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Hilflosigkeit-auf andere angewiesen

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Dreamrat
Alt 27.10.2008, 11:42   #1
Standard Hilflosigkeit-auf andere angewiesen

hallo, momentan erlebe ich es selber, wie es ist auf andere angewiesen zu sein. man fühlt sich hilflos und macht sich Gedanken, ob man sowas anderen zumuten kann.

man ist aber auch zugleich sehr dankbar dafür, dass es Menschen gibt, die so hilfreich, unterstützend sind. Sie denken sich nichts dabei, sondern machen es gerne und fühlen mit.

mein freund, hilft mir bei allen sachen, dass ich sehr schätze und unendlich dankbar dafür bin. Er sagt, das es menschlich ist und er sich dabei nichts denkt, sondern das es normal ist, zu helfen.

ich kenne aber auch andere fälle, als ich in der klinik war, kam ich mit einer frau ins gespräch, diese frau ist teilweise auch auf hilfe anderer angewiesen, aber seit dass bei ihr so ist, verließ ihr mann sie, obwohl sie 35 jahre verheiratet waren. das ist leider kein Einzelfall.

ich würde nie, meinen partner verlassen, wegen krankheit.

nun die frage an euch:

Wie würde es euch damit gehen, könntet ihr damit umgehen, würdet ihr euren partner verlassen?

ich weiß, normalerweise sollte man sich nicht solche gedanken machen, aber mich würde es trotzdem interessieren, wie ihr damit umgehen würdet, welche gefühle und gedanken ihr da hättet.
wenn es euch selber, oder andere betrifft.

danke fürs lesen und würde mich freuen auf antworten,
 
 
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drizzt85
Alt 27.10.2008, 12:09   #2
Standard

Das ist dann eine schwierige Situation und ich werde keinen verurteilen, der in kommenden Antworten davon schreibt seinen Partner zu verlassen, aber ich denke ich würde mich den Umständen anpassen und meiner Partnerin zur Seite stehen. Grundvorraussetzung dafür eine schwere Zeit zusammen durchzustehen ist natürlich Liebe, ist diese nicht vorhanden löst eine solche Extremsituation jede Beziehung.
Ansonsten gilt für mich ... in guten wie in schlechten Zeiten.
 
 
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marley
Alt 27.10.2008, 15:12   #3
Standard

Grundsätzlich sage ich ja, auch in schlechten Zeiten stehe ich zu meinem Partner! Es kommt immer darauf an, um welchen Schicksalsschlag es sich handelt. Es wäre eine gewaltige Umstellung, egal was kommt. Und wie es sich im Endeffekt entwickelt, kann man unmöglich voraussagen. Würde mein Freund ein Bein verlieren, kann ich mir kaum vorstellen, ihn deswegen zu verlassen. Aber genau weiß man es erst, wenn es -Gott bewahre- passiert ist. Aber ich denke, es muss schon etwas sehr schlimmes und entstellendes vorfallen, dass ich meinen Partner deswegen verlasse. Schließlich liebe ich ihn!!
 
 
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Felicitas
Alt 27.10.2008, 17:40   #4
Standard

Schwierige Frage die von einige Faktoren abhängt:

- Wie lange ist man schon (glücklich) zusammen, hat man vllt gemeinsame Kinder und daher eine gewisse Verpflichtung?
- Wie schwerwiegend ist die Krankheit und der Grad der Pflegebedürftigkeit?
- Wie lange wird derjenige krank sein? Ist es etwas temporäres oder etwas "für immer"?
- Wieviel Energie habe ich?

Und das ganze in Kombination miteinander. Ein Ehepaar das 40 Jahre verheiratet ist und so langsam aber sicher Richtung Tod geht, dem fällt es vermutlich einfacher sich selbst eventuell komplett aufzugeben und sich dem anderen und dessen Erkrankung aufzuopfern.

Bei temporären Erkrankungen halte ich eine gewisse Belastung des Partners in einer intakten Beziehung für durchaus hinnehmbar und normal.

Man sollte wohl nie außer Acht lassen, dass auch der gesunde Partner nur ein gewisses Maß an Energie hat die irgendwann aufgebraucht ist, indem Fall würde ihm die Aufgabe der Beziehung sicher schwer fallen, aber es gibt Situationen da muss man an sich denken. Ob man dann die Beziehung aufgibt, oder das Leben dahingehend umstrukturiert dass man sich woanders Unterstützung und Energie herholt, liegt wohl sehr am Individuum.

