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Was haltet ihr von Abtreibung?

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Alt 08.08.2007, 13:06   #176
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In dieser Statistik ist nicht erfasst, wie viele der Schwangerschaften durch Anwendungsfehler entstanden sind. Bei der Pille ist z.B. wahrscheinlich, dass man sie ein paar mal vergessen hat.
Das ist ein Paste des sogenannten Pearl Index, weiter Paste:Bei der Beurteilung dieser Berechnung ist aber zu beachten, dass die aktuelle Fruchtbarkeit beider Partner, Anzahl und Zeitpunkt der Geschlechtsakte sowie Methoden- oder Anwendungsfehler nicht berücksichtigt sind. Vor allem die Fehler bei der Anwendung einer Verhütungsmethode.

[FONT=Arial]Modellrechnungen haben ergeben, dass selbst dann, wenn alle Frauen regelmässig ein 99% sicheres Verhütungsmittel anwenden würden, dennoch 3 von 10 im Lauf ihres Lebens mindestens einmal ungewollt schwanger würden.
[FONT=arial](Hulka JF. "A mathematical study of contraceptive efficiency". Am.J.Obst.Gyn. 104:443-47, 1969)

Aber ich glaube wir weichen etwas ab vom ursprünglichen Thema, als zurück
[/FONT][/FONT]
 
 
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IsoO
Alt 08.08.2007, 13:33   #177
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Für mich ist eine Abtreibung vollkommen legitim, wenn das Kind schon im Mutterleib dazu verdammt ist, schwerwiegend geistig behindert zur Welt zu kommen.
Die geistige Behinderung ist ein Schicksal, dass den allermeisten die Zukunft im Leben nimmt, nicht einmal die Lebenserwartung ist hoch.
Wozu existiert dieser Mensch? Nur, um ein Pflegefall zu sein? Das ist ein Leben ohne Sinn. Dazu kommen die deutlich höheren Kosten für Versorgung, Pflege, etc.
Dazu muss man daran denken, wie es für diesen Menschen selbst sein muss, fürs Leben geistig behindert unter Leuten zu leben, denen es nicht so schlecht geht. Diese Menschen leben, um von Stärkeren gepflegt und am Leben gehalten zu werden. Sie sind schlicht und ergreifend abhängig, um zu überleben.

Kann man einem geistig behinderten Menschen einen Job als Bürokaufmann geben? Nein.
Kann man einem geistig behinderten Menschen erklären, wie das wirtschaftliche System funktioniert? Nein.

Sowas würde ich meinem Kind nicht antun wollen.

MfG, 44IsoO
 
 
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RegularJohn
Alt 08.08.2007, 14:46   #178
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Zitat von asdf
Welch hirnrissige Äußerung..
Beim erschießen ist das gar so schützenswerte "ungeborene Leben" ja auch viel besser dran. Aber Hauptsache Suizid.
das sollte jetzt nicht wörtlich genommen werden. würde es wohl leider eher abtreiben, wobei ich nicht weiß, wie ich damit fertig werden würde
 
 
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Alt 08.08.2007, 15:45   #179
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Ok, jetzt muss ich erstmal tief durchatmen. Iso, meinst du das ernst??

Ich will jetzt mal garnicht darauf eingehen, was und wie ich über Abtreibung im allgemeinen denke. Aber ein Kind abzutreiben, weil es behindert ist, ist wirklich die Härte. Und dann noch zu behaupten, behinderte Menschen würden ein Leben ohne Sinn führen.

Ich erzähl dir jetzt mal was: Ich hab vor kurzem ne Weile in einer Werkstatt für behinderte Menschen gearbeitet. Und in unserer Werkstatt gibts neben den üblichen Arbeitsgruppen auch noch zwei sogenannte Fördergruppen. In diesen Gruppen werden schwerst-mehrfach behinderte Menschen betreut und gepflegt.

Und weil ich es einfach weiß, sag ich dir: Diese Menschen führen kein Leben ohne Sinn, sie sind nicht unglücklich über ihre Behinderung. Im Gegenteil, oft sind z.B. Menschen mit einer vergleichsweise leichten Behinderung (z.B. Lernbehinderung) eher die, die unglücklich mit ihrer Situation sind.

