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Hilfe, meine Oma stirbt. Weiß nicht was ich machen soll

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Ceridwen
Alt 07.03.2006, 19:13   #1
Unglücklich Hilfe, meine Oma stirbt. Weiß nicht was ich machen soll

Nun, wie der Titel schon sagt, wird meine Oma bald wohl sterben :-(
Und ich weiß einfach nicht was oder wie ich irgendwas machen kann.
Kurz zur Krankheitsgeschichte:
Meine Oma ist 81 Jahre alt und liegt momentan mit einer beidseitigen Lungenenzündung im Krankenhaus.
Heute hab ich erfahren, das sie nun auch Wasser in der Lunge hat, sie hat schon so nen Beatmungsschlauch in der Nase.
Sie hatte auch in jungen Jahren mal Tuberkulose, also ihre Lunge ist schon angegriffen und ihr größter Schwachpunkt.
Keiner kann uns sagen wie lang sie wohl noch hat.
Mich macht das unendlich traurig, da auch vor ziemlich genau 2 Jahren ihr Mann, also mein Opa gestorben ist. Da war ich aber im Urlaub und habs nichtmal mitbekommen. Nun möchte ich irgendwie alles "richtig" machen, weiß aber nicht wie. Mehr als jeden tag hinzufahren fällt mir nicht ein.
Außerdem hat Oma auch noch schweres Rheuma, kann sich kaum bewegen, hat nur Schmerzen. Und trotzdem hab ich ein schlechte Gewissen, wenn ich mir wünsche das es für sie schnell vorbei geht.
Ich frag mich, welches Recht ich habe, mir zu wünschen das sie die Lungenenzündung überlebt, nur um sich dann noch weitere Wochen, Monate oder sogar Jahre zu quälen.
Ich bin völlig fertig, heul nur noch, und weiß einfach nicht was ich tun soll, bin so völlig hilflos, angesichts ihres Todes.
Ich werde auf jeden Fall benachrichtigt, wenns soweit ist, aber ich weiß ja nichtmal, ob ich es schaffe in ihrer schwersten Stunde dabei zu bleiben und ihr beim sterben zu zu sehen.

Vielleicht habt ihr ja ein paar Tips für mich.
 
 
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Elwin
Alt 07.03.2006, 19:55   #2
Standard

Sprech mal mit deinen Eltern darüber, das hat meine mum auch so gemacht, als meine Oma starb
 
 
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Shannara
Alt 07.03.2006, 20:05   #3
Standard

von einer Freundin, ist am Samstag ihre Oma gestorben, das ist so ne Art Trend im moment, sie hat sich mit ihrer Mutter als es zuende ging noch verabschedet. Das war Freitag, also einen Tag vorher. Das finde ich ne ganz gute Sache, auch wenns schwer fällt.

Das schlimme ist eigendlich nur, dass sie jetzt denkt, sie wäre gestorben, weil sie sie aufgegeben haben. Mal sogesehen ist es aber sicher gewesen und schön, dass sie sich noch verabschieden konnten.
 
 
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Ceridwen
Alt 07.03.2006, 20:41   #4
Standard

Zitat von Elwin
Sprech mal mit deinen Eltern darüber, das hat meine mum auch so gemacht, als meine Oma starb
Nun, mit meinen Eltern ist so ne Sache, mit meiner Ma kann ich drüber reden, aber mein Dad blockt das völlig ab, ist ja auch seine Mutter.
Mein Dad wollt schon nicht als sein Vater gestorben ist drüber reden, geschweige denn bei der Beerdigung das ich ihn in den Arm nehme. Ist so ne komische Sache bei uns in der Familie, wird alles totgeschwiegen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Als ich heut ins KHS kam, fragte ich meine Oma, wie es ihr geht(sie sah sehr schlecht aus) und mein Onkel, der ebenfalls grade da war, sagte "GUT, sieht man doch"
Also ne glatte Lüge. Fühl mich da nen bischen alleingelassen von meiner Familie :-(
 
 
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mephisto
Alt 07.03.2006, 21:46   #5
Standard

ich denke für dich - und für deine Oma - wird es das Beste sein, wenn du einfach persönlich für sie da bist... wenn du mit ihr redest und ihr zeigst, das du an sie denkst.

