Lupuz.de: Artikel-Portal / Magazin

Zurück   Postpla.net - die Forum Community > Postplanet Talk > Philosophie und Gedanken

Hierarchie.Macht.Dumm.

Anzeigen:

Thema geschlossen
 
Themen-Optionen
Felicitas
Alt 26.10.2005, 12:47   #1
Idee Hierarchie.Macht.Dumm.

Hierarchie. Macht. Dumm.

Peter Grimm

Ein Essay von Peter Grimm über die Grundlagen menschlichen Verhaltens - und ihre Auswirkungen in den Unternehmen.

Unternehmen und Menschen benutzen Hierarchien gerne als Machtfestlegung. Und Macht wird überall gern genommen - aber entschieden wird mit ängstlichem Blick darauf, was man falsch machen könnte. Das Resultat: "feige Entscheider", die alles wissen (wollen), aber nichts bewegen können. So, wie Macht ohne Klugheit korrumpiert, machen solche Hierarchien dumm. Weil Macht ohne Entscheidungsfreude im Management einfach nur erbärmlich ist.

Hierarchie. Im Altägyptischen bedeutete dies "Priesterherrschaft". Im Griechischen wird damit die "heilige Ordnung" umschrieben. Nun sollte klar sein, dass stört, wer jene offensichtlich gottgewollte Ordnung in Frage stellt.

Das haben die Hierarchen aller Zeiten sehr wohl verstanden. Und sie handelten danach. So kam es, dass nur in nicht nachvollziehbaren Einzelfällen nicht an die jeweilige heilige Ordnung Angepasste ohne Revolution nach oben kamen. Nein, im Regelfall kamen und kommen genau diejenigen hierarchisch am weitesten, die am angepasstesten sind. Diejenigen nämlich, die am meisten dazu neigen, immer das fortzuführen, was sich auch hierarchisch bewährt hat. Also die Immer-mehr-vom-Gleichen-Leute. Und das Peter-Prinzip (jeder steigt in der Hierarchie so lange auf, bis er die Stufe seiner absoluten Inkompetenz erreicht hat und dann ein Leben als Erfolgsrentner führen darf) feiert dabei fröhlich Urständ. Ist das nicht schön?

Blöd nur, dass wir heute insbesondere gerade in Deutschland so eine selbstbewusstseinstrübende Wirtschaftsentwicklung haben. Das ist aber auch zu ärgerlich. Also bitte mehr vom Bewährten - die Gewerkschaften und die Politiker weisen ja geradezu perfekt den Weg in diese Richtung.

Hierarchie macht dumm? Nun ja - wir tun ja auch einiges dafür. Dummheit hat durchaus seinen Preis. Beispiel Personalentwicklung. Hier wird nun das Angepasstsein geradezu perfekt trainiert. Wer alles hier durchlaufen hat, taugt nicht mehr zur (R)Evolution. Der ist brav. Und kann bei Restrukturierungsmaßnahmen als einer der Ersten gefeuert werden. Oder hierarchisch aufsteigen. Er ist in jedem Fall ungefährlich. Er entscheidet nicht. Er funktioniert.

Das "Oben" und "Unten" in menschlichen Hierarchien hat seine eigene Magie. Die Leute unten schaffen. Die oben freuen sich, wenn die unten schaffen. Gearbeitet wird nur oben. Unten wird geschafft. Anschaffen geht wieder nur von oben. (In Bayern versteht man dies noch am ursprünglichsten).

Unten zu sein ist durchaus bequem. Man wird geführt und kann jedem klar machen, was die oben für einen Schwachsinn machen. Das ist schön. Von oben kann man erkennen, dass die Leute unten nichts verstehen wollen. Vor allem nicht deren Entlassung. Welch eine phantastische Bühne für alle Spiele der angewandten Schuldzuweisung.

Das hierarchische Prinzip.

