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Gedanken zum Krieg -Einstein und Freud

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Krieg ist ein notwendiges Mittel 2 5,26%
Krieg ist unvermeidbar 3 7,89%
Krieg ist tragisch, aber manchmal nicht vermeidbar 8 21,05%
Ich halte es für legitim, zur Verteidigung im Krieg zu kämpfen und Menschen zu töten. 14 36,84%
Ich bin in jeder Hinsicht gegen Krieg und würde auch nicht zur Verteidigung töten. 11 28,95%
Teilnehmer: 38. Diese Umfrage ist geschlossen

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sailor
Alt 30.11.2006, 14:53   #1
Standard Gedanken zum Krieg -Einstein und Freud

Hallo!
Ich fand diesen Briefwechsel interessant. Auch in der Hinsicht, daß hier doch recht deutlich wird, daß der Mensch ein echtes Problem hat.
Von Harmonie u.s.w. kann da keine Rede sein.
Herr Freud äußert da am Ende Hoffnungen, die ich für utopisch halte... wir werden sehen.
Also alle Einstein und Freud- Fans, schaut mal rein. Ihr könnt ja mal schreiben, was ihr dazu denkt. Unter Berücksichtigung von Geschichte und Gegenwart -was ist Eure Prognose für die Menschen?

Dialog Einstein- Freud
http://www.netzwerk-regenbogen.de/einstfre021224.html

Weil ich´s so passend fand, habe ich auch noch jemand anderen zu Wort kommen lassen:

Krieg nach außen -Krieg nach innen. Eine erschreckend aktuelle Rede von Martin Luther King. Herbst 1967
http://www.netzwerk-regenbogen.de/king030516.html

Friede auf Erden -eine Weihnachtspredigt von Martin Luther King
in interessanter Aktualität
http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/002015.html

Geändert von sailor (30.11.2006 um 15:20 Uhr).
 
 
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Cobain
Alt 30.11.2006, 15:44   #2
Standard

Ich fand die Frage und den Dialog der beiden Denker an sich sehr interessant, jedoch möchte ich darauf nicht näher eingehen sondern mir lieber eine eigene Meinung machen.

Der Krieg, ist er notwendig ? Ist er unumgänglich ? Ich denke wenn wir ihn nicht in unserem tieften innern hätten dann würd es ihn auch nicht geben.
Er steckt einfach in uns Menschen und eigentlich auch in jedem Tier, Krieg ist doch eigentlich nichts anderes als der Kampf um Territorium, Nahrung und nicht selten waren es auch Frauen. Er ist fester bestandteil der Evolution und der natürlichen Auslese, ich stelle dies mit dem Krieg gleich, 2 Arten kämpfen um die Vorherschafft und die stärke gewinnt und darf sich weiterentwickeln, das ist Krieg. Beim Menschen sind eben durch den Technischen Fortschritt und die geistige weiterentwicklung noch viele andere Faktoren für einen Kriegsgrund hinzugekommen, es geht um Rohstoffe, Geld, Wasser, Falsche Ideale und nicht zuletzt war auch die von uns erschaffene Religion an zahllosen Kriegen schuld. Und ich denke auch dass dies mitunter das Fatalste war was der Mensch erschuf, die Religion wird des Menschen Untergang sein, wenn der Mensch sich nicht schnell weiterentwickelt und versteht dass Glaube allein keine Berge versetzt. Schauen wir uns die derzeitigen Kriege an, was ist der Hauptgrund ? Ich würde stark behaupten dass die meisten Kriege und Konflikte die es gibt auf den Unterschieden der Religionen basieren, vorwiegend wegen dem Christentum dem Islam und dem Judentum, ich denke das waren sie eigentlich auch schon. Also ich komme zu dem Schluss dass der Krieg eine natürliche Sache ist und dass der Mensch noch lange Zeit zu "Tierisch" veranlagt sein wird um diesem "Trieb" zu entkommen, entweder wir entwickeln uns schnell voran und verstehen dass wir so unweigerlich der Selbstzerstörung zum Opfer fallen und leben alle irgendwann in Friede und Einklang oder wir löschen uns eben aus, was für diesen Planeten vielleicht auch nicht sehr schmerzlich wäre und vielleicht sollen wir ja auch wieder Platz machen für eine neue Spezies die unseren schönen Planeten etwas mehr zu schätzen weiss und sich nicht in diese falsche Richtung entwickelt, zum Abschluss noch etwas zu den Religionen, ich denke nicht schlecht über den Glauben an sich, jedoch haben wir es von Anfang an falsch angegangen und wenn es eine Wahrheit in der Bibel gibt, dann wohl jene dass das Armageddon kommen wird, die Ironie des Schicksals ist nur dass es erst durch die Religion ermöglicht wurde.


Amen
 
 
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sailor
Alt 30.11.2006, 17:59   #3
Standard

Beim Menschen sind eben durch den Technischen Fortschritt und die geistige weiterentwicklung noch viele andere Faktoren für einen Kriegsgrund hinzugekommen, es geht um Rohstoffe, Geld, Wasser, Falsche Ideale....
Das spricht dafür:
http://www.netzwerk-regenbogen.de/irak030812.html

Dies ebenso:
http://www.greenpeace-magazin.de/magazin/reportage.php?repid=2415

http://www.greenpeace.de/themen/patente/kon
zerne/artikel/pflanzen_patente_monopol_fuer_konzerne/

http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/konzerne/artikel/monsantos_machtstrategien_unternehmensaufkaeufe_ei n_report/

Und dies:
http://www.mondamo.de/alt/waffenindustrie.htm


...und nicht zuletzt war auch die von uns erschaffene Religion an zahllosen Kriegen schuld.
Na ja, erschaffen wurde das Christentum nicht von uns. Aber das christliche ist bei Herrn Bush vermutlich auch nur ein Vorwand...

Dazu die Aussage dessen, auf den er sich beruft:
http://www.dbg.de/channel.php?channe...T=mt+5%2C43-48 (unten auf der Seite blau markiert)

Geändert von sailor (30.11.2006 um 18:21 Uhr).
 
 
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Lupus Silvanus
Alt 01.12.2006, 11:14   #4
Standard

Da könnt ich fast alles anhaken. Je nachdem wie ich das betrachte. Aber lasst mich erzählen:

Krieg ist ein notwendiges Mittel
nein. Sehe ich nicht so. Wenn es das wäre, also wenn das eine verbreitete Grundeinstellung wäre hätten wir ein echtes Problem

Krieg ist unvermeidbar
Sieht momentan so als als ob es die Realität wäre. Aber da stellt sich immer die Frage: was wäre wenn kein Krieg begonnen würde. Was würden / müssten wir dann machen? Einfach Dinge laufenlassen kanns ja auch nicht sein. Das setzt voraus daß jeder, aber auch wirklich jeder dem anderen gegenüber nicht neidisch ist auf die Dinge die er hat, seien es Geld, Rohstoffe, Wasser, Macht, Frauen und was so alles an Kriegsgründen schon genannt worden ist.

Krieg ist tragisch, aber manchmal nicht vermeidbar
und das ist jetzt der Realzustand weil die Menschheit eben dieses "nicht Neiden" nicht hinkriegt
 
 
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Morris
Alt 02.12.2006, 15:09   #5
Standard

Sailor, ich denke, Krieg ist wenig vermeidbar. Was hätte es gebracht, wenn Russen und Amerikaner 1941-45 nichts unternommen hätten, nur um nicht kämpfen zu wollen. Die ohnehin schon unvorstellbare Katastrophe hätte noch weitaus größere Ausmaße erreicht. So zieht sich das durch die ganze Geschichte, ob nun Seeschlacht bei Salamis 480 v.Chr. oder gegen die Ungarn 955. Der Griff zur Waffe ist kein Grund zur Freude, aber manchmal eben unumgänglich. Wären die christlichen Könige des Mittelalters so gewaltlos geblieben, wie die Christen der ersten Stunde, so hätten sie sich zwar untereinander sicherlich viel Leid erspart, aber Europa wurde von Zeit zu Zeit auch massiv von außen bedroht.
 
 
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sailor
Alt 06.12.2006, 01:07   #6
Standard

Ich stelle das in Frage, Skinni. Es mag zunächst logisch erscheinen, daß wir in solchen genannten Situationen in den Krieg ziehen müssen. (Gegenschlag gegen Diktator etc.)
Aber stelle Dir doch mal die Frage, ob das, was dabei heraus kam besser war. (ich denke hier z.B. an den Feuersturm von Hamburg oder Dresden, hast Du die Dokumentation mit eindrucksvollen Zeitzeugen gesehen? Siehe: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/21/0,...902709,00.html) Oder Wikipedia.
http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Dresden
Es gibt seriöse Quellen, die in Dresden von 135.000-250.000 Todesopfern sprechen, was den Realitäten einer Grossstadt vermutlich sehr nahe kommt: Die Feuersbrunst (-"sturm"!) entwickelte Temperaturen bis an die 1000 Grad, die Menschen sind in ihren Kellern verschmort und erstickt.
Genauso verhält es sich mit den Atombombenabwürfen auf japanische Städte: Mit der Begründung der Gegenwehr wurde dies verrichtet. Noch immer leiden Menschen darunter.
Dazu muß man sich gar nicht an solche eindrucksvollen Erlebnisse klammern. Es wurde dieselbe Gewalt und dasselbe Morden angewandt. Es wurden Menschen getötet, vielfach auch unbeteiligte Menschen. Überhaupt, es waren Menschen, es war Mord, Totschlag und dergleichen.

Ich muß mir als Individuum auch gar nicht die Frage stellen, was wirklich passiert wäre, wenn ich nicht in den Krieg gezogen wäre, da es immer andere (und davon gibt es wahrlich genug!) für mich erledigen. Sie tun es aber nicht, weil ich so feige bin, sondern weil sie es so oder so tun würden: Aus Machtpolitischen, Wirtschaftlichen, Ressourcen-, Religiösen und was weiß ich noch für Gründen. Siehe USA!

Auf die Reaktion "Ja, wenn sich alle so verhalten würden wie Du, dann hätten wir jetzt ein 1000-jähriges Reich...." kann ich entgegnen:
"Wenn keiner Krieg führen würde, dann gäbe es keinen Krieg."
Weil es solche gibt, die ihn beginnen, ist niemand zwangsläufig verpflichtet mitzuziehen und dafür (nochmals!) Gegengewalt auszuüben und Menschen zu töten.
Die Geschichte zeigt uns, daß selbst dann, wenn einzelne Völker keinerlei Widerstand aufgeboten haben (oder konnten) und der übermächtige Feind sie in Besitz nahm, ihnen weniger geschah, als wenn sie Gegengewalt geübt hätten. Früher oder später (manchmal erst nach einigen Jahrhunderten) verschwand der Feind. (durch Fremd- oder Eigeneinwirkung, siehe römisches Reich) und sie wurden aus der Herrschaft befreit.
In dieser Zeit lebten sie unter der Herrschaft nicht immer schlecht und gelegentlich hatte es sogar Vorteile.

Ich meine: Freund und Feind ist eine furchtbar verschwommene Sache, und die Gründe für einen Krieg sind oftmals ebenso verschwommen, oder zumindest die wahren Gründe.
Wir sind physisch betrachtet alle Brüder und Schwestern. Nur eben sehr entfernt verwandt.
Es besteht also überhaupt kein Grund zum Töten, auch aus diesem Aspekt.
Wenn die Gründe klar scheinen, machen wir uns ebenso klar: Der "Feind" wurde oftmals in den Krieg gezwungen, manchmal 16-jährige. Durch Propaganda und Parolen, Gewalt und Unterdrückung aufgewiegelt, letztlich in den Krieg gezwungen und aus Angst, tut der eine oder andere Dinge, die er nicht wirklich tun will. Viele schon, aber nicht alle.
Der, den ich erschieße, könnte mein Freund sein....

Zuletzt kommt noch ein Aspekt zum tragen, den ich persönlich für den wichtigsten halte. Gott sagt: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst." Bedeutet: Tue deinem Nächsten, Mitmenschen, Feind (Mt 5,44!) liebevolles, Gutes!
und "Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt." (Mt 7,12; 22,39; 3.Mo 19,18)
Wer möchte gerne erschossen, zerfetzt, zermalmt, verbrannt, gefoltert, unterdrückt, oder enteignet werden? Dann handelt danach....

Soweit meine Sicht der Dinge.

Geändert von sailor (06.12.2006 um 14:42 Uhr).
 
 
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michaelg
Alt 06.12.2006, 12:29   #7
Standard

Zitat von Cobain
Er ist fester bestandteil der Evolution und der natürlichen Auslese, ich stelle dies mit dem Krieg gleich, 2 Arten kämpfen um die Vorherschafft und die stärke gewinnt und darf sich weiterentwickeln, das ist Krieg. Beim Menschen sind eben durch den Technischen Fortschritt und die geistige weiterentwicklung noch viele andere Faktoren für einen Kriegsgrund hinzugekommen, es geht um Rohstoffe, Geld, Wasser, Falsche Ideale und nicht zuletzt war auch die von uns erschaffene Religion an zahllosen Kriegen schuld.
Diesen Evolutionsvergleich finde ich sehr interessant, ich sehe ihn aber so nicht. Und zwar weil das Phänomen, dass der Stärkere gewinnt eben das Resultat von einer Selektion ist, gemeint ist die natürliche Selektion bzw. wie du es schon gesagt hast natürliche Auslese. Und dabei gilt: die Beteiligten sind passiv. Um es einfacher zu formulieren: In der Evolution beansprucht keiner von zwei unterschiedlichen Parteien aktiv, der stärkere zu sein. Im Krieg jedoch schon.

Über die Genuität des Krieges kann man aber auch je nach Menschenbild immer streiten. Aber selbst, wenn Krieg tatsächlich naturgegeben wäre, so hat er allein aufgrund dessen keine Legitimation.

Krieg ist doch für jeden betroffenen Menschen, der irgendwann die Folgen spürt, und sei er vorher ein noch so großer Patriot/Soldat/Gefolgsmann gewesen, per definitionem schlecht.
Krieg hat keine Existenzberechtigung.
Krieg ist unmenschlich.
Krieg ist Verbrechen.

Den Worten meines Vorposters kann ich mich nur anschließen. Um mich auch noch mal dem Matthäus-Evangelium zuzuwenden:

Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die hand aus und zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.
Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. (Mt 26, 51-52)
 
 
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sailor
Alt 06.12.2006, 22:01   #8
Standard

Das passt auch dazu. Nena:
http://www.youtube.com/watch?v=YlGN4rCiBRs

Video &Text über einen gebrochenen Elitesoldaten:
http://www.ndrtv.de/weltspiegel/20040314/kanada.html

Dazu der Artikel aus dem Stern. Sehr gut, wie ich finde:
http://www.stern.de/politik/ausland/...r/518343.html?
eid=547378&s=4&nv=ex_rt

Ein hervorragender Artikel von Christoph Reuter (Stern-Auslandskorrespondent im Irak) über die Zusammenhänge zwischen Gewalt und Gegengewalt; "Sinn" und Unsinn des Krieges:
http://www.stern.de/politik/ausland/..._cb&eid=505270

Geändert von sailor (06.12.2006 um 23:18 Uhr).
 
 
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Morris
Alt 06.12.2006, 23:52   #9
Standard

Ich denke, die Stelle aus Matthäus ist gegen einen Offensivkampf gerichtet, nicht aber defensiv; das Recht zur Verteidigung muss auch weiter gelten.
Die Geschichte zeigt uns, daß selbst dann, wenn einzelne Völker keinerlei Widerstand aufgeboten haben (oder konnten) und der übermächtige Feind sie in Besitz nahm, ihnen weniger geschah, als wenn sie Gegengewalt geübt hätten. Früher oder später (manchmal erst nach einigen Jahrhunderten) verschwand der Feind. (durch Fremd- oder Eigeneinwirkung, siehe römisches Reich) und sie wurden aus der Herrschaft befreit.
In dieser Zeit lebten sie unter der Herrschaft nicht immer schlecht und gelegentlich hatte es sogar Vorteile.
Man kann jetzt auch mal ganz vage behaupten, den Menschen wäre es unter Hitler definitiv schlechter gegangen als ohne.

Der Vergleich mit Rom hinkt nämlich, auch wenn Rom natürlich eine Diktatur war, so hatte es ganz andere Interessen; Rom wollte Machtausdehnung und Tributzahlungen und hat darüber hinaus u.a. Spanien und Gallien zivilisiert; andere Religionen wurden stillschweigend toleriert, soweit zumindest offiziell der Staatskult ausgeführt wurde. Der Nationalsozialismus war grundauf verschieden; es ging von vornherein um Vernichtung, um nichts anderes, außer vielleicht das allerletzte aus den Russen auszupressen. Und dass die Gegenmaßnahmen der Alliierten militärisch sicher nicht immer ganz eindeutig waren, sag letztlich nur aus, dass dort ebenfalls keine Männer mit hohen moralischen Werten die Befehle gaben.
Wir sind physisch betrachtet alle Brüder und Schwestern. Nur eben sehr entfernt verwandt.
Es besteht also überhaupt kein Grund zum Töten, auch aus diesem Aspekt.
Das verstehe ich sehr gut, würde ich aber so nicht teilen. Wenn man das alles auf eine metaphysische Ebene hebe würde, kann man sozusagen niemanden mehr töten, da das Leben, der Geist nicht sterblich ist, immateriell, sondern nur Leid zufügen. Eine solche Sichtweise ruft nicht zwanghaft Blutbäder hervor, sondern kann mit deinem Zitat
"Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt." (Mt 7,12; 22,39; 3.Mo 19,18)
sehr gut kombiniert werden. Diese Aussage sagt ja nicht unbedingt, man solle Unrecht über sich erdulden lassen, sondern, man solle kein Unrecht austeilen. Und die Gegenwehr schließt ja auch längst keine Rache mit ein.

