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Das Gesetz Gottes - gilt es nach wie vor, oder ist es durch Jesus anders geworden?


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sailor
Alt 19.01.2007, 20:14   #1
Standard Das Gesetz Gottes - gilt es nach wie vor, oder ist es durch Jesus anders geworden?

Ursprünglich waren wir beim Thema Homosexualität.

Wir sind in unserer Diskussion etwas abgewichen und bei Gottes Gesetz gelandet.
Heute wird gerne eine Bibelstelle aus dem Neuen Testament zitiert, in der es heißt: "...aber <da> wir wissen, daß der Mensch nicht aus Gesetzeswerken gerechtfertigt wird, sondern nur durch den Glauben an Christus Jesus..."


Was aber bedeutet das und in welcher Bedeutung steht es in Bezug auf die Worte von Jesus Christus, in denen es heißt: "...nicht ein Punkt oder Komma vom Gesetz vergeht. Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen." (Mt 5,17-18)


An anderer Stelle heißt es auch: "ihr seid nicht mehr unter dem Gesetz..."
(Röm 6,14) Was also hat das zu bedeuten? Ein Widerspruch?

Für alle, die eine interessante und entscheidende Frage bewegt, die einerseits scheinbar die Glaubwürdigkeit der Bibel in Frage stellt und andererseits bei vielen Kirchen für Uneinigkeit sorgt, könnte es interessant werden.

Ich füge dann die alten Beiträge aus dem Thread Homosexualität und Gott - die Aussagen der Bibel hier ein.





Von Michaelg:

Sehr viel zutreffender und vor allem auch in Beziehung zur Gesamtheit der christlichen Logik finde ich das Ergebnis folgender Analyse:

Homosexualität und Gott

Es werden hier die absolut wichtigen Fragen aufgeworfen:
-Um wen geht es eigentlich?
-Und um was?
-in welchem Kontext?

Es wird eine sehr wichtige Entscheidung gemacht, aber lest ruhig selbst.

Ich werde daraus jetzt nicht weiter zitieren oder Dinge hinzufügen, weil ich mit dem komplett einverstanden bin.

In diesem Sinne, Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet





Von Sailor:

@michaelg

Ich bringe mal einen Auszug aus Deinem Text, mit dem Du so einverstanden bist:


Zitat:
Es geht hier, im ersten Kapitel des Römerbriefes, also nicht um Christen, sondern um Menschen, die nicht an Gott glauben und tun was sie wollen. Es geht hier nicht um Christen - egal, ob sie homo- oder heterosexuell sind.
Nun ist es aber so, dass es homosexuelle Christen gibt. In vielen christlichen Gemeinden ist dies zwar undenkbar, aber es gibt tatsächlich Christen, die auch homosexuell sind. Was ist nun mit Christen, die schwul oder lesbisch sind?....

....Es geht in Römer 1 um Abgötterei, um Vergötterung von Sexualität, die auch in homosexuellen Geschlechtsverkehr zum Ausdruck kam. Es geht nicht um eine ganz normale Liebesbeziehung zwischen zwei lesbischen oder zwei schwulen Christen.
Die Autorin stellt hier krasse Behauptungen auf, wirklich krass. Mit dem Wort Gottes hat es nichts, aber auch gar nichts mehr gemeinsam. Ich will Dir erläutern, warum:

Mt 12,50
"Denn wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter."

Mt 7,21
"Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist."

Wenn also jemand nicht den Willen Gottes tut und demnach auch kein Bruder oder Schwester von Christus ist, und nicht ins Himmelreich kommt, was soll er dann sein? Christ? Ganz sicher nicht, denn Christus tat den Willen Gottes allezeit.
Was aber ist der Wille Gottes? Daß schwule schwul und heterosexuelle heterosexuell sind?

3Mo 18,22
"Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Greuel."

3Mo 20,13
"Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Greuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen."

Das sind Gottes Worte und das ist sein Wille. Jesus sagt uns ganz klar und deutlich, daß diese Worte Gottes gültig sind:

Mt 5,17-18
Meint nicht, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.
Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. (-->vgl. Lk 16,17; Mt 3,15)

Jak 1,17
"Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten." (-->vgl. Mal 3,6; Jes 46,4; 4.Mo 23,19)

Jesus erklärt das Gesetz für gültig und Gott verändert sich nicht. Es bleibt also dabei: Wer Homosexualität praktiziert, tut nicht den Willen Gottes.
Wer aber nicht den Willen Gottes tut, ist weder der Bruder oder die Schwester von Jesus Christus noch kommt er ins Himmelreich (obige Worte!)

Wenn Gott hier in 3.Mose 20 vom Sterben spricht, dann meint er den sogenannten "zweiten Tod", die Hölle (Offb 21,8; 20,10; Mt 25,41), da wir alle in mehr oder weniger gehobenem Alter sterben. Was aber nach dem ersten Tod und dem Gericht folgt, ist eine ewige Qual für alle, die diese Worte verwerfen (vgl auch Hes 18,4) und nicht annehmen.


Zitat:
In diesem Sinne, Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet
So ist es. Sage ich nach dem Wort Gottes die Wahrheit, wenn ich mich zu diesem konkreten Fall allgemein zur Homosexualität auf Gottes eigene Worte (3.Mo 20,13) beziehe, oder nicht?
Die genannten Worte beziehen sich auf den Fall, wo ich nichts konkretes über einen Menschen weiß, ihn nicht wirklich beurteilen kann (wozu ich als Mensch nie in der Lage bin), und dann ein Urteil über ihn persönlich fälle. Denn ich kenne ja nicht seine Gesinnung, sein Denken, seine Motive.
Wenn ich also beispielsweise zu irgendeiner Person (ob homosexuell oder nicht) sage: "Du kommst in die Hölle!" oder "Der hat das Todesurteil verdient.", dann richte ich.

Es geht also um die persönliche endgültige Zusage zu einer konkreten Person. Spreche ich allgemein über den Fall einer konkreten Sünde, dann kann ich durchaus sagen, daß wer diese Sünde bewußt tut, er sich damit die ewige Qual einhandelt, wenn er sich nicht ändert. Wenn ich das aus dem Wort Gottes weiß.
Gott wird nach diesen (seinen eigenen) Worten richten, etwa auch:

Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Hader, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen,
21 Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im voraus, so wie ich vorher sagte, daß die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden.
Galater 5,19-21

Ich möchte betonen, daß ich geschrieben hatte:

"Es ist deshalb keinesfalls richtig, Homosexuelle auszugrenzen, zu beschimpfen, zu verprügeln, und was da sonst noch alles geschieht, im Gegenteil. Genauso falsch ist es aber, die Homosexualität als etwas normales darzustellen und es gut zu heißen. Wer dies tut, der hilft dem Betroffenen nur oberflächlich, schmeichelt ihm/ihr, doch er hilft nicht wirklich, sondern im Gegenteil."

Wer dies tut, der sorgt dafür, daß der Betroffene (oder andere, mit welcher Form von Unzucht auch immer) ihre Sünden vor Gott nicht erkennen und in der Folge nicht umkehren und sich nicht ändern und gerettet werden.
Genau das ist aber die Absicht Gottes, uns auf diese Weise zu erretten. Deshalb handelt die Interpretin Deines aufgeführten Textes Gott zuwider.

http://www.biblegateway.com/passage/...28;&version=54; ----> Genau davon spricht Gott, die innere Reinigung vom "ES", dem Ego, der Selbstsucht: Durch seinen heiligen Geist. Dazu gehört auch die Homosexualität. Er reinigt uns von der Sünde und gibt uns ein NEUES HERZ. Ein Herz, das für ihn schlägt und gerne sein Gesetz tut. Aus Liebe.

