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Was ist der griechische zeus ?!

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raffis
Alt 24.08.2004, 13:42   #26
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Hallo Skinhead

"Die Götter sind nur z.T. Manifestationen des "einen göttlichen Bewusstseins". Eigentlich sind die Götter in Indien den griechischen sehr ähnlich, sie sind ebenso als kosmische Verwalter eingesetzt und führen auch ein vergleichbares Leben."

Im mythologischen Sinne ja, führen sie ihre eigenen Leben. Aber im philosophischen-spirituellen Sinne verkörpern sie Brahman, wie die Inder das göttliche Bewusstsein nennen, und sind wohl eher Spiegelungen gewisser Aspekte.

Wenn z.B. in der Mythologie Parvati (Shiva's Gemahlin) Askese und Meditation betreibt, um damit den eigentlichen Asketen Shiva zu beeindrucken und ihn zu verführen, so ist das im philosophischen Sinne eher eine Verschmelzung der shivaitischen Gegensätze von Shiva und Shakti (also göttliches Bewusstsein als Shiva, und Shakti als dynamische, weltliche Manifestation jenes Bewusstseins).
Aber im mythologischen Sinne ist es ganz klar eine Vermählungsgeschichte.

Schön, dass es noch andere gibt, die sich mit Hinduismus befassen!

Gruss Raffis
 
 
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raffis
Alt 24.08.2004, 14:05   #27
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Vielleicht noch als Zusatz:

Man sollte in Bezug auf die hinduistischen Götter klar zwischen der frühvedischen Zeit (ca.2200 v.Chr. - 1500 v.Chr.) und der Zeit der Upanishaden (ca.750 v.Chr - 500 n.Chr.) unterscheiden.
In der frühvedischen Zeit war es noch eine ganz klar indoeuropäisch dominierte Götterwelt, also in Form von unabhängigen, eigenständigen Wesen wie z.b. Uma, Agni, Soma usw. Oftmals auch Götter in der Form bestimmter Naturescheinungen wie die Sonne, Feuer, etc.

Mit dem Aufkommen der Geheimlehren, der Upanishaden, schob sich dann allmählich das Bild des einen göttlichen Bewusstseins, Brahman, hervor, das sich als Selbst, Atman, in jedem Wesen spiegelt. Zwar sprechen die Upanishaden vereinzelt noch von Göttern, doch dann meistens eher, um damit ein mythologisches Gleichnis zu erzählen.
Vedanta, die heutzutage in Indien weit verbreiteste Philosophie, und zugleich basierend auf Brahman und jenen Upanishaden, zeigt auch, wie die Götterwelt der frühvedischen Zeit nicht mehr wirklich auscchlaggebend ist.
Zwar werden auch heute noch die verschiedensten Götter angebetet und verehrt (Shaivismus, Shaktismus, etc.), doch werden die Götter nicht mehr wirklich als einzelne, unabhängige Wesen, sondern eher als Manifestationen, oder gar Adressierungen, dieses Brahmans angesehen.
So wird z.B. die Göttin Durga gleich Kali gleich Parvati gleich Devi interpretiert, also solch manifestierte Götterwesen sind zugleich auch wieder andere Manifestationen, da sie aus dem gleichen Ursprung kommen, nur durch unterschiedliche Eigenschaften unterschiedliche Aspekte eines Menschen, der Welt oder des Seins repräsentieren.

Gruss Raffis
 
 
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Morris
Alt 24.08.2004, 18:04   #28
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Nagut, bei Betrachtung der vedischen Mythologie ist natürlich die zugrunde liegende philosophische Schule maßgebend. So wird eben der Vedanta von Shankara ganz anders gesehen als von Sri Caitanya. Grundlage für die moderne Indologie ist da natürlich die gegenwärtliche Unpersönlichkeitsphilosophie Shankaras, welche du wohl meinst.