Der Ausdruck zu einer Behinderung >verdammt< zu sein, wie du es so schön formulierst, lässt bei mir alle Haare zu Berge steigen. Behinderte Menschen mögen ein anderes Leben führen, aber sicher nicht unbedingt ein schlechteres.

Dazu muss man daran denken, wie es für diesen Menschen selbst sein muss, fürs Leben geistig behindert unter Leuten zu leben, denen es nicht so schlecht geht. Diese Menschen leben, um von Stärkeren gepflegt und am Leben gehalten zu werden. Sie sind schlicht und ergreifend abhängig, um zu überleben.
Aus den Dingen, die ich gesehen und erlebt habe, formulier ich jetzt einfach mal folgendes: Ein geistig behindertes Kind fordert im Normalfall sehr viel Aufmerksamkeit und Liebe. Aber mind. genauso viel gibt dieses Kind auch zurück. Und in den seltensten Fällen leben behinderte Menschen nur unter nichtbehinderten Menschen. Sei es nun, dass sie in einer Einrichtung mit anderen behinderten Menschen zusammenkommen oder dass sie z.B. in einem Behindertenwohnheim leben. Und ja, auch da sind sie auf die Hilfe von Betreuern angewiesen. Aber was ist daran schlimm?

Wenn ich mal von den schwerst-mehrfach Behinderten ausgehe, mit denen ich gearbeitet habe, würde ich glatt behaupten, dass jeder von ihnen, wenn man ihn vor die Wahl gestellt hätte, sich FÜR das Leben entschieden hätte.

In meinen Augen ist ein Kind wegen einer Behinderung abzutreiben einfach widerwärtig. Und das, obwohl ich alles andere als ein Gegner von Abtreibungen bin. Ich kann fast jede Begründung für eine Abtreibung akzeptieren. Und ich bin sicher die letzte, die jemanden dafür verurteilt, wenn man sich aus persönlichen Gründen für eine Abtreibung entscheidet.

Ich will mal kurz deutlich machen, an welcher Stelle ich da unterscheide. Dazu eine kleine persönliche Geschichte: Meine Mutter ist jemand, der absolutes Unverständnis für Menschen zeigt, die ein Kind abtreiben. Sie sagt dann immer gerne sowas wie: >Sollen die doch die Kinder bekommen und sie alle zu mir bringen<. Mit 38 (zu dem Zeitpunkt hatte sie schon 4 Kinder) wurde sie wieder schwanger und hatte eine Fehlgeburt. Und das hat sie absolut niedergerissen. Sie war wochenlang kaum ansprechbar, hat nur geweint.. Ein Jahr später wurde sie dann noch mal schwanger. Mit 39 Jahren und nach 4 Geburten ist so eine Schwangerschaft natürlich schon was anderes. Sie musste ständig zu irgendwelchen Spezialisten fahren, die Sorge, dass das Kind nicht gesund zur Welt kommt war groß. Und damals hat meine Mutter etwas zu mir gesagt, was ich wirklich groß von ihr fand. Sie sagte, dass wenn sich rausstellen würde, dass dieses Kind eine schwere Behinderung haben sollte, sie in Erwägung ziehen würde, es abzutreiben. Ich war zunächst schockiert, denn sowas würde meine Mutter eigentlich niemals sagen geschweige denn tun. Und dann sagte sie, dass sie das tun würde, weil sie weiß, dass unsere Familie so eine Situation nicht tragen könnte. Dass sie beim ersten oder zweiten Kind jede erdenkliche Behinderung akzeptiert hätte, dass das völlig außer Frage stehen würde. Aber dass sie weiß, dass ein schwerbehindertes Kind unsere ganze Familie auseinander reißen würde, dass es zuhause zu viele Probleme geben würde, als das wir das schaffen könnten und und in der Lage wären, dem Kind ein liebevolles Zuhause zu geben.