So hat auch Petrus gepredigt. Er sprach nie "Jesus hat die Sünden abgewaschen, deshalb könnt ihr so weitermachen, es wird alles gut." NEIN.
Als er zu den Menschen sprach, passierte folgendes:

37 "Als sie aber <das> hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder?
38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße....und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden!..."


D.h. Kehrt um!, ändert Euch! Fangt ein Neues Leben an!
(Apg 2,37-38 vgl. Apg 3,19)

und Petrus sagte:
"Und es wird geschehen: jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden."
(Apg 2,21)

Das ist der Name des HERRN Jesus Christus, den wir anrufen können, um errettet zu werden. Wir können ihn bitten, wir müssen es nur von ganzem Herzen tun. Dann werden wir errettet.
http://www.youtube.com/watch?v=5-UDWk6e_aE
http://www.youtube.com/watch?v=RfHTk3sGcyY

Ich gebe Dir einen guten Rat, Michael...wenn Du ihn annehmen willst. Pass auf, was Dir andere als die Wahrheit verkaufen wollen!
Auch mich hat man -gerade von theologischer Seite- schon genug für dumm verkauft. Bis ich angefangen habe, selbst in der Bibel zu lesen.




Von baedr:

Zitat:
Gott verändert sich nicht.
Doch. Im alten Testament war Gott eher rachsüchtig und bestrafend, und im neuen Testament war er gütig und gnädig... Man könnte meinen, das liegt daran, dass die Bücher zu unterschiedlichen Zeiten geschrieben wurden, aber wahrscheinlich hatte Gott nur eine schlechte Phase. Gott ist auch Morgens immer gut drauf, was sich dadurch äußert, dass es morgens nie Blitzt und donnert. Außerdem findet er Gefallen am Versteckspiel, das war früher auch nicht so.

Aber nochmal meine Frage von vorhin:
Warum sorgt Gott dafür, dass ca. 10% "seiner" Menschen homosexuell sind? Er schickt sie damit fast alle von vorn herein in die Hölle.





Von michaelg:

Das mit der Änderung Gottes ist eine Gratwanderung, gewiss. Um das zu zeigen werde ich einmal, nicht ganz ernsthaft, ein Gegenargument dazu zu bringen

Mt 12,50
"Denn wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter."

Mt 7,21
"Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist."

auf Levitikus zu beziehen, gar auf alles.


Zitat:
Zitat von sailor
Das sind Gottes Worte und das ist sein Wille. Jesus sagt uns ganz klar und deutlich, daß diese Worte Gottes gültig sind:
Wenn du in Bezug auf die Worte des Herrn Jesus Christus sagst, nur wer treu ist, und hier durchaus mal gesetzestreu, denn es wurde ja ganz klar Lev 20, 13 genannt, der wird ins neue Reich kommen. Sollten wir denn nicht alle Judenchristen sein?

Für mich als Christen sind maßgeblich die Worte des Herrn, Jesus Christus. Levitikus ist unzweifelbar das Wort des Herrn. Aber wie steht es mit der Gültigkeit für Christen?

Nach den beiden schon genannten Stellen aus Matthäus soll das gültig sein. Dann sind wir aber wieder bei der Frage, was ist mit dem Rest aus den Büchern Mose? Das kann es nicht sein.



Zitat:
Zitat von sailor
Mt 5,17-18
Meint nicht, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.
Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. (-->vgl. Lk 16,17; Mt 3,15)
Was folgt dem denn nach, ab Vers 21?

Da sind also doch ein paar "Änderungen" oder zumindest etwas neues. Paulus hat sich doch sehr mit der Frage von Jesu und altem Gesetz auseinandergesetzt:

Die Schrift aber hat es zuvor gesehen, daß Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht; darum verkündigte sie dem Abraham: "In dir sollen alle Heiden gesegnet werden."

Also werden nun, die des Glaubens sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham.
Denn die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: "Verflucht sei jedermann, der nicht bleibt in alle dem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, daß er's tue."
Daß aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn "der Gerechte wird seines Glaubens leben."
Das Gesetz aber ist nicht des Glaubens; sondern "der Mensch, der es tut, wird dadurch leben." Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns (denn es steht geschrieben: "Verflucht ist jedermann, der am Holz hängt!")

(Gal 3, 8-13)




Von sailor:

Michael, Du hakst genau an der Stelle, die auch immer wieder so in der lutherischen Kirche verkündet wird. Es ist dort eine typische Theologie.
Lese bitte nochmal gründlich nach:

http://www.biblegateway.com/passage/...28;&version=54;

Wovon spricht Gott da? Er spricht davon, daß er unser Herz verändern will richtig? Er will uns ein neues Herz schaffen. Des weiteren steht dort:

"...und ich werde machen, daß ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut."

Dafür gibt er uns ein Neues Herz, damit wir diese Ordnungen und Rechtsbestimmungen (sein Gesetz) in Zukunft halten können, was uns zuvor nicht möglich war.
Es war uns nicht möglich, weil das Gesetz als Zwang betrachtet wurde: "Du sollst...", es entsprach nicht unserem eigenen Willen.

Gott aber möchte mit der Sünde in die wir uns alle verstrickt haben (dazu diente das Gesetz auch, die Sünde zu definieren und damit erst als schlimm zu kennzeichnen) , der darauffolgenden Erkenntnis unserer Verlorenheit, und der anschließenden Vergebung bewirken, daß wir Dankbarkeit empfinden.
Er möchte, daß wir uns wegen dieses selbstlosen Opfers von Jesus Christus aus Dankbarkeit zu ihm hinwenden.
Wer tiefe Dankbarkeit über Gottes Handeln empfindet, der kann ihn auch wirklich lieben.
Wer Dankbarkeit empfindet, der wird dazu in die Lage versetzt, Gottes Gesetz nicht mehr aus Zwang zu tun, sondern aus Dankbarkeit und Liebe. Genau das meinen die genannten Verse aus Hesekiel 36. Die gleiche Prophetie ist übrigens noch häufiger in der Bibel zu finden, sie wird immer wieder erwähnt. Hast Du eine Computerbibel? Das kann ich Dir sehr empfehlen, mit Stichwortsuche.

Ansonsten würde das den erwähnten Aussagen Jesu vollkommen widersprechen, denn er spricht ganz eindeutig davon, daß "nicht ein Tüpfelchen, Punk oder Komma vom Gesetz vergeht", und daß er nichts davon auflösen will.

Wir haben nur ein Gesetz zu halten, das aus zwei Geboten besteht: Gott zu lieben und die Mitmenschen zu lieben wie uns selbst.
In diesen zwei Geboten ist alles andere zusammengefasst.

Wir können Gott aber nur lieben, wenn wir ihn auch ernstnehmen und uns an sein Gesetz halten. Genauso hat es Christus getan. Deshalb hat er sich sogar taufen lassen, obwohl er doch vollkommen ohne Sünde war. Er hat nur dort anders gehandelt, wo das Gesetz Gottes falsch interpretiert (da sind wir wieder beim verdrehen) wurde und dementsprechend gelehrt wurde. Beispielsweise sollten die Leute am Sabbat niemandem helfen, obwohl doch das höchste Gebot (das höchste!) sagt, daß wir unseren Nächsten lieben sollen.
Also wie sollte man dann sagen "Du quälst dich? Pech gehabt, heute ist Sabbat?" Das war eine klare Fehlinterpretation und damit hat Jesus aufgeräumt, deshalb sagte er: "...ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen."

Also, wie gesagt: Gesetz ja, aber von Herzen. Das ist der Unterschied zu früher.

Wenn wir also Menschen helfen wollen, dann können wir ihnen nicht sagen "Es ist schon alles gut" , sondern wir müssen sie zu Erkenntnis ihrer Schuld führen. Denn genau das ist das Problem. Wenn wir diese Schuld nicht erkennen, bereuen und umkehren, dann sind wir verloren!

