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Joint Venture und Gott

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FrozenSmile
Alt 05.02.2006, 05:23   #1
Standard Joint Venture und Gott

Am ersten Tag schuf Gott, der Herr, das Licht.
Weiter kam der gute Mann trotz aller Allmacht leider nicht.
Den Himmel nur am zweiten Tag, am dritten bloß das Land.
Paar Bäumchen grade noch, mehr bracht er nicht zustand

Den vierten Tag verbrauchte er für Sonne, Sterne, Mond.
Tag Fünf für Fische und die Vögelein , da hat er sich geschont.
Am sechsten Mensch und Rest der Tierwelt hingefummelt.
Und den siebten dann in seinem stolzen Übermut verbummelt.

Was kann son Gott nicht alles schaffen in vierundzwanzig Stunden,
aber er hat sein Werk ja gleich für gut befunden.
Legte sich zur Ruhe und wollte nichts mehr wissen.
Und wir Geschöpfe sind jetzt gottseidank ganz schön angeschissen.

Wär ich der Herr gewesen, dann wär die Welt nicht so.
Die Menschen wären sattgefressen, friedlich, frei und froh.
Die Blinden könnten sehn, und die Lahmen könnten gehn.
Das bißchen Arbeit, daß noch bliebe würd von selber geschehn.

Saufen wär gesund und vom Singen könnt man leben.
Es hätte fraglos noch ne Menge zu verbessern gegeben.
Als Gott muß man was rausholn aus seinem Potential.
Da muß man auch mal sonntags ran, aber ihn konnten ja alle mal.

Was kann son Gott nicht alles schaffen in vierundzwanzig Stunden,
aber er hat sein Werk ja gleich für gut befunden.
Legte sich zur Ruhe und wollte nichts mehr wissen.
Und wir Geschöpfe sind jetzt gottseidank ganz schön angeschissen.

Im Grund ist sein Versagen ja kein seltnes Phänomen,
auch der Mensch, nach seinem Bild geschaffen, läßt sich gern mal gehn.
Schaut stolz auf jeden Scheißdreck, den er produziert.
Auch wenn der Haufen stinkt, er lächelt fasziniert.

Und er kann als Schöpfer auf den ganzen Kosmos sehn.
Das funkelt ja so schön, wie sollts ihm anders gehn.
Den siebten Tag beschließt er zu verpennen
und ihn den Tag des Herrn zu nennen.

Was kann son Gott nicht alles schaffen in vierundzwanzig Stunden,
aber er hat sein Werk ja gleich für gut befunden.
Legte sich zur Ruhe und wollte nichts mehr wissen.
Und wir Geschöpfe sind jetzt gottseidank ganz schön angeschissen.

Dies Lied endet wie so manches mit einer Moral.
Wir waren unserm Herrn von Anfang an ziemlich egal.
Das steht gleich auf der ersten Seite von dem dicken Buch.
Ich mach es wieder zu. Das sagt mir schon genug.

Was kann son Gott nicht alles schaffen in vierundzwanzig Stunden,
aber er hat sein Werk ja gleich für gut befunden.
Legte sich zur Ruhe und wollte nichts mehr wissen.
Und wir Geschöpfe sind jetzt gottseidank ganz schön angeschissen.

Was kann son Gott nicht alles schaffen in vierundzwanzig Stunden,
aber er hat sein Werk ja gleich für gut befunden.
Legte sich zur Ruhe und wollte nichts mehr wissen.
Und wir Geschöpfe sind jetzt gottseidank ganz schön angeschissen.
Und wir Geschöpfe sind jetzt gottseidank ganz schön angeschissen.




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Soweit die Lyric eines bekannten Liedes von Joint Venture. Meinungen?
 
 
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Squdus
Alt 06.02.2006, 18:00   #2
Standard

Die reinste Blasphemie!
Ausserdem wissen wir doch seit Darwin, das es gar nicht so war.
Könntest aber vielleicht mal so nett sein und den Songtitel nennen, reinhören könnte man ja trotzdem mal.