Was ich ausdrücken will: Meine Mutter hätte dieses Kind abgetrieben, weil unsere familiäre Situation das nicht hätte tragen können (und ich sage >hätte<, denn obwohl bis zum letzten Moment nicht sicher war, ob die Kleine gesund sein würde oder nicht, habe ich jetzt eine putzmuntere gesunde anderthalbjähre Schwester). Ich rede hier übrigens nicht von einer vergleichsweise leichten Behinderung, sagen wir mal ein Down-Syndrom oder sowas. Sondern schon von etwas schwerwiegenderem.
Aber sie hätte das Kind nicht abgetrieben, weil es behindert ist. Zumindest nicht in dem Sinne, dass sie denkt, dass das Leben eines behinderten Kindes weniger lebenswert wäre.
 
 
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Reh
Alt 08.08.2007, 17:27   #180
Standard

Zitat von Jumpy
[FONT=Arial]Modellrechnungen haben ergeben, dass selbst dann, wenn alle Frauen regelmässig ein 99% sicheres Verhütungsmittel anwenden würden, dennoch 3 von 10 im Lauf ihres Lebens mindestens einmal ungewollt schwanger würden.
[FONT=arial](Hulka JF. "A mathematical study of contraceptive efficiency". Am.J.Obst.Gyn. 104:443-47, 1969)[/FONT][/FONT]
Das ist eine simple Statistikrechnung, die berechnet was wäre, wenn Verhütungsmittel zu 99% sicher wären und alle Frauen das auch ohne Anwendungsfehler verwenden würden. Das Modell bezieht sich nicht auf die Realität.

Ich behaupte jetzt dreist, dass sich die Qualität der Verhütungsmittel seit 1969 deutlich verbessert hat und der Schutz bestimmter Mittel weit mehr als 99% beträgt und dass ungewollte Schwangerschaften in den allermeisten Fällen auf fehlende Anwendung oder auf die Benutzung von unsicheren Verhütungsmethoden zurückzuführen sind.

@nonsurvivor: Erst sprichst du dich vehement gegen Abtreibung wegen Behinderungen aus, dann zeigst du selbst ein Beispiel, wo das doch angemessen sein soll. Komische Einstellung.
 
 
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Alt 08.08.2007, 17:31   #181
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ja reh, dann bring halt mal ne brauchbare statistik.
 
 
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Alt 08.08.2007, 18:20   #182
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Zitat von Reh
@nonsurvivor: Erst sprichst du dich vehement gegen Abtreibung wegen Behinderungen aus, dann zeigst du selbst ein Beispiel, wo das doch angemessen sein soll. Komische Einstellung.
Dann hast du mich entweder nicht richtig verstanden oder ich hab mich zu undeutlich ausgedrückt.
Die Unterscheidung die ich treffe, lieg in den Motiven. Ob man ein behindertes Kind aus den Gründen, die Iso hier angebracht hat, abtreibt oder ob man das aus anderen, persönlichen Motiven tut, ist für mich ein riesiger Unterschied.

Es ist die eine Sache zu sagen: Das Kind wird schwerbehindert sein, das ist ein Scheißleben, dann besser garkein Leben --> Abtreibung.
Eine andere Sache ist es z.B., dass es einfach Menschen gibt, die mit einer Behinderung nicht umgehen könne. Ich kenne z.B. jemanden, dessen Frau ein behindertes Kind zur Welt gebracht hat, und der ist damit einfach nicht klargekommen. Er konnte dieses Kind aus den verschiedensten Gründen nicht annehmen. Und wenn man sowas vorher weiß, naja. Das rechtfertigt für mich eher eine Abtreibung, als hier so blöde Behauptungen aufzustellen von wegen Behinderte könnten kein schönes Leben führen und ihr Leben würde überhaupt keinen Sinn machen. Das ist nämlich schlichtweg Schwachsinn.
 
 
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Reh
Alt 08.08.2007, 18:31   #183
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Ah ok, jetzt verstehe ich den Unterschied.

Zitat von felicitas
ja reh, dann bring halt mal ne brauchbare statistik.
Die aufgeführten Statistiken sind brauchbar, wenn man sich ihrer Mängel bewusst ist.
 
