (seiner vergangenen Taten) sind. Diese Samskaras wandern von Inkarnation zu Inkarnation, und gehen nie verloren. Sie sind wie die Saat, welche sich nach
einem spezifischen Muster entwickelt, eng verbunden mit der(n) Aktion(en) welche sie produziert hat.

Karma hat drei Ebenen. Die erste Ebene ist die Ebene vergangener Taten welche darauf warten, eine Reaktion zu produzieren. Dies nennt man Sanchita Karma, unentwickeltes Karma.

Die zweite Ebene ist die Ebene der vergangenen Taten, deren Reaktionen sich bereits in voller Manifestation befinden, und welche für unser gegenwärtiges Leben und dessen Umstände verantwortlich sind. Dies nennt man Prarabdha Karma, aktives oder reifes Karma.

Die dritte Ebene ist die Ebene von Aktionen, welche in der Zukunft durch unser gegenwärtige Aktionen ausgelöst werden. Dies nennt man zukünftiges Karma.

Betrachtet man die temporäre Sequenz von Aktionen, so hat jede Aktion einen Feedback-Effekt (zurückgehend in der Zeit und somit das unentwickelte Karma, das darauf wartet, sich zu manifestieren, beeinflussend) und einen direkten Effekt (vorwärtsgehend in der Zeit
---> zukünftiges Karma).

[Und hier liegt gerade der spirituelle Punkt. Auf der einen Seite haben wir das gereifte Karma, das für die Umstände unseres jetzigen Lebens verantwortlich ist.In dem Sinne also "Gottes Gerechtigkeit", "Aug um Aug, Zahn um Zahn", etc. Auf der anderen Seite haben wir das unentwickelte Karma, das von dem Feedback
-Effekt unserer jetzigen Aktionen beeinflusst wird. Wir können also durch gute Handlungen eine positive Veränderung dieses unentwickelten Karmas herbeiführen ---> "Gottes Gnade" oder Barmherzigkeit oder wie auch immer dies genannt wird.]

Das Resultat einer Aktion wird stark von den assozierten Ideen beeinflusst [bzw. der Absicht dahinter]. Wenn eine Person zum Beispiel eine Tat vollführt mit dem Wunsch, dass die Früchte jener Tat einer anderen Person zukommen, so wird die Frucht der anderen Person zukommen, und nicht dem Vollführenden der Tat.

Wenn du das Gesetz des Karma verstehst wirst du realisieren, dass es kein Schicksal gibt ausser dem menschlichen Willen. Jeder kriegt genau das was er/sie verdient. Dies ist ein kosmisches und unflexibles Gesetz. Es ist eine perfekte Gerechtigkeit, obschon unser limitiertes, menschliches Verständnis es als Ungerechtigkeit bezeichnet. Die Menschen erschaffen ihr eigenes Schicksal durch ihre Taten, Gedanken und Absichten. Wenn jene eine positive
Ladung haben, wird das Schicksal positiv sein. Wenn Taten, Gedanken und Absichten eine vorwiegend negative Ladung haben, wird das Schicksal negativ sein. Du musst nicht unbedingt einem anderen etwas schlechtes antun, um ein schlechtes Schicksal zu erhalten: Menschen tun sich gewöhnlicherweise selbst schlechtes an und dies ist genug für die Erschaffung von negativem Karma. Eine wichtige Sache ist hier die Absicht. Erinnere dich daran, dass Gott oder andere kosmische Wesen nie eine Kreatur für ihr "schlecht sein" bestrafen und sie nie eine Kreatur für ihr "gut sein" belohnen.

[Der letzte Satz dürfte aussagen, dass wir durch unsere Taten und Gedanken unsere eigene Bestrafung bzw. Belohnung herbeiführen und Gott in dem Sinne selbst gar nicht bestraft oder belohnt.]