Wenn es - so wie du sagst - nun wirklich zu Ende gehen wird, dann rede einfach mit ihr, denn mehr kannst du nicht machen!
Deine Großmutter wird nun im Krankenhaus versorgt und "überwacht" ... evtl möchte sie noch Dinge aus Ihrer Wohnung sehen / spüren / hören... vielleicht möchte sie auch nur, dass Ihre verbliebene Familie bei ihr ist und ihr Beistand leistet ... denk nicht darüber nacht, wie du es "richtig" machen kannst, sondern frag sie einfach, was du tun sollst... sie wird dir die richtige Antwort geben!
 
 
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Krashok
Alt 07.03.2006, 22:26   #6
Standard

Also gleich vorweg ..Lungentzündung in dem Alter überlebt niemand.. das beste was du machen kannst ist bis zum schluss dabei zu sein, deswegen gehts dir ne woche später nicht gleich besser ABER du kannst dir sicher sein das du bis zum schluss für sie da warst, das ist auf jeden fall ne menge wert ! und wird dir auch später helfen damit klar zu kommen
 
 
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=ANUBIS=
Alt 07.03.2006, 23:45   #7
Standard

Jo also mein Grossvater ist auch gerade gestorben und meine Oma vor ca. 11 Jahren oder so weiss ich nicht mehr so genau. Mich hats eigentlich schon ziemlich hart getrofen auch wenn ich mein Opa nur 2 wochen im Jahr sah (wie mein Vater) weil der halt in der USA wohnt. Aber eigentlich bin ich schnell darüber hinweggekommen weil ich leider nie gross was mit ihm zu tun hatte. Ausser mein Vater der war natürlich sehr traurig (kannn ich ja verstehen), auch weil er jetzt keine Eltern mehr hatte, dass hat mir eigentlich ziemlich eingefahren. Die letzen 2 wochen die ich mit meinem Opa hatte, waren eigentlich so das ich fast jeden Tag an seinem Bett war und halt einfach mit ihm geredet habe (er hatt sich eigentlich immer wieder wiederholt). Sonst hab ich auch schon neben ihm gelesen und gezeichnet oder was man sonst so im Spital macht, was ihn auch sehr gefreut hat. Am Ende geht es ja glaub ich nicht wirklich drum was mann macht sondern, dass man der Person die stirbt einfach so viel nähe wie möglich gibt....
 
 
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Ceridwen
Alt 08.03.2006, 01:14   #8
Standard

Zitat von Krashok
Also gleich vorweg ..Lungentzündung in dem Alter überlebt niemand..
Ja, ist das wirklich so?
Ich mein, geahnt hab ich das ja, aber das nun so zu lesen...nun, tut irgendwie weh. Besonders weil ich ja nicht weiß wieviel Zeit mir, bzw. ihr noch bleibt.
Ich will ja gar nicht sagen, das ich nicht will das sie stirbt, für sie wäre es wirklich eine erlösung, aber ich fühl mich mies dabei. Vielleicht auch, weil es mich noch nie so "nah" betroffen hat, das jemand stirbt.
Würde gern viel Zeit bei ihr verbringen, aber meist will sie das gar nicht, sondern will einfach nur schlafen und ich hab Angst, das, wenn ich trotzdem einfach bleibe, sie sich nur mir zuliebe krampfhaft wach hält, oder so. Ich frage auch schon immer ob sie irgendetwas haben will, aber sie will nichts.
Hab schonmal dran gedacht nen Stück Kuchen mitzubringen, aber sie würds eh nicht essen. Sie isst eh nimmer viel, wenns hochkommt ein viertel Brötchen vielleicht.
Ich würde ihr so gern noch eine Freude machen, also mit mehr als nur meiner Anwesenheit, aber ich weiß einfach nicht wie.
Ich hätt ja nichtmal ein Geschichtenbuch, oder sowas, um ihr vorlesen zu können.
Aber vielleicht kennt einer von euch ja ne Seite wo man sowas ausdrucken kann, vielleicht irgendwas was passt.
 