Daran ändert auch der Tod Jesu nichts oder irgendeine "Säuglingstaufe".
Christus ist für alle die gestorben, die auf ihn hören, an ihn glauben. Glaube bedeutet aber Vertrauen und Vertrauen bedeutet, daß ich auch Vertrauen zu Gott und seinem Wort habe (das Jesus verkündete) Wenn ich dazu Vertrauen habe, dann tue ich, was Gott sagt und handle danach.
Er sagt aber: "Tut Buße (Kehrt um!!!) und fangt ein neues Leben an!"
Darauf stösst Du neben den Evangelien und der Apostelgeschichte auch in Hesekiel immer wieder (etwa Kapitel 18 und 33)

Es ist der allergrösste Betrug, zu behaupten, Jesus sei für uns gestorben und hat die Sünde fortgeschafft und wir können so weitermachen. Schließlich seien wir arme Sünder und es müsste so bleiben, weil unabänderbar. Genau das ist die Theologie der lutherischen Kirche.

Selbstverständlich ist Jesus für uns gestorben! Aber er ist für uns gestorben, damit wir die Chance haben, ernsthaft zu bereuen und zu Gott umzukehren und wir dann -wirksam durch sein Opfer- die Vergebung erhalten. In der Folge soll dann die Taufe erfolgen, in der das Gewissen rein gewaschen wird. Welchen Sinn hätte das als Säugling gehabt, wenn wir unser Gewissen danach wieder voll Schuld laden?

Hinterfrage Michael, und lese selbst nach!




Von michaelg:

sailor, wo genau hakt mein Gedanke da, oder eben auch die das lutheranische Verständnis? Geht es um die Differenzierung zum jüdischem?

Zu Ezechiel, gleiches Kapitel: nicht nur Vers 28, das ganze Kapitel, mehr noch das ganze Buch ist lässt sich schwer auf das Problem der Einhaltung alttestamentlicher Gesetze durch zeitgenössische Christen beziehen. Vers 26 für sich alleine zwar sehr, aber zu wem spricht Gott da?
Vers 28 beispielsweise zeigt doch sehr deutlich worum es da geht, Gott spricht zu seinem Volk Israel.


Zitat:
Zitat von sailor
Wir haben nur ein Gesetz zu halten, das aus zwei Geboten besteht: Gott zu lieben und die Mitmenschen zu lieben wie uns selbst.
In diesen zwei Geboten ist alles andere zusammengefasst.
Sehr richtig.


Zitat:
Zitat von sailor
Also, wie gesagt: Gesetz ja, aber von Herzen. Das ist der Unterschied zu früher
Also Erfüllung des Gesetzes, ohne Auflösung auch nur einer klitzekleinen Sache. Eben von Herzem. Das darf auch gerne so genannt werden. Wie ist es denn mit Mat 5,38-39 oder gar Vers 44 ? Auch eine Korrektur von Fehlinterpretationen? Möchte ich gerne so erkennen, aber hier wird nicht ergänz, erfüllt, neuinterpretiert, hier wird eine komplett neue Handlungsanweisung gegeben. Jesus weist an, im Widerspruch zu Exodus Kapitel 21 zu handeln.

Ich verweise erneut auf den Galater Brief:



Aber da ich sah, daß sie nicht richtig wandelten nach der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Petrus vor allen öffentlich: So du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, warum zwingst du denn die Heiden, jüdisch zu leben?
Wir sind von Natur Juden und nicht Sünder aus den Heiden;
doch weil wir wissen, daß der Mensch _durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesum Christum_, so glauben wir auch an Christum Jesum, auf daß wir gerecht werden durch den Glauben an Christum und nicht durch des Gesetzes Werke; denn durch des Gesetzeswerke wird kein Fleisch gerecht.
Gal 2, 14-16

Denke auch an Röm 8, 3-4

Hier möge man sicher einwänden: Aber Christus sagt doch, er ist nicht gekommen das Gesetz aufzulösen. Und mehr noch: man solle weiter dem Gesetz folgen.

Dies zu tun kann aber nicht dem Glaube an Christus entsprechen. Der Glaube an Christus ist durch das wichtigste Gebot definiert, du hast es schon erwähnt.

... worauf ich eigentlich hinaus möchte, ist dass Levitikus exklusiv jüdisch ist resp. sein kann. Jesus hat hat zu Juden gesprochen, wenn er über die Gesetze sprach. Wir - für uns jetzt heute - können alles, was Jesus zu Gehorsam, Wille des Vaters und Gesetzen komplett sagt nur dann anwenden, wenn wir das ganze alte Testament für uns als wirksam erachten.

Es gibt so viele Stellen im neuen Testament, die das Gesetz bejahen und hervorheben (z.B. Mt 5,19; Lk 16,17; Offb 12,17; Röm 7,12). Wenn wir das für uns als Grundlage nehmen, wie aber umgehen mit Apg 15?





Von Sailor:



Geändert von asdf (20.01.2007 um 01:48 Uhr).
 
 
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sailor
Alt 19.01.2007, 20:14   #2
Standard

sailor, wo genau hakt mein Gedanke da, oder eben auch die das lutheranische Verständnis? Geht es um die Differenzierung zum jüdischem?
Ich blende mal Deinen Text ein:

Wenn du in Bezug auf die Worte des Herrn Jesus Christus sagst, nur wer treu ist, und hier durchaus mal gesetzestreu, denn es wurde ja ganz klar Lev 20, 13 genannt, der wird ins neue Reich kommen. Sollten wir denn nicht alle Judenchristen sein?

Für mich als Christen sind maßgeblich die Worte des Herrn, Jesus Christus. Levitikus ist unzweifelbar das Wort des Herrn. Aber wie steht es mit der Gültigkeit für Christen?

Nach den beiden schon genannten Stellen aus Matthäus soll das gültig sein. Dann sind wir aber wieder bei der Frage, was ist mit dem Rest aus den Büchern Mose? Das kann es nicht sein.
Es geht darum, daß nach dieser Denkweise ein grundsätzliches Problem, ein Widerspruch!, darin besteht, daß einerseits das Wort von Jesus Christus maßgeblich sein soll (wie Du hier selbst schreibst) und andererseits klare Worte Gottes -wie die in Lev 20,13 genannten- "Gesetz" sind, und deshalb von vielen Leuten als "gesetzlich" abgetan werden. So nach dem Motto: "Jesus hat darüber hinaus geführt."
Das führt dann etwa auch zu der Ansicht: "Praktizierende Homosexuelle können Christen sein."
Ich aber wiederhole Christus:

Meint nicht, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.
Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.

In Lk 16,17 wird das ebenso deutlich gesagt. Siehe auch Mt 3,15

Damit das dann passt (daß man das Gesetz nicht genau nehmen muß)werden gerne Bibelstellen aus dem Zusammenhang gerissen und "zurechtinterpretiert" (entstellt.)
Dazu werden dann eigene theologische Bücher geschrieben, damit der Zusammenhang passt u.s.w.
Soweit dazu.


Zu Ezechiel, gleiches Kapitel: nicht nur Vers 28, das ganze Kapitel, mehr noch das ganze Buch ist lässt sich schwer auf das Problem der Einhaltung alttestamentlicher Gesetze durch zeitgenössische Christen beziehen. Vers 26 für sich alleine zwar sehr, aber zu wem spricht Gott da?
Vers 28 beispielsweise zeigt doch sehr deutlich worum es da geht, Gott spricht zu seinem Volk Israel.
Schon bei Abraham passiert folgendes. Achte auf die Worte Gottes, vor allem im letzten Satz:

http://www.biblegateway.com/passage/...18;&version=54; (1.Mo 22,16-18)

Bereits hier kündigt Gott es Abraham an, wenn er tut, was Gott ihm sagt. Achte besonders auf Vers 2-3:

http://www.biblegateway.com/passage/...3;&version=54; (1.Mo 12,1-3)

1.Mose 18,18
18 Abraham soll doch zu einer großen und mächtigen Nation werden, und in ihm sollen gesegnet werden alle Nationen der Erde!