Manchmal glaube ich das der Mensch Darwins Theorie noch nicht so ganz verkraftet hat, und gerne wieder in alte Vorstellungen flüchten würde. Damals war es einfacher, viele Fragen wurden einfach gar nicht erst gestellt, und man konnte sich glücklich schätzen denn schließlich war man Gottes Ebenbild.
Eine Frage bzw. Antwort intressiert mich jedoch zu diesem Thema brennend.
Ich saß und aß mal mit einem Kollegen gleichzeitig im Pausenraum, er betete jedoch vor dem essen was ich nicht tat. Er war halt sehr religiös wo gegen ich auch nichts einzuwenden hatte, doch er wollte mich auf penetranteste Weise bekehren.
Ich hab mich dann angefangen zu fragen wie man so religiös werden kann. Man bedenke mal das Gott den Menschen nach seinem Ebenbild erschuf, also wird Gott den selben Kritischengeist wie der Mensch gehabt haben oder haben. Wäre es dann nicht religiöser diesen Kritischenverstand den Gott uns geschenkt hat auch zu benutzten? Und wenn wir nicht an Gott glauben weil uns das besagter Verstand verbietet, glaubt Gott dann überhaupt noch an uns?
Ich weiß das Götter jetweger Art Definitions Sache sind, aber nur mal angenommen es würde oder gibt einen liberalen Gott, was wäre der richtige Weg wenn es denn einen gibt.
 
 
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subi
Alt 06.02.2006, 21:37   #3
Standard

Zitat von Squdus
Ich saß und aß mal mit einem Kollegen gleichzeitig im Pausenraum, er betete jedoch vor dem essen was ich nicht tat. Er war halt sehr religiös wo gegen ich auch nichts einzuwenden hatte, doch er wollte mich auf penetranteste Weise bekehren.
Ich hab mich dann angefangen zu fragen wie man so religiös werden kann.
es gibt Menschen die gegen die Mauer laufen, auch welche die der Meinung sind: wenn du mir mein Haus nimmst, nehme ich dein Leben.

Die Natur hat uns so gemacht, nicht der liebe Gott.
Wenn die Natur Gott gemacht hat, dann hat er dies auch der Erde weiter gegeben, und dazu gehört das was ich oben geschrieben habe
 
 
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weltretter
Alt 07.02.2006, 11:21   #4
Standard

Joint Venture is geil
Der hat n paar interessante Texte gemacht. Auch die Auswahl der Musik dazu sehr gut...

Kam vorgestern in den Genuss...
 
 
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ANSI Lady
Alt 07.02.2006, 12:46   #5
Standard

Könntest aber vielleicht mal so nett sein und den Songtitel nennen, reinhören könnte man ja trotzdem mal.
Der Songtitel lautet : Der Tag der Herrn

Es hat sogar eine "Fortsetzung" die ich persönlich sogar lieber mag :
Der Tag des Herrn II


Über all dem Engelsvolke saß der Herr auf seiner Wolke,
die Finger wundgebissen, ihn plagte das Gewissen.

Ihm war, als er die Welt gemacht, einst in des sechsten Tages Nacht, die Lust darauf vergangen, dann nochmal anzufangen.

Allen Schöpfens Überdrüssig fand er das auch Überflüssig. Schenkte sich ein Gläschen ein. Sonntag frei, so soll es sein.

Mit der Zeit wurd ihm dann klar, daß das nicht gut gewesen war. Alles ging da unten schief, Gott, dacht Gott, war ich naiv,

samstagnachts, auf Drogen, aber ich krieg das hingebogen,

wenn ich nur erst die Schlechten straf und dann mit ner Gerechten schlaf. Also Sinnflut für die Bösen, dann den Knaben zum Erlösen.

Bald schon kam ihm das Gefühl, das half alles auch nicht viel. Nach wie vor mussten die Guten für die Gier der Schlechten bluten, denn mit hingehaltnen Wangen wissen die was anzufangen.

Langsam wurd der Vater sauer, saß da unser Welterbauer,

sprach: ich mag es nicht mehr sehn. So kann das nicht weitergehn. Nächstenliebe soll auf Erden dem, der liebt, vergolten werden.

Schlechtes muss zu Schlechtem führn, sonst wird es niemals funktioniern !

Ich leg mich noch nen Tag lang krumm und stell die zwei, drei Hebel um. So hat er sich dann hingesetzt und aller Wesen Geist vernetzt.

Wagt wer, sprach er, wen zu schlagen, spürt er die Faust in seinem Magen, doch wenn wer wem was Gutes tut, tut das auch ihm selber gut.

Jeder, der mit jeder schlief diente so dem Kollektiv.
Nach ner kurzen Zwischenphase lag der Kosmos in Extase.

Für den Fuchs, den Wolf, den Hecht, war das leider eher schlecht. Sie fingen an, faul rumzulungern und allmählich zu verhungern.

Nun, und auch dem Pflanzenfresser ging es langfristig nicht besser. Niemand nahm mehr was in´n Mund.
Mensch und Tiere ging´ zugrund.

Selbst die Pflanzenwelt verdorrte, weil keiner mehr gern Wasser schnorrte. Schließlich hat sich alles Leben aus Nächstenliebe aufgegeben.

Über all dem Engelsvolke saß der Herr auf seiner Wolke,
sah sich jetzt die Schöpfung an und fand es nicht genug getan.

Denn er sah die alten Sterne ohne alles auch nicht gerne, ließ noch schnell den Rest verschwinden, konnte wieder Frieden finden.
 
 
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Squdus
Alt 08.02.2006, 10:13   #6
Standard

Ach subi, es geht mit eher darum das man den Kritischengeist auch als Geschenk Gottes sehen solle, und ihn nicht zu benutzten wäre ja zurückweisung eines Gottesgeschenk. Da frag ich mich halt nur wie man dann so religiös werden kann, wenn ma selber so gegen offensichtliches verstößt. Besagter Kollege konnt mir dafauf damals keine Antowort geben.
 
 
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moa
Alt 13.02.2006, 23:30   #7
Standard

ich denke, dass dieses lied von einer sichtweise zeugt, die leider recht armselig ist. denn der sprecher des textes scheint den fehler als allerletztes bei sich selbst zu suchen. er wälzt die missstände dieser welt allesamt auf einen gott ab, an den er nicht mal glaubt(es sei denn er hegt eine merkwürdige form von religiösität), mit anderen worten, er macht jemanden dafür verantwortlich, den er gleichzeitig leugnet. ganz banal ausgedrückt, wendet er der einfachheit halber die verantwortung von sich und seinen zeitgenossen ab, er schafft sich seinen gott neu, als sündenbock! das zeugt von großer unselbstständigkeit, faulheit und feigheit.
es ist natürlich sehr einfach jemandem die schuld zu geben der sich nicht wehren kann, jedenfalls jetzt noch nicht. viel schwieriger ist es hingegen, die unvollkommenheit der schöpfung als chance, als freiheit und als potenzial zu begreifen. wie kann er den von gott verlangen dass dieser perfekt ist, wenn er selbst es nicht mal anstrebt zu sein? er erlaubt sich ein urteil über jemanden, dessen leistungen er in seinem ganzen armseligen leben nicht einzuholen vermag. doch anstatt zu versuchen, die fehler dieser welt zu begradigen, krault er sich seine dicken eier und schmarotzt wie die meisten anderen auf dieser welt auch in genau dieser schöpfung vor sich her.
 
