<u>Tre:</u>
durch diese ewigen zwänge wird die persönlichkeit des menschen immer "kleiner" und das finde ich nicht gut...
und es gott somit eigentlich recht gleichgültig ist was wir tun, wieso sollte man dan gott dienen wollen, bzw. ihn glücklich machen wollen ?
----> was bringt es dir gott zu "dienen" ?
Wie schonmal gesagt beruht ein Gottesbewußter Weg auf reiner Freiwilligkeit. Kein Zwang. Zwang hat nichts mit Liebe sondern mit Angst & Druck zu tun - das ist nich der Sinn davon.
Deine Persönlichkeit schrumpft nich - ganz im Gegenteil - du blühst förmlich auf. Und ich denke, dass deine Persönlichkeit in dieser Gesellschaft hier am meisten unterdrückt und in eine Schiene gedrängt wird. Gott im Herzen zu haben bedeutet wirkliche Freiheit. Frei von materiellen Wünschen, Ängsten, Leiden, Sorgen, Nöten, Zwängen, etc. Und das ist es doch, was wir uns alle tief im Inneren wünschen. Jeder möchte vollkommenes Glück, vollkommene Freude & Zufriedenheit, vollkommene, nie endende Liebe. Und jeder will leben, solange wie er sich noch dahinschleppen kann. Aber das hier in dieser Welt zu finden ist nicht möglich. Man mag zwar eine gewisse Freude, Zufriedenheit, Glück und Liebe hier in materiellen Dingen finden, aber ist diese nicht beständig und wird nach 'ner Weile öde, fade, langweilig und beruht zu 99% auf egoistischen Motiven. Man wird frustriert, depressiv, kriegt ne "mid-life-crisis", manche Dinge enden sogar im Extrem, weil Menschen einfach Unzufrieden mit sich selbst und der Welt sind. Es ist wie mit einem Fisch, den du an Land legst; er wird erhebliche Probleme bekommen und du kannst ihm geben was du willst - das wird ihn nich lange, wenn überhaupt, zufrieden stellen - selbst wenn du ihn regelmäßig "bewässerst". Richtig zufrieden und glücklich wird er erst sein, wenn du ihn wieder in das Wasser zurück bringst. Genauso ist es mit uns Lebewesen. Wir sind von Natur aus ewige Teile und Teilchen Gottes, Ihm untergeordnet - wir sind immer etwas oder irgendwem untergeordnet, allerdings hat das im materiellen meist was mit Erniedrigung und Unterdrückung zu tun; im spirituellen nicht. Wir sind von Natur aus Ewig, voller Glückseligkeit und voller Wissen - hier in dieser Welt erfahren wir aber das ganze Gegenteil: Begrenztheit, Tod & Endlichkeit, Leid, Unwissenheit / Ignoranz. Es sind unnatürliche Umstände für uns, so wie sich ausserhalb des Wasser zu befinden, unnatürlich für den Fisch ist. Es liegt in unserer Natur zu vergessen, da wir nicht vollkommen sind. Und so haben wir unsere eigentliche Natur vergessen, handeln aber instinktiv nach ihr. Wir suchen nach Ewigkeit, Glück, Liebe, Freude, Zufriedenheit, Liebe, Wissen, kurz gesagt: nach vollkommener Erfüllung. Und wie schonmal gesagt, diese hier in der Welt zu finden ist nicht möglich. Erst wenn der Fisch wieder mit dem Wasser verbunden ist, wird er wirklich zufrieden und genauso wird das Lebewesen erst dann wirklich zufrieden, wenn es wieder mit Gott, in Liebe, verbunden ist. Und Liebe bedeutet dienen. Was aber nicht missverständlich gleichgesetzt werden sollte mit "erniedrigung, unterdrückung, ausbeutung". ... Hierzu kann man sich bei Interesse
http://www.bhakti-yoga.ch/AnsArg/DerMensch.html anschauen.
Und Gott ist es nich gleichgültig was wir tun. Ganz im Gegenteil. Er wünscht es sich mehr, dass wir zu Ihm zurück kommen, als wir es tun. Allerdings zwingt Er niemanden. Er will liebevolle Diener und keine Sklaven. Aber mehr als uns Anstöße zu geben, kann Er nicht tun. Jeder hat seinen freien Willen und wer nicht will, der kann nicht gezwungen werden. Liebe und Hingabe beruhen auf Freiwilligkeit und kommen aus dem Herzen.

Eine schöne Geschichte dazu ist auf
http://www.krishna.ch/caitanya/meditation001.htm zu finden.
<u>Zu deiner anderen Frage:</u>
Gott lenkt uns in dem Sinne, dass Er unsere Wünsche erfüllt, seien sie schlechter oder guter Natur. "Der Mensch denkt, Gott lenkt".