 
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Bardock42
Alt 12.08.2007, 16:40   #184
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Ich denke das bis zu einem gewissen Zeitpunkt (sicherlich nach der konzeption) es moralisch (meine subjektive Moral) akzeptabel ist einen Fötus abzutreiben. Der einzige Grund der für mich wirklich dabei zählt ist das es nun mal der Körper der Frau ist an dem ein Parasitähnliches Wesen (mit eingeschränkter, wenn überhaupt vorhandenem Bewusstsein) hängt.
 
 
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Kittcat4you
Alt 12.08.2007, 22:52   #185
Standard

@44IsoO
Weist du die Nazis haben früher auch immer von "lebensunwerten Leben" gesprochen, du weißt ja hoffentlich was da raus geworden ist.:-(
Du möchtest doch nicht in das gleiche Horn wie solche Leute blasen oder?
Ich glaube nicht das der Mensch das Recht hat zu beurteilen ob ein Leben "unwert" zu leben ist (schon allein der Begriff bringt einem Übelkeit)
Menschen mit Behinderung haben genauso ein Recht auf Leben wie alle anderen. Man sollte Menschen nie in nach Kategorien bewerten (behindert, nicht behindert usw.) . Für mich sind alle Menschen gleich(wertig).
Bitte lass das dir doch mal durch den Kopf gehen und denk darüber nach.
 
 
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Morris
Alt 12.08.2007, 23:19   #186
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NS-Vergleiche bieten sich zwar oft an, sind aber doch oft emotional aufgeladen und nicht angebracht. Entweder man unterlässt sie oder der weise User geht zwar auf die Punkte ein, nicht aber auf den NS-Bezug *g*.

Nichtsdestotrotz möchte ich Kittcat4you zustimmen. Geistige Behinderung ist für mich auch kein Grund, jemandem das Leben zu verweigern. Ich kenn mich nicht sonderlich aus, aber ich habe nicht den Eindruck als ob solche Menschen per se unglücklich wären. Vielleicht hat einer andere Infos (von Einzelfällen abgesehen).

@Bardock42:
Was immer du sagen wolltest, man kann sich ein wenig gewählter ausdrücken. Ungeborenes Leben als Parasiten zu bezeichnen ist ein wenig verfehlt.
 
 
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Reh
Alt 13.08.2007, 00:43   #187
Standard

Die Frage bei Behinderten ist weniger, ob sie glücklich sein können, sondern ob die Gesellschaft bereit ist, für sie zu sorgen. Es gibt auch viele nicht behinderte Menschen, die höchst unglücklich leben. Das ist kein Kriterium für eine Entscheidung für Leben oder Tod.
 
 
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Alt 13.08.2007, 13:42   #188
Standard

@skinni: na doch, das haut schon hin, sofern er das so meint wie ich gerade . am anfang gibts ja auch abwehrreaktionen des körpers der frau auf diese zellmutation in ihrem körper. wobei ja immer noch wissenschaftlich ungeklärt ist warum der körper diese zellmutation nicht _wirklich_ bekämpft oder abstößt. wie der körper erkennt das nun gerade diese zellmutation kein feind ist und damit nicht bekämpft werden muss, während er bei anderen "fremdkörpern" sofort kriegerisch vorgeht.

@behinderte: ka, ich kenn nun nicht zu viele. ich denke aber, die menschen ansich können durchaus glücklich werden, vorrausgesetzt sie werden in ein umfeld geboren dass sie trotz behinderung akzeptiert und respektiert und ihnen damit platz zum glücklich sein gibt. wenn sich das behinderte kind die ganze zeit ungewollt fühlt, abgelehnt, verachtet, dann wird es, wie jedes andere kind auch, wohl eher unglücklich sein.

die größere frage bei behinderten kindern ist es doch, wie stark die eltern sind. können sie psychisch und physisch damit umgehen? sind sie psychisch und physisch stark genug? sind sie fähig diese kraft zu entwickeln? und ich würd niemanden dafür verurteilen der sich nicht zutraut diese kräfte zu haben oder zu entwickeln.
 
