Abtreibung ist kategorisch falsch und das kann ich a priori begründen.
Menschen, die abtreiben, das heißt Ärzte, und Menschen, die Abtreiben lassen, das heißt die betroffenen Frauen, verstoßen gegen die Menschenwürde, weil ich auch für ungeborene Kinder Autonomie a priori denken kann. Dies liegt daran, dass sie nach ihrer Geburt autonome Wesen sind und damit Zweck an sich selbst.
Die Würde des Menschen leitet sich aus seiner Autonomie ab. Dadurch, dass er sich bedingt durch die Maximen seines Willens als selbstgesetzgebend betrachten kann, befindet er sich entsprechend der Menschheitszweckformel, gemäß derer man die Menschheit als Zweck an sich selbst behandeln solle, in einem Reich der Zwecke, in dem alles entweder einen Preis hat, nämlich das, wozu ein Äquivalent zu setzen möglich ist, oder einen inneren Wert besitzt, das heißt eine Würde.
Peter Singer argumentiert damit, dass der Fötus keine Person sei und folglich keinen inneren Wert habe, das heißt keine Würde. Der Wert seines Lebens ist dementsprechend nicht höher als der eines Schweines, aber was er vollkommen außer Acht lässt, ist dass menschliches Leben das Potential dazu, ein autonomes Wesen zu sein. Des Weiteren zweifel ich sogar an, dass ein Fötus nicht autonom, das heißt im Sinne seiner Gedanken selbstbestimmt sein soll. Dies entzieht sich jedoch der Beweiskraft, weil entsprechende empirische Beweise nicht vorgenommen wurden.
Aber das Potential auf Würde ist mir Grund genug, Abtreibungen als wider die Menschenwürde zu sehen.
Darüber hinaus ist es mir vollkommen unverständlich, warum den Interessen der Mutter gegenüber dem Leben eines Fötus und damit eines potentiellen Menschen der Vorrang gegeben werden soll.
Folgendes Gedankenexperiment entlarvt doch alle Argumente, dass man ein Kind lieber abtreiben solle, wenn man ihm nichts bieten könne:
Man frage einen Erwachsenen, der im Waisenhaus aufgewachsen ist und seine Kinder nicht kennt, ob es ihm nicht lieber gewesen wäre, dass seine Mutter ihn hätte töten lassen und er jetzt nicht auf der Welt wäre. Wer von den Befürwortern der Abtreibung kann ernsthaft behaupten, und damit meine ich allgemeingültig, dass ein Waisenkind dies bejahen würde.
Es ist meine Überzeugung, dass auch ungewollte Kinder am Leben hängen und ich betrachte Föten darüberhinaus nicht als Eigentum der Mutter, sondern als Eigentum an sich selbst. Die Föten besitzen die Grundlage für Autonomie, das heißt für Selbstbestimmung. Wie um alles in der Welt kann man die Föten dann als Eigentum der Frau betrachten und ihr das Entscheidungsrecht über Leben und Tod des Kindes zubilligen?
Abtreibungen müssen verboten werden, weil sie einem Mord entsprechen, obgleich Abtreibungen unter Beachtung der Indikatoren nach positivem Recht nicht als solche gelten. Moralisch sind sie es jedoch.
Ich bin nicht prinzipiell gegen die Abtreibung. In manchen Situationen kann sie sinnvoll sein, zum Beispiel bei einer Vergewaltigung (es wäre ja auch kein Leben für das Kind, wenn es von der Mutter nicht so geliebt würde, wie es einem Kind zusteht.)
Dann soll die Mutter das Kind in ein Waisenhaus bringen oder zur Babyklappe. Dort wird es dann geliebt. Wenn das Kind dann von der Vergewaltigervergangenheit seines Vaters nichts erfährt, so wird es sich als Erwachsener wohl kaum wünschen, tot zu sein.
Die emotionale Belastung für eine Mutter, die das Kind eines Vergewaltigers austrägt mag hoch sein, aber die Neigung respektive in diesem Fall Abneigung darf nicht Vorrang gegenüber einer Pflicht, nämlich der Achtung der Menschenwürde, gewährt werden. Insofern ist es rein aus der Vernunft unmittelbar evident, dass auch solche Föten ein Recht auf Leben haben.
Ich maße mir im Übrigen die Arroganz an, alle von meinen Aussagen abbweichenden Meinungen als kategorisch falsch zu betrachten.
Das Leben ist so einmalig, man darf es nicht zerstören. Gebt doch jedem Lebewesen die Chance, am Kreislauf des Lebens aktiv beteiligt zu werden.
Mütter die abtreiben oder abgetrieben haben sind Verbecher.