<u>Dazu eine Geschichte:</u>
<u>Gott ist schuld</u>
Ein Sprichwort sagt: "Irren ist menschlich - aber noch menschlicher ist es, dieses Irren jemandem in die Schuhe zu schieben!" Diesen Reflex beherrschen die allermeisten von uns von Klein auf. Kaum ist etwas passiert, oft nicht einmal der Rede wert, kommt schon gleich die Verteidigung: "Ich kann nichts dafür!"
Die Reinkarnationslehre lehrt von Grund auf eine gänzlich andere Haltung: "Was immer dir in deinem Leben wiederfährt, das hat direkt mit dir zu tun". Es ist nicht die Schuldfrage, die dabei besonders betont würde. Schuld ist gänzlich nebensächlich. Vielmehr geht es um die Willensfreiheit als Grundlage jeder individuellen Entwicklung, und den sich daraus ableitenden Selbstbestimmung und Verantwortung.
Der folgende Dialog stammt zwar nur aus einem Roman von Rainer M. Schröder (Das Geheimnis der weissen Mönche). Aber was heisst hier "nur"? Der Aufruf, der darin zu finden ist, ist ein Aufruf an die Menschen, in ihrem Glauben langsam erwachsen zu werden und für all das Verantwortung zu übernehmen, was im eigenen Leben ist. Ob jemand dabei an Reinkarnation glaubt oder nicht, bleibt nebensächlich. Dem Autor und dem Roman liegt ein christlicher Hintergrund zugrunde, doch das Wesentliche bleibt sich gleich.
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"Gut, dann lasst uns über das Wesentliche reden, Bruder Basilius!", stiess Jakob grimmig hervor. "Und zwar darüber, warum Euer Gott,der doch angeblich der Gott der Liebe und der Barmherzigkeit ist, all diese Verbrechen und das Elend zulässt, von dem Ihr vorhin erzählt habt!".
"Ihr meint also, Gott hätte schon längst gegen den Hexenwahn einschreiten müssen, ja?", fragte der Mönch ruhig.
"Natürlich! Und nicht nur gegen die Hexenjäger, sondern auch gegen die Ausbeutung und Unterdrückung durch die Fürsten und gegen so vieles andere!"
"Ich fürchte, Ihr habt ein falsches Bild von Gott, Jakob. Der Allmächtige ist kein Puppenspieler und wir sind keine Marionetten, die an unsichtbaren göttlichen Fäden hängen. Wir sind nicht der Willkür eines Herrschers ausgesetzt, der die Welt erschaffen hat, damit er in diesem Welttheater ganz nach Lust und Laune und zu seiner Erbauung mal an diesem Menschenfaden und mal an jenem zieht", antwortete Bruder Basilius.
"Was sind wir dann?"
"Die Hüter der Schöpfung und frei in all unseren Entscheidungen. Gerade weil Gott uns liebt wie Eltern ihre Kinder, hat er uns nicht zu Sklaven gemacht, sondern uns die Freiheit geschenkt. Diese Freiheit beinhaltet nun aber auch, dass wir uns ebenso für das Gute wie für das Böse entscheiden können. Es ist nicht Gott, der Elend, Unterdrückung und Hexenwahn über die Menschen bringt, Jakob. Es sind die Menschen selbst, die sich gegen das Gute, gegen Liebe und Barmherzigkeit entscheiden und aus Verblendung, Raffgier und Herrschsucht ihren Mitmenschen so viel Leid antun."
"Und Gott schaut tatenlos zu!"
Der Mönch lachte neben ihm leise auf. "Seid mir nicht böse, Jakob, aber solch eine Reaktion ist typisch für uns selbstsüchtige Menschen."
"Das ist nicht grecht!", protestierte Jakob. "Ich habe nur davon gesprochen..."
"Lasst mich ausreden, Jakob!", viel Bruder Basilius ihm ins Wort. "Einerseits wollen wir, dass niemand uns vorschreibt, was wir zu tun und zu lassen haben und für welches Leben wir uns entscheiden. Wir wollen unseren Willen in allen Dingen durchsetzten und die Welt so gestalten, wie wir sie für richtig halten. Wir wollen Meister unseres eigenen Lebens sein und streben in allem nach Allmacht. Und dieses grossartige Geschenk der völligen Entscheidungsfreiheit hat Gott uns gemacht. Nur ignorieren wir gerne, dass die erste Pflicht der Freiheit ist, dass sie sich Grenzen setzt, damit sie die Freiheit des Nächsten nicht stranguliert. Denn Freiheit ohne Verantwortung ist und bleibt Willkür."
... -=> weiter im nächsten Posting