 
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Manni
Alt 13.08.2007, 15:07   #189
Standard

Zitat von felicitas
die größere frage bei behinderten kindern ist es doch, wie stark die eltern sind. können sie psychisch und physisch damit umgehen? sind sie psychisch und physisch stark genug? sind sie fähig diese kraft zu entwickeln? und ich würd niemanden dafür verurteilen der sich nicht zutraut diese kräfte zu haben oder zu entwickeln.
Genau das, wäre auch der Punkt, wegen dem ich mir vorstellen könnte, eher für eine Abtreibung zu sein.

Ich hab mein Leben zwar bisher soweit ganz gut gemeistert ohne mich mit Zigaretten oder ähnlichem ruhig halten zu müssen und seh mich auch definitiv nicht als zukünftiger Amokläufer, aber ob ich psychisch stabil genug wäre, ein behindertes Kind aufzuziehen, vage ich zu bezweifeln.

Hätte ich eine schwangere Freundin würde ich es zwar letztendlich alleine ihr überlassen, ob sie abtreibt oder nicht.
Aber wenn man schon früh sagen könnte, dass das Kind stark behindert sein wird, wäre ich wohl in gewissem Maße froh, wenn sie abtreibt.

Ich geb da ganz ehrlich zu, dass da schon egoistische Gedanken hinter stecken.
Aber mal abgesehen von der Bequemlichkeit (die durchaus da ist), glaube ich, dass ich es auf Dauer nicht aushalten (und vielleicht zusammenbrechen) würde, wenn ich versuchen würde, ein behindertes Kind großzuziehen.

Allerdings würde das auch nicht unbedingt für alle Behinderungen gelten.
Bei Blindheit z. B. könnte ich mir eher vorstellen, das Kind zu erziehen als bei verdrehten/verkrüppelten Armen und/oder Beinen, die essen, anziehen, gehen, etc. schwer bis unmöglich machen.
Ich könnte mir auch eher vorstellen, ein geistig behindertes Kind großzuziehen, dass zwar im alter von 4 oder 6 oder so stehen bleibt und dann vieles wenigstens alleine machen kann als ein geistig behindertes kind großzuziehen, dass geistig im Säuglingsalter stehen bleibt und man vom füttern, über´s Anziehen bis hin zum Waschen alles machen muss, weil es das Kind (bzw. später auch der Erwachsene) einfach nicht kann.
 
 
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Alt 13.08.2007, 15:21   #190
Standard

Zitat von 44IsoO
Für mich ist eine Abtreibung vollkommen legitim, wenn das Kind schon im Mutterleib dazu verdammt ist, schwerwiegend geistig behindert zur Welt zu kommen.
Die geistige Behinderung ist ein Schicksal, dass den allermeisten die Zukunft im Leben nimmt, nicht einmal die Lebenserwartung ist hoch.
Wozu existiert dieser Mensch? Nur, um ein Pflegefall zu sein? Das ist ein Leben ohne Sinn. Dazu kommen die deutlich höheren Kosten für Versorgung, Pflege, etc.
Dazu muss man daran denken, wie es für diesen Menschen selbst sein muss, fürs Leben geistig behindert unter Leuten zu leben, denen es nicht so schlecht geht. Diese Menschen leben, um von Stärkeren gepflegt und am Leben gehalten zu werden. Sie sind schlicht und ergreifend abhängig, um zu überleben.

Kann man einem geistig behinderten Menschen einen Job als Bürokaufmann geben? Nein.
Kann man einem geistig behinderten Menschen erklären, wie das wirtschaftliche System funktioniert? Nein.

Sowas würde ich meinem Kind nicht antun wollen.

MfG, 44IsoO
Zitat von Kittcat4you
@44IsoO
Weist du die Nazis haben früher auch immer von "lebensunwerten Leben" gesprochen, du weißt ja hoffentlich was da raus geworden ist.:-(
Du möchtest doch nicht in das gleiche Horn wie solche Leute blasen oder?
Ich glaube nicht das der Mensch das Recht hat zu beurteilen ob ein Leben "unwert" zu leben ist (schon allein der Begriff bringt einem Übelkeit)
Menschen mit Behinderung haben genauso ein Recht auf Leben wie alle anderen. Man sollte Menschen nie in nach Kategorien bewerten (behindert, nicht behindert usw.) . Für mich sind alle Menschen gleich(wertig).
Bitte lass das dir doch mal durch den Kopf gehen und denk darüber nach.
Tut mir Leid, ich finde die Meinung völlig in Ordnung.