Wir leben in einer mysteriösen Welt, in welcher wir durch unseren bewussten, als auch unbewussten Verstand, sowie durch unseren Glauben, unsere eigene Realität kontinuerlich erschaffen, jene enigmatische Kraft, Maya Shakti genannt, manifestierend, durch welche wir die Welt nicht so sehen wie sie ist, sondern, ob uns bewusst oder nicht, so sehen wie wir sie wollen. Dies ist diesselbe Kraft welche das höchste Wesen benutzt, um die Welten zu erschaffen und zu erhalten, und um sich selbst davon zu verstecken. Bevor du versuchst das Gesetz von Karma zu verstehen, hast du diese fundamentale Wahrheit zu erkennen und zu begreifen.

Untentwickeltes Karma kontern

Jetzt kommen wir zu der Idee, das Schicksal zu ändern. Im allgemeinen
unterstützt der Mensch passiv und unbewusst die Konsequenzen seines Karmas (Aktionen). In diesem Bewusstseinszustand generiert er/sie unbewusst weitere Karmas (Aktionen), welche korrespondierende Reaktionen auslösen, und so weiter. Der Teufelskreis hat anscheinend kein Ende.

Die Yoga Tradition sagt klar und deutlich, dass der Mensch die Kraft und das Recht hat, sein Schicksal zu ändern und einen Ausweg aus diesem Teufelskreis zu finden. Dies nennt man "das Entkommen aus dem Rad der Wiedergeburt". Karma selbst nennt sich "Das Rad der ewigen Rückkehr".

Wir haben gesehen dass jener Zustand des Karma, wenn es sich manifestiert oder wenn es gerade daran ist, sich zu manifestieren, gereiftes Karma genannt wird. Ist dieser Zustand einmal erreicht, kann nichts und niemand es daran hindern, sich zu entfalten, nichts kann die Früchte behindern.

Gegensätzlich zu diesem existiert der andere Zustand, in welchem das Karma aufgrund ungüngstiger Umstände nicht wachsen kann und schlafend verbleibt (unentwickeltes Karma). Die Früchte von solchem Karma können nur durch eine Gegenaktion (Konter) wie Nächstenliebe, spirituelle Praktizierung, etc. zerstört werden. Die Vorsichtsmassnahmen gegen das Früchte tragen von unentwickeltem Karma sind wie eine Impfung, um eine Person vor einer gewissen Krankheit zu schützen. Und genauso wie eine Impfung, auch wenn sie bei frühzeitiger Durchführung effektiv sein mag, trotzdem nutzlos ist, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist, genauso ist es mit dem Karma wenn es reif geworden ist. Das gereifte Karma ist wie ein wilder Fluss, der einen Staudamm auf der Spitze eines Berges durchstösst. Das Wasser des Flusses kennt keine Hindernisse und bahnt sich seinen Weg hinab bis zum Meer.

Die Zerstörung oder die Verbrennung von Karma ist einer der wesentlichsten, vorhergehendsten Zustände vor der Erleuchtung. Aber dies ist weder der einzige Zustand, noch ist es Erleuchtung an sich.

Der Hauptzweck von Karma ist Lernen. Wenn du durch Verstehen und bewusstem Ändern deines Lebens eine Lektion lernst, ist das Karma, welches dir diese Lektion durch Leiden hätte lernen sollen, automatisch verbrennt.