@Dresden zuallerletzt:
Die Angriffe waren schlimm genug, da braucht man auch nicht unter Verweis auf "seriöse Quellen" die Opferzahlen in die Höhe treiben. In dem von dir genannten Artikel auf Wikipedia wird auch ganz gut das Zustandekommen der Zahlen diskutiert.
 
 
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sailor
Alt 07.12.2006, 02:09   #10
Standard

Ich denke, die Stelle aus Matthäus ist gegen einen Offensivkampf gerichtet, nicht aber defensiv; das Recht zur Verteidigung muss auch weiter gelten.
Jesus war unschuldig und definitiv in der Defensive. Er sollte von den Truppen die Judas mitbrachte aufgegriffen, vor Gericht gezerrt und daraufhin hingerichtet werden.
Was Jesus wußte, und was ja geschehen ist. Wenn er also von seinem Jünger (Simon Petrus, siehe Joh 18,10) verteidigt wird, dann ist das defensiv. Trotzdem sagte Jesus den von Michaelg aufgeführten Satz. Die Sache ist eindeutig, da gibt´s nichts dran zu interpretieren. Erst recht im Zusammenhang mit den anderen erwähnten Stellen, sie sind aber schon für sich aussagekräftig genug.

Man kann jetzt auch mal ganz vage behaupten, den Menschen wäre es unter Hitler definitiv schlechter gegangen als ohne.

Der Vergleich mit Rom hinkt nämlich, auch wenn Rom natürlich eine Diktatur war, so hatte es ganz andere Interessen; Rom wollte Machtausdehnung und Tributzahlungen und hat darüber hinaus u.a. Spanien und Gallien zivilisiert; andere Religionen wurden stillschweigend toleriert, soweit zumindest offiziell der Staatskult ausgeführt wurde. Der Nationalsozialismus war grundauf verschieden; es ging von vornherein um Vernichtung, um nichts anderes, außer vielleicht das allerletzte aus den Russen auszupressen. Und dass die Gegenmaßnahmen der Alliierten militärisch sicher nicht immer ganz eindeutig waren, sag letztlich nur aus, dass dort ebenfalls keine Männer mit hohen moralischen Werten die Befehle gaben.
Dänemark, Holland, Belgien, Polen,....,... Es gibt genug Beispiele für Länder, die in keiner Weise gegen Hitlers Truppen gerüstet waren und auch nicht dagegen angingen, bzw. in einem Blitzkrieg mit unwesentlicher Gegenwehr überrumpelt wurden.
Klar, in der Folge herrschte auch dort mehr oder weniger die Gestapo und es wurden die Juden deportiert. Trotzdem: Diesen Ländern geschah nicht wirklich viel. Zumindest nicht den Zivilpersonen und im Vergleich zu dem Szenario, wenn sie sich den Truppen entgegengestellt hätten. Da Gewalt immer Wut, Hass und Gegengewalt und Rache erzeugt, hätte das auch unter den Zivilpersonen entsprechend Opfer gekostet.

Es geht hier ja nicht um den Vergleich: "Kein Krieg <-> NS-Regime" sondern um
"Tote/Leid unter Gegengewalt <-> Tote/Leid ohne Gegengewalt"

Und dabei beziehe ich mich auf die Gesamtzahl an toten Menschen, nicht zwangsläufig auf die der eigenen Nationalität.
Wer oder was sagt Dir denn, das Deine Landsleute mehr wert sind als die des anderen Landes? Menschen sind Menschen.
Aber mal davon völlig abgesehen: Auch ohne diesen Aspekt hätte es auch unter Hitler -da bin ich mir sicher- für Dein eigenes (erdachtes) Land ohne Gegenwehr weniger Leid gegeben.
Die Sache mit der Gegenwehr ist vielmehr eine Sache des menschlichen Stolzes, menschlicher Stolz aber ist nichts anderes als Selbstsucht =Egoismus. Ausserdem denken wir in erlernten Mustern. Es ist für uns schwer vorstellbar, wie es funktionieren soll, sich nicht zu verteidigen.
Wenn es aber die Situation nicht anders zulässt, funktioniert es ja auch.

Was die Intentionen von Hitler betrifft, so waren die in erster Linie gegen die Juden und Minderheiten gerichtet (bzgl. Minderh. wie oftmals auch in anderen Diktaturen) und von Grössenwahn bestimmt. Das konnte man auch in Rom finden. Daß es bei den entsprechenden Reichsausdehnungen nicht ohne Integration der ursprünglichen Bevölkerung geht, das zeigen die Beispiele des römischen Reiches und weiteren anderen Ländern (Babylonien, Assyrien, Ägypten,Griechenland etc.) und das war sicher auch Hitler klar.
Selbst wenn er vom arischen Gedanken bestimmt war, so kann sich auch ein Hitler nicht gegen gewisse Grundzüge der Logik, Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit wehren, was im Endeffekt die Duldung und Integration der eroberten Völker mit sich bringt (von Minderheiten abgesehen).
Schon viele machtvolle Regime wurden durch sich selbst ausgelöscht: Etwa Intrigen und interne Uneinigkeit. Das wollte ich mit dem Beispiel römisches Reich eigentlich sagen. Externe und Interne Einflüsse s.o. Da ich an Gott glaube, kann er auch hier problemlos ansetzen und Machtstrukturen zerstören. Wozu er letztlich Menschen gebrauchen kann.

Ausserdem hatte ich ja schon erwähnt gehabt, daß es immer genug Leute gibt, die den Gegenangriff übernehmen. Freiwillig, aus Patriotismus und oftmals aus Überzeugung, manchmal aus Lust am Töten. Nicht nur eigenen Leute, sondern auch andere Länder. Aus zuvor genannten vielfältigen Gründen. Ich muß es ganz sicher nicht tun. Deshalb spekuliere ich hier wohlwissend auch nicht darauf, alle Nutzer zu überzeugen, sondern ein paar wenige.

Zitat von Sailor: "Wir sind physisch betrachtet alle Brüder und Schwestern. Nur eben sehr entfernt verwandt.
Es besteht also überhaupt kein Grund zum Töten, auch aus diesem Aspekt."

Das verstehe ich sehr gut, würde ich aber so nicht teilen. Wenn man das alles auf eine metaphysische Ebene hebe würde, kann man sozusagen niemanden mehr töten, da das Leben, der Geist nicht sterblich ist, immateriell, sondern nur Leid zufügen. Eine solche Sichtweise ruft nicht zwanghaft Blutbäder hervor, sondern kann mit deinem Zitat
Zitat:
"Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt." (Mt 7,12; 22,39; 3.Mo 19,18)
sehr gut kombiniert werden. Diese Aussage sagt ja nicht unbedingt, man solle Unrecht über sich erdulden lassen, sondern, man solle kein Unrecht austeilen. Und die Gegenwehr schließt ja auch längst keine Rache mit ein.
Ich hebe das aber nicht auf eine metaphysische Ebene. Gott spricht ganz klar davon, daß Menschen töten (deshalb sein Gebot) und man kann es auch. Auch wenn es bei Gott einen ersten und später einen sogenannten "zweiten Tod" gibt. (Offb 2,11; 20,10; 21,8 ...der ewig ist und bewußt als Qual wahrgenommen wird)
Es werden allerdings nicht alle in diese ewige Verdammnis, auch "Hölle" genannt kommen.
Klar, für Gott stellt es kein Problem dar, wenn wir sterben, da der Geist (die Seele) in seiner Hand ist. Trotzdem ist dies ein Eingriff der uns in keiner Weise zusteht und den Gott entsprechend richten wird.

Matth 7,12 (Behandelt die....) sagt aus, man solle den anderen so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. So wie es da steht.
Wenn ich mich verteidige und dabei töte, verletze u.s.w. dann ist dies nach Gottes Definition Unrecht, und ich selbst würde nicht wollen, daß mir dies geschieht.
Täte ich es auf friedlichem Weg -wie etwa Martin Luther King- dann hätte der andere vermutlich kaum etwas dagegen einzuwenden.
Die anderen zuvor erwähnten Aussagen der Bibel sind ja ebenso überaus deutlich. George Bush und jeder Soldat der tötet handelt also gegen die ausdrückliche Weisung Gottes. Dazu nochmal etwas ausdrückliches. Diesmal von Johannes dem Täufer, der Prophet, der Jesus ankündigte:

"Er sprach nun zu den Volksmengen, die hinausgingen, um von ihm getauft zu werden: Otternbrut! Wer hat euch gezeigt, daß ihr dem kommenden Zorn entfliehen werdet?
8 Bringt nun der Buße würdige Früchte; und beginnt nicht, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch, daß Gott dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken vermag.....