Naturgemäß ist Hierarchie ein Prinzip des Lebens. Das Mineralreich lebt risikoärmer als das Pflanzenreich. Das Tierreich lebt risikoreicher als das Pflanzenreich und der Mensch lebt von allen am risikoreichsten, denn er ist sich seiner Lebensrisiken bewusst. Daraus aber kann noch kein Machtanspruch legitimiert werden. Noch ist alles im Fluss des natürlichen Ausgleichsprinzips. Erst der Mensch bringt das Thema Macht ins Spiel - er verlangt die Über- und Unterordnung und wundert sich dann auch noch, wenn er genau darin lebt. Macht bedeutet, Einfluss auf die Lebens- und Entwicklungschancen anderer zu haben. Der Mensch kann Organisationen nicht frei von Macht aufbauen und/oder leben. Er will und muss wissen, wer ihm und wem er etwas zu sagen, zu befehlen hat. Das ist eines der Dilemmata der Teamentwicklung, die dies gruppendynamisch zwar weiß, aber das Thema methodisch nur so schwer in den Griff bekommt. Ganz einfach deshalb, weil Hierarchie immer wirkt, in jedem Spiel als Regel eingebaut vorhanden ist, was aber in der Praxis der betrieblichen Teamentwicklung nur allzu oft einfach negiert wird.

Ohnmacht (ohne Macht) ist immer der Gegenpol von Macht. Ohne Macht zu sein ist unerträglich. So entsteht die Geborgenheit der Gruppe als Ausgleich zu "den wirklich Mächtigen". Das ist die echte und wirkliche Heimat jeder sozialen Solidarität. Sehen wir uns dies genauer an und ergänzen das Statement: Hierarchie plus Macht plus Dominanz minus Entscheidungsfreude macht dumm.

Und zwar immer alle im gemeinsamen Spiel zusammen. Die Mächtigen und die Ohn-Mächtigen. Also nie einseitig. Tragisch ist, dass ganze Systeme, woraus immer sie auch bestehen mögen, dazu neigen, die jeweils andere Einsicht zu negieren. Natürlich auch dann, wenn Schein-Verständnis für andere eine gut klingende Verhaltensform zu sein scheint. Toleranz nennt man das dann ja wohl. Toleranz ist übrigens Vater und Mutter vieler Meinungs-, Entscheidungs- und Handlungsschwächen. Toleranz kann durchaus Schwäche sein. Auch dann, wenn sie sich mit Sozialromantizismus zu verklären versucht.

Wirklich Mächtige sind entschieden. Ganz einfach deshalb, weil sie die Fähigkeit besitzen, die jeweils anderen Pole und damit andere Meinungen konsequent zu negieren. Auch dann übrigens, wenn sie sie kennen und formal tolerant anzuerkennen scheinen. Mächtige neigen zur Jovialität. Das kostet schließlich nichts.

Macht.

Macht bedeutet das Leben und die Entwicklung anderer (mit-)bestimmen zu können. Einfluss zu haben heißt, die Inhaber von Macht führen zu können oder zu dürfen. Darin wurzelt jede Beratung.

Beratung ist akzeptierte Machtlosigkeit auf kluger Einflussbasis. Macht ist die Energie der Hierarchie. Hierarchie ohne Macht ist ein zahnloser Tiger, glauben wir. So weit, so gut. Oder auch nicht. Denn es ist der unkultivierte Umgang mit Macht, der dumm macht. Macht allein braucht keine Überzeugung. Sie kommt mit Befehl und Ausführung (Umsetzung heißt das im Management) zurecht. Ihr ärgster Feind ist die Aufmüpfigkeit in jeder Form. So wird Kreativität gefordert, aber mit Verwaltungsmacht verhindert. Und unter keinen Umständen Neues entschieden.

Kreativität ist unbequem. Kreative Menschen sind den Mächtigen nur als Künstler willkommen. In diesem Zusammenhang sind Kreative ziemlich ungefährlich. Neues ist nur in bekannten Bahnen zu begrüßen.