Was hast du von deinem Leben wenn du stark geistig behindert bist? Nichts!
Also wieso sollte man das dann diesem kleinen Menschen antun?

Wie Iso schon sagte: Derjenige muss immer von Stärkeren gepflegt werden, und ist immer von diesen abhängig. Das ist in meinen Augen kein Leben und rechtfertigt in diesem Fall eine Abtreibung.
 
 
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Reh
Alt 13.08.2007, 15:28   #191
Standard

Wenn man die Abtreibung von behinderten Föten damit begründet, dass man sich nicht in der Lage sieht, ein behindertes Kind großzuziehen, dann kann man mit der absolut identischen Begründung jede Abtreibung begründen.

Und zum Thema Parasit: wer Kinder als Parasiten ansieht, ist nicht ganz rein im Kopf.
 
 
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Alt 13.08.2007, 15:33   #192
Standard

Ich habe großen Respekt vor denen die ein geistig behindertes Kind großziehen.

Aber wärst du dazu in der Lage, Reh? Ich nicht - das gebe ich offen und ehrlich zu. Du bestimmt schon, aber du wirst sehr schnell sehen das du bald mit den Nerven am Ende bist.
 
 
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Sivar
Alt 13.08.2007, 19:25   #193
Standard

Zitat von Feli
wobei ja immer noch wissenschaftlich ungeklärt ist warum der körper diese zellmutation nicht _wirklich_ bekämpft oder abstößt. wie der körper erkennt das nun gerade diese zellmutation kein feind ist und damit nicht bekämpft werden muss, während er bei anderen "fremdkörpern" sofort kriegerisch vorgeht.
Na doch, das ist inzwischen zumindest theoretisch erklärbar, wenn auch nicht im vollen Umfang verstanden, und es existieren dazu Behandlungsmöglichkeiten. Schlüssel zur Unterdrückung der Immunreaktion auf den Fötus spielt anscheinend ein sogenannter Fc-Antikörper (der mW übrigens derselbe ist, der in Schwangerschafts-Schnelltests auf HCG reagiert). Unter normalen Umständen werden diese Antikörper halt vom Beginn der Schwangerschaft an in ausreichendem Umfang gebildet. Fehlgeburten stehen möglicherweise in engem Zusammenhang mit dem Fehlen dieser körpereigenen Antikörper. Link.

Ich frage mich bei diesen Argumenten wie "Ich wäre nicht in der Lage, das Kind grosszuziehen" - aus welchen Gründen auch immer - bloss, warum sich dann nicht dafür entschieden wird, das Kind zu gebären und dann wegzugeben (Babyklappe, zur Adoption freigeben, etc). Natürlich kann es damit auch in Kinderheimen landen, aber gerade für Neugeborene und Säuglinge bzw noch sehr junge Kinder findet sich viel leichter eine Familie als für ältere Kinder. Da ist das Risiko also nicht sonderlich gross, dass das Kind in schlechten Verhältnissen aufwachsen muss.

Und ganz davon abgesehen behaupte ich mal, dass ein "ausgesetztes" Kind, wenn es erstmal erwachsen ist, sein eigenes Leben im Durchschnitt als genauso lebenswert ansieht, wie ein nicht-"ausgesetztes" Kind. Die Behauptung, man würde im Interesse des ungeborenen Kindes abtreiben, ist mMn immer eine moralische Rechtfertigung vor sich selber und der Gesellschaft, weil man nicht in der Lage ist, seine Angst vor Überforderung einzugestehen, oder gar die eigene Bequemlichkeit.