 
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Sivar
Alt 08.03.2006, 01:16   #9
Standard

Ich glaube, du kannst deiner Oma etwas Gutes tun, indem du sie alleine besuchst und ihr von deinen Gedanken und Gefühlen erzählst. Jemand, der in dem Alter schwer krank ist, weiss genau, wie es um ihn steht. Ich will damit nicht sagen, dass sie auf jeden Fall stirbt, das ist Unsinn, aber es könnte gut sein. Was sie im Moment nicht braucht, sind Leute, die ihr erzählen wollen, dass es ihr gut geht. Sie ist nunmal mit dem Tod konfrontiert, während sie im Krankenhaus liegt, macht sich natürlicherweise Gedanken darüber, wie der Tod ist, und will vielleicht sogar darüber reden. Geh also einfach zu ihr und versuch rauszufinden was sie jetzt hören will. Du kannst sie auch ohne weiteres fragen, ob sie über den Tod nachdenkt. Eventuell schüttelt sie mit dem Kopf (ich geh mal davon aus dass sie wirklich beatmet wird und nicht mehr sprechen kann), eventuell ist sie aber auch unendlich dankbar dass es jemanden gibt der ihre Situation nicht leugnet. Wenn sie nicht drüber reden will, kannst du ihr immer noch auf verschiedene Arten zeigen dass du für sie da bist in dieser für sie schwierigen Zeit.

Daneben hast du alles Recht der Welt, dir zu wünschen dass sie wieder gesund wird. Du wünschst dir ja nicht dass sie überlebt und Qualen ausgesetzt ist, sondern wahrscheinlich dass sie überlebt und zusätzlich noch viel gesünder wird. Du kannst das nicht so schwarz-weiss sehen... es gibt nicht nur Leben im Qual oder Sterben. Woher willst du wissen, ob deine Oma nicht sogar einen tieferen Sinn in einem Weiterleben mit täglichen Schmerzen sieht. Was du dir wünscht, ist nicht egoistisch, sondern drückt deine Liebe zu einem Menschen aus, die du nicht anders ausdrücken kannst, als sie als deine Oma bei dir zu haben. Sie wird das auch so sehen und das zu schätzen wissen.

Wenn du einen Anruf bekommst, dass es mit deiner Oma zuende geht, fahr hin und schau dann ob du es aushältst. Wenn du dort bist und dann wieder gehst, wird deine Oma es genau richtig verstehen. Was sollte es sonst für nen Grund geben hinzufahren, rechtzeitig da zu sein, und dann doch wieder zu gehen, wenn nicht dass du es nicht aushältst weil es dir selber zu sehr wehtut? Und selbst wenn du nicht rechtzeitig dort bist, du hast es versucht. Deine Oma weiss auch, dass du nicht 24h am Stück wach und bei ihr sein kannst. Sie weiss, dass du dein Leben leben musst, und würde auch nicht wollen, dass du dich völlig für sie aufgibst. Sie wird es deshalb auch verstehen dass wenn sie in der Nacht stirbt du vielleicht nicht schnell genug bist. Und wenn sie daran nicht mehr denken kann (um potentielle Kritik im Keim zu ersticken), hätte sie dich auch nicht mehr wahrgenommen neben ihrem Bett, zumindest nicht mehr als sie deine Existenz ohnehin wahrgenommen hat.

Im Endeffekt kannst du also nichts falsch machen, wenn du dich nach deinem Gefühl richtest und dir nichts verbietest. Lass dir keine Tabus ala "Welches Recht habe ich...?" und mach deiner Oma nichts vor. Sie weiss von allen Menschen auf der Welt am allerbesten, dass es schlecht um ihr körperliches Leben steht. Sei du selbst, und sie wird deine Liebe spüren.
 
 
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Roter_Drache
Alt 08.03.2006, 10:20   #10
Standard

Bei der Geburt freuen sich alle, dass das Kleine da. Beim Tot weinen alle, dass das kleine wieder geht.

So ist der Kreis des Lebens gewöhn dich daran.
Ying Yang

Ich denke mal du hast ihr genug gezeigt dass sie dir viel bedeutet.
Ansonsten ists wie immer.. das Leben geht komischer weise dennoch weiter als wäre nichts.

wie immer gilt. Wo Licht ist, ist auch Schatten.