Restrukturierung ist akzeptiert und für die Hierarchen meist ungefährlich. Vorausgesetzt, man ist "oben". Denn dann braucht man ja heute nicht unbedingt entscheiden. Man restrukturiert ja gerade. Danach wird man sehen. Unsicherheit im Unternehmen? Menschen, die mit ihrer Zukunftsangst allein gelassen sind? Ist halt so. Ende. Macht ohne Klugheit korrumpiert. Das ist einfach so. Machthaber sind robust. Kreative empfindlich. So einfach ist das. Gegen Macht ist nichts einzuwenden. Sie ist Teil unseres Seins.

Was aber bewirkt Macht und in welchem Zusammenhang? Es gibt einen enormen Unterschied zwischen übertragener Macht und natürlicher Machtkompetenz. Hier zu Hause ist der elementare Unterschied zwischen erbärmlicher hierarchisch übertragener oder einfach vorhandener persönlicher Macht. Ein ungeschriebenes Gesetz der Hierarchie sagt, dass die Hierarchie seine Machtträger zu schützen habe. Und spätestens ab dann wird es schizophren. Unfähigkeit und Entscheidungsangst hierarchisch geschützt. Das ist der Gipfel. Das ist hierarchische Dummheit. Hierarchie macht dumm? Wir kommen der Sache schon näher.

Dumm.

Vielleicht eine etwas überraschende Behauptung vorweg: Es gibt keine dummen Menschen! Kein Mensch wird dumm geboren. Höchstens gestört, also behindert. Aber ganz gewiss nicht dumm. Dennoch gibt es die Dummheit. Worin aber besteht sie - und wie kann man sie erkennen?

Wenn wir also dem "Geheimnis" der Dummheit auf die Spur kommen wollen, dann müssen wir einfach einmal bereit sein, einen ganz anderen Blickwinkel dazu einzunehmen - und Dummheit auf einer neuen Denkebene zu suchen, beziehungsweise sie einer anderen Ebene zuzuordnen.

Versuchen wir es mal. Wie wäre es denn, wenn wir Dummheit wirklich mal ganz anders betrachten würden, zum Beispiel aus dem Sichtwinkel von Fähigkeiten? Dummheit als Fähigkeit? Das wäre dann ja wohl wirklich neu. Es gibt nichts, was wir nicht als Fähigkeit definieren könnten. So wäre zum Beispiel Unpünktlichkeit die Fähigkeit, dass es einem egal sein kann, wie die anderen über einen denken. Oder Kleptomanie. Kleptomanie ist die Fähigkeit, Dinge zu finden, bevor andere sie verloren haben. Oder Nörgeln. Nörgeln ist die Fähigkeit zu klagen, ohne zu leiden. Oder schlampig sein. Das wiederum ist die Fähigkeit, sich unbeschwert von Ordnung im Leben zurechtzufinden. Oder rechthaberisch sein. Das geht nicht, ohne die Fähigkeit zu besitzen, Recht haben zu wollen, obwohl man bereits widerlegt oder überführt ist. Standfestigkeit nennt man dies ja wohl allgemein. Klaustrophobisch sein geht dann ja wohl nicht ohne die Fähigkeit, weite Räume lieben zu können.

Im Ernst: Dummheit als Fähigkeit definiert könnte dann ja wohl mit Fug und Recht so umschrieben werden: Dummheit ist die Fähigkeit, Einsicht konsequent zu verweigern.

Genau das ist es!