Gott sprach also nicht spezifisch von dem Volk Israel, was zwar auch aus Abraham hervorging (Abraham-> Isaak -> Jakob: Der Stammvater Israels), aber auch andere Völker gingen aus ihm hervor. Das Volk Israel hat Gott als sein Volk erwählt, dort hat er seine Propheten erwählt und in diesem Volk trat selbst sein Sohn Jesus Christus auf. Aus diesem Volk sollte das Heil in alle Welt gelangen. Trotzdem gilt:

Wenn Gott von seinen (Gottes) Söhnen und Töchtern (Gottes Kinder!) spricht, dann meint er niemals alle Menschen, sondern seine geistigen Kinder, (die nach seinem Geist kommen, von seinem Wesen sind) die Christen, die dem Erstgeborenen vor aller Zeit -Jesus Christus- nachfolgen und sich demzufolge in sein Spiegelbild verwandeln (werden wie er) -> 2.Kor 3,18; Röm 8,29

Siehe Joh 8,39:
"Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vatera. Jesus spricht zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so würdet ihr die Werke Abrahams tun;..."

Mit den Kindern Abrahams, von denen Gott hier spricht, sind ebenso nicht alle seine Nachkommen gemeint, sondern die geistigen Nachkommen Abrahams. Die, die Glauben - so wie er es getan hat: Gott sagte, und Abraham tat es.

Gott sprach in 1.Mo 12; 18; 22 (s.o.) von seinem (Gottes) heiligen Volk, einem Volk mit dem Vertrauen Abrahams. Dieses sollte gesegnet werden.
Man beachte: Abraham verließ seine Heimat ins Ungewisse (auf Gottes Weisung), später war er sogar bereit, seinen einzigen Sohn zu opfern (auf Gottes Weisung) was er dann aber nicht tun musste. Gott wollte ihn nur herausfordern. Das ist mit dem Glauben/Vertrauen Abrahams gemeint (siehe auch Hebr 11) und deshalb sagt Gott: "....in Dir sollen gesegnet werden alle Nationen." In diesem Vertrauen, in dieser Liebe zu Gott sollte es geschehen.

Galater 3,6-9 bezieht sich darauf. Dort heißt es dann:

Ebenso wie Abraham Gott glaubte und es ihm zur Gerechtigkeit gerechnet wurde.
7 Erkennt daraus: die aus Glauben sind, diese sind Abrahams Söhne!
8 Die Schrift aber, voraussehend, daß Gott die Nationen aus Glauben rechtfertigen werde, verkündigte dem Abraham die gute Botschaft voraus: »In dir werden gesegnet werden alle Nationen.«
9 Folglich werden die, die aus Glauben sind, mit dem gläubigen Abraham gesegnet.



Was aber hat das mit Hesekiel 36, 26-28 (das Zitat oben) zu tun? Wen meint Gott dort, sein Volk Israel oder sein heiliges Volk? Folgendes:


In Hesekiel 36,28-29 heißt es:

"...und ihr werdet mir zum Volk, und ich, ich, werde euch zum Gott sein. Und ich werde euch befreien von all euren Unreinheiten...."

Ist dies jemals beim Volk Israel gelungen? Man beachte die Handlungen der Bibel, die immer und immer wieder von seinem Abfall berichten. Wir sehen es im Israel- Palästina-Konflikt bis zum heutigen Tag. Wo ist das heilige Volk, ohne Unreinheiten? (siehe obiger Wortlaut)

Die Antwort liegt darin:
Das Volk Israel war nie ein gänzlich heiliges Volk und es ist bis heute kein gänzlich heiliges Volk. Es sind nur ein paar wenige dort wie Abraham und haben zu Gott Vertrauen. So wie es in anderen Völkern auch wenige sind:
Gott stellt durch seinen Sohn Jesus Christus alle Nationen vor dieselbe Situation wie Abraham: "Vertraut ihr mir, und dem was mein geliebter Sohn euch verkündet, oder tut ihr es nicht?"

Röm 4,3
Denn was sagt die Schrift? »Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.«a a) zit Gen 15,6

Wenn Du Hebräer Kapitel 11 liest (es berichtet von Abraham, Noah u.s.w.),
wird Dir klar, daß der Glauben Abrahams pures Vertrauen war, und was also der Begriff "Glauben" tatsächlich bedeutet: Handeln nach Gottes Weisung, ohne eigene Sicherheiten. (vgl. Spr 3,5-6)


Ich hoffe es ist klar geworden, daß dieses Volk Gottes, ohne Unreinheiten, von dem in Hesekiel 36 die Rede ist, ein geistiges Volk Gottes ist, ein heiliges Volk nach seinem Wohlgefallen. Gebildet aus allen Nationen (-> 1.Mo 18,18 s.o.) Das wird auch in folgendem nochmal deutlicher. Dort wird auch die Parallele zu Hes 36 ("ein neues Herz") aufgebaut.

Jer 24,7
"Und ich gebe ihnen ein Herz, mich zu erkennen, daß ich der HERR bin. Und sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein; denn sie werden mit ihrem ganzen Herzen zu mir umkehren."

Hes 37,26
"Und ich schließe mit ihnen einen Bund des Friedens, ein ewiger Bund wird es mit ihnen sein; den gebe ich ihnen und lasse sie zahlreich werden und setze mein Heiligtum in ihre Mitte für ewig."

Jesaja 65,17-19
Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und an das Frühere wird man nicht mehr denken, und es wird nicht mehr in den Sinn kommen.
18 Vielmehr freut euch und frohlockt allezeit über das, was ich schaffe! Denn siehe, ich schaffe Jerusalem zum Frohlocken und sein Volk zur Freude.
19 Und ich werde über Jerusalem frohlocken und über mein Volk mich freuen. Und die Stimme des Weinens und die Stimme des Wehgeschreis wird darin nicht mehr gehört werden.


Dieser ewige Friedensbund (Hes 37,26) wird mit Gottes heiligem Volk geschlossen, es wird ein Neues Jerusalem geben. Genau nachzulesen: -----> --------> -------> ----------->
http://www.biblegateway.com/passage/?search=Offenbarung%20%2021.1-8;&version=54;

Demzufolge, um auf Deinen Einwand zurückzukommen: Ich blende ihn nochmal ein:
Zu Ezechiel, gleiches Kapitel: nicht nur Vers 28, das ganze Kapitel, mehr noch das ganze Buch ist lässt sich schwer auf das Problem der Einhaltung alttestamentlicher Gesetze durch zeitgenössische Christen beziehen.
Man kann Hesekiel 36,26-28 durchaus auf die Einhaltung der Gesetze beziehen. Dort heißt es auch:

27 "Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen, daß ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut. "


Abschluß:
Ich hoffe ich konnte die Verbindung zwischen diesen Worten und dem tatsächlich gemeinten heiligen Volk Gottes herstellen und damit gleichzeitig deutlich machen, daß Gott durch Einsicht, Dankbarkeit, Reue und Umkehr eine Veränderung des Herzens der Menschen anstrebt:
- http://www.biblegateway.com/passage/....4;&version=54;
- http://www.biblegateway.com/passage/...48;&version=54;
Eine tatsächliche innere Veränderung des ganzen Herzens: "...denn sie werden mit ihrem ganzen Herzen zu mir umkehren."(Jer 24,7)

Demzufolge können wir -wie zuvor erklärt- das Gesetz Gottes durch diese Veränderung des Herzens, also durch die erwähnte Dankbarkeit und Liebe zu Gott (und seinem Sohn) sein Gesetz freiwillig erfüllen.
Diese Veränderung geschieht durch unseren Willen zur Nachfolge und vor allem: Durch den Geist Gottes, den er denen gibt, die ihm gehorchen.
(Apg 5,32; Hes 36,27 s.o.)