Ich würde sogar soweit gehen, ein Abtreiben-Wollen als Ausdruck von immenser Unreife anzusehen, oder teilweise (bei Erwachsenen) als Ausdruck psychischer Instabilität. Da wäre der Gang zum Psychologen im Interesse des Kindes allemal sinnvoller als der Gang zur Abtreibungsklinik. Wie gesagt... im Notfall gibts immer noch die Option der Freigabe zur Adoption.
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 03.09.2007, 19:42   #194
Standard

Warum wird um ungeborenes Leben geweint? Ich kümmere mich lieber um die Menschen die schon geboren sind! Wieviele kümmern sich um Obdachlose, Suchtkranke, Suizidgefährdete oder andere arme Seelen? Aber wollen schon ungeborenes Leben retten? Wie kurzsichtig und scheinheilig! Hauptsache Leben auf die Welt bringen und dann ist´s scheißegal was aus diesem Kind wird. Ab durch die Babyklappe, sollen sich doch andere drum kümmern, oder was?

Wenn eine Frau weiß, das sie einen jungen Menschen, für die nächsten 20 Jahre, auf dem Weg ins Leben nicht mit der notwendigen Liebe begleiten kann und sich für eine Abtreibung entscheidet, ist diese verantwortungsbewußte Entscheidung zu respektieren!
 
 
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like a babe
Alt 04.09.2007, 09:01   #195
Standard

Ich bin der gleichem Meinung wie K-Stylez.
Ich würd glaub echt nicht mit klar kommen, ein geistig behindertes Kind großzuziehen. Meine nerven würden das nicht mit machen.
Ich habe aber kein Problem damit,mich mit so Menschen zu beschäftigen, weil meine beste Freundin in der Lebenshilfe arbeitet und ich dort öfters mal bin.
 
 
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Radegast
Alt 04.09.2007, 11:23   #196
Standard

Ich kann die Leute hier die auf Iso rumhacken weil er gesagt was er denkt echt nicht verstehen, ein Kind abzutreiben das schwer geistig behindert ist, sehe ich ebenfalls als völlig legitim an.
Einige Leute wollen mir hier im Ernst erzählen, dass jemand, der nichts in seinem Leben machen kann, ausser vielleicht in einem Rollstuhl zu sitzen und zu sabbern, ein glückliches, erfülltes Leben führen kann?
Tut mir leid das kann ich nicht glauben...

Ich kann diese Meinung ja gerade noch tolerieren, aber als ich dann das hier gelesen hab, hab ich echt gedacht ich krieg zu viel...
Zitat von Kittcat4you

Weist du die Nazis haben früher auch immer von "lebensunwerten Leben" gesprochen, du weißt ja hoffentlich was da raus geworden ist.:-(
Du möchtest doch nicht in das gleiche Horn wie solche Leute blasen oder?
Du willst also sagen, dass man jemanden der für Abtreibung von schwer geistig behinderten Kindern ist, mit den Nazis gleichstellen kann?
Das glaube ich kaum...

und so einen Satz zu benutzen um irgendwen von seiner Meinung abzubringen find ich echt das Letzte!

Kann gut sein dass ich deswegen jetzt überreagier, aber sowas find ich einfach nicht in Ordnung!
 
 
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Alt 04.09.2007, 21:34   #197
Standard

Zitat von Radegast
Einige Leute wollen mir hier im Ernst erzählen, dass jemand, der nichts in seinem Leben machen kann, ausser vielleicht in einem Rollstuhl zu sitzen und zu sabbern, ein glückliches, erfülltes Leben führen kann?
Tut mir leid das kann ich nicht glauben...
ich seh es genau so. Ich glaube, dass es besser ist ein behindertes Kind abzutreiben als es zu gebären und dem kind ein schweres und sich selbst auch leben zu machen. Obwohl ich eigentlich gegen abtreibung bin, aber ich selbst würde nie mit ein behinderten kind klar kommen.
 
 
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Alt 04.09.2007, 22:56   #198
Standard

Ich sags mal kurz und knapp:
Ich bin für Abtreibung, jeder Mensch darf mit seinem Körper machen was er will und solange ein Fötus heranwächst ist er im Körper, also meiner Meinung nach ein Teil dessen. Bis zur wievielten Woche ist ja immer durch den Gesetzgeber festgelegt.
Was hat es für einen Sinn ein Kind auf die Welt zu bringen wenn man es nicht will oder unterhalten kann; man es vernachlässigt im finanziellen oder physichem Sinne?
 