Wir lehnen Dinge ab, die wir nicht kennen. Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht. Wir verweigern Einsicht, wenn wir anders programmiert sind. Wir sind vielleicht in Bezug auf die Funktion des Motors in unserem Auto absolut dumm, und jeder Kfz-Mechaniker-Azubi ist uns in Bezug darauf weit überlegen. Aber wenn wir Dinge wissen oder kennen sollten, die mit unserer beruflichen oder sonstigen "Kern"-Kompetenz zu tun haben - oder von denen unser Leben (Gesundheit, Wohlergehen, Beziehungen) abhängen -, und wir negieren sie, dann erst sind wir wirklich dumm. Menschen, die nicht (mehr) miteinander reden, obwohl sie sich brauchen oder ergänzen, verhalten sich in diesem Sinne dumm. Verwaltungshierarchien, die die Menschen nicht einbeziehen und verstehend entscheiden, sind saudumm. Macht ohne Verständnis ist dumm. Ego-Diskussionen sind dumm. Hierarchie ohne Kreativität macht dumm. Hierarchie ohne Entscheidungsfreude ist dumm. Dumme Hierarchien machen dumm. Befehle machen dumm. Zusammen: Hierarchie. Macht. Dumm.
und dazu noch folgendes:

Kreativität ist unbequem

In der europäischen Kultur hat das Ordnungsprinzip die Oberhand. Ordnung wird wertvoller eingestuft als Chaos. Es gibt dafür im Regelfall mehr Lob für Fleiß als für Spontanität und Inspiration. Ratio ist normalerweise wichtiger als Emotion. Das ürfte etwas mit unseren Mentalitäten zu tun haben, die auch auf vielen anderen Gebieten wie zB der Gesetzgebung und dem Verhältnis zur Obrigkeit spürbar werden. Reproduktion - also lernen existierender Informationen - wird höher bewertet als Neuschöpfung (Kreation). Und Gelerntes ist eben auch leichter zu beurteilen und zu vergleichen. Das ergibt einerseits relativ klare Verhaltensvorgaben, aber andererseits sind diese verhaltensmuster auch echte Kreativitätskiller.
ich weiß, threads erstellen ohne eigene meinung kund zu tun suckt, aber ich muss das erst mal kurz sacken lassen. heute abend gibts dann also meine meinung dazu.

mich würde eure meinung interessieren, euer empfinden beim lesen des textes, welchen passagen stimmt ihr zu, welche lehnt ihr ab, was sind eure erfahrungen?

gruß

feli

Geändert von Felicitas (26.10.2005 um 18:23 Uhr).
 
 
Nach oben
El Sparko
Alt 26.10.2005, 15:00   #2
Standard

dem zweiten zitat kann ich zustimmen...

das erste finde ich doch zu pauschalisierend und weit hergeholt. im endeffekt macht der autor auch nichts anderes als z.b. volkswirte. dinge vorraussetzen, sie nicht im gesammtzusammenhang betrachten und daraus schlüsse ziehen deren ergebnis nur isoliert jemals eintreffen wird. pauschalisieren eben.

beim zweiten sinds 2 aussagen die ich auch selbst öfters tätige.
  • 1. Regeln vor Verstand.
es gibt, speziell in beamtendeutschland, zahlreiche missstände, die jeder mensch mit logischem denken belegen könnte. trotzdem werden aber dem entgegen lautende regeln ausgeführt, alleine aufgrund der existenz dieser regeln. wir haben also gelernt zu befolgen ohne zu denken.

beispiel: eine rote ampel ohne sinn. sie wird niemals grün werden, und sie regelt auch keine kreuzung.

jeder würde erstmal anhalten. das ist auch gut so. nicht immer zählt die eigene meinung höher als die regelung... doch nach einer gewissen zeit müsste die ampel hinterfragt werden und der schluß gezogen, man könne weiterfahren. es gibt aber belegbar genügend leute, die auch nach 15 minuten noch weiter auf das grünsignal warten werden.
dies ist ein sehr einfaches beispiel... man sollte aber wirklich mal den alltag beobachten. zu oft wird verurteilt oder bestraft einfach aufgrund einer regelung, nicht aufgrund eines vorfalles oder einer konsequenz daraus.
ganz zu schweigen vom allgemeinen gleichschaltungswahn "um himmels willen nicht auffallen".

