@mojose
Dein Beitrag ist schon etwas her (#52), ich hatte ihn übersehen.
Aber ich will noch darauf eingehen:
und wo her wollen die menschen wissen was gut und böse ist?
wenn mir etwas jemand ein korb äpfel klaut schadet er mir aber wiederrum tut er seiner famile was gutes weil sie dann was zu essen hat.
die 10 gebote von denen wo du schreibst sind auch keines falles verbote also warum sollte ich des dann net tun? einfaches beispiel
man soll den sabat heiligen. bei den juden ist es der samstag bei uns der sonntag was nun komme ich nun in die hölle weil ich an einen samstag ein feuer gemacht hab?
-Wir wissen was gut und böse ist, weil es uns unser Gewissen sagt. Dieses Gewissen kommt von Gott. Seine Stimme ist leise, wir können es auch übergehen, aber es ist vorhanden.
Des weiteren können wir dies konkret in der Bibel nachlesen.
-Zu dem Klauen von Nahrungsmitteln bei anderen, um damit der eigenen Familie was "Gutes" zu tun, dazu habe ich in Beitrag #64 an Bozza schon was geschrieben.
-Ob jemand wegen irgendetwas in die Hölle kommt, das entscheidet grundsätzlich Gott. Nur er kennt nämlich unsere Gedanken und Motive.
Ich will Dir aber mal erläutern, weshalb das Feuermachen am Samstag nicht das eigentliche Problem ist.
Du hast recht damit, daß der Sabbat bei den Juden der Samstag ist, und nicht etwa der Sonntag. Obendrein fängt ein Tag bei ihnen (wenigstens war es damals so) bereits bei Sonnenuntergang an. Das bedeutet, der Sabbat begann Freitag abend bei Sonnenuntergang und ging bis Samstag abend bis zum Sonnenuntergang.
Bei den Christen hat sich irgendwann der Sonntag eingebürgert, vermutlich deshalb, weil am Sonntag Christus auferstanden ist.
Weshalb ist das Feuermachen am Samstag oder auch Sonntag nicht das eigentliche Problem?
Weil die 10 Gebote in folgendem
zusammengefasst sind:
Das wichtigste Gebot (Mk 12,28-31; Lk 10,25-28) 34 Als die Pharisäer erfuhren, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei Jesus zusammen. 35 Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, stellte Jesus eine Falle. Er fragte ihn: 36 »Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot des Gesetzes?« 37 Jesus antwortete: »'Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand!'a a) nach 5.Mo 6,4-5 38 Dies ist das größte und wichtigste Gebot. 39 Aber gleich wichtig ist ein zweites: 'Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!'a a) zit 3.Mo 19,18; Mk 12,31S 40 In diesen beiden Geboten ist alles zusammengefasst, was das Gesetz und die Propheten fordern.« a
a) Kap. 7,12; Röm 13,9-10; 1.Joh 4,21
Mt 22,34-40
Gut zu verstehen ist das auch anhand folgender Aussage von Jesus:
»
Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt – das ist es, was das Gesetz und die Propheten fordern.«
Mt 7,12
Das "
Du sollst lieben" oder "
Liebe" ist auch im Sinne von "
Behandle deinen Mitmenschen liebevoll" "
Tue deinem Mitmenschen Gutes" zu verstehen.
Wenn Du also die Menschen bestiehlst, die ehe brichst (fremdgehst, Deine Frau/Mann verlässst etc.), falsches negatives über andere erzählst, u.s.w.
dann tust Du deinem Mitmenschen (ob Bruder, Frau oder Feind) nichts Gutes oder liebevolles, sondern böses.
Wir brauchen uns also immer nur fragen:
"Behandle ich meinen Mitmenschen mit meinem Verhalten liebevoll, würde ich auch so behandelt werden wollen?" Wenn wir das mit "Nein" beantworten können, dann ist die Sache klar.
Nun ist ja aber auch gesagt (als erstes höchstes Gebot!), daß wir Gott lieben (also auch liebevoll behandeln) sollen.