Erinnere dich daran dass Karma die Hauptursache unserer Existenz in dieser Welt ist. Ein Individuum wird nicht nur durch sein eigenes Karma, sondern auch durch das Karma seines Umfeldes oder seiner Rasse, zu welchem/welcher er gehört (kollektives Karma), beeinflusst. Ein gutes oder schlechtes Karma ist gleichermassen unerwünscht für den, der nach Befreiung sucht, weil es den Menschen an das Rad der ewigen Rückkehr bindet. In Yoga ist Karma gut, wenn es dem Menschen erlaubt, die spirituelle Evolution zu realisieren, und ist schlecht, wenn das Andere der Fall ist. "Schlechtes" Karma bedeutet,
dass viele Lektionen gelernt werden müssen, so dass der Mensch mit der bewussten Arbeit an seinem inneren Wachstum beginnen kann. Der
fortgeschrittene Yogin strebt es an, jegliches Karma zu eliminieren. Nur so wird er vollkommen frei von jeglicher Verbindung mit den unteren Ebenen des Bewusstseins, und fähig, kontinuerlich mit der ewigen Glückseligkeit des höchsten Bewusstseins zu verschmelzen. Von da an sind alle seine Taten frei von karmischer Ladung. Diese Aktionen können Reaktionen auslösen, jedoch nur, wenn der Yogin dies beabsichtigt. Ein erleuchteter Meister hat vollkommene Kontrolle über die Früchte seines Karmas (Aktionen).

Die alterslosen Lehren des Karma Yoga Systems sind die folgenden:

(1) Nicht für einen winzigen Augenblick ist ein Mensch ohne Aktion. Darum sollte Inaktion oder das Zurückhalten von Aktion NICHT das Ziel des Yogins sein. Selbstlose und geweihte Aktionen sind Inaktion weit überlegen.

(2) Gewisse Aktionen sind vorgeschrieben und müssen in einem Zustand
völliger Selbstlosigkeit und mit der Weihung ihrer Frucht an das Höchste Bewusstsein (Gott) vollführt werden.

(3) Man sollte weder angetan, noch verängstigt von den Früchten (Resultaten) seiner selbstlosen Aktionen sein. Man sollte diese Früchte Gott weihen. Weihung bedeutet, die Früchte einer Aktion Gott in einem Zustand von Bescheidenheit zu offerieren, es bedeutet für die Liebe Gottes zu agieren. Dieses innere Verhalten der Weihung bedeutet, tiefen Respekt und grosse Aufmerksamkeit für die Aktion, die gerade durchgeführt wird, zu zeigen, sowie eine perfekte Selbstlosigkeit gegenüber der Frucht der Aktion zu haben. Weihung bedeutet eine höhere Verantwortung, denn jetzt ist die Qualität einer Aktion ein Mass für die Liebe an Gott und einer Kommunion mit
der kosmischen Harmonie nahekommend. Im Licht dieser Lehre sollte keine Aktion als unwichtig, unwesentlich oder inkompatibel mit der Rolle, die wir denken dass wir sie in diesem Leben zu spielen hätten, betrachtet werden.

(4) Man sollte niemals gebunden an die Aktion selbst sein.

(5) Man sollte sich nicht als Autor seiner Aktionen betrachten. Man sollte nicht vergessen, dass Gott derjenige ist, der durch uns agiert. Darum solltest du vor Beginn einer Aktion mit Leidenschaft die Präsenz Gottes hervorrufen und ihm in einem Zustand völliger Bescheidenheit sowohl Aktion als auch Frucht offerieren.

(6) Jegliche Aktion, die im Geiste des Karma Yogas vollführt wird (mit Beachtung der obigen fünf Weisheiten), ist frei von der Kreation karmischer Bindungen.

Karma Yoga macht eine klar Unterscheidung zwischen:
(a) die Absicht der Aktion;
(b) die Aktion selbst;
(c) die Früchte der Aktion;
Von diesen drei Elementen kreiert nur die Absicht der Aktion neues Karma (bindet uns an das Rad von Geburt und Tod). Um dies zu vermeiden, sollte die Absicht selbstlos und an Gott geweiht sein.

Mit was immer du dich identifizierst, kontrolliert dich; du kontrollierst das, mit welchem du dich nicht identifizierst.

Hier muss "Identifikation" als Ego-Involvierung verstanden werden; darum, je tiefer die Ego-Involvierung, je höher die Zufriedenheit.

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Der Thread wäre damit eröffnet.