  • 2. Reproduktion anstelle von Kreativität
Das trifft für mich vorallem schon beim Schulsystem zu. Das oberste Ziel ist hierbei hauptsächlich, möglichst viel Stoff gesammtheitlich und sehr breit auswendig zu lernen. Natürlich werden Transferleistungen auch gefordert, gefördert werden sie aber selten. Jemand ohne großartige Intelligenz, aber mit einem guten Gedächtnis geht aus diesem System wesentlich besser hervor. Er besitzt die sogenannte Schulintelligenz. Kommt noch der Fakter Leistung = Arbeit/Zeit hinzu ist die Miesere komplett.
Kreative Leistungen werden wirklich nicht gefördert. Wie oft ist denn bitte schon der Satz "Kann man das auch SO machen?" gefallen und wurde vom Lehrer eher belächelt, weil er nicht dem Lösungsmuster entsprach? Die geistige Leistung des Schülers, sich einen Lösungsweg zu suchen, wird nicht honoriert, schlimmstensfalls sogar bestraft.
 
 
Nach oben
Morris
Alt 26.10.2005, 16:51   #3
Standard

Dem Sparkie kann ich mich ganz gut anschließen, der erste Beitrag wirkt in der Tat ein wenig unsachlich .

Zumal hier aber wieder deutlich wird, dass durch die heutige Dekadenz ursprünglich vernünftige Sachen nur übel missbraucht werden und man heutige Zustände und Absichten gleich pauschal auf die Vergangenheit überträgt. Hierarchien sind ja nicht von vornherein schlecht sondern nützlich, helfen sie doch gewaltig, den Alltag zu organisieren. Die Leute an der Spitze haben i.d.R. eine enorme Verantwortung, mit der heute leider viele nicht umgehen können. Aber macht Hierarchie dumm? Die Hierarchie kann doch nur dumm machen, wenn beide Seiten - oben und unten - bereits dumm sind.

Wenn ein in der Hierarchie unten Stehender versteht, warum er dort ist und andere eben andere Aufgaben haben, ist das doch in Ordnung. Nur ist halt stupides Befolgen von Anweisungen aus der Chefetage wirklich ein Problem geworden, da man Verantwortung eben gerne von sich wegschiebt.
 
 
Nach oben
Sivar
Alt 27.10.2005, 11:00   #4
Standard

Also ich finde das erste Zitat schon ziemlich gut. Es pauschalisiert und übertreibt zwar, aber das macht jede Karikatur, um das Augenmerk auf eine bestimmte (manchmal Fehl-)Entwicklung oder Situation zu lenken.

In der heutigen Berufswelt gibt es jede Menge Anhaltspunkte dafür, dass das Befolgen von Befehlen in den meisten Fällen weitaus stärker honoriert wird als eigene kreative Leistung. Ich selber habe das oft genug im Rettungsdienst erlebt. Dämliche Chefs mit bestimmten Anordnungen, von denen sie glaubten, dass sie zur aufrechterhaltung der Ordnung und Qualität der Arbeit notwendig sind. Und auf der anderen Seite ein paar Leute, unter denen ich war, die das "System" zum Teil angezweifelt haben, weil es zum Teil wirklich unsinnige Vorschriften enthielt. Gleichschaltung war dort wichtiger als individuelles Handeln, obwohl die Vorschriften wirklich auf niedrigem Niveau waren. Demzufolge haben ich und die wenigen anderen, die sich gesträubt und eigenverantwortlich gehandelt und gedacht haben, nur zu oft den Unmut der Chefs auf uns gezogen. Wir haben und dabei gut gefühlt, weil wir mit gutem Gewissen gehandelt haben, wären aber mit Sicherheit als erste geflogen, wenn Personal abgebaut worden wäre.