Dazu ist zu sagen, daß dies am ehesten dann geschieht, wenn wir ihn nicht verachten und missachten, sondern ehren und auf ihn hören.
Vergleichen wir das mit unserem menschlichen Vater: Wie würde er darauf reagieren (bzw. wie würden wir selbst reagieren, wenn wir Vater sind oder wären?) wenn wir ihn
1. verachten (nicht auf ihn hören und unser eigenes Ding machen)
2. ignorieren (sagen, er sei nicht unser Vater, und nicht -oder nur aus egoistischen Motiven- mit ihm sprechen) (bei Gott: behaupten, es gäbe ihn nicht)
3. behaupten, alles was er uns Gutes tut, sei nicht sein Verdienst.
4. behaupten, das Böse (incl. eigenen Verhaltens) wäre sein Verdienst und er sei sadistisch
5. u.s.w.
Nun, ich nehme an, unser menschlicher Vater wäre....na ja, sagen wir es mal so....Die Beziehung wäre überreichlich schlecht. Sehr wahrscheinlich existiert dann überhaupt
keine Beziehung.
Und genau so ist es mit unserer Beziehung zu Gott -wegen unseres Verhaltens. Nicht weil Gott es so wollte, sondern
deshalb. Aus keinem anderen Grund ist es so.
Wenn wir unsere Mitmenschen nicht verachten, sondern liebevoll behandeln, tun wir, was er uns gesagt hat.
Damit beachten wir ihn, ignorieren ihn nicht, nehmen ihn ernst und ehren ihn. Wir tun also zwei Dinge gleichzeitig:
Wir behandeln unsere Mitmenschen liebevoll und wir behandeln Gott liebevoll. Damit haben wir dann die zwei höchsten Gebote Gottes erfüllt, die ja -wie gesagt- alles andere beinhalten/zusammenfassen.
Nun aber zum Sabbat/Samstag bzw. jetzt/hier Sonntag:
Der Hintergrund dieses Gebotes von Gott mit der Sabbatheiligung ist, daß er möchte, daß die Menschen (damals das jüdische Volk) an ihn und ihre Mitmenschen denken.
Er möchte, daß sie an diesem Tag nicht arbeiten, damit sie Zeit zum Nachdenken und zum Gebet (also zum Gespräch mit ihm) haben. Gleichzeitig sollen sie durch diesen Tag Zeit haben, sich um ihre Mitmenschen zu kümmern und ihnen Zeit zu widmen. Zum Beispiel um Besuche zu machen.
Man muß sich mal vorstellen, daß es damals viel schwieriger war, richtig Zeit zu haben. Es gab damals keine Waschmaschine, Spülmaschine, überhaupt irgendwelche Elektrogeräte, Traktoren und so weiter. Die Menschen arbeiteten vorwiegend in der Landwirtschaft. Alles musste von Hand erledigt werden. Es gab sehr viel Arbeit, mehr als genug.
Gott forderte die Menschen mit diesem Gebot auch heraus, die Arbeit auf dem Feld etc. (die ja da war!) liegen zu lassen und sich auf ihn (also Gott) zu verlassen. Dadurch wollte er den Menschen zeigen: Ich sorge für Euch, letztlich kommt es alles von mir. Ohne meinen Segen gelingt Euch nichts.
Wer sich daran hielt, der wurde dadurch wiederum gesegnet.
Jetzt ist die Frage: Gilt das nun nicht mehr?
Jesus hat ja gesagt, daß er
nicht gekommen ist, um ein einziges -auch noch so kleines- Gebot aufzulösen, sondern, um die Gebote
zu erfüllen.
(Mt 5,17-19; Lk 16,17-18)
Es gilt noch immer. Gott wollte damit ursprünglich erreichen, daß die Menschen an ihn Gedenken, ihm Vertrauen, und daß wir uns Zeit für unsere Mitmenschen nehmen und ihnen helfen.- den Tag also letztlich Gott zu widmen und nicht unserer eigenen Sache.