Es fragten ihn aber auch Kriegsleute und sprachen: Und wir, was sollen wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemand Gewalt, und erpreßt niemanden, und begnügt euch mit eurem Sold!"

Lk 3,7-8.14
Siehe dazu auch Wer ist eigentlich wirklich Christ ... oder -was ist "Glaube" genau? Seite 2 #26, der erste Beitrag von oben

@Dresden zuallerletzt:
Die Angriffe waren schlimm genug, da braucht man auch nicht unter Verweis auf "seriöse Quellen" die Opferzahlen in die Höhe treiben. In dem von dir genannten Artikel auf Wikipedia wird auch ganz gut das Zustandekommen der Zahlen diskutiert.
Ok. was das betrifft, da gebe ich Dir Recht: Demnach sind es nach seriöseren Quellen etwa 25.000-40.000 Menschen gewesen.
Zumindest soweit man das beurteilen kann (es sind ja nur Schätzungen) Das hat aber nichts damit zu tun, daß ich hier etwas "in die Höhe treiben" wollte, sondern eher damit, daß ich mich an anderer Stelle verlesen habe (Bericht überflogen) und gleichzeitig von einer grösseren betroffenen Stadtfläche ausgegangen war. Die Einwohnerzahl der Stadt inkl Flüchtlinge betrug zwischen 450- und 770.000 Einwohner lt. Wikipedia. Es war natürlich nur die Innenstadt so extrem betroffen.

Wie gesagt, die Brände erreichten durch den Sog (Feuersturm) meinen Info´s nach an die 1000! Grad und das Überleben war selbst in Kellern wegen des Sauerstoffentzugs als auch der Hitze nahezu unmöglich.
Von Berichten meiner Grosseltern (an anderer Stelle) weiß ich, daß sie notwendigerweise mit einer unglaublich grossen Zahl von Flüchtlingen auf engstem Raum gelebt haben (eine Familie ein Zimmer) Von daher gehe ich persönlich eher von einer grösseren als von einer geringeren Zahl an Flüchtlingen (s.o. erwähnt) aus (es war Febr. 1945!), die möglicherweise auch nicht -oder nur in Teilen- registriert waren. Zudem ist aus dem Bericht ersichtlich, daß Dresden Verkehrsknotenpunkt, Flüchtlingsanlaufstation und
-aus verschienen Gründen, u.a. der bisher ausgebliebenen Bombardierung-
,als angenehmer und sicherer Ort aufgesucht wurde.
Die Zahlen sind also tatsächlich eine Schätzung. Aber mal im ernst: Ich finde ein Toter Mensch ist schon zuviel, und wir reden hier von 25.000 bis 40.000! Aber wir sind uns ja darin einig, daß es schlimm war.

Geändert von sailor (07.12.2006 um 15:17 Uhr).
 
 
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mondamo
Alt 07.12.2006, 22:43   #11
Pfeil sinnhaftigkeit

wenn es krieg schon immer gegeben hat - und selbst das ist anzweifelbar
[>>> http://www.mondamo.de/ursachen_krieg.htm#typisch]
dann ist das noch lange kein grund, dass es trotzdem weiterhin krieg geben muss...

also wenn ich immer meine kinder schlage, muss ich das morgen nicht auch noch tun - ich kann heute damit aufhören.

ich stimme zu: konflikte (!) wird es immer geben und sollte es auch geben! die welt ist nie friede-freude-eierkuchen, und zur persönlichen entwicklung braucht man probleme und konflikte. aber man löst konflikte nicht, indem man einfach draufhaut.

und kriege heutzutage, da hat der einzelne ja im grunde kein problem mit seinem "feind".
[siehe liedtext: http://www.mondamo.de/nachtwey_galerie.htm]
der mensch gegenüber wird entpersonalisiert - man kämpft gegen "das Böse" - die "Terroristen". Aber "es ist WAHNSINN, dass ein Liebender auch Menschen töten kann, die genauso wie er selbst liebend sind"...
in den kriegen der menschheit gab und gibt es immer "(An)Führer" und gefolgsame Soldaten. Soldaten sollen nicht denken, sie sollen gehorchen.
Und darin sehe ich das Problem: der einzelne denkt nicht über sein Tun und Handeln nach, die "da oben" werden schon wissen, was richtig ist. Das ist doch fremdbestimmt!

guten Abend erstma,

ich bin gabi und hab den weg ins forum über meine statistik gefunden.
 
 
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sailor
Alt 08.12.2006, 01:22   #12
Standard

Hallo Gabi!

Über Deine Statistik? Wie darf ich das verstehen?
Ich finde Du hast da eine gute Homepage, schaust qualitative Dokumentarfilme, gefällt mir.
Am besten gefällt mir "das 21 Jahrhundert" von Willy Meurer
http://www.mondamo.de/weltfrieden.htm

Kennst Du die Filme schon? Wenn nicht, sie werden Dir bestimmt gefallen, nach allem was ich bei Dir so gesehen habe. Ich kann sie auch jedem anderen empfehlen.

"The Corporation" von Mark Achbar; Jennifer Abbot
http://www.zweitausendeins.de/display/?dsplnr=3798

"Wal Mart -Der hohe Preis der Niedrigpreise"
http://www.dvd-palace.de/dvd-review-r5t1753.htm

"Noch 24:00 Stunden bis zur Hinrichtung"
http://www.maisonbible.net/index.php...PSESSID=1de34f
32904734da0e9704f02ad38aaa (Das Bild unten Links)
Neben dieser Adresse ist der Film beim Asaph-Versand erhältlich.

zu Karla Faye Tucker:
http://www.pnp.de/red/pnp/1998/02/05/pol/00000032.htm

Ab nächstem Monat (01/2007) kommt der Film "Unser täglich Brot" in die Kinos.
http://www.unsertaeglichbrot.at/jart...b/website.jart

Bezüglich des von Dir auf Deiner Homepage angegebenen Textes wage ich allerdings zu behaupten, daß die Menschen schon immer dazu in der Lage waren, Krieg zu führen. Selbst wenn sie noch keine Kriege geführt hätten, dann haben sie trotzdem gemordet, gehasst, verachtet u.s.w.. Das hat sich nie geändert und das wird sich auch niemals ändern. Da ist auch kein einziges Volk ausgenommen.
Du hast die Hoffnung, daß sich das ändert?, ich aber habe sie nicht.
Auch früher hat es Menschen gegeben (schon immer), die gegen den Krieg waren. Denn dies kommt nicht nur aus dem Verständnis der Grausamkeit des Krieges, sondern es ist auch ein Wunsch aus dem Inneren, nach Frieden. Diesen Wunsch gibt es (leider) längst nicht bei allen Menschen.
Spätestens dann nicht, wenn sie angegriffen werden.

Das heißt nicht, daß ich der Meinung wäre, man müßte nichts für den Frieden tun. Im Gegenteil. Wie Du vielleicht gelesen hast, bin ich durchaus dieser Meinung.
Es wird einige wenige geben, die zur Einsicht kommen und begreifen, was Krieg -auch im Verteidigungsfall- bedeutet. Es ist nur jedem zu wünschen, dies zu begreifen, bevorer selbst in diese Situation kommt.
Diese wenigen werden weitere aufklären. Doch sie werden nicht den Verlauf der Dinge ändern. Den Verlauf der Welt, die von Selbstsucht= Egoismus der Menschen bestimmt wird. Die Selbstsucht ist die Ursache. Deshalb wird es auch immer wieder Kriege geben. Das hat uns die Geschichte gezeigt und zeigt uns die Gegenwart.

Diese Selbstsucht findet sich in allen Menschen. Sie äußert sich nur nicht immer auf die gleiche Weise. Der eine hat in dieser Hinsicht Probleme, die andere in jener. Das folgende kann uns einen Einblick geben:

"Was die menschliche Selbstsucht hervorbringt, ist offenkundig, nämlich: Unzucht, Verdorbenheit und Ausschweifung,
Götzenanbetung und magische Praktiken, Feindschaft, Streit und Rivalität, Wutausbrüche, Intrigen, Uneinigkeit und Spaltungen,
Neid, Trunk- und Fresssucht und noch vieles dergleichen. Ich warne euch, wie ich es schon früher getan habe: Menschen, die solche Dinge tun, werden nicht erben, was Gott versprochen hat; für sie ist kein Platz in Gottes neuer Welt."
Galater 5,19-21

Weitere Stellen über die Wirkungen der Selbstsucht:
Mk 7,21-22; 1Kor 6,9-10; Röm 1,28-32; Eph 5,3-5; Kol 3,5-8; 1Tim 1,9-10; 2Tim 3,2-4; 1Petr 4,3

Wir könnten geneigt sein, zu meinen, wir seinen nicht davon betroffen. Allerdings wird das in den zuvor angegebenen Stellen deutlich, daß es uns alle betrifft.
Zu den feineren, weniger offensichtlichen Ausprägungen der Selbstsucht habe ich auch an anderer Stelle schon etwas geschrieben:
Ein Leben in Ehre
Dazu vor allem Beitrag #1 und #6 und 7.