Doch trotz allem kommt es mir so vor, als würden gegenwärtig die Götter (eigentlich müsste man von Halbgöttern schreiben) noch als eigenständige Personen angesehen, sind doch die Epen Ramayana und Mahabharata sowie die Puranas, welche alle von Gott und den Göttern erzählen, nach wie vor sehr populär in der Bevölkerung. Der Vergleich ist vielleicht nicht sehr passend, aber hierzulande sehen doch auch kaum Christen Jesus als bloßes Prinzip an, sondern als historische Person. Genauso denke ich, werden die Götter eben auch als Realität wahrgenommen, wenn auch ihr Ursprung nach Shankara im von dir schon angesprochenen Brahman liegt. Doch zur momentanen Wahrnehmung der Veden hab ich eh gerade keine Erhebung *g*.
Schön, dass es noch andere gibt, die sich mit Hinduismus befassen!
Ja, die Überraschung ist ganz meinerseits , ist doch der indische Subkontinent in der westlichen Wahrnehmung viel zu schwach vertreten, als er es verdient hätte. Doch China und Azteken scheinen mehr zu interessieren *g*.
 
 
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raffis
Alt 24.08.2004, 19:51   #29
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Ja, in der Tat meinte ich den Advaita Vedanta von Shankara (hab vergessen dass es ja noch 2 andere Vedanta-Schulen gibt). Und natürlich hast du Recht, die Betrachtung bzw. Interpretation der Veden hängt natürlich von der philosophischen Schule bzw. Richtung ab.
Selbst Shankara, Verbreiter des "absoluten, monistischen Unpersönlichkeitsgottes", hat ja zu Lebzeiten Göttin Kali angebetet, und damit gezeigt, dass trotz aller Unpersönlichkeit die "persönlichen Aspekte von Gott bzw. Göttern" in gewisser Weise beibehalten worden sind.

Die 18 Puranas und die Epen Mahabharata und Ramayana sind ja vollgestopft mit Göttern und ihren Geschichten, weswegen dein Argument durchaus wahr ist, dass sie immernoch populär sind und damit auch ausschlaggebend für den heutigen Hinduismus sind. Scheinbar werden diese mythologische Erzählungen ja bereits früh in der Schule gelernt bzw. gelesen.
Für mich ist in dieser Hinsicht der mythologische Aspekt der Puranas ausschlaggebender als der reale Aspekt, aber ich denke, dass ist dann auch wieder Interpretationssache eines jeden.
Das ist doch das schöne an der indischen Philosophie, es gibt unzählige von Schulen und Philosophien, und trotz all ihrer Verschiedenartigkeit bauen sie alle auf denselben, zentralen Schriften auf (auch wenn einige Systeme natürlich ihre eigenen, zusätzlichen Schriften haben, z.B. Shiva Sutras -> Kashmir Shaivismus).

Gruss Raffis

P.S. Hast du die Puranas irgendwo in englischer oder deutscher Fassung gefunden (Internet, Amazon, etc.)???
Ich nur einige loose Zusammenfassungen.
 
 
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Morris
Alt 24.08.2004, 20:42   #30
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Für den Indologen müsste es eigentlich interessant sein, wenn es so viele verschiedene philosophische Traditionen gibt und auch die dortige Streit- und Debattierkultur sucht wohl ihresgleichen. Doch werden die vielen Schulen meist zugunsten des allgemein akzeptierten Vedanta in den Hintergrund gedrängt, was eigentlich schade ist.

Zu der Schule: Vor zwei Jahren gabs im MDR mal eine Sendung zum Mahabharata, die interessanterweise der Lehrmeinung widersprach *g*. In dieser Sendung wurde denn auch gezeigt, wie die Schüler Verse des Epos, insbesondere wohl der Bhagavad-Gita, auswendig lernten und rezitierten bzw. sangen.
Apropos Bhagavad-Gita. Wenn dieses Buch so ungemein wichtig ist für den Hinduismus, dann verstehe ich nicht, wie sich Shankara noch immer so halten kann. So wird doch die von ihm gelehrte Unpersönlichkeitsphilosophie in diesem Werk doch klar widerlegt. Oder hängt das auch wieder von der Übersetzung ab *g*?

Puranas gibt es im deutschen Sprachraum nur sehr schwer, und wenn, dann nur auf Englisch. Ins Deutsche wurde meines Wissens bisher nur das Bhagavata Purana übertragen. Jedoch ist diese Variante für einen Purana-Schnupperkurs nicht allzu geeignet, da die Übersetzung in einem 13-bändigen Werk vorliegt (hab schon zehn ) und jeder Vers in Sanskrit, Übersetzung und Erläuterung aus Sicht der Caitanya-Philosophie vorliegt (kannst auch online die englische Fassung lesen: www.srimadbhagavatam.com ). Eventuell gibt es noch eine weitere Übersetzung, die aber sicher noch schwieriger aufzutreiben sein wird. Um die Puranas in Englisch zu lesen reicht es aber vielleicht schon, wenn du eine Uni-Bibliothek aufsuchst. Auch der Krishna-Tempel in Zürich (du kommst ja aus der Schweiz) hat mehrere Puranas vorrätig. Wenn du sie käuflich erwerben willst, musst du sagen, dann können wir eine Partnerbestellung irgendwo vielleicht arrangieren .
 