...weil wir wissen, daß der Mensch _durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesum Christum...
(aus Galater 2,16)

Was wird hier also ausgesagt?

Es wird ausgesagt, daß kein Mensch aufgrunddessen vor Gott bestehen kann, weil er sich an das Gesetz hält. Das kann kein Mensch jemals schaffen.
"...denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes."
Röm 3,23

Das Gesetz diente also nach dem Willen Gottes niemals dazu, uns zu rechtfertigen und zu erretten. Obwohl es heilig, gerecht und gut ist (Röm 7,12) Es hatte durch die Definition der Sünde unter anderem eine andere Aufgabe:

"Das Gesetz aber kam daneben hinzu, damit die Übertretung zunehme. Wo aber die Sünde zugenommen hat, ist die Gnade überreich geworden..."
Röm 5,20

Je mehr Übertretung/Sünde da ist (durch die Definition der Sünde wird die Sünde umso sündiger, weil die Übertretung bekannt ist, d.h. bewußt erfolgt), desto mehr Gnade kann gewährt werden. Das ist die Aussage dieses Verses.
Gott hat also das Gesetz deshalb gegeben, weil er wollte daß die Sünde (die sowieso vorhanden war) 1. vermieden werden kann 2. wegen dieses Wissens umso schwerwiegender wird. Warum?

Damit er umso mehr Gnade gewähren kann! Damit unsere Dankbarkeit für die Vergebung umso grösser wird, weil uns mehr Schuld vergeben wurde. Siehe
http://www.biblegateway.com/passage/...48;&version=54;

Deshalb also können wir nicht durch Gesetzeswerke gerechtfertigt werden: Weil kein Mensch es einhalten kann und jemals konnte. Gott hatte von Anfang an einen anderen Plan.


Zum zweiten Teil des Verses aus Galater 2,16. Ich führe ihn nochmal auf (jetzt rev. Elb.):

...aber <da> wir wissen, daß der Mensch nicht aus Gesetzeswerken gerechtfertigt wird, sondern nur durch den Glauben an Christus Jesus..."

Wir werden stattdessen durch den Glauben an Jesus Christus gerechtfertigt, weil dieser Glauben Vertrauen bedeutet. Das zuvor erwähnte (und in Hebräer 11 nachlesbare) Vertrauen Abrahams, Noahs, Daniels u.s.w..
Dieses Vertrauen bedeutet wie erwähnt auch Vertrauen in Gottes Worte. Dieses wiederum bedeutet, daß wir danach handeln (wie Abraham...)

"So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot."
(Jak 2,17, auch Vers 26)

Gott aber verändert sich nicht, und kein Gebot Gottes verändert sich, alles bleibt bestehen, zusammengefasst in den zwei höchsten Geboten.
Wenn wir also Gott vertrauen, handeln wir nach diesen Worten Gottes. Nach allen seinen Worten, die Jesus Christus uns nochmals verdeutlicht hat.
Mit anderen Worten: Das Vertrauen ergibt das Tun des Gesetzes. Nur wie gesagt mit dem Unterschied:
Ich Vertraue Gott und handle aus Dankbarkeit und Liebe zu ihm, nicht mehr weil ich es tun muss. Weil mir irgendein Gesetz etwas vorschreibt, das ich gar nicht tun will. Ich will es jetzt gerne selbst tun.

Und das kann ich auch tatsächlich für mich persönlich sagen, nachdem ich Jesus Christus lange nicht gefunden hatte und endlich begriffen habe, was er tatsächlich für mich getan hat und täglich wieder an mir tut. Voller Gnade und Barmherzigkeit.
http://www.youtube.com/watch?v=ARELfp15zbc
http://www.youtube.com/watch?v=5-UDWk6e_aE

Geändert von sailor (20.01.2007 um 16:25 Uhr).
 
 
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michaelg
Alt 20.01.2007, 01:01   #3
Standard

Ich frage mich noch immer:

Zitat von sailor
Man kann Hesekiel 36,26-28 durchaus auf die Einhaltung der Gesetze beziehen. Dort heißt es auch:


Ganz sicher, ich aber meinte die Problematik der Einhaltung spezigisch jüdischer Gesetze für Heidenchristen.

Was ist denn mit Kapitel 15 der Apostelgeschichte? Falsch??? ----> nur der Judenchrist kann wahrer Christ sein?
 
 
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sailor
Alt 20.01.2007, 02:09   #4
Standard

Ok, sorry.

Es ging dort zunächst um die Beschneidung. Einige Judenchristen (messianische Juden) meinten, man solle weiter beschneiden. Dazu ist gesagt:

"Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch ist die äußerliche <Beschneidung> im Fleisch Beschneidung;
29 sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und Beschneidung <ist die> des Herzens, im Geist, nicht im Buchstaben. Sein Lob kommt nicht von Menschen, sondern von Gott."

(Römer 2,28-29)

So war es schon immer. Auch das wahre Volk Gottes ist das Volk des Herzens, des Geistes. Längst nicht alle, die äußerlich dazugehörten, gehörten wirklich dazu. (Joh 8,37-45 http://www.biblegateway.com/passage/...45;&version=54)
Alle die Gott nicht von ganzem Herzen lieben/ihm liebevolles tun, gehören nicht dazu. So verhält es sich auch hier mit der Beschneidung. Sie war also nur: Ein äußeres Symbol für einen inneren Vorgang. (der eigentlich hätte stattfinden sollen, aber leider nur bei wenigen statt fand) Das Zeichen derer, denen Gott damals als erstes die Chance gegeben hat, das Volk Gottes zu sein und seine besondere Fürsorge zugewandt hat: Israel.

Wenn ich morgen einen klareren Kopf habe, fallen mir vielleicht noch ein paar gute Beispiele dazu ein.
Im weiteren:


"Nun denn, was versucht ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten?....

...Und hiermit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht:
16 »Nach diesem will ich zurückkehren und wieder aufbauen die Hütte Davids, die verfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichtena; a) Jes 61,4
17 damit die übrigen der Menschen den Herrn suchena und alle Nationenb, über die mein Name angerufen ist, spricht der Herr, der dieses tut«c, a) Kap. 17,27 b) Ps 22,27.28; Sach 8,22 c) Am 9,11.12
18 was von jeher bekannt ist.
19 Deshalb urteile ich, man solle die, welche sich von den Nationen zu Gott bekehren, nicht beunruhigen,
20 sondern ihnen schreiben, daß sie sich enthalten von den Verunreinigungen der Götzen und von der Unzucht und vom Erstickten und vom Blut."

(Apg 15,10.15-20)

Ich vergleiche das mal mit dem Galaterbrief:

16 Ich sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erfüllen.
17 Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt.
18 Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, seid ihr nicht unter Gesetz.
19 Offenbar aber sind die Werke des Fleisches*
(*Anm.: Der Selbstsucht/Eigennützigkeit/Ich-Sucht/Egoismus)
;es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Hader, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen,
21 Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im voraus, so wie ich vorher sagte, daß die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden.
(Galater 5,16-21)

Wie hier (im Galaterbrief) erkennbar ist, handelt es sich um Handlungen, die ursprünglich aus der Selbstsucht hervorgehen.
(Egoismen= selbstsüchtige Handlungsweisen; Selbstsucht wird hier etwas ungünstig "Fleisch" genannt, vgl. alternative Übersetzungen: GN oder Neues Leben)
Es geht also letzlich um geistliche Dinge, deren Zuwiderhandlungen den beiden höchsten Geboten der Liebe zu Gott und zu den Nächsten (http://www.biblegateway.com/passage/...0;&version=54; Mt 22, 35-40) direkt widersprechen würden.