Mit einem Tag in der Woche ist das aber unvollständig, wenn wir es tatsächlich nur an diesem Tag so praktizieren. Auch das geht aus dem Gebot Gottes im Grunde hervor:
"
Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand!" (Mt 22,37)
Wenn ich das nur an bestimmten Tagen tue und sonst nicht, dann kann ich es unmöglich mit
ganzem Herzen tun.
Denn wenn ich jemanden liebe, dann tue ich es auch an den anderen Tagen und nicht nur an einem Wochentag. Dementsprechend tue ich ihm auch an den anderen Tagen liebevolles. Wie gesagt, bei Mt 22,37 handelt es sich um eines der beiden
höchsten Gebote, die anderen sind darin
zusammengefasst.
Das ist auch der Grund, warum Jesus folgendes tat:
"Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett auf und geh umher! 9 Und sofort wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett auf und ging umher. Es war aber an jenem Tag Sabbat. 10 Es sagten nun die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, es ist dir nicht erlaubt, das Bett zu tragen. 11 Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, der sagte zu mir: Nimm dein Bett auf und geh umher."
Joh 5,8-11
Jesus hat also nicht das Gebot missachtet, sondern die Juden hatten es nur
falsch angewandt und die Schriftgelehrten es
falsch gelehrt. Dabei hatten sie das wichtigste und viel höhere Gebot missachtet:
"
Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst." (3.Mo 19,18; Mt 22,39)
Und wie kann ich das erfüllen, wenn ich sage:
"
Du bist gelähmt, quälst Dich? Och, pech gehabt, heute ist Sabbat. Ich komme dann morgen wieder."
Gottes Gesetz (und überhaupt, auch die Bibel) ist immer im Zusammenhang zu verstehen. Man kann nicht Teile beachten, und andere nicht.
Das bedeutet also:
Die Christen (die Nachfolger von Jesus und damit Söhne und Töchter Gottes) sind nicht an den Sonntag, Samstag oder welchen Tag auch immer gebunden.(wie gesagt, wenn man Gott liebt, dann tut man dies auch an den anderen Tagen)
Aber: Sie tun an diesem und den anderen Tagen auch nichts sinnloses bzw. verschwenden ihre Zeit.
Denn würden sie einfach nur aus egoistischen Motiven arbeiten...
(zum Beispiel weil´s Geld bringt, wovon man sich dann irgendein Konsumprodukt kaufen möchte) ...oder auf dem Computer irgendwelche Ballerspiele spielen... (wovon niemand was hat, außer daß Zeit verschwendet wird)
...dann würden sie das Gebot der Nächstenliebe
nicht erfüllen.
Christen arbeiten, aber sie tun es nicht, weil sie sich nen neuen Passat oder im Winter nen Ägyptenurlaub leisten wollen, sondern, weil sie
1. auch Geld benötigen zum Leben (Leben und Luxus ist ein sehr grosser Unterschied)
2. Weil man mit dem Geld den Mitmenschen helfen kann. Man kann es zum Guten oder zum Schlechten, selbstlos oder selbstsüchtig (egoistisch) einsetzen.
Auf diese Weise wird also weder das alte Gebot missachtet, noch das Gebot der Nächstenliebe und der (
ganzherzigen) Liebe zu Gott, als die höchsten Gebote.
Es wird alles erfüllt.
Vergleiche dazu auch: Mt 12,12; Mk 3,1-6; Römer 14,4-7; Römer 12,1; Röm 6,13; 1.Petr 2,5; Jak 4,17; 1.Joh 3,17; 1.Kön 8,61
Edit:
Es ist sinnvoll, nicht am Samstag oder Sonntag zu arbeiten, weil man dann am besten den Kontakt zu den Mitmenschen pflegen kann. Schließlich haben zu diesem Zeitpunkt die meisten frei. Es sollte also im Sinne des Gebotes betrachtet werden: "
Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst."