Es war einmal vor langer Zeit, da entstand eine neue Spezies auf dieser Erde, der Mensch... Was ihn von den anderen Arten unterschied war vor allem, dass es der Mensch verstand, um mehrere Ecken zu denken und seine Probleme auf kreative, unkonventionelle und leider auch oft ziemlich kontraproduktive Weise zu lösen.
Zu Beginn lebte das Volk der Menschen mehr oder weniger schlecht vor sich hin, immer den Naturgewalten ausgeliefert... ähnlich wie die Wildschweine, die Buntspechte oder die Velociraptoren.
Einer der Menschen jedoch, nennen wir ihn mal Adam, hatte eines schönen Tages beim Apfelessen die geniale Idee, sich eine Hütte zu bauen, wo er sein Essen und seine Frau aufbewahren konnte, denn er hasste es schon seit jeher, den Beischlaf im Regen betreiben zu müssen. Er baute also, sehr zu Verwunderung seiner im Schlamm fickenden Nachbarn, einen hölzernen Unterschlupf zusammen, und wartete ab.
Als es schließlich zu regnen begann, verstanden endlich auch die anderen, was sich Adam bei der Sache gedacht hatte, und so wurden in kürzester Zeit überall fleißig kleine Hütten und Zelte aus dem Boden gestampft. Jetzt konnten die Menschen vor dem Regen und den Raptoren Schutz finden, sie konnten Früchte und Getreide für Hungerzeiten einlagern und sie hatten ihre Frauen endlich für sich allein. Scheinbar war also nun alles besser geworden.
Aber es gab neue Probleme:
Einige überdurchschnittlich starke, aber dummerweise auch ziemlich faule Exemplare der Gattung Mensch fragten sich, wieso sie sich eigentlich die Mühe machten, ihr Schnitzel im Wald zu fangen, wo doch ihr schwächlicher Nachbar längst eines in seiner Pfanne liegen hatte...
So begab es sich, dass eines Tages ein solcher Wüstling, nennen wir ihn doch Kain, in die Hütte seines Bruders lief, um sich an dessen Essen zu vergreifen. Als dieser ihn jedoch weder von seinem Fleisch noch von seiner Frau kosten lassen wollte, erschlug ihn Kain mit einem steinernen Dildo (ja, so was gab’s damals schon....)
Immer mehr Menschen folgten Kains Beispiel, und bald hatte sich die junge menschliche Gemeinschaft in zwei Lager gespalten, nämlich Opfer und Täter.
Zu jener Zeit lebte ein Mann namens Moses. Er wohnte zufrieden in einem Stall, gemeinsam mit seinen Hühnern und einem Esel, den er über alles liebte. Doch eines Tages kam sein Nachbar vorbei, denn er begehrte den Esel in dem selben Maße wie Moses es tat. Der Nachbar vergewaltigte das arme Tier, bevor er es schließlich anzündete, auf einen Stock spießte und Döner nannte.
Moses, der körperlich eher untersetzt war, hatte keine Möglichkeit, sein Hab und Gut mit Gewalt zu verteidigen, und so betrachtete er weinend das Ende seines Nutztiers.
Um sich nun wenigstens vor zukünftigem Schaden zu bewahren, verfiel er auf eine List und sprach zu den Menschen:
„Mir ist Gott erschienen. Der Typ hat gesagt, dass er uns alle erschaffen hat.. und er hat diese 10 Gebote überreicht, auf dass wir alle danach leben und handeln sollen.“
Da die Menschen damals nicht schreiben oder lesen konnten, glaubten sie Moses nur zu gern, dass die getrocknete Dino-Kot auf dem Stein die heiligen Schriftzeichen Gottes waren, denn sie hatten genug von der ständig drohenden Gewalt. Die 10 Gebote wurden nun zum allgemeingültigen Gesetz, das für alle Menschen gleichermaßen galt.
Aber da wie gesagt ohnehin keiner entziffern konnte, was da eigentlich draufstand, interpretierte ein jeder Moses Äußerungen anders... und einige behaupteten gar, selber Gott zu sein und schissen zum Beweis auf irgendwelche Steinplatten.
Ein kluger und weitsichtiger Mann hatte den rettenden Einfall und sprach zu den Menschen: „Leute, wenn ihr in Sicherheit und Frieden leben wollt, müsst ihr euer Gehirn einfach ganz tief im Garten vergraben und mich für euch denken lassen! Ein kleiner Preis für Wohlstand und Gesundheit, will ich meinen...“
Und so geschah es...
Erstmal verbuddelt, dauerte es dann ein paar tausend Jahre, bis bei Ausgrabungen ein paar vereinzelte Gehirne gefunden und wieder in Betrieb genommen wurden. Naja, die Menschheit hatte in dieser Zeit auch nicht viel versäumt.. ein König schlug den anderen tot, weil eben jeder der Eine sein wollte, der für die anderen denken durfte.
Als nun einige Gehirne wieder funktionierten, war gerade ein ganz böswilliger Herrscher an der Macht, ein kleiner Österreicher, den wir im weiteren Verlauf Adolf nennen wollen. Er hatte vor, alle Pizzerias in ganz Europa durch deutschnationale Bockwurstbuden ersetzen zu lassen... Diese gewaltige Unverschämtheit konnte sich selbst der dümmste Mensch nicht ernsthaft bieten lassen, und so kam es, dass sich schließlich alle gegen Adolf verbündeten und ihm schließlich nur noch den Ausweg ließen, gemeinsam mit seinen zwei letzten verbliebenen deutschen Schäferhunden Selbstmord zu begehen.