In der Apostelgeschichte 15 (erwähnter Abschnitt) geht es aber vornehmlich um äußerlich gesetzliches in Bezug auf das Essen, das Berühren, das (schon genannte) äußerliche Beschneiden.
All dies sind aber wie gesagt mehr äußerliche Gesetzmäßigkeiten, die einem geistlichen Grundgedanken entspringen und sie sind aus gutem Grund zu vernachlässigen:

Damit die, die aus den anderen Nationen den Herrn suchen nicht beunruhigt werden, und das Joch tragbar ist --> vgl Apg 15,10.17.19 s.o.

Man sollte sich allerdings die aufgeführten Dinge mal bewusst machen und darüber nachdenken, was einem das in Bezug auf den Konsum von Blutwurst sagt (->Apg 15,20 s.o.)....wie es ja unter "Christen" vielfach üblich ist, daß man sie isst.
Daß messianische Juden damit ein echtes Problem hätten ist glaube ich mehr als logisch. Gerade schon aus diesem Grund sollten wir anders handeln:

Aus Nächstenliebe... 1.Kor 8,13:
"Darum, wenn Speise meinen Bruder zu Fall bringt, will ich nie mehr Fleisch essen, damit ich meinen Bruder nicht zu Fall bringe."

...sollte man es also nicht tun. Und dazu haben die Apostel sich damals extra zusammengesetzt. Aber das scheint vielen (die ich so kenne) egal zu sein oder sie haben es nicht einmal gelesen.

Geändert von sailor (20.01.2007 um 16:49 Uhr).
 
 
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michaelg
Alt 20.01.2007, 18:18   #5
Standard

Jesus unterscheidet immer wieder ebenfalls in etwa so, wie von dir beschrieben. Recht anschaulich ist eine Stelle aus dem Evangelium nach Markus, in welcher es auch um Gesetze des Verzehrs geht:



Und er spricht zu ihnen: Seid auch ihr so unverständig? Begreift ihr nicht, daß alles, was von außen in den Menschen eingeht, ihn nicht verunreinigen kann?
Denn es geht nicht in sein Herz hinein, sondern in den Bauch, und es geht heraus in den Abort. [Damit] erklärte er alle Speisen für rein.
Er sagte aber: Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen.
Denn von innen aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken hervor: Unzucht, Dieberei, Mord,
Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Lästerung, Hochmut, Torheit; alle diese bösen Dinge kommen von innen heraus und verunreinigen den Menschen. (Mk 7, 18-23)

Mt 5, 18 kann sich somit nicht auf das gesamte beziehen.
 
 
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sailor
Alt 20.01.2007, 20:01   #6
Standard

Mt 5, 18-19 bezieht sich auf das gesamte geistliche Gesetz, doch.

Es geht Gott nicht um äußerliche Symbole, Handlungen, etc. sondern immer (und schon immer!) um das Herz, das Denken des Menschen.

Wenn in Apg 15 davon die Rede ist, Blut zu vermeiden, dann ist das deshalb, weil dies die Ursache dafür ist, daß messianische Juden (also Brüder und Schwestern) damit ein ernsthaftes Problem hätten und es sie sehr belasten würde, wenn Brüder oder Schwestern aus den Heidenchristen so etwas tun. Es könnte sie dazu verführen gegen ihr Gewissen zu handeln. Es ist also eine Handlung aus Nächstenliebe, darauf zu verzichten.

In Apg 15,21 steht (etwas moderner übersetzt) in der GN-Bibel:

"Denn diese Vorschriften Moses sind seit alten Zeiten in jeder Stadt bekannt; jeden Sabbat wird ja überall in den Synagogen aus dem Gesetz vorgelesen."

"Diese" ist bezogen auf die wenigen Dinge, die eingehalten werden sollen. Es steht:

20 sondern sie nur in einem Schreiben auffordern, dass sie kein Fleisch von Tieren essen, die als Opfer für die Götzen geschlachtet worden sind, denn es ist unrein; weiter sollen sie sich vor Blutschande hüten, kein Fleisch von Tieren essen, deren Blut nicht vollständig ausgeflossen ist, und kein Tierblut genießen.
(Apg 15,20)

Fazit: Es wird aus Nächstenliebe darauf verzichtet, nicht weil uns dies schadet.
Deshalb sind die Worte von Jesus Christus vollkommen korrekt, genauso die Worte von Jakobus und der anderen Apostel aus Apg 15. Nichts widerspricht sich. Dazu noch ein Auszüge:



20 Zerstöre nicht einer Speise wegen das Werk Gottes! Alles zwar ist rein, aber es ist böse für den Menschen, der mit Anstoß ißt.
21 Es ist gut, kein Fleisch zu essen, noch Wein zu trinken, noch etwas <zu tun>, woran dein Bruder sich stößt.
A) einige Handschr. fügen hinzu: oder sich ärgert oder schwach ist
22 Hast du Glauben? Habe ihn für dich selbst vor Gott! Glückselig, wer sich selbst nicht richtet in dem, was er gutheißt!
23 Wer aber zweifelt, wenn er ißt, der ist verurteilt, weil <er es> nicht aus Glauben <tut>. Alles aber, was nicht aus Glauben ist, ist Sünde.
Römer 14,20-23

Was nun das Essen von Götzenopferfleisch betrifft, so wissen wir, daß es keinen Götzen in der Welt gibt und daß kein Gott ist als nur einer.
5 Denn wenn es auch sogenannte Götter gibt im Himmel oder auf Erden - wie es ja viele Götter und viele Herren gibt -,
6 so ist doch für uns ein Gott, der Vater, von dem alle Dinge sind und wir auf ihn hin, und ein Herr, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.
7 Die Erkenntnis aber ist nicht in allen, sondern manche essen es, da sie bis jetzt an den Götzen gewöhnt waren, als Götzenopferfleisch, und ihr Gewissen, da es schwach ist, wird befleckt.
8 Speise aber macht uns nicht angenehm vor Gott; weder sind wir, wenn wir nicht essen, geringer, noch sind wir, wenn wir essen, besser.
9 Seht aber zu, daß nicht etwa diese eure Freiheit den Schwachen zum Anstoß werde!
10 Denn wenn jemand dich, der du Erkenntnis hast, im Götzentempel zu Tisch liegen sieht, wird nicht sein Gewissen, da er schwach ist, bestärkt werden, die Götzenopfer zu essen?
11 Und durch deine Erkenntnis kommt der Schwache um, der Bruder, um dessentwillen Christus gestorben ist.
12 Wenn ihr aber so gegen die Brüder sündigt und ihr schwaches Gewissen verletzt, so sündigt ihr gegen Christus.
13 Darum, wenn eine Speise meinem Bruder Ärgernis gibt, so will ich nie und nimmermehr Fleisch essen, damit ich meinem Bruder kein Ärgernis gebe.
1.Kor 8,4-13

"Bewahre den Glauben und ein reines Gewissen! Manche haben in ihrem Glauben Schiffbruch erlitten, weil sie nicht auf die Stimme ihres Gewissens gehört haben."
1. Timotheus 1,19
 
 
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baedr
Alt 20.01.2007, 20:43   #7
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Wenn Gottes Gesetz für alle gültig ist, und immer und für jeden gleich gültig ist, muss es ja auch für Aborigenes und Indianer gelten und gegolten haben. Da diese aber die längste Zeit nicht in Berührung mit der Bibel gekommen sind, und sich schon ihren eigene Religion ausgedacht haben, sind sie wohl alle in die Hölle gekommen... Versteh ich das richtig?
 