Gruss Raffis
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 12:57   #2
Standard

Finde ich toll von dir dass du dir solche Mühe machst und einen, scheints, langen Englischen Text extra dafür übersetzt.



Wenn du jemandem zum Beispiel eine gute oder schlechte Tat antust, löst dies eine Reaktion aus, welche gleichermassen gut oder schlecht sein wird, und welche auf dich gerichtet sein wird. Auf diese Weise erfährst du das Glück oder das Leiden, welches du bei anderen Lebewesen verursacht hast. Der oberste Sinn dieses subtilen Mechanismus ist es, eine spezielle, unaussprechliche Weisheit zu begreifen und zu entwickeln, welche uns dazu bringt, gut und perfekt zu handeln.

Dazu muss man jedoch glauben dass es *gute* und *böse* Taten gibt. Wenn du jemanden etwas zufügst, dann ist die Tat ansich nicht *gut* oder *schlecht*. Der, der die Tat erfährt, bewertet sie. (Oder allgemein: Die Menschen) Demnach kann man nicht *perfekt* im eigentlichen Sinne handeln, *perfekt* vlt. aus Sicht einer begrenzten Anzahl Menschen.

Das die Reaktion des anderen äquivalent zu deiner Tat (*gut*/*böse*) sein wird, muss nicht zwangsläufig so sein. Wenn ich z.B. stärker bin als ein anderer und ihn verprügle, dann erfahre nicht zwangsläufig eine *ähnliche* Reaktion des Opfers. (Im Gegenteil, die meisten Schläger werden nicht belangt)



Wenn du das Gesetz des Karma verstehst wirst du realisieren, dass es kein Schicksal gibt ausser dem menschlichen Willen. Jeder kriegt genau das was er/sie verdient. Dies ist ein kosmisches und unflexibles Gesetz. Es ist eine perfekte Gerechtigkeit, obschon unser limitiertes, menschliches Verständnis es als Ungerechtigkeit bezeichnet. Die Menschen erschaffen ihr eigenes Schicksal durch ihre Taten, Gedanken und Absichten. Wenn jene eine positive
Ladung haben, wird das Schicksal positiv sein. Wenn Taten, Gedanken und Absichten eine vorwiegend negative Ladung haben, wird das Schicksal negativ sein.

Jeder kriegt genau das was er verdient? Nun viele Kriegsverbrecher haben zu ihren Lebzeiten sicherlicht nicht das gekriegt, was sie verdient haben. Damit das Schicksal sie einholt, ist es zwingend vorrausgesetzt an die *Wiedergeburt* zu glauben. Und *Wiedergeburt* is für mich nicht beweißbar noch widerlegbar. Der Glaube dass man sein Schicksal über seinen *Tot* hinaus noch beeinflußt, zeigt für mich wieder ein typisches Element einer Religion.

Eine Tat, die eine *negative* Ladung hat, muss das Schicksal nicht zwangsläufig *negativ* beeinflußen. Wenn ich aus Kosten anderer wirtschafte (Ausbeutung der Dritten Weltländer), beeinflußt diese Handlung mein Schicksal während ich Lebe nicht im negativem Sinne. Im Gegenteil ich lebe im Saus und Braus.



Dies ist diesselbe Kraft welche das höchste Wesen benutzt, um die Welten zu erschaffen und zu erhalten, und um sich selbst davon zu verstecken. Bevor du versuchst das Gesetz von Karma zu verstehen, hast du diese fundamentale Wahrheit zu erkennen und zu begreifen.

Dieser ganze Teil hört sich für mich danach an, als ob man sich selbst was vormachen würde. Man ändert an der *Realität* nichts, nur weil man aufgrund menschlicher kausalen Denkweise in seiner eigenen kleinen Welt lebt.

Wie kann dann das *höchste Wese* diese selbe engstirnige Kraft verwenden um die Welt zu erschaffen? Oder soll das heißen die *Welt* ist nur eine *Realitätsvorstellung* einer *höheren* Macht?