Ich habe mich Ende Juli dann auch nicht mehr um eine Vertragsverlängerung bemüht, weil ich den Umgangston, das Arbeitsklima und die Holzhammermethode der "Mächtigen" nicht mehr mit mir vereinbaren konnte. Abgesehen davon hätte man mich auch wohl nicht länger angestellt, weil ich den Oberen immer durch Hinterfragen sinnloser Entscheidungen negativ aufgefallen bin. Nun bin ich zwar arbeitslos, muss aber nicht mehr am unteren Ende der Hierarchiekette eines Systems arbeiten, in dem jegliche konstruktive Kommunikation zwischen Chef und Angestellten im Keim erstickt wurde und man sich jede Mühe gegeben hat, Kreativität zu unterdrücken.

Es ist auf jeden Fall also so, dass die Mächtigen Angst vor Kreativität haben, insbesondere wenn sie dumm sind. Dann könnte es nämlich passieren, dass sich das Blatt gegen sie wendet und die Mehrheit erkennt, dass die falschen Leute oben sitzen. Allerdings ist es ohne Hierarchie unmöglich, geordnete Strukturen zu schaffen. Nur dann bitte auf gerechte Weise (jeder soll möglichst individuell gefördert werden), mit Kommunikation zwischen oben und unten (es fällt wesentlich leichter Entscheidungen gegen die eigene Meinung zu akzeptieren, wenn man den Sinn erläutert bekommt), und mit Mächtigen, die nicht an der Macht um der Macht willen kleben, sondern den Mut haben, sich zu korrigieren und notfalls den Platz für jemanden zu räumen, der besser geeignet ist.

Alles sehr idealistisch, vielleicht sogar utopisch, aber ich glaube, dass in solch einem System die Gesamtheit eher auf ihre Kosten kommt und die Weiterentwicklung und Individualität des Einzelnen wesentlich verbessert würde. Wie bei Eltern, die ihre Kinder gemeinschaftlich behandeln, zwar Grenzen setzen, aber auch erklären und diskutieren, sie fördern und fordern, ihnen das Gefühl geben, ein Teil der Familie zu sein und gebraucht und geliebt zu werden, anstatt sie zu schlagen oder ständig für Fehler zu bestrafen, ohne sie für Gutes zu loben.

Danke fürs Lesen... sorry, war mal wieder ziemlich lang .
 
 
Nach oben
Felicitas
Alt 27.10.2005, 16:28   #5
Standard

hm, net wundern das von mir grad nicht viel kommt.

ich überleg grad wie unterschiedlich dieser text wirken kann. ich hatte mit ner anderen reaktion gerechnet und versuche den text jetzt so zu lesen das ich sie nachvollziehen kann. aber vermutlich denk ich nur wieder zu viel drüber nach....
 
 
Nach oben
dr.gonzo
Alt 27.10.2005, 17:17   #6
Standard

[FONT=Univers 55]Ich denke man reflektiert den Text mit seinem eigenen Berufsumfeld und der damit verbundenen Stellung. Dadurch entstehen sehr unterschiedliche Antworten und Meinungen.
Ich finde die einzelnen Aussagen stimmen in ihren Erläuterungen, aber das Macht Dumm macht ist falsch.
Das Macht Kreativität erstickt ist auch nicht Standart. Dennoch kommt es häufig vor. Das Macht sich und seine Repräsentanten schützt stimmt.
Na ja, den ganzen Text zu kommentieren ist mir jetzt zuviel, aber es ist ein durchaus guter Text.
Wo ist die Quelle? Wer ist Peter Grimm? Der Erfinder des Peter-Prinzip?
[/FONT]
 
 
Nach oben
Felicitas
Alt 27.10.2005, 20:28   #7
Standard

management.de
 
 
Nach oben
Anzeigen:
Thema geschlossen

Themen-Optionen



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 18:30 Uhr.


Lupuz.de - wir können auch anders!
©1998 - 2008, Lupuz:Information-Network
Powered by vBulletin Version 3.7.1 (Deutsch), Jelsoft Enterprises Ltd.

SEO by vBSEO 3.1.0 ©2007, Crawlability, Inc.