Mfg
 
 
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ToMaK
Alt 08.03.2006, 12:59   #11
Standard

ICh denke Sivir hat ganz recht und auch die anderen. Sei einfach nur fuer sie da.
Wobei dass sich Verabschieden echt Wichtig seinn kann! Meine Mutter sagte damals zu meinem Opa las er am sterben war, dass er ein Zeichen geben soll wenn er gut drueben angekommen ist. An einem Tag dann war er keine Ahnung wieviel MInuten schon klinisch tot, aber die Aerzte haben ihn dann wieder zurueck geholt.
Er erzaehlte dann, dass sein Bruder am Ende einen Gangs war und wir auf der anderen Seite. Er wollte ein Telefon suchen und uns so bescheid geben, dass es ihm gut geht. Aber er konnte keins Finden, deshalb ist er zurueck gekommen.
Ich weiss das heort sich jetzt komisch und kitschig an, aber er hat es damals so erzaehlt. Und ich glaube ihm.. Es sei jetzt dahin gestellt ob es gott gibt oder nciht.. dass will ich damit nicht sagen, aber vllt. spielt sich ja im Kopf eines solchen Menschen kurz vor dem tot doch noch so etwas ab.. Also wie das Leben im Zeitraffer sehen (hat er jetzt nichts davon erzaehlt.. aber egal). Jedenfalls hatte er seinen Letzten Lebenswillen noch genutzt und hat sich dann noch in den naechsten Tag von uns allen Verabschiedet. Ein paar Tage spaeter Starb er dann.
Ich will dir jetzt nicht raten dich unbedingt zu verabschieden, aber wenn deien Oma versucht sich von dir zu verabschieden, dann tu es auch.. Es ist fuer dich besser und fuer deine Oma

Und klar hoffst du, dass deine Oma wieder gesund wird. Dass alles wieder so ist wie es frueher mal war. Als sie noch Gesund war.
Aber wenn sie nachher doch Stirb, dann seh es als eine art Erloesung fuer sie. Eine Erloesung von den Schmerzen.
Und ich will jetzt auch nicht sagen dass sie sicher Stirbt. DIe Hoffnung Stirbt zuletzt!

Und wegen deinem Vater, weil er alles verschweigt.
HAst du schon mal daran gedacht, dass es seine Art ist mit dem Problem umzugehen???
Er willl einfach in dem Moment fuer sich allein sein. Da er selbst damit zu kaempfen hat.
Auch wenn er es nicht offensichtlich zeigt!
 
 
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Elwin
Alt 08.03.2006, 14:37   #12
Standard

Zitat von Ceridwen
Nun, mit meinen Eltern ist so ne Sache, mit meiner Ma kann ich drüber reden, aber mein Dad blockt das völlig ab, ist ja auch seine Mutter.
Mein Dad wollt schon nicht als sein Vater gestorben ist drüber reden, geschweige denn bei der Beerdigung das ich ihn in den Arm nehme. Ist so ne komische Sache bei uns in der Familie, wird alles totgeschwiegen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Als ich heut ins KHS kam, fragte ich meine Oma, wie es ihr geht(sie sah sehr schlecht aus) und mein Onkel, der ebenfalls grade da war, sagte "GUT, sieht man doch"
Also ne glatte Lüge. Fühl mich da nen bischen alleingelassen von meiner Familie :-(

Ohh tut mir leid des hab ich net gewusst, dann frag mal deine Tante oder Onkel ( wenn die noch leben) wenn die halt abblocken dann mit deinem Opa
 
 
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Ceridwen
Alt 08.03.2006, 14:59   #13
Standard

Erstmal danke für die Tips, werde gleich ins Krankenhaus fahren, ihr geht es schlechter :-(

Zitat von Elwin
Ohh tut mir leid des hab ich net gewusst, dann frag mal deine Tante oder Onkel ( wenn die noch leben) wenn die halt abblocken dann mit deinem Opa
Nun, erstens ist mein Opa auch tot, mein Onkel ist der bruder meines Vaters und blockt das auch alles ab, die sind eben einfach gleich.

So wie es aussieht, dauert es nun echt nimmer lang, hat mein Vater mir grade gesagt, Oma starrt nur noch die Decke an und bekommt immer schlechter Luft.
 
 
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=ANUBIS=
Alt 08.03.2006, 17:42   #14
Standard

Das mit dem Kuchen ist gar keine schlechte Idee, es kommt ja nicht darauf an ob sie ihn essen kann oder nicht, es geht darum das sie weiss das du dich um sie kümmmerst. Ich hab meinem Opa auch nen Kalender gemacht, und er hat nur den Monat Januar überlebt und hat sich trotzdem rieseig gefreut, auch wenn er gewusst hatte, dass er niemals Dezember sehen wird.
 