(3) Man sollte diese Früchte Gott weihen.
Wofür steht *Gott* hier?


Glaube ich nicht an Wiedergeburt, entfällt das komplette Prinzip.

gruß Zeruel
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 14:02   #3
Standard

"Das die Reaktion des anderen äquivalent zu deiner Tat (*gut*/*böse*) sein wird, muss nicht zwangsläufig so sein. Wenn ich z.B. stärker bin als ein anderer und ihn verprügle, dann erfahre nicht zwangsläufig eine *ähnliche* Reaktion des Opfers. (Im Gegenteil, die meisten Schläger werden nicht belangt)"

Nein, dies hast du missverstanden. Es heisst nicht, dass wenn du jemanden weich prügelst, er dir dies zurückgeben wird. Diese Prügelei wird in IRGENDEINER Form auf dich zurück kommen und zwar in einer solchen Form, dass die WIRKUNG die gleiche ist. (ob jetzt Prügelei, oder was auch immer).

"Dazu muss man jedoch glauben dass es *gute* und *böse* Taten gibt. Wenn du jemanden etwas zufügst, dann ist die Tat ansich nicht *gut* oder *schlecht*. Der, der die Tat erfährt, bewertet sie."

Deswegen: Wenn du jemandem etwas antust, und das Opfer darunter leidet (es für das Opfer also "schlecht" ist), dann wird dir etwas wiederfahren, was für dich "schlecht" ist.

"Glaube ich nicht an Wiedergeburt, entfällt das komplette Prinzip."

Das Karma und Wiedergeburt zusammen gehören, was schon immer so.
Das eine gibt es ohne das andere nicht. Entweder glaubt man an beides, oder an keines.

"Wenn ich aus Kosten anderer wirtschafte (Ausbeutung der Dritten Weltländer), beeinflußt diese Handlung mein Schicksal während ich Lebe nicht im negativem Sinne. Im Gegenteil ich lebe im Saus und Braus."

Deswegen der Zusammenhang mit der Wiedergeburt.

Gruss Raffis
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 14:04   #4
Standard

"Wie kann dann das *höchste Wese* diese selbe engstirnige Kraft verwenden um die Welt zu erschaffen? Oder soll das heißen die *Welt* ist nur eine *Realitätsvorstellung* einer *höheren* Macht?"

Diese Ausführung im Text ist an eine spezif. hinduistische Denkweise gebunden und mag in diesem Text etwas irreführend sein.
Ausserdem ist dies dann wieder ein anderes Thema, das zig Seiten füllen würde, weswegen wir uns hier auf das Karma an sich fokussieren sollten.

Gruss Raffis
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 14:28   #5
Standard

Original geschrieben von raffis


Diese Ausführung im Text ist an eine spezif. hinduistische Denkweise gebunden und mag in diesem Text etwas irreführend sein.
Ausserdem ist dies dann wieder ein anderes Thema, das zig Seiten füllen würde, weswegen wir uns hier auf das Karma an sich fokussieren sollten.
Ich denke ich habe hier etwas mit dem Buddhismus verwechselt, der ja, so weit ich mich nicht irre, keinen *Gott* kennt oder?


Nein, dies hast du missverstanden. Es heisst nicht, dass wenn du jemanden weich prügelst, er dir dies zurückgeben wird. Diese Prügelei wird in IRGENDEINER Form auf dich zurück kommen und zwar in einer solchen Form, dass die WIRKUNG die gleiche ist. (ob jetzt Prügelei, oder was auch immer).

Ist diese Reaktion während der Lebenszeit eines Menschen zu erwarten oder erst nach seiner *Wiedergeburt* oder beides?
Denn ich zweifle stark daran, ob jeder Mensch genau die gleiche Anzahl *Taten* in exakt der gleichen Wirkung erfahren hat, wie er verursacht hat zu seinen Lebenszeiten.
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 14:30   #6
Standard

"Ich denke ich habe hier etwas mit dem Buddhismus verwechselt, der ja, so weit ich mich nicht irre, keinen *Gott* kennt oder?"

