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Isore II

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schreiberling
Alt 02.03.2003, 11:57   #1
Standard Isore II

19|3|1

2:43

~manchmal

manchmal hab ich das gefühl
ich sitze in einem wagon
und schaue aus dem fenster
während die welt vorbeistürzt.

und während du/dein haus/der baum, unter dem wir niemals saßen
vorbeirast
fährt meine hand -ohne dass ich etwas dagegen tun könnte- an das fenster,
und wünscht sich, das glas zum springen zu bringen
dass ich die luft atme, die um dich ist.

einmal konntest du meine angst spüren
die angst, das selbst meine opfer
und mein tod
mich nicht retten könnten.

darum möchte ich dich sehen, wenn du das hier liest.
ich möchte sehen, wer das ist, der sich in deinen augen spiegelt.
denn ich bin nicht sicher, ob das gesicht, dass ich allen zeige
meines ist
oder dass, welches zu erwarten vor langer zeit alle begonnen haben.

und als ich dich roch
und deinen rücken spürte...



~schreiberling
 
 
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k. l. e. e.
Alt 02.03.2003, 18:00   #2
Standard

ich mags
aber ich mag eh fast alles vom ~schreiberling

klee
 
 
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schreiberling
Alt 04.03.2003, 12:54   #3
Standard

19|3|4

12:50

~nimm es

nimm meins
und mach meins kaputt
wofür hab ichs denn,
wenn nicht für dich ?

nimm ihn
und mach meins kaputt
wofür gibt es ihn denn,
wenn nicht für dich ?

wenn ich dir schon was hinhalte
kannst du es ruhig nehmen
und wenn ich dir was schenke
ist es deins
und du kannst es ruhig zerdrücken.

brauchst dich nicht dafür zu entschuldigen
ist ja deins.
und wenn ich leide
ist es dann meine schuld (?)

jetzt nimm schon
ob meins oder seins
aber tu endlich was.

~schreiberling
 
 
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bball
Alt 04.03.2003, 18:11   #4
Standard

Wow...

Leid. Verzweiflung. Liebe (?) Hoffnung (?)

Will mehr...
 
 
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schreiberling
Alt 06.03.2003, 17:08   #5
Standard

19|3|6

17:05

~kampaufnahme

ich habe gesagt, ich würde kämpfen.
doch wer das schwert in der scheide lässt, aber bereit ist
schmerzen zu ertragen,
der kämpft nicht, er opfert sich nur.

und opfern werde ich mich nicht der ergebnislosigkeit
darum werde ich jetzt aufstehen, mein schild
und mein schwert ziehen,
und kämpfen.

verletzt wurde ich schon
und unangenehmer, als diese informationslose statik
kann es kaum werden.
zeit los zu legen

~schreiberling
 
 
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schreiberling
Alt 09.03.2003, 15:27   #6
Standard

19|3|9

15:12

~klarsicht

der nebel der mich orientierungslos ließ
und sie vor sich und mir schützte
ist zerrissen

und ich weiß wieder wo ich bin
und sie weiß, dass ich weiß, was vorher nur sie wußte.
die freiheit bricht zwar ein,
muss sich aber erst noch etablieren.

in meinen erinnerungen
und gedankengängen
schimmern die kanten und ecken wie perlmut
und oftmals reflektiert sie noch schmerzhaft darin
doch mehr chronisch, als punktuell.

das licht der lampen in meinen gedankengängen
wirft schöne spiegelbilder von ihr auf die wände
und strahlt alles in einem zerrlicht an
und ich kann nurnoch ihren schatten sehen.

~schreiberling
 
 
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schreiberling
Alt 13.03.2003, 11:20   #7
Standard

19|3|13

11:03

~ideal ?

"du weißt und verstehst dinge, die manche nichtmal sehen."
und darum... weil ich weiß, und weiß warum,
bin ich doch ~

und sie gesteht zum erstenmal etwas
was sie nie gestanden hat
und fühlt sich gut dabei

aber ich bin mehr
als die helfende hand,
und die tröstende stimme.
ich bin ~ideal ?

wenn die intimität routiniert wird
schmerzt es, weil die dinge unabänderlich scheinen.
doch leid ist nur dann sinnlos, wenn nicht alles versucht wurde, es zu vermindern.

doch der schmerz steigt auf
und wird eins,
mit dem sorglosen blau der unermesslichkeit.

die hand zuckt nurnoch
aber bleibt dort, wo sie ist
anstatt irgendwohin zu wollen
wo sie nicht erwünscht ist.

---schlußstrich--- 1

~schreiberling
 
 
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Skyhoof
Alt 13.03.2003, 22:38   #8
Standard

Die gedichte sind toll !!!

aber eins frag ich mich:

Was bedeutet immer dieses
19|3|13

11:03
(oder eben andere Zahlen)
in Deinen Postings ???
 