Bei aller Liebe zu meinem Partner: spekulieren und phantasieren wir mal einer von uns beiden würde nun lebenslänglich pflegebedürftig, was heißt noch mind. die nächsten 40- 50 Jahre - ich glaube nicht dass meine Energie einfach so von sich aus so lange verfügbar wäre. Man hat ja auch eigene Sorgen und Probleme. Vor einer Trennung würde ich aber sicher versuchen einen Energieausgleich zu erlangen, indem man vllt eine temporäre Pflegekraft einstellt und dadurch mehr Zeit für sich hat - Zeit zum Energietanken, seis nun mit Hobbies oder durch Freunde, durch eine eigene Therapie um mit der Belastung besser umgehen zu können. Erst wenn das alles nichts bringt und das Energielevel auf 0 ist, dann würde ich, denke ich, über eine Trennung nachdenken.
 
 
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NETFRIESE
Alt 27.10.2008, 22:51   #5
Standard

auf jedem Fall denke ich auch so darüber.

Man sagt durch Dick und Dünn

Ich Persöhnlich halte es so weglaufen ist keine Lösung !!! nie

und man schmeist doch nicht alles weg wenn man sich solange kann !!!

mein ziehVater ist auch schon über 70 Jahre und ich Liebe ihn und werde alles geben sogar mein letztes Hemd um ihn zu helfen

das ist menschlich denke ich (aber es wird dadurch nicht leichter]

so ist das Leben einer liebt ein anderer wir geliebt

lass dich lieben das ist auch nicht einfach
 
 
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Alt 28.10.2008, 11:12   #6
Standard

Mh, ich war erst einmal in meinem Leben in einer Situation, in der ich selbst körperlich so eingeschränkt war, dass ich bei den banalsten Dingen Hilfe brauchte. Ich habe das als sehr demütigend empfunden (nicht ohne fremde Hilfe trinken können, auf Toilette gehen, waschen...). Aber auch, wenn ich das sehr schlimm fand, war mir einfach klar, dass die Menschen um mich herum das gerne machen. Gerne machen im Sinne davon, dass wenn du in einem engen Verhältnis zu jemandem stehst, du gar nicht anders kannst, als denjenigen so gut es geht zu unterstützen, damit er möglichst schnell wieder Normalität erreichen kann.

Wenn der Partner plötzlich auf Hilfe oder eigentlich ja schon eher Pflege angewiesen ist... Ich denke, auch da ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man ihn unterstützen will. Ich kann mir aber auch Situationen vorstellen, in denen einem das verdammt schwer fällt. Das hängt wohl aber von der Krankheit oder Verletzung im einzelnen ab. Wenn der Mensch, den man liebt zB durch nen Unfall schwer entstellt ist, nicht mehr alleine essen und zur Toilette kann, dann tut das einem selbst ja auch wahnsinnig weh. Und dann muss man erstmal die Kraft aufbringen, das zu bewältigen.

Ein anderer Punkt ist wohl, ob die Einschränkungen von Dauer sind. Wenn du dich um jemanden kümmerst mit dem Gedanken, dass es ihm hilft, wieder auf die Beine zu kommen fühlt sich das ja ganz anders an, als wenn du jemandem hilfst, bei dem klar ist, dass gewisse körperliche Funktionen einfach zerstört sind.

Naja, es ist halt schwer zu sagen. Ich denke, das hängt einfach sehr sehr stark von der individuellen Situation ab. Helfen und da sein zu wollen halte ich für eine Selbstverständlichkeit, aber je nach dem, worum es genau geht, kann man einfach nicht immer (zumindest nicht immer auf Anhieb) die Stärke dafür aufbringen.
 
 
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Registrierter PPler
Anonymisierungsmodus aktiv!
Alt 28.10.2008, 11:20   #7
Standard

Diese Geschichte von Sivar fand ich sehr beeindruckend und rührend...

Diese Frau meinte zwar, dass es anstrengend sei, aber sie es ihrem Mann nach all der Zeit die sie nun schon zusammen sind schuldig sei. Diese Geschichte fand ich richtig toll. Da merkt man, dass es doch noch einen Funken von Menschlichkeit in unserer Gesellschaft gibt.

Zitat von Dreamrat
Wie würde es euch damit gehen, könntet ihr damit umgehen, würdet ihr euren partner verlassen?
Nein, ich würde meinen Partner in solch einer Situation nicht alleine lassen. Ich würde weiterhin mit ihm zusammen bleiben und ihn pflegen. Sowas ist einfach gesagt, aber ich könnte ihn in dem Fall nicht alleine lassen.
 
 
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