„Puh, das war knapp!“, dachten die alliierten Könige, denn um ein Haar hätte ihr größenwahnsinniger Kollege in seinem unersättlichen Hunger sämtliche Melkkühe und Legehennen geschlachtet und verzehrt... Allein der Gedanke an die ganzen Toten, die nun nie wieder Steuern würden zahlen können, trieb ihnen schon die Krokodilstränen in die Augen... Wie konnte man solche Barbarei in Zukunft verhindern?
Schließlich kamen sowohl die Amerikaner als auch die Russen auf die selbe Idee: Sie sagten, dass alle Menschen gleich wären und die gleichen Rechte besäßen.
Die Amis hatten Hollywood und Coca Cola, und so folgten viele begeistert ihrer Idee und nannten sie „Kapitalismus“. Die Russen hingegen hatten außer Tschernobyl und Schokolade aus Rindergelatine nicht allzu viel zu bieten, so dass dieser Konflikt nach einigen Jahrzehnten zugunsten der USA entschieden wurde.
Der Kapitalismus überzog die ganze Welt, und selbst der letzte Dschihad-Fanatiker in
Hinter-Ramadan war froh, einen McDonalds in seiner Nähe zu haben, um sich vor dem Zünden der Autobombe am Drive-In-Schalter noch einmal kulinarisch verwöhnen zu lassen.
Doch wie konnte man sichergehen, dass nicht wieder geraubt und geplündert wurde wie zu Zeiten Moses?
Ein Problem, denn wo viel Reichtum war, war auch viel Armut, und die Armen forderten ihr Recht auf Gleichheit ein... Frieden sollte aber doch von Dauer sein und für jeden gelten.
Doch auch diese Schwierigkeiten bekam man in den Griff. Man nahm den Menschen ihre Waffen ab, damit sie sich nicht mehr bekriegen konnten, man züchtete ganze Schwärme von Rechtsanwälten, damit sich die Menschen auch nicht mehr verbal attackieren und beleidigen konnten, und man gab jeder Zielgruppe genau die Unterhaltung, die sie sich wünschte... Den Kleinen gab man Teletubbies und Pokemons, den Großen Steven Spielberg und Pamela Anderson, und die Hirnamputierten bekamen Big Brother und den Ballermann.
Doch wieder zeigte sich ein Problem: Die Menschen begannen zu verblöden, und Kühe die nur getrocknetes Stroh aßen, gaben nun mal keine frische Milch.
Also kam man auf die glorreiche Idee, den Menschen wieder ein wenig mehr Ansporn zu geben, sich zu engagieren. Die äußeren Bedingungen sollten an jedem Ort und zu jeder Zeit identisch sein, damit jeder Mensch durch mehr Leistung auch mehr Profit erzielen konnte... Man führte für alles und jeden Noten und Zeugnisse ein, damit man die Fähigkeiten eines jeden Einzelnen objektiv und stimmig bewerten konnte. Und damit das Leben immer gleich fair ablief, wurde es komplett durch Formulare, Akten und Paragraphen geregelt... bis man eines Tages vor dem Betreten einer öffentlichen Toilette eine zehnseitige eidesstattliche Erklärung abgeben musste, dass man zuvor über die Risiken einer bakteriellen Infektion bei unsachgemäßer Bedienung ausreichend informiert worden ist.
Ja, so weit war es gekommen, und doch waren schon wieder manche unzufrieden, denn ihnen fehlte Bestätigung.
Denn es war irrelevant geworden, ob man ein treuer Freund oder ein selbstsüchtiger Egoist war... man wurde von allen gleich gut behandelt, da der vorschriftsmäßige Umgang mit den Mitmenschen längst von einem eigenen Ministerium überwacht wurde. Regelmäßiges Qualitätsmanagement, DIN-Iso-genormte zwischenmenschliche Kontakte, damit ja keine Ungerechtigkeiten, Vorurteile, Risiken oder Konflikte mehr entstehen konnten...
Doch immer mehr Menschen fühlten sich nur noch existent, nicht mehr lebendig, und einer von ihnen schrie es in die Welt hinaus:
„Verdammt, ich will frei sein !!! Ich will für mich selbst entscheiden können, was richtig und was falsch ist, ich will in der Natur leben und auch einen gewissen Unsicherheitsfaktor in meinem Leben haben... wilde Tiere, oder das Wetter vielleicht....“
Immer mehr Menschen lehnten sich auf, und nach einer blutigen Rebellion, bei der Bill Gates als Führer der Illuminaten entlarvt und hingerichtet wurde, fiel das ganze System in sich zusammen...
Die Gebäude verrotteten, und die Menschen lebten wieder wie Adam und Eva.
Doch es gab da ein Problem...
Soviel zu dieser kurzen Zusammenfassung vergangener und zukünftiger Ereignisse...
Das ist der Irrtum der Menschheit:
Es wird sich NIEMALS etwas ändern, so lange wir verzweifelt darüber nachdenken, wie wir unsere Lebensumstände verbessern könnten.
Vielmehr müssen wir zu uns selbst finden, zu verstehen lernen, den Überblick erlangen... und das UNABHÄNGIG von den herrschenden Lebensumständen. Man muss weder in einer Anarchie, noch in einer Demokratie oder einer Diktatur leben, um sich über den Sinn des Lebens Gedanken zu machen... um ein besserer Mensch zu werden.
Ich denke, wir sollten mal langsam eine Stufe auf der Evolutionsleiter nach oben klettern, und dabei lieber zu den Göttern in den Himmel schauen, als die Affen auf dem Boden anzustarren.
Nur so wird es eines Tages kein „aber“ und keine Probleme mehr geben.
MonoMan