Hier wird auch genannt, welchen Weg es gibt, von der Selbstsucht/ dem Egoismus befreit zu werden. Es gelingt uns nämlich nicht aus eigener Kraft.
Aber: Es lohnt sich, für den Frieden einzutreten! Trotz allem. Es ist der Wille Gottes, daß wir dies tun.

also wenn ich immer meine kinder schlage, muss ich das morgen nicht auch noch tun - ich kann heute damit aufhören.
Was das Schlagen von Kindern betrifft, bin ich der Meinung, daß es da grosse Unterschiede gibt. Es gibt Eltern, die schlagen ihre Kinder windelweich, unbegründet, weil sie gerade schlechte Laune haben, weil das Kind eine Frage gestellt hat, die ihnen nicht passte, weil die Arbeit sie gestresst hat, weil sie gerade betrunken sind etc.
Es ist zweifellos alles andere als in Ordnung, so etwas zu tun.

Ich bin jedoch durchaus der Ansicht, daß es einem Kind keinesfalls schadet, wenn es klare Grenzen aufgezeigt bekommt, und diese Grenzen, wenn mehrmalige deutliche Ermahnung nicht fruchtet, in manchen Fällen auch einmal einen ordentlichen Hintern voll nach sich ziehen.
Wenn das dann nicht weh tut, dann kann man sich das sparen.
Meine Kinder kennen ihre Grenzen und wissen genau, woran sie sind. Rein physisch betrachtet ist ein Hinterteil auch kein gefährdetes Körperareal.
Weil sie die Grenzen kennen, gehorchen sie bei mir wesentlich besser und ich komme mit den Kindern besser klar, als etwa meine Frau, die diesbezüglich immer wieder redet, irgendwann laut wird, aber kaum etwas folgen lässt.
Im Endeffekt brauche ich also nur sehr selten den Hintern voll zu hauen.

Meine Kinder sind mir dann keineswegs böse und wir kommen danach oftmals viel besser aus, als wenn ich zu oft rede und nichts folgen lasse. Ich unterhalte mich auch mit ihnen darüber und -wie gesagt- warne sie vorher.
Von Psycho-Strafen wie Stubenarrest, stiller Stuhl und dergleichen halte ich nicht viel, da ich das früher selbst oft erlebt habe. Der Hintern voll war leider viel zu selten. Meine Mutter traute sich nicht und mein Vater hat gearbeitet.
Sowas zieht sich unnötig lange hin, womöglich hat das Kind es längst vergessen.

Dass die gelegentliche Erziehungsmethode "Hintern voll" Kindern nicht schadet und sie vielmehr gut erzogen sind, beweisen übrigens alle älteren Generationen.
Dort hatten die Kinder noch Respekt vor den Erwachsenen und haben es sich nicht erlaubt, irgendeinen Lehrer oder seine Eltern "A****loch" oder dergleichen zu nennen.
Nur neuerdings haben viele interessanterweise Probleme mit der Erziehung, brauchen ne "Supernanny", wissen sich keinen Rat u.s.w.
Ich sage Dir, das kommt durch die ganze Verunsicherung, durch das Gerede von antiautoritärer Erziehung, man dürfte nicht "schlagen", durch den vermittelten Eindruck, man bräuchte zur Erziehung nen Lehrgang oder Studium u.s.w.. Wie gesagt, Schlagen ist nicht gleich Schlagen.

Wichtig ist vielmehr Liebe; Gerechtigkeit; klare Regeln; eindeutige, deutliche Worte; und die Übereinstimmung von Worten und Handeln.
Ja, denn wenn ich es letztlich gut mit meinem Kind meine und mein Kind damit zu einem ordentlichen Menschen erziehen kann, dann kann Liebe durchaus das von mir beschriebene Schlagen beinhalten.

Daß von so etwas gewaltbereites Handeln erlernt wird, ist nicht korrekt.
Das ist nur eine hergeholte Erklärung für den Krieg, manche Leute wollen sich die selbstsüchtige Bosheit der Menschen gerne auf diese Weise erklären.
Gewaltbereites Handeln erlernen Kinder, wenn ich als Vater vor meinen Kindern in einem Konflikt einen anderen Mann, Frau etc. verprügele und das obendrein gelingt. Dann lernen sie:
"Konflikte löse ich durch Schläge." Du kannst Dir sicher sein, daß ich dies nicht tue.
Kinder sind aber nicht blöd, und haben auch ein gut ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Deshalb können sie durchaus zwischen der (zuvor erklärten) Strafe für boshaftes oder ungehorsames Handeln und dem Verprügeln anderer in Konflikten unterscheiden. Zumal sie wie gesagt solches bei mir nicht zu sehen bekommen. Sie nehmen mich kurze Zeit nach der Strafe in den Arm, weil sie eingesehen haben, daß ihr Handeln falsch war.

Gruß Axel

Geändert von sailor (08.12.2006 um 19:42 Uhr).
 
 
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mondamo
Alt 08.12.2006, 18:50   #13
Ausrufezeichen konflikte vs. krieg

hallo.

wenn ich verlinkt werde und der link wird benutzt, dann zählt das meine statistik.
Bezüglich des von Dir auf Deiner Homepage angegebenen Textes wage ich allerdings zu behaupten, daß die Menschen schon immer dazu in der Lage waren, Krieg zu führen. Selbst wenn sie noch keine Kriege geführt hätten, dann haben sie trotzdem gemordet, gehasst, verachtet
ich finde es gibt einen großen unterschied zwischen einem KRIEG und einer EINZELAGRESSION. natürlich haben menschen auch negative gefühle - das ist auch gut so, denn die welt ist polar: es kann nicht nur gutes geben bzw. das gute gibt es nur, weil es auch böses gibt (und stärke zeigt sich dann, wenn auch das schwache siegt)
von daher ist es nicht möglich oder sinnvoll das "böse" zu bekämpfen; es ist eher die frage wie wir damit umgehen. ich kann meine wut herauslassen, indem ich mit dem fuß aufstampfe oder laut in den wald hinein brülle - oder ich kann es an menschen herauslassen, die schwächer sind und sich nicht wehren können. oder eben in den krieg ziehen...


Wunsch aus dem Inneren, nach Frieden. Diesen Wunsch gibt es (leider) längst nicht bei allen Menschen.
Spätestens dann nicht, wenn sie angegriffen werden.
woher willst du wissen, dass nicht ein jeder Mensch dieses Bedürfns hat? Ich denke, gerade, wenn man angegriffen wird hat man den Wunsch nach Frieden?

Die Selbstsucht ist die Ursache
was ist selbstsucht? was verstehst du darunter?

und was hat das mit den folgenden dingen zu tun?

Unzucht >> Sex? ist das was schlimmes?
Verdorbenheit >> verdorbene menschen? gibt es sowas? gibst du dann nicht den menschen auf und damit die chance, dass dieser oder jener "sich bessert"?
Ausschweifung >> ??

Götzenanbetung >> ??
magische Praktiken >> was verstehst du darunter? was ist daran schlimm?
Feindschaft >> aus Selbstsucht??
Streit >> gehört doch zum Leben dazu?
Rivalität >> ist es nicht eher die Gesellschaft, die dir Rivalitätsdenken beibringt?
Wutausbrüche >> sind doch nur natürlich?
...
Trunk- und Fresssucht >> das sind arme Menschen, die mehr leiden daran, was ihnen angetan wurde


wenn du deine kinder schlägst und glaubst es schadet ihnen psychisch in keinerlei weise, dann darfst du dir aber auch sicher sein, dass du dann eine ausnahme darstellst - weil sicher nicht alle eltern ihren kindern so deutlich machen können, dass diese strafe jetzt sein musste (?!)...
eher ist es doch so, dass im regelfall die kinder sich ungeliebt und ausgestoßen fühlen und lernen, ihren körper zu bestrafen, sich selbst zu übergehen, wenn sie mal einen fehler machen.

zwei interessante arikel dazu, die sich gegen körperliche gewalt in der erziehung aussprechen:

http://www.familienhandbuch.de/cmain...eme/s_694.html

ZITAT:
  • Es handelt sich um eine Verletzung der Würde des Kindes: Jeder kennt die erniedrigende Wirkung einer Ohrfeige.
  • Der Wille des Kindes wird gebrochen.
  • Gravierender als der körperliche Schmerz schlägt die seelische Demütigung zu Buche: Ohnmächtigkeit, Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein sind die Gefühle, die tiefe Narben nach sich ziehen. Angst und Panik ist damit der Weg geebnet. Das Kind mag denken: Weshalb nur haben die Menschen, die einen eigentlich lieben und schützen sollen, so etwas getan? Eine tiefe emotionale Verunsicherung tut sich hier auf. Etliche Menschen können selbst im Erwachsenenalter kein Vertrauen mehr zu anderen Menschen aufbauen.
http://www.familienhandbuch.de/cmain...gen/s_223.html



lieben gruß, gabi
 
 
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michaelg
Alt 08.12.2006, 20:42   #14
Standard

Hallo mondamo,

ich glaube er versteht unter Selbstsucht ziemlich schliecht: Egoismus. Der Unwille zur Selbstlosigkeit.