 
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ANSI Lady
Alt 13.02.2006, 23:52   #8
Standard

wie kann er den von gott verlangen dass dieser perfekt ist, wenn er selbst es nicht mal anstrebt zu sein
Moment, moment.... Gott hat UNS erschaffen, nicht wir Gott...
Wären wir die Schöpfer würde uns Gott auch Perfektion andichten, so ist es halt verkehrtherum...

denn der sprecher des textes scheint den fehler als allerletztes bei sich selbst zu suchen
höh ? Der Liedermacher sucht doch keinen Fehler, vielmehr versucht er unser armseliges Dasein so zu erklären das wenn Gott nen Alko war das es kein Wunder ist das hier unten auch alles Schiefgeht. Etwas mehr Verantwortung gegenüber seiner Schöpfung kann man schon verlangen... Schließlich kann man sich das Leben zu Lebzeiten nicht heraussuchen, man hat es halt. Und wenn der Alte Herr da lieber in die Flasche guggt dann darf man da schonmal etwas kritisch sein... Man hat ja schließlich Träume / Ziele...

Gruß &&
ANSI
 
 
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moa
Alt 14.02.2006, 13:09   #9
Standard

den ersten einwand versteh ich jetzt nicht so ganz...
naja, aber ich denke doch, dass er anstatt alles so weiterlaufen zu lassen auch mal seinen eigenen arsch bewegen könnte und obwohl gott nicht perfekt ist wenigstens versuchen sollte, die welt zum bessern zu verändern, oder nicht? ich find das ziehmlich schwach ...!
der mensch hat die welt doch erst zu dem chaos gebracht in dem sie jetzt ist, wäre er nicht, würde die natur sich völlig ungestört und nach ihren eigenen klaren gesetzen selbstverwalten, oder nicht?
haben wir denn das recht, von einem gott der alles so erschaffen hat, dass es sich von allein entwickelt und ohne äußere einwirkung überlebt, zu verlangen, dass er die zerstörung die wir angerichtet haben wieder grade biegt?
ich denke dass diese verantwortung nicht bei gott zu suchen ist, sondern bei uns selber.
 
 
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ANSI Lady
Alt 14.02.2006, 18:40   #10
Standard

Gott hat uns doch nach seinem "Ebenbild" erschaffen, nicht ? Und wir zerstören die Natur und machen noch viel sclimmeres !

Wenn wir also sein Abbild sind hat er es wohl auch nicht weit gebracht... Wenn ich mir die Menschheit so anschaue (die ja sein Ebenbild ist) dann war Gott wohl auch eher ein "Looser"

Gruß &&
ANSI
 
 
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Morris
Alt 14.02.2006, 19:02   #11
Standard

Tja, mal so, mal so. Stalin ist nach Gottes Ebenbild genauso wie Gandhi, Marx genauso wie Franz von Assisi, Florida-Rolf so wie Mutter Theresa. Gott ist eben der Ursprung von allem, also auch von allem schlechtem, man hat stets die Wahl. Gott alles anzulasten, dass sich viele eher für negative Dinge entscheiden, ist ein wenig oberflächlich.
 
 
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FrozenSmile
Alt 19.02.2006, 05:48   #12
Standard

wenn wir ebenbilder gottes wären und vorrausgesetzt gott würde aus gründen innerster überzeugung (ob gott nun humanist ist oder eher der aufklärung zuzuordnen wäre, wollen wir an dieser stelle nicht klären ) nur gutes tun, so würden wir, als seine ebenbilder ja auch seine willensstärke und seine überzeugung haben, oder seh ich das jetzt falsch? ergo: mensch dürfte nicht destruktiv handeln.


das schöne an religion ist, dass sie noch schleimiger, schwammiger und dadurch unangreifbarer ist als manch ein bundesgesetz. grausig sag ich da nur.
 
 
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ANSI Lady
Alt 19.02.2006, 19:29   #13
Standard

Gott war/ist "auch" nur ein Mensch ?

nur gutes tun
... öhm, er schenkte/schenkt uns das Leben... das ist nicht immer nur gut... Hat aber trotzdem wie alles seine 2 Seiten

Gruß &&
ANSI
 
 
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