 
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Sili
Alt 08.03.2006, 19:21   #15
Standard

sie wird dir sicher sagen wenn sie nichtmehr will....
meine hatte sogar ein schlechtes gewissen weil sie alle nochmal gerufen hat und die nacht dann doch überlebt...
dann wurde sie auch abwesender...
sie ist im krankenhaus gestorben, ich war auch nicht dabei, aber ein schlechtes gewissen musst du nicht haben... wenn du so oft bei ihr warst, war es sicher schön für sie.
ehrlichgesagt möchte ich niemanden um mich rumstehen haben wenn ich sterben müsste...

btw. als der arzt meiner mutter gesagt hat das sie noch maximal 2 wochen leben wird und meine mutter weinend wieder ins zimmer kam hat meine oma auch gesagt "na, ist mein todesurteil gesprochen? darf ich sterben? was hab ich denn jetzt?"
meine mutter hat dann auch nicht gesagt was der arzt gesagt hat... nur "es ist alles gut, du darfst jetzt bald wieder nach hause..."
 
 
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Ceridwen
Alt 08.03.2006, 20:00   #16
Standard

Komme grad ausm Krankenhaus.... Sie haben meine Oma auf die Intensiv verlegt. Der Arzt hat gesagt, das ihre Blutwerte nicht in Ordnung sind. Trotz zusätzlichem Sauerstoff, nimmt ihr Blut nicht genug auf.
Sie atmet sehr schwer und ist ziemlich abwesend, wenn ich sie was gefragt habe, hat sie oft gar nicht geantwortet. Ich glaub sie hat es nichtmal wahrgenommen. Und sie sieht Dinge die nicht da sind, alles keine guten Zeichen. Und die Röntgenbilder von der Lunge und den Nieren sind auch nicht gut.
Obwohl ich weiß, das das jeder irgenwann mal mitmachen muß, fühl ich mich alleine, und ich freu mich über eure Antworten zu dem Thema!
 
 
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=ANUBIS=
Alt 08.03.2006, 20:11   #17
Standard

Ich glaub eigentlich schon das deine Oma weiss das du da bist, sie sieht vll so aus und reagiert auch nicht, aber ich nehme an sie weiss es
 
 
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juLY
Alt 09.03.2006, 22:18   #18
Standard

hallo, das ist zwar nicht das gleiche, aber meine uroma ist auch im krankenhaus gestorben. sie hatte probleme mit dem herz und das hat sich dann auch noch entzündet, spielt aber nun keine rolle. ich hab sie besucht, so oft ich konnte und es auch ertragen habe, sie so zu sehen. ich kann deine gefühle nachvollziehen, mir ging es auch so. man fühlt sich hilflos und angst nicht genug getan zu haben. ich hab ihr vorgelesen. sie war 2 wochen im krankenhaus und wenn ich sie besucht habe, habe ich ihr sachen aus der zeitung vorgelesen. oder von dem was ich zur zeit so mache. ich wollte sie nicht mit meinen gefühlen zusätzlich belasten, für sie war es schwer genug zu wissen das jeder tag in der nächsten woche alles viel schlimmer wird. doch als ich dann an ihrem grab stand, war ich sehr froh das gemacht zu haben. du kommst danach einfach besser klar. ich wünsch dir alles gute!
 
 
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Firemen
Alt 10.03.2006, 08:09   #19
Standard

Wenn du das nächste Mal bei ihr bist, nimm´ ihre Hand und sage ihr, das du sie liebhast und bedanke dich bei ihr für die schöne Zeit, die du mit ihr hattest. So habe ich es damals gemacht, als meine Grossmutter starb. Das hat mir selber auch geholfen, ich hatte später nicht dass gefühl, das ihr ihr was sagen wollte und es nicht tat. Auch wenn sie Abwesend ist, sie nimmt dich ganz sicher wahr, wenn auch im unterbewusstsein.
Ich wünsche dir viel Kraft, diese schlimme Situation zu verkraften ...
 