Ich möchte in diesem Post nun eigentlich nicht groß die Gedanken zum Krieg weiter erörtern sondern nur ein ganz klein wenig versuchen, die Begriffsschwierigkeiten zu den Selbstsuchtursachen zu beseitigen. Hierbei muss man im Hinterkopf behalten, dass es hier letztlich auch eher um christliche Imperative geht und der Text fast 2000 Jahre alt ist.

Zitat von mondamo
Unzucht >> Sex? ist das was schlimmes?
Verdorbenheit >> verdorbene menschen? gibt es sowas? gibst du dann nicht den menschen auf und damit die chance, dass dieser oder jener "sich bessert"?
Ausschweifung >> ??
Götzenanbetung >> ??
magische Praktiken >> was verstehst du darunter? was ist daran schlimm?
Feindschaft >> aus Selbstsucht??
Streit >> gehört doch zum Leben dazu?
Rivalität >> ist es nicht eher die Gesellschaft, die dir Rivalitätsdenken beibringt?
Wutausbrüche >> sind doch nur natürlich?
...
Trunk- und Fresssucht >> das sind arme Menschen, die mehr leiden daran, was ihnen angetan wurde
Ich glaube dich haben die Ausdrücke ein wenig verwirrt, ich versuche das mal abzuarbeiten:
Mit Unzucht ist ja keineswegs Sex gemeint, wäre es das, so würde ich mich ganz genau so wie du auch fragen, was daran schlecht sein soll. Das Wort gibt es ja selbst her, Unzucht. Unzucht meint nicht Sex, sondern "falschen" Sex. Ob es falschen Sex gibt darüber kann man sich hinsichtlich des Toleranz Aspektes sicher streiten, aber ich glaube ich brauche mal Sodomie erwähnen und dann sollten wir uns einig sein, dass es das gibt. Was jetzt genau Unzucht ist varriert in verschiedenen Regionen, Kultur- und Religionskreisen. Bei Christen und Juden, also im Sinne der Bibel, ist Unzucht zunächst einmal Ehebruch, dazu kommen weitere "Verfehlungen" (z.B. Inzucht), die je nach Verständnis heutzutage logisch, bis zuweilen aber auch intolerant anmuten (Verbot der Homosexualität Lev 20, 13).

Zur Verdorbenheit ist nun insofern wenig zu sagen, da dass doch auch irgendwo eine Frage des Zeitgeists ist, was wieder den Toleranzgesichtspunkt hervorbringt.
Ich habe nicht verstanden, warum du fragst, ob dann nicht der Mensch aufgegeben wird. Verdorbenheit war doch nur als Ursache von Selbstsucht genannt.

Ausschweifung: naja, ausschweifende Lebensweise, Dekadenz, Verschwendungssucht

Feindschaft nicht als Selbstsucht, sondern als Ursache davon! Ebenso wie Streit. Streit grundsätzlich absolut menschlich, aber wenn du mit jedem Menschen um jede einzelne Sache in Streit trittst ist das wider das Gemeinwohl. Es geht einfach bei den Punkten darum, auch mal zu GEBEN und anderen etwas zu GÖNNEN.

Wutausbrüche, das ist Impulsivität und das ist gewiss menschlich. Aber stelle dir vor, ein jeder könnte sich zu keinem Zeitpunkt bei minimaler Erregung beherrschen und würde zornig, da wäre doch jede kleine Gesellschaft schon ein Krisenherd!
Wutausbrüche als Ursache von Selbstsucht meint nicht das Verbot von Wutausbrüchen um nicht selbstsüchtig zu sein, sondern sich bemühen, seine Impulse zu kontrollieren. Dass das nicht immer gelingen kann versteht sich hierbei von selbst.

Ich lass das mal lieber doch mit dem Durchgehen zumal vieles davon ja einfach nur monotheistisch wichtig ist, wie das mit der Magie und der Götzenanbetung.

Und Trunk und Fresssucht, da hast du ja recht, aber es gibt darunter eben auch Menschen, deren Sucht nicht krankhaft im Sinne der Suchtkrankheit ist. Es geht an der Stelle wieder um Verschwendung und um inflationären Genuss.

Aber gut, ich hoffe ich konnte ein wenig Verwirrung auflösen.

Mit dem Bereich Gewalt und Kindeserziehung kenne ich mich leider nicht aus, mag die Vorstellung aber nicht, Kinder zu schlagen.
 
 
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mondamo
Alt 08.12.2006, 20:54   #15
Standard

Was die menschliche Selbstsucht hervorbringt
was sie verursacht, was passiert, wenn man selbstsüchtig ist.
so hab ich das verstanden.

jemand bringt eine sache hervor.

du hast das als ursache verstanden: durch etwas wird etwas hervorgebracht....
 
 
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michaelg
Alt 08.12.2006, 21:31   #16
Standard

Stimmt du hast recht, ich habe Ursache und Wirkung hier verwechselt. Vielen Dank für den Hinweis.
Stand ja genau so auch in dem, was du zitiert hast (Die Selbstsucht ist die Ursache), und ich machs trotzdem falsch.

Aber ich wollte ja auch lediglich zu den Begriffen was sagen.

Ist das was ich schrieb denn nachvollziehbar?
Lassen wir mal die für die Religion wichtigen Sachen wie Götzenanbetung oder magische Praktiken weg. Ich finde Streit oder Rivalität oder auch Wutausbrüche sind wirklich gute Beispiele.

Ich nehme jetzt nur einmal die Rivalität. Rivalität wird einem von der Gesellschaft beigebracht hast du geschrieben. Um es ganz kurz zu machen: Dem widerspreche ich gar nicht mal. Aber bist du es nicht selber, an dem es liegt, ob du diese vermeintliche Gabe annimmst? Der beurteilt, ob das gut ist? Ich sehe das so: Eine Gesellschaft mit Konkurrenz und Rivalität, eine sogenannte Ellenbogengesellschaft, erweckt den Eindruck, man solle sich ebenso Verhalten, um Erfolg zu haben. Das ist logisch und mitunter auch vernünftig.
Mensch ist aber in der lage, sich trotz dieser Logik dagegen zu entscheiden, also nicht mitzumachen, nicht in Konkurrenz und Rivalität zu den anderen zu treten. Frage dich: "Will ich das?", "Will ich so sein, dass ich 'kämpfe' [hier nicht mit militär. Waffen] und also ein Gegner bin?", oder: "Ist das moralisch gut?"

Ziehe doch Alternativen heran; du könntest zwar sagen, ja, die Gesellschaft ist eine solche, die durch Konkurrenz geprägt ist, aber geht es nicht auch anders? Dass menschen gegeneinander sind, dass sie konkurierren, das muss ja nicht sein. Zusammen und nicht gegeneinander, wäre das nicht nicht nur harmonischer, sondern auch effektiver?


Meine These ist, der Mensch kann sich dazu entscheiden, bei der Konkurrenz, zu der die Gesellschaft verleitet (oder die einem durch die Gesellschaft beigebracht wird, wie du schriebst), nicht mitzumachen.

Da stellen sich die Fragen:
a) kann er das wirklich ?
b) lohnt sich das ?

Ja er kann! Natürlich ist mensch schwach (im Sinne von fehlender Fähigkeit, Versuchungen zu widerstehen), und tut es all zu oft nicht, aber genau darum geht es ja auch in der Stelle des Briefes an die Galater, den sailor zitiert hat. Um das fleischliche Verlangen! Um den Getriebenen in Uns, um die ungeschürte exzessive Lust und Leidenschaft!

Und lohnt sich das?
Lohnt es sich zu sagen, nein ich trete nicht in Konkurrenz sondern versuche zu helfen, miteinander zu leben, friedlich zu sein? Wird man dann nicht gerade ausgenutzt? Seiner Naivität wegen belächelt? Mitunter sicher!
Aber es geht doch auch um den Initiativeffekt! Um das Vorbild! Um die Tugend und Moral! Vor allen Dingen: Der Einwand, der eigene Nutzen bliebe jetzt aus gilt jetzt nicht mehr. Aus zweierlei Gründen:

Zum Einen hat man sich ja gerade gegen die Konkurrenz/Selbstsucht entschieden.

Zum Anderen, um nochmal aufs Neue Testament zurückzukommen, sind da Jesu Seligpreisungen zu Beginn der Bergpredigt:

Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setze sich und seine Jünger traten zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:

[...]

Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.
Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Himmerleich

(Mat, 5, 1-10)
 
 
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sailor
Alt 08.12.2006, 22:23   #17
Standard

Edit: Ups, da hat ja schon einer was geschrieben......Na dann lese ich mir das jetzt mal durch und überlege dann, ob ich meins lösche.....
Edit: Och nö. Das ergänzt sich ganz gut.


ich finde es gibt einen großen unterschied zwischen einem KRIEG und einer EINZELAGRESSION. natürlich haben menschen auch negative gefühle - das ist auch gut so, denn die welt ist polar: es kann nicht nur gutes geben bzw. das gute gibt es nur, weil es auch böses gibt (und stärke zeigt sich dann, wenn auch das schwache siegt)
von daher ist es nicht möglich oder sinnvoll das "böse" zu bekämpfen; es ist eher die frage wie wir damit umgehen. ich kann meine wut herauslassen, indem ich mit dem fuß aufstampfe oder laut in den wald hinein brülle - oder ich kann es an menschen herauslassen, die schwächer sind und sich nicht wehren können. oder eben in den krieg ziehen...
Es sterben in einem Krieg in kürzerer Zeit mehr Menschen, ja. Letztlich ist es aber auch in Einzelagressionen dieselbe Agression, die zu Wut, Hass und letzlich sogar dem Töten von Menschen führt.
Wenn Du beispielsweise nach Bagdad, Mogadishu oder Kinshasa guckst, dann kannst Du erkennen, daß die Menschen sich dort genauso, nach und nach, nur zur Zeit eben nicht in einer grossen Einzelaktion=Krieg umbringen.
Es ist ein anarchieartiger Zustand. Es werden laufend Menschen getötet, nur eben nicht auf einmal. Was soll daran besser sein?

Wie sollen solche negativen Gefühle jemals gut sein? Du siehst doch, wozu sie führen!?
Warum sollte es nicht nur Gutes geben? Weil unser Denkmuster, das wir von klein auf in unser Gehirn "eingebrannt" haben uns sagt, das es das nicht geben kann? Weil die Welt sich so verhält, man dort überall Böses gibt? Es gibt nur dann Böses, wenn wir Böses denken, böses tun!

"Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin....." Sicher kennst Du den Satz. Die Realität auf der Welt sieht so aus, daß es das niemals geben wird. Das heißt aber auf keinen Fall, daß es nicht möglich wäre, daß es das Böse geben muß. Das sagt mir nicht nur mein Verstand sondern auch Gott,
der von einer neuen Welt, einer neuen Erde spricht, die er anstelle der Alten errichten will. Dort wird es keinen Hass, keine Ungerechtigkeit, keine Verachtung, keine Bosheit, keine Krankheit, keinen Tod und auch keinen Krieg mehr geben.

Was die Wut betrifft: Du schreibst, man sollte sie in den Wald brüllen, das sei besser als sie an anderen auszulassen. Sicher ist es das. Aber es gibt auch noch die Möglichkeit, zu beten.
Wenn Du eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus, zu Gott hast, dann brauchst Du nicht mehr Deine Wut in den Wald zu schreien. Du kannst es ihm mitteilen und er hilft Dir, Deine Wut, Deine Agressionen, Deinen Hass, Deine Verachtung, all das was Dich plagt, zu überwinden.

Das gelingt nicht jedem offiziellen "Christen", da viele "Christen" überhaupt nicht nach dem Wort Gottes leben. Viele nehmen ihn nicht beim Wort, tun nur teilweise das, was Jesus Christus, Gottes Sohn gesagt hat.
Überall da, wo sie sich zu sehr einschränken müssen, wo sie sich selbst ernsthaft verändern müssten, da beachten sie es nicht so genau.
Sie bringen sich damit um eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus und seinem Vater, Gott.
Jesus Christus war Gott gehorsam. Das, was er getan hat, sollte uns zum Vorbild sein. Er war ohne Sünde, vollkommen. Deshalb gab Gott ihm seinen Geist in unbegrenztem Maß.
Gott hat aber zugesagt, daß jeder, der ihm gehorsam ist, seinen Geist erhalten wird. (Apg 5,32) Durch diesen Geist Gottes können wir von unseren Agressionen etc. und dergleichen dauerhaft befreit werden.(2.Kor 3,18; Röm 8,29) Dann führen die wahren Christen selbstverständlich auch keine Kriege mehr. Alle diejenigen, die Kriege führen, halten sich nicht an die Worte Gottes.

Keiner derjenigen, die Gott verachten und ihn ignorieren oder mißachten wird jemals in Gottes neue Welt kommen. In dieser neuen Welt werden nur Menschen leben, die sich bewußt gegen Gewalt, Verachtung, Hass und Egoismus und stattdessen für Nächstenliebe, die auch Liebe zu den Feinden einschließt, entschieden haben. Und eben für Gott selbst, denn Gott ist Liebe. Diese Liebe schließt liebevolles Handeln ein und boshaftes Handeln aus.

woher willst du wissen, dass nicht ein jeder Mensch dieses Bedürfns hat? Ich denke, gerade, wenn man angegriffen wird hat man den Wunsch nach Frieden?
Du verwechselst den Wunsch in Ruhe gelassen zu werden und am Leben zu bleiben mit dem Wunsch nach Frieden.
Vielen geht es aber um das eigene Leben. Das Leben der anderen Menschen wollen viele zwar zunächst nicht töten, weil sie Moralvorstellungen haben, spätestens dann jedoch, wenn ihr eigenes Leben in Gefahr ist, schießen sie bewußt zurück und töten. Sie stellen damit das eigene Leben über das der anderen. Bei Gott jedoch gibt es keinen Unterschied zwischen den Menschen, für ihn sind alle Menschen gleich, egal welcher Nationalität,Hautfarbe oder welcher Gesinnung.
Wenn es um das Leben geht, sind alle gleich. Er erachtet es vielmehr als etwas besonderes das eigene Leben für das der anderen zu geben. Denn daraus spricht echte Liebe für meine Mitmenschen. So hat es Christus getan. Der wahre Wunsch nach Frieden bedeutet, das innere Verlangen zu haben, daß der Krieg, der Zorn, all das Töten endlich ein Ende hat. Unabhängig meiner eigenen Person bzw. meiner eigenen Nation.

was ist selbstsucht? was verstehst du darunter?
und was hat das mit den folgenden dingen zu tun?
Egoismus (frz. égoïsme, zu lat. ego = ich) bedeutet „Eigennützigkeit“. Das Duden Fremdwörterbuch beschreibt Egoismus als „Ich-Bezogenheit“, „Ich-Sucht“, „Selbstsucht“, „Eigenliebe“. Egoismen (Plural) sind demnach selbstsüchtige Handlungsweisen.

Alle Handlungsweisen die in den im vorherigen Text genannten Bibelstellen auftauchen, gehören dazu. Es gehört etwa auch "Stolz" dazu, Hochmut/Arroganz und dergleichen. Hass, Hochmut, Wut/Zorn, Neid, Gier, Rache, das wären z.B. auch Eigenschaften, die der Selbstsucht entspringen und zum Krieg führen.

Unzucht >> Sex? ist das was schlimmes?
An Sex ist nichts schlimm. Nur nicht vor der Ehe, als Betrug innerhalb der Ehe und als Prostitution. Gott will nicht daß wir dies tun, weil er uns Menschen liebt. Er möchte uns vor Krankheiten schützen und genauso die Kinder davor schützen, von den Eltern verlassen zu werden. Das geschieht etwa, wenn jemand wechselnde, oder vor der Ehe Partner hat und mit ihnen schläft: Es entstehen Kinder, die dann darunter leiden. Auch eine Scheidung belastet sowohl die Partner als auch die Kinder sehr stark. Durch Fremdgehen und dergleichen entstehen viele Scheidungen. Deshalb ist das Gottes Wille.

Verdorbenheit >> verdorbene menschen? gibt es sowas? gibst du dann nicht den menschen auf und damit die chance, dass dieser oder jener "sich bessert"?