 
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Skyhoof
Alt 13.03.2003, 22:39   #9
Standard

Das klingt wie Fersangaben in der Bibel
 
 
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schreiberling
Alt 18.03.2003, 14:45   #10
Standard

19|3|18

14:25

~wie ist es?

wie ist es mit einem schrei?
einem schrei, weil du am leben bist?

wie ist es mit den trollen? den trollen, die im berg wohnen?
wie ist es mit den geistern? den geistern, die grau sich in den regenrinnen sammeln?
wie ist es mit den elfen? den elfen, die zwitschernd über dein dach huschen?
wie ist es mit dem blassen wein? den du trankst? in den ruinen?
wie ist es mit der jungen hexe? mit ihr zu tanzen? ihr haar so feuerfarben?

wie ist es mit dem blutigen kuss?
wie ist es mit den tränennassen wangen?
wie ist es mit dem leid?

mit der wut?
mit dem ekel?

mit der... liebe?

~schreiberling
 
 
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schreiberling
Alt 22.03.2003, 13:43   #11
Standard

20|3|22

2:46

~du kennst das ja

du kennst das ja
diese französischen nächte
wenn das ebene, endlose blau
stärker leuchtet, als es kann, vor lauter enrgie und tatendrang

um vier uhr früh...
das dach des nachbarhauses scheint mit seinen dürren schornsteinen
so dunkel herüber...

und du, noch dunkler als das dach
bist nur deine kontur...
die sich tropfend von der endlosigkeit über uns, die so kurz vor dem bersten steht, abhebt,
sitzt dort still, rauchend.

und die zigarette
aus gewohnheit entfacht
fließt bläulich-grau als stiller trockener fluss
an die decke...

in dieser stillen, französischen nacht, die luft so lau...

~schreiberling
 
 
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schreiberling
Alt 25.03.2003, 20:53   #12
Standard

20|3|25

20:39

~natural highspeed

ihr wisst nicht wie das ist, vom ried zurück, durch den wald
die sonne scheint grün durch die bäume,
die erde leuchtet so honigbleich, auf den schattenfreien stellen...

der kiesweg, nach der steigung,
fällt in eine sanft geschwungene kurve so rasch herab,
dass ein teil des weges unbeschaubar bleibt.

die sonne schneit über dein gesicht durch löcher in der dünnen decke
und der wind zerrt die haare, streicht träumend dadurch

gezogen von der schwerkraft durch die bleiche verschwommenheit huschend, durchreist du in beschleunigter statik, den wald.

schneller und härter wird es, bis du bremmst, um nicht auf die graue blutspur der mechenik zu fallen, biegst hart rechts ab, und fliehst aus dem dunkel hinaus ins licht, als sich die bäume teilen, vor dir öffnen...

die freiheit im wind, im licht der sonne, die verlöscht gleitest du mühelos über hügel und wiesen...

und du fliegst... heim.

~schreiberling
 
 
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schreiberling
Alt 29.03.2003, 10:40   #13
Standard recommendationen

wass XXX schrieb:


Hi ~schreiberling

Welch schöne Prosa und welche Tragik zugleich. Laß
dich weiter fallen in die Tiefen deiner Seele, deiner
Emotionen und deiner Psyche. Öffne dein drittes Auge,
verliere dich selbst und füge dich wieder zusammen.
Auf dass du dann all deine Erlebnisse transformierst
und deinem Gegenüber, der mit Klarheit und Einsicht
deine Rufe aufnimmt einen Teil deines sich wandelnden
Kosmos zeigst.

Wieviel Leid kann ein Mensch ertragen?
Soviel, bis es ihm zur Erleuchtung reicht!

Wieviele Fehler kann ein Mensch machen?
Soviele, wie es Erkentnisse gibt!

Ich wünsch dir noch viel Kraft auf deinem Weg. Denn
der Weg ist voller Hindernisse. Doch du wirst sehen,
wenn du besinnlich durch die Welt gehst, kannst du mit
ihnen leben.

bis dann, dein XXX
ich LIEBE diesen menschen

~schreiberling
 
 
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schreiberling
Alt 31.03.2003, 13:53   #14
Standard

20|3|31

13:47

~wohin?

wenn die blutenden flügel, an deinen schultern ziehen
und triefend nass und schwer, dich zu boden reißen,

wenn die ruhe und die stille, dich umhüllen
und smaragdgrün kränkelnd dich umwuchern

wohin dann wenden, nachdem du aufschlugst?

~schreiberling
 
 
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schreiberling
Alt 03.04.2003, 15:52   #15
Standard

20|4|3

15:41

~spruch

der spruch, zu binden deine gedanken, mit einem unsichtbaren seil
der spruch, so wahr und ehrlich aus mir
dessen magie und anziehungskraft du dich nicht hättest
entziehen können ...?

unausgesprochen blieb er in der blauen nacht
und du, weil nicht da, hörtest ihn nicht
aber er war doch nur
für dich

~~~

~lüge

5-6 verschiedene konturenhafte gestalten
sagen dinge in meinem kopf, die ich hören will
doch weil es nur gesichtslose schemen waren,
die mit euren stimmen, doch nicht mit eurem mund
die honigsüßen dinge sagten,
wart nicht ihr es, sondern andre, perfektere, langweiligere
- lügenfreunde.

~schreiberling
 
 
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