 
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Ceridwen
Alt 10.03.2006, 12:53   #20
Standard

War gestern im Krankenhaus, gehe nachher auch wieder. Nur, ach ich find das so schlimm, sie ist ja mittlerweile auf der Intensiv und als ich gestern da war, hat sie geschlafen, hab sie auch nicht geweckt. Aber sie an all die geräte angeschlossen zu sehen....
Außerdem ist das wohl gar keine Lungenenzündung, sondern irgendwas, was eh unheilbar ist. Mein Dad hat mit dem Doc gesprochen, hat aber den Namen von der Krankheit vergessen.
Jedenfalls hat si son Beutel am Bett hängen, dacht erst das wäre nen Urinbeutel, aber mein Dad sagt, sie haben ihr son Schlauch zwischen Lunge und Zwerchfell geschoben und das ist die Flüssigkeit die sich da gesammelt hat.
Mir tuts einfach nur weh einen geliebten Menschen so zu sehen.
 
 
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Brotbelag
Alt 10.03.2006, 16:32   #21
Standard

Hey, Ceridwen!
Deine Situation kenne ich nur zu gut. Ich Musste auch schon im früh-jugendlichen Alter von meiner Großmutter Abschied nehmen.
Wie sieht deine Einstellung zum Tod aus? Bist du religiös? Glaubst du an ein Leben nach dem Tod? Mir hat der Gedanke, eigentlich mehr die Gewissheit, dass das Leben hier auf der Erde nur der Anfang ist, immer sehr geholfen. Ich bin überzeugt, dass du deine Oma später wieder sehen wirst.
Vielleicht kannst du mit deiner Oma dieses Thema mal ansprechen.

Leiben Gruß
Broti
 
 
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Ceridwen
Alt 10.03.2006, 19:42   #22
Standard

Nun, jetzt ist es soweit. Sie haben meine Oma in ein Sterbezimmer verlegt. Ich hoffe es wird nicht mehr lange dauern. Wir haben Schichten eingeteilt, damit Oma nicht alleine ist. Ich hab mit meinem Bruder sie Schicht von heute Nacht 0 Uhr bis morgen früh um sechs.
Ich kann nur hoffen, das sie siech nimmer lange quälen muß.

@Brotbelag: Meine Oma ist nicht mehr bei Bewußtsein, kann also nimmer mit ihr reden, hab ihr aber am letzten Tag, wo sie noch bei sich war, gesagt das ich sie lieb hab.
 
 
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MiKe
Alt 10.03.2006, 23:01   #23
Standard

kann also nimmer mit ihr reden
natürlich kannst du das. viele leute reden ja auch mit koma-patienten. ob's ihr hilft ist eher fraglich, dir könnt's aber auf alle fälle helfen
 
 
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Brotbelag
Alt 11.03.2006, 01:24   #24
Standard

Wie Mike schon sagte, könnte es ja sein, dass sie dich noch wahrnimmt, sie nur keine Möglichkeit mehr hat, sich zu äußern.
Ich wünsche Dir jedenfalls für die nächsten Stunden ganz viel Kraft und möglicherweise wird es für deine Oma eine Erleichterung sein, sich von ihrem Körper zu trennen nach all dem, was sie durchgemacht hat.
Und ich kann letztlich nur sagen, dass die Vorstellung, dass nach dem Tod alles vorbei ist, meiner Meinung nach viel unwahrscheinlicher ist, als dass es weiter geht.
 
 
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Ceridwen
Alt 11.03.2006, 14:04   #25
Standard

Erst mal Danke für euren Zuspruch hier!!!
Meine Oma ist gestern abend gegen 20:15 gestorben. Meine Tante und mein Onkel waren dabei und sagten das sie ganz friedlich "eingeschlafen" ist. Ihre Atmung wurde einfach langsamer, bis es ganz aufhörte.
Ich bin erlich gesagt erleichtert, das es endlich vorbei ist und sie sich nimmer quälen muß. Wobei ich es schon sehr schwierig fand, da im Krankenhaus. Außerdem hab ich noch nie einen toten Menschen gesehen, geschweige denn angefasst.
Hat mich trotz allem doch echt überwindung gekostet, weil das war ja nimmer meine Oma die da lag.
Aber ich muß sagen, das es mir jetzt besser geht, weil ich ganz sicher weiß, da wo Oma nun ist (oder auch nicht, ist aber egal) geht es ihr besser.
 
 
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