Zu Verdorbenheit und Ausschweifung (woanders steht "Unsittlichkeit" und "ausschweifendes Leben/Zügellosigkeit"):
Synonyme für Verdorbenheit: Schlechtigkeit, Verderbtheit, Verkommenheit, Verworfenheit
Unter Verdorbenheit fällt folgendes:

"Weil sie es verwarfen, Gott zu erkennen, überließ er sie ihrem untauglichen Verstand, sodass sie alles Verwerfliche tun.
29 Es findet sich bei ihnen jede Art von Unrecht, Niedertracht, Gier, Gemeinheit. Sie sind voll Neid, sie morden, streiten, betrügen und stellen einander Fallen. Sie reden gehässig über andere
30 und verleumden sie. Sie verachten Gott, sind gewalttätig, überheblich und prahlerisch. Sie sind erfinderisch im Bösen. Sie wollen sich ihren Eltern nicht unterordnen.
31 Unverständig sind sie und unzuverlässig, lieblos und ohne Erbarmen.
32 Dabei kennen sie genau den Willen Gottes und wissen, dass alle, die so etwas tun, vor seinem Gericht den Tod verdient haben. Trotzdem tun sie es und ermuntern mit ihrem Beifall auch noch andere, die so handeln."
Römer 1,28-32

Das muß nicht zwangsläufig alles bei einem Menschen auftreten.
Die Menschen werden nicht aufgegeben. Gott gibt jedem vielmals die Chance, sich zu ändern und so sollten wir es auch halten. (Lk 17,3-4; Mt 18,21-22; Lk 23,39-43)

Ausschweifung >> ??
Zu Zügellosigkeit/ausschweifendes Leben: Lukas 16,19-31

Götzenanbetung >> ??
Götzen sind irgendwelche Götter die von den Menschen verehrt werden. Heute gibt es (wie schon im römischen Reich) häufig Personenkulte. Etwa bei Mao (der noch immer von vielen verehrt wird) oder bei dem Staatsführer von Nordkorea (schon bei seinem Vater), bei Stalin, u.s.w.
Aber auch Buddha, irgendwelche anderen Götter, etwa Hindugötter wie Shiva etc..
Der Götze der heutigen Zeit ist der Materialismus, die Habgier, Besitzgier, Geldgier. Das ist ebenfalls Götzendienst. (Kol 3,5)
Der Hintergrund ist: Wir verehren diese "Götzen" oder hängen an unserem Geld, beten zu ihnen, richten unser Leben nach ihnen, oder verlassen uns darauf (etwa Geld)
Gott möchte aber, daß wir ihm dienen, ihn verehren, unser Leben nach ihm ausrichten und uns auf ihn verlassen. Er hasst Götzendienst in jeder Form.

magische Praktiken >> was verstehst du darunter? was ist daran schlimm?
Dazu gehört alles was in den Bereich Okkultismus, Spiritismus, Astrologie, Wahrsagerei; etc. fällt.
Wie gesagt, Gott möchte, daß wir uns auf ihn verlassen, uns an ihn wenden. Durch diese Medien können Dämonen (gefallene Engel) und böse Geister auf die Menschen einwirken und sie letztlich beeinflussen oder sogar in Besitz nehmen. Gott will uns davor schützen.

Feindschaft >> aus Selbstsucht??
Genau. Aus Selbstsucht. Ursächlich wie oben genannt in dem Abschnitt unterhalb der Definition von Selbstsucht/Egoismus. Alle diese Begriffe sind im Begriff Selbstsucht/Egoismus zusammengefasst.

Streit >> gehört doch zum Leben dazu?
Nein, muß er nicht. Gott kann uns von dem Drang nach Streit befreien, wenn wir dies wollen. (Joh 8,34-36) Durch Streit entsteht vielfach Wut, Agression, Zorn, mgl. Hass und die Folgen davon.
Das meint aber nicht Meinungsverschiedenheiten und vernünftige Diskussionen, die es weiterhin geben kann.

Rivalität >> ist es nicht eher die Gesellschaft, die dir Rivalitätsdenken beibringt?
Rivalität entspringt dem Ich-bezogenen Drang nach dem eigenen vor den anderen. Der Selbstsucht.

Wutausbrüche >> sind doch nur natürlich? ...
All das hier aufgeführte liegt in der Natur des Menschen. Trotzdem ist es der Grund für Bosheit, Zorn, Hass, Krieg u.s.w.
Genau davon möchte Gott uns befreien: Von unserer eigenen (boshaften) Natur. Das kann nur durch den Geist Gottes Geschehen. Deshalb war Christus so voller Liebe, half den Menschen, hat sich selbst hingegeben.

Trunk- und Fresssucht >> das sind arme Menschen, die mehr leiden daran, was ihnen angetan wurde
Gott kennt das Herz eines jeden Menschen. Vieles, was wir Menschen antun, begünstigt solches Verhalten, das ist richtig.
Aber trotz allem sind wir Menschen für uns selbst und für andere verantwortlich. Auch wenn wir in einigen Situationen sehr herausgefordert werden, wir können uns dagegen entscheiden. Etwa eine Therapie beginnen, uns ernsthaft Mühe geben.
Genau darum geht es Gott. Er kennt unsere Grenzen und verlangt nichts von uns, das wir nicht leisten könnten. Ursächlich für diese Eigenschaften ist aber die Selbstsucht.

Wichtig dabei ist: Es geht darum, daß wir uns ernsthaft (mit ganzem Herzen)Mühe geben, uns von diesen negativen Eigenschaften, die unter dem Begriff Selbstsucht zusammengefasst sind, abzuwenden. Das geschieht, wenn uns diese Verhaltens-/Denkweisen ernsthaft stören, wir einsehen, daß sie der wahren Liebe entgegenstehen wie das Feuer dem Wasser.
Zu wahrer Liebe: 1.Kor 13,1-7.
Daß wir diesbezüglich nicht perfekt sind, weiß Gott. Deshalb verlangt er nichts Unmögliches von uns. Aber: Es ist tatsächlich möglich, davon Stück für Stück loszukommen. Das geschieht durch seinen Geist. Er sagt dies deutlich in
2.Korinther 3,18 und Römer 8,29. Das eigene Bemühen ist die Grundlage.

Da die Diskussion um die Erziehung hier zu langwierig wäre und ausserdem Off-Topic, würde ich vorschlagen, daß wir dazu einen neuen Thread unter eigenständigem Thema eröffnen. Wenn Du möchtest.

Geändert von sailor (08.12.2006 um 22:52 Uhr).
 
 
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mondamo
Alt 09.12.2006, 15:32   #18
Standard

mir fällt auf, dass ihr beide häufig aus der Bibel zitiert. das erweckt in mir den eindruck, dass ihr euch auf ein scheinbar unumstößliches wort beruft, ohne selbst dazu etwas denken zu müssen - als hätte die bibel die gedankenarbeit für euch schon getan. das finde ich komisch.

ich weiß nich, ob wir uns missverstanden haben, aber ebenso wie es HELLIGKEIT gibt, muss es auch DUNKELHEIT geben, MÄNNLICH - WEIBLICH. ALLES - NICHTS. Also ich meine, damit es das eine gibt, muss es auch das andere geben - jeder Mensch hat einen Schatten, auch einen inneren Bereich, den er nicht sieht, den er zu leugnen versucht (negative Seiten) Ein Pol lebt vom anderen Pol. Und wenn man es genau nimmt: Polaritäten sind einfach nur 2 Aspekte EINER wirklichkeit. (2 Seiten einer Medaille, dennoch eine einzige Medaille) Und im LEBEN gibt es immer diese beiden Pole und sie treiben uns voran, durch Probleme lernen wir - also "schlechtes" kann aus einer anderen perspektive wieder "gut" sein.
Wenn wir "heil" werden möchten, so befinden wir uns auf dem WEG zu einer Einheit, wo es WEDER gut NOCH böse gibt. aber solange es gutes gibt, wird es auch böses geben.
Jesus lehrte allein diesen einen Weg, der aus der Zweiheit zur Einheit führt: er nanne die Polarität diese Welt und die Einheit Himmelreich oder Vater.Er betonte, dass sein Reich nicht von dieser WElt sei, und lehrte den Weg zum Vater.
Die Überwindung der Polartität ist identisch mit der Aufgabe des Ichs, des Ego...
 
 
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sailor
Alt 09.12.2006, 21:50   #19
Standard

Es ist so, daß auch ich der Bibel kritisch gegenüberstand, als ich begonnen habe sie zu lesen. Obwohl Gott für mich schon immer irgendwo existent war, der Bibel vertraute ich nicht.
Vertrauen ist etwas, daß ich (bezogen auf eine menschliche Beziehung) jemand anderem entgegenbringe, auch wenn dort möglicherweise (bei Menschen sogar oft) das Risiko besteht, daß es missbraucht werden könnte.
Dieses Vertrauen (als minimale Basis), ausserdem auch Neugier, habe ich auch der Bibel irgendwann entgegengebracht.
Es war eine Art Aufgeschlossenheit, Offenheit für das, was dort steht. Ich war also nicht grundlegend ablehnend oder grundkritisch eingestellt, daß ich etwa für mich hätte beweisen wollen, daß es falsch wäre, was dort steht.

Durch die Worte selbst, die ich las als auch durch die Rückkoppelung auf das, was ich in der Folge erlebte (Vergleich mit dem Erlebten, Feststellungen etc.) wurde ich darin bestärkt, daß es wahr ist, was ich gelesen hatte.
Schon die Worte selbst, und das Handeln von Jesus Christus bewegten mich innerlich sehr. Ich merkte, daß dieser die Wahrheit sagt.
Dazu kam auch die Verflechtung