 
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raffis
Alt 24.08.2004, 21:54   #31
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Shankara's Unpersönlichkeitslehre ist trotzdem so weit verbreitet, weil sie sich unter anderem (neben den Upanishaden) auf die Bhagavad Gita stütz. Krishna wird als leibliche Manifestation Brahman's interpretiert (quasi wie Jesus von Gott) und das ganze halt aus vedantischer Sicht interpretiert.
Ich sehe darin eigentlich keine Widersprüche, sondern meine Interpretation dieser Schrift liegt nicht allzu weit von der vedantischen Sicht. Aber das ist dann eben wieder Ansichtssache.

Vielleicht kann man wegen den Puranas mal schauen, aber im Moment hab ich zu wenig Geld!

Gruss Raffis
 
 
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^Der_Kleine^
Alt 24.08.2004, 21:58   #32
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Ich habe Aus der Schule nur gelernt das Zeus der Göttervater ist und der oberste Gott und seine Frau Hera ist und Zeus andauernd Fremdgeht egal ober ers mit ner frau nacht oder mit nem mann!
 
 
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raffis
Alt 27.08.2004, 16:06   #33
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An den kleinen Skinhead,

ich hab mal oben geschrieben:
"So wird z.B. die Göttin Durga gleich Kali gleich Parvati gleich Devi interpretiert, also solch manifestierte Götterwesen sind zugleich auch wieder andere Manifestationen, da sie aus dem gleichen Ursprung kommen, nur durch unterschiedliche Eigenschaften unterschiedliche Aspekte eines Menschen, der Welt oder des Seins repräsentieren.
"

ZUfälligerweise bin ich jetzt grad das Mahanirvanatantra am lesen, Dialoge zwischen Shiva und Parvati bzw. Shakti, und da hab ich dies gefunden:

Mahanirvanatantra IV,XIII-XV: (Shiva zu Parvati) Du bist Kali, Tarini, Durga, Sodashi, Bhuvaneshvari, Dhumavati. Du bist Bagala, Bhairavi, und Chhinna-Mastaka. Du bist Anna-Purna, Vagdevi, Kama-Lalaya. Du bist das Bild und die Verkörperung von allen Shaktis und Devas (Göttern). Du bist sowohl subtil als auch grob, manifestiert und verschleiert, formlos und doch mit Form. Wer kann dich verstehen?

Was ich damit zeigen wollte, ist das, was in vielen hinduistischen Texten (Tantras, Upanishaden, etc.) vorkommt. Die Gleichstellung bzw. das Gleichsein von Göttern mit anderen Göttern, und im Endeffekt das Gleichsein eines jeglichen Gottes mit dem einen, göttlichen Bewusstsein.
Aber aus meinem Beispiel kenn ich ca. die Hälfte der genannten Devas nicht! Aber das ist ja nichts neues, besonders nicht bei solch verschlüsselten Texten wie den Tantras

Gruss Raffis
 
 
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usrmrks
Alt 29.08.2004, 21:14   #34
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Zeus war hinter einer hübschen jungen Dame her und verfolgte sie zu Lande in der Gestalt der Tiere des Landes, zu Wasser in der Gestalt der Tiere des Wassers und zuletzt in der Luft in der Gestalt der Tiere der Lüfte (Daher Leda und der Schwan, wobei Leda nur ein altes Wort für Frau ist). Erschöpft gab sie sich ihm hin und sie feierten eine urzeitliche Sumpfvogelhochzeit. Deshalb ist das Ei so ein altes Symbol für die Fruchtbarkeit. Sie gebar ein Kind, Helena, wegen der es 10 Jahre Krieg um Troja gab. Das war ihre Rache. Ihr wisst Brad Pitt und so.

Woher wisst ihr denn eigentlich dieses ganze indische Zeug?
 
 
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