Mag sein dass du es mit dem Buddhismus verwechselt hast. Buddhismus kennt keinen "Gott" im Sinne einer Persönlichkeit, richtig.

"Ist diese Reaktion während der Lebenszeit eines Menschen zu erwarten oder erst nach seiner *Wiedergeburt* oder beides?
Denn ich zweifle stark daran, ob jeder Mensch genau die gleiche Anzahl *Taten* in exakt der gleichen Wirkung erfahren hat, wie er verursacht hat zu seinen Lebenszeiten."

Eben das kommt darauf an, ob das Karma reif oder noch unreif ist. Unreifes Karma mag sich erst im nächsten Leben manifestieren (und die Umstände des nächsten Lebens bestimmen).

Gruss Raffis
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 14:41   #7
Standard

Original geschrieben von raffis

Eben das kommt darauf an, ob das Karma reif oder noch unreif ist. Unreifes Karma mag sich erst im nächsten Leben manifestieren (und die Umstände des nächsten Lebens bestimmen).
Wo wir dann natürlich wieder zur Frage der Wiedergeburt kommen


Gibt es eine Erklärung im hinduistischen für die *Wiedergeburt* oder wird das schlichtweg als eine *Wahrheit* angesehen.

Du nennst drei Ebenen des Karmas: Wie will man wissen wann das *unreife* Karma zum *reifen* wird? Ist das abhängig von der *Tat*?
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 14:46   #8
Standard

"Du nennst drei Ebenen des Karmas: Wie will man wissen wann das *unreife* Karma zum *reifen* wird? Ist das abhängig von der *Tat*?"

Ich denke es ist vielleicht wie bei einem Netzwerk-Drucker. Er druckt etwas (das Karma reift) und die anderen Druckauftträge warten dahinter in einer Schlange (das unreife Karma).

Dies ist jetzt ein persönlicher Vergleich, aber er sagt mir zu

"Gibt es eine Erklärung im hinduistischen für die *Wiedergeburt* oder wird das schlichtweg als eine *Wahrheit* angesehen."

Die Erklärung der Wiedergeburt ist eben: Das Karma. Man muss also das Prinzip des Karma verstehen und daran GLAUBEN, um die Wiedergeburt als Wahrheit zu interpretieren.

Gruss Raffis
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 15:00   #9
Standard

Original geschrieben von raffis

Die Erklärung der Wiedergeburt ist eben: Das Karma. Man muss also das Prinzip des Karma verstehen und daran GLAUBEN, um die Wiedergeburt als Wahrheit zu interpretieren.
Das kann man aber natürlich nicht beweißen, wenn man nicht sehen kann, ob ein Mensch nach seiner *möglichen* Wiedergeburt, Opfer einer Tat wird, den im größe und Wirkung selbst einmal begangen hat. Das ist beileibe in unseren heutigen Welt kaum feststellbar.


Der Vergleich mit dem Drucker finde ich recht gut

gruß Zeruel
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 15:09   #10
Standard

"Das kann man aber natürlich nicht beweißen, wenn man nicht sehen kann, ob ein Mensch nach seiner *möglichen* Wiedergeburt, Opfer einer Tat wird, den im größe und Wirkung selbst einmal begangen hat. Das ist beileibe in unseren heutigen Welt kaum feststellbar."

Religiöse Glaubensansichten lassen sich nun mal nicht beweisen.

Gruss Raffis
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 15:18   #11
Standard

Da ist natürlich die Frage was man überhaupt beweißen kann, außer dass man exisitiert.
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 15:25   #12
Standard

"Da ist natürlich die Frage was man überhaupt beweißen kann, außer dass man exisitiert."

Und das ist dann wieder ein völlig anderes Thema
 
 
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