Ich weiß nicht, ob jemand von euch Hoimar von Ditfurth kennt, in jedem Fall ist er kennenswert. Ich glaube, er hat sich selbst mehr als Naturwissenschaftler als als Philosoph verstanden, was nicht heißt, dass seine denkansätze nicht eine gewisse Philosophie bergen.
Hoimar von Ditfurth vertritt unter anderem die Ansicht, das der Mensch nicht das Endprodukt der Schöpfung ist bzw. sein kann.
Gestossen bin ich auf seine Theorien als ich das Buch "Ismael" von Daniel Quinn gelesen habe (welches ich nur jedem ans Herz legen kann). Ich hielt es zu dem Zeitpunkt, da ich es gelesen habe, für furchtbar revolutionär. Bis ich feststellen musste, dass die Grundidee für dieses Buch geklaut war. Vielleicht nicht direkt von Hoimar von Ditfurth, sondern von ähnlichen Vordenkern, aber ich denke, von Ditfurth hat es am treffendsten beschrieben.
Die Entdeckung der Evolution schließt die Einsicht ein, daß unsere Gegenwart mit absoluter Sicherheit nicht das Ende (oder gar das Ziel) der Entwicklung sein kann.
(Wir sind nicht nur von dieser Welt, 1981, S. 20)
Ich denke, dass drückt schon viel aus. Es geht darum, dass der Mensch, der sich selbst als das größte je geschaffene ansieht, es eben nicht ist. das hier bei uns nicht alles aufhört - quasi die nächsten milliarden jahre die menschen die welt regieren. denn dann hätte ja aus der sicht der bakterien vor ein paar mrd jahren auch schon bei ihnen die schöpfung enden können. aber die schöpfung kann keine schöpfung mit einem endprodukt sein, sondern eine immerfortwährrende entwicklung.
ich bin nicht sicher, ob von ditfurth diesen aspekt behandelt, aber daniel quinn klagt in seinem roman die menschheit an, das sie die welt für alles, was noch kommen mag, zerstören. das sie die evolution manipulieren wollen.
ich denke, dass diese theorie(n) auch eine gute grundlage bieten um über themen wie beispielsweise gentechnologie zu diskutieren.