 
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sailor
Alt 21.01.2007, 01:00   #8
Standard

@baedr
Doch. Im alten Testament war Gott eher rachsüchtig und bestrafend, und im neuen Testament war er gütig und gnädig...
Wenn Du das alte Testament aufmerksam liest, und nicht nur einen Abschnitt, wo Gott gerade straft, sondern auch warum und was danach folgt, dann verstehst Du, daß Gott immer derselbe war und ist.
Ich will Dir mal zwei Auszüge bringen vom Propheten Hesekiel, auch Ezechiel genannt, und vom Propheten Jona. Bei Hesekiel ist vom "Schwert" die Rede. Das "Schwert" sind die Strafen, die Gott zuvor mehrfach ankündigt, bevor sie eintreffen. Er kündigt sie an, damit die Menschen Gelegenheit haben, ihr Denken und ihre Handlungsweise zu ändern. Geschieht das, dann straft Gott nicht. Das wird bei Jona deutlich, dort ändern sich die Menschen. (Die "Wächter" sind die Propheten, so wie Hesekiel)

http://www.biblegateway.com/passage/...20;&version=54; Hesekiel 33

http://www.biblegateway.com/passage/...11;&version=54; Jona 3, 1-10; 4,1-11

Aber nochmal meine Frage von vorhin:
Warum sorgt Gott dafür, dass ca. 10% "seiner" Menschen homosexuell sind? Er schickt sie damit fast alle von vorn herein in die Hölle.
Nein, das tut er nicht. Er sorgt ja nicht dafür, daß sie homosexuell sind.
Jegliche sexuelle Anormalitäten kommen nicht von Gott, sondern aus unserer eigenen Verirrung, unseren Ich-süchtigen Vorstellungen
(von denen es bekanntlich weit mehr gibt, die weitaus weniger akzeptiert sind, wie etwa das Verspeisen von Genitalien noch lebender Menschen
http://de.wikipedia.org/wiki/Armin_Meiwes)
Gott gibt uns unseren eigenen (fehlerhaften) Verirrungen preis (d.h. er lässt es geschehen), weil wir ihn verachten.
In der Folge wird es noch schlimmer mit uns, wir steigern uns selbst immer weiter hinein.

Gott schickt niemanden von vorn herein in die Hölle. Alle erhalten die Chance, auf ihn zu hören und ihr Leben zu ändern. Das ist nicht nur bei Homosexuellen so, sondern bei allen anderen Sündern auch. Wir alle sind Sünder.
Es ist immer die Absicht Gottes, den Menschen dabei zu helfen zu ihm zu finden, ihre Sünden zu erkennen, zu bereuen und sich zu ändern.
Nur wenn das endgültig keinen Erfolg hat, werden sie verworfen.
Daß die Veränderung möglich ist, zeigt das Beispiel von John Paulk, er wurde Christ.

"Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Sklave.
Der Sklave aber bleibt nicht für immer im Haus; der Sohn bleibt für immer.
Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein."

(Johannes 8,34-36)

"Und es wird geschehen: jeder, der den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden."
Apg 2,21

http://www.youtube.com/watch?v=1jUGT...related&search=

Geändert von sailor (21.01.2007 um 01:14 Uhr).
 
 
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michaelg
Alt 21.01.2007, 14:23   #9
Standard

Zitat von sailor
Mt 5, 18-19 bezieht sich auf das gesamte geistliche Gesetz, doch.

Es geht Gott nicht um äußerliche Symbole, Handlungen, etc. sondern immer (und schon immer!) um das Herz, das Denken des Menschen.
Was meinst du mit geistlichem Gesetz? Die Herzensangelegenheiten?

Ich korrigiere dann meinen Satz vom vorigem Post.

Mt 5, 18 kann sich somit keinesfalls auf das gesamte Schriftgesetz (Bibel) beziehen.
 
 
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sailor
Alt 21.01.2007, 19:29   #10
Standard

Mit "Geistlich" meine ich das, was als Grundgedanke hinter dem jeweiligen Gesetz steht (von Gott), also das, worum es Gott eigentlich geht: Das Herz, die Liebe, das Denken, das Vertrauen des Menschen.
Darauf bezieht sich Mt 5,17-19. Weil aber das Gesetz deshalb (damit sie etwa lernen Gott zu gehorchen und zu vertrauen s.u.) besteht, dann wird auch kein Gebot aufgelöst. Auch dann, wenn man nicht mehr an jedem siebten Jahr ein Sabbatjahr hält. Dazu gleich mehr.

Das ist ja das eigentliche, worum es Gott geht! Es ging ihm nie um die äußerlichen Verhaltensweisen, sondern um das, was dahinter steht.
Vielleicht gelingt es mir, das einigermaßen verständlich auszudrücken:

Gott sagt: Du sollst den Feiertag heiligen und sollst deshalb am Sabbat kein Feuerholz sammeln. (meine Wiedergabe von Aussagen des AT)

Was steht dahinter? Dahinter steht, daß Gott möchte, daß wir nicht nur laufend unserer Arbeit nachgehen und die Arbeit (und den Verdienst daraus) letztlich sogar als die Lebensgrundlage darstellen und annehmen. Er möchte, daß wir nicht gänzlich darin aufgehen, immer mehr scheffeln (das oft nur dem Luxus dient) und unsere Zeit verbrauchen, sondern:
Wir sollen lernen, Gott zu gehorchen und zu vertrauen und erkennen, daß alles von ihm kommt: Der Arbeitsplatz, der Erfolg bei der Arbeit, unsere Intelligenz, unsere Talente, unsere Schulbildung, das Land in dem wir Leben, unsere Regierung, der Frieden, u.s.w.., einfach alles.
http://www.biblegateway.com/passage/...34;&version=54;
Und wir sollen uns Zeit nehmen, für die noch wichtigeren Dinge: Für den Nächsten und Gott selbst. (Mt 22,35-40)
Ich persönlich denke, daß die wenigsten das wirklich tun: Gott zu Vertrauen. Die meisten Menschen vertrauen ihrem Geld und ihrer Leistung.
(beachte Vers 24 im obigen Link!) Auch unter denen, die sich offiziell "Christen" nennen. Schon damals wollte Gott seinem Volk Israel diesen Gehorsam und dieses Vertrauen geben/lehren. Ob nun die vielen Arbeitslosen daher kommen, das ist spekulativ. Doch Gott bestimmt es.
Manchmal denke ich, daß Gott uns damit lehren will, uns nicht auf uns selbst zu verlassen.

Heute ist das nicht mehr so deutlich, aber damals lebten die Menschen ohne jegliche Maschinen und fast ausschließlich von der Landwirtschaft.
Deshalb war immer soviel Arbeit, daß es eher zuviel als zuwenig davon gab. Wenn man also am Sabbat einfach alles stehen und liegen ließ (von wenigen Ausnahmen abgesehen) dann war das eine Herausforderung.
Eine Herausforderung, gehorsam zu sein und Gott zu Vertrauen.

Noch deutlicher wird das in den Gesetzen von der Erstgeburt (alles erstgeborene fehlerfreie Vieh wurde Gott geopfert) von den Erstlingsgaben
(jede erste Ernte eines Feldes erhielt Gott), vom Zehnten u.s.w. Da gibt es noch weitere Beispiele. Besonders deutlich ist folgendes:

"Sechs Jahre sollst du dein Feld besäen und sechs Jahre deinen Weinberg beschneiden und den Ertrag des Landes einsammeln.
4 Aber im siebten Jahr soll ein ganz feierlicher Sabbat für das Land sein; ein Sabbat dem HERRN. Dein Feld sollst du nicht besäen und deinen Weinberg nicht beschneiden,
5 den Nachwuchs deiner Ernte sollst du nicht einernten, und die Trauben deines unbeschnittenen Weinstocks sollst du nicht abschneiden. Ein Jahr der Sabbatfeier soll es für das Land sein.
6 Und der Sabbat<ertrag> des Landes soll euch zur Speise dienen, dir und deinem Knecht und deiner Magd und deinem Tagelöhner und deinem Beisassen, die sich bei dir aufhalten.
7 Auch deinem Vieh und den wilden Tieren, die in deinem Land sind, soll all sein Ertrag zur Speise dienen...