 
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ziggyx
Alt 09.12.2007, 23:30   #199
Standard

Ich buddel den Thread mal wieder aus=)

Also, jetzt mal davon ausgegangen, die Freundin/Frau ist schwanger, und man bespricht die Sache in Ruhe und trifft eine entscheidung...

Ich persönlich sehe die Abreibung nicht als Mord an, mal vorweg gesagt...

Ich denke wenn es trotz Verhütung zu einer Schwangerschaft kommt-trotz Pille schwanger Z.B., und es finanziell nicht möglich wäre, dem Kind etwas zu bieten, würde ich mich für eine Abtreibung aussprechen.
Als Beispiel: ich bin jetzt in der Ausbildung, habe nicht vel, weiss nciht was nach der Ausbildung ist, die Freundin geht zur Uni o.Ä.-dann würde ich mich denke ich so entscheiden.

Wenn ich mit meiner Frau/Freundin aber nicht verhüte, und ein Kind will, dann aber erfahre es ist behindert-ich würde es mir trotzdem wünschen.
Klar ist es schwer, ein behindertes Kind aufzuziehen, denke ich...
Aber wenn ich wirklich ein Kind will, wäre es mir denke ich egal.

So denke ich jetzt, ob ich ganz genau so denken würde, wenn es wirklich drauf ankommt, weiss ich in beiden Fällen nicht...


Und die Bilder einigr Websites von Gegnern der Abtreibung sind wirklich übertrieben-viele Föten sind viel "älter", als 12 Wochen...
Und der "Überlebenskampf" des Fötus und viele beschriebene Sachen, sind denke ich auch sehr übertrieben dargestellt.
 
 
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baedr
Alt 10.12.2007, 20:51   #200
Standard

Einige Leute wollen mir hier im Ernst erzählen, dass jemand, der nichts in seinem Leben machen kann, ausser vielleicht in einem Rollstuhl zu sitzen und zu sabbern, ein glückliches, erfülltes Leben führen kann?
Tut mir leid das kann ich nicht glauben...
Das hört sich irgendwie sehr falsch an, und ich stimme auch Iso nicht zu... Ich bin ebenfalls nicht gegen Abtreibung, aber es steht uns auf keinen Fall frei, das Leben eines behinderten Menschen zu bewerten und zu klassifizieren. Und das Leben eines Behinderten auf "sabbernd im rollstuhl sitzen" zu reduzieren, ist eine Beleidigung. Ich verstehe nicht, wie man dem noch zustimmen kann. Es geht nicht darum "unwertes Leben" von vorn herein zu unterbinden, denn das sollte nicht unsere Entscheidung sein.

Abtreibung generell halte ich nach meinem moralischen Verständnis jedoch für weniger problematisch, solange es eine definierte Grenze gibt, ab wann ein Wesen als "Mensch" gilt, und auf einen Schlag alle Rechte erhält. Hört sich komisch an, ist aber die einzige Möglichkeit das gesellschaftsfähig zu regeln. Man kann diese Grenze anhand der mittleren kognitiven Fähigkeiten des Fötus oder dem Beginn der Speicherung von Sinneseindrücken festlegen, aber sie bleibt immer für einen gewissen Grad willkürlich.

Meiner Meinung nach ist eine befruchtete Eizelle kein Mensch, und sie hat auch keine Rechte... Der Wert beschränkt sich lediglich auf den ideellen wert, den sie für andere Personen hat. Es hört sich makaber an, und ist vielleicht auch ein hinkender Vergleich, aber das Töten eines Fötus bis zu einem gewissen Entwicklungsstadium ist irgendwie vergleichbar mit dem Aufstellen einer Mausefalle. Man löscht ein lebendiges Wesen aus.
Man wird auch dem Leben eines Schimpansen mehr Wert zuschreiben als dem Leben einer Ameise oder eines Cholerabakteriums. Bis der Fötus nicht dieses (zugegebenermaßen etwas willkürlich) gewählte Alter erreicht, ist er kein Mensch, und hat auch keine Menschenrechte. Das ist aber natürlich Ansichtssache, und ich kann es nachvollziehen, dass manche das vielleicht ganz anders sehen. Man könnte auch sagen onanieren sei millionenfacher Massenmord.
 
 
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