...Und wenn ihr sagt: Was sollen wir im siebten Jahr essen? - siehe, wir säen nicht, und unsern Ertrag sammeln wir nicht ein -:
21 Ich werde im sechsten Jahr meinen Segen für euch aufbieten, daß es den Ertrag für drei Jahre bringt.
22 Und wenn ihr im achten Jahr sät, werdet ihr <noch> altes <Getreide> vom Ertrag <des sechsten Jahres> essen. Bis ins neunte Jahr, bis sein Ertrag einkommt, werdet ihr altes <Getreide> essen.
23 Und das Land soll nicht endgültig verkauft werden, denn mir gehört das Land; denn Fremde und Beisassen seid ihr bei mir."
(3.Mose 25,3-7.20-23)

Das heißt: Sie durften ein ganzes Jahr lang keine Feldarbeit tun, und auch keine Früchte ernten, d.h. speichern.
Das ist etwas schwierig , aber gemeint ist in Vers 5+6, daß man statt der Ernte, also dem Speichern von Getreide, Früchten etc. ,von der Hand in den Mund leben soll. Und zwar von den Früchten, die frei (und aus Samen der letzten Ernte vom Vorjahr) auf dem Feld wuchsen.

Vgl. auch: http://www.biblegateway.com/passage/...12;&version=54; (Mal 3,1-12)

http://www.biblegateway.com/passage/...-6;&version=54; (Spr 3,5-6)


Das alles diente dazu, den Menschen zu verdeutlichen:

Alles kommt von Gott und gehört Gott. Wir erhalten von ihm was wir benötigen -und davon mehr als genug. Doch sollten wir niemals vergessen, woher es kommt. Wir sollten nicht unserer Arbeit dienen, sondern unseren Mitmenschen und IHM, unserem Schöpfer.

Hinter dem Sabbatgesetz (wie all diesen gen. Vorschriften) steht also ein Grundgedanke Gottes. Wie ist das für uns heute umzusetzen? Auch heute gilt, daß wir Gott und seinem Sohn Jesus Christus glauben sollen. (d.h. Vertrauen und nach seinen Worten zu handeln= Gehorsam!!)
Wie steht es aber mit dem Sabbat? Brauchen wir den Sabbat (Samstag) nicht mehr heiligen? Oder etwa den Sonntag?
Dazu hatte ich schon etwas geschrieben. Vor allem im hinteren Teil wird das deutlich:
Glaubt ihr an das Paradies? Beitrag #87

Geändert von sailor (21.01.2007 um 20:05 Uhr).
 
 
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michaelg
Alt 22.01.2007, 14:17   #11
Standard

Sehr deutlich machen das auch Jesus Worte über die Scheidung gefolgt vom Thema Ehebruch. Ich bin froh, sie gefunden zu haben, es wird gleichsam ausdrücklich erklärt, was Jesus in Mt 5,17 meint, wenn er spricht, er sei gekommen das gesetz nicht aufzulösen sondern zu erfüllen. Du hast ja bereits durchaus verständlich ausgedrückt worauf es sich bezieht.

Und Pharisäer traten zu ihm und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden dürfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit. Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten? Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden. Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben; aber von Beginn der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.
Markus 10, 2-9

Eben das zählt wohl gerade heutzutage zu den am schwersten handzuhabenden Dingen.
 
 
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sailor
Alt 23.01.2007, 01:50   #12
Standard

Interessant dabei ist, das Gott durchaus gesagt hat, daß man sich nicht scheiden soll. Und zwar schon früher im Alten Testament.
Das heißt also: Auch hier gibt es ein höheres Gesetz, letztlich das Gesetz der Nächstenliebe, das über dieser Regelung Moses steht. So wie auch bei der Heilung am Sabbat.
Genau findet sich das in Maleachi etc.:


Denn ich hasse Scheidung, spricht der HERR, der Gott Israels, ebenso wie wenn man sein Gewand mit Unrecht bedeckt, spricht der HERR der Heerscharen. So hütet euch bei eurem Leben und handelt nicht treulos!
Mal 2,16

Warum solltest du, mein Sohn, an einer Fremden taumeln und den Busen einer anderen umarmen? -
21 Denn vor den Augen des HERRN <liegen> eines jeden Wege, und auf alle seine Bahnen gibt er acht.
22 Seine eigenen Sünden fangen ihn, den Gottlosen, und in den Stricken seiner Sünde wird er festgehalten.
23 Ein solcher wird sterben aus Mangel an Zucht, und in der Größe seiner Narrheit taumelt er dahin.
Spr 5,20-23


Du sollst dich nicht rächen und den Kindern deines Volkes nichts nachtragen und sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der HERR.
3.Mose 19,18


Jesus hat ja vermehrt provokativ am Sabbat Menschen geheilt, um auf einen üblen Mißstand hinzuweisen. Davon handelt der folgende Text:

"Die Hälfte der Festwoche war schon vorüber, da ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte das Volk.
15 Die Leute waren sehr erstaunt und sagten: »Er hat doch keinen Lehrer gehabt. Wie kommt es, dass er die Heiligen Schriften so gut kennt?«
16 Jesus ging darauf ein und sagte: »Meine Lehre habe ich nicht selbst ausgedacht. Ich habe sie von Gott, der mich gesandt hat.
17 Wer bereit ist, Gott zu gehorchen, wird merken, ob meine Lehre von Gott ist oder ob ich meine eigenen Gedanken vortrage.
18 Wer seine eigenen Gedanken vorträgt, dem geht es um die eigene Ehre. Wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, ist vertrauenswürdig. Man kann ihm keinen Betrug vorwerfen.
19 Mose hat euch doch das Gesetz gegeben. Aber niemand von euch hält sich daran. Ihr wollt mich sogar töten!«
20 Die Menge antwortete: »Du bist wohl von einem bösen Geist besessen! Wer will dich töten?«
21 Jesus antwortete: »Ich habe hier in Jerusalem eine einzige Tat vollbracht und ihr nehmt alle Anstoß daran.C
C) Es handelt sich um die Heilung des Kranken am Teich Betesda (vgl. 5,5-9).
22 Ihr Beschneidet eure Söhne, wenn es sein muss, auch am Sabbat, weil Mose angeordnet hat, dass eure Kinder am achten Tag beschnitten werden sollen.D – Aber eigentlich haben schon die Stammväter die Beschneidung eingeführt und nicht erst Mose. –a
a) Lev 12,3; Gen 17,9-14S
D) wenn es sein muss und am achten Tag ...: verdeutlichende Zusätze; vgl. Lev 12,3.
23 Ein Junge wird also auch am Sabbat an einem Teil seines Körpers beschnitten, damit die Vorschriften Moses nicht verletzt werden. Wie könnt ihr euch dann über mich aufregen, weil ich am Sabbat einen ganzen Menschen gesund gemacht habe?
24 Urteilt nicht nach dem äußeren Eindruck, sondern wie es wirklich dem Gesetz entspricht!"
Johannes 7,14-24

Diese Stelle hat mir einmal sehr geholfen. Sie macht deutlich, weshalb das Heilen am Sabbat nicht Gottes Gebot widerspricht: Es gilt das viel höhere Gebot der Nächstenliebe und der Liebe zu Gott, welches das Sabbatgebot beinhaltet. Es gilt also hier: Helfe zuerst dem Menschen, dann beachte weiteres.
Genauso ist es bei Deinem Beispiel: Tue Deinem Nächsten Gutes und liebevolles, und zwar so, wie Du es selbst gerne hättest! Und die Frau ist eben auch der Nächste, oder der Mann.

Geändert von sailor (23.01.2007 um 01:56 Uhr).
 
 
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