Zitat von Fränze
Meine Oma sagt, sie geht nicht zu einem Seniorentreffen, da sind nur alte Leute... Das heißt aber im Klartext, dass sie selbst, als Alte, nicht mit Alten zusammen sein will.
Naja, ist nicht ganz unlogisch. Denn man kann eben nicht leugnen, dass alte Menschen zu einem großen Teil Merkmale aufweisen, die für Schwäche stehen. Sei es nun körperliche Gebrechlichkeit oder auch ein weniger fitter Geist. Und wenn man selbst Angst vor diesen Eigenschaften hat, meidet man dann möglicherweise den Umgang mit Menschen, die diese besitzen. Ob das nun sinnvoll ist oder nicht, sei mal dahingestellt.
Und ich glaube auch, dass es - nicht nur im Alter - auch sinnvoll ist, darauf zu achten, dass man sich mit grundsätzlich positiven Leuten umgibt. Damit meine ich nicht, dass man Problemen aus dem Weg gehen oder sie ignorieren sollte. Aber eine positive Grundeinstellung zum Leben und überhaupt Lebensfreude im Umfeld kann das eigene Sein durchaus beeinflussen. Beispielhaft also, wenn man alte Menschen unter sich sind und nur über ihre großen und kleinen Wehwehchen jammern, ist das nicht unbedingt förderlich. Wenn aber ein kleiner Haufen lebensfroher Omis und Opis zusammen sitzen und lachen, was unternehmen, aktiv sind, ist das wiederum bereichernd für deren Lebenshaltung. Kein Warten auf den Tod, sondern ein Genießen der letzten Jahre.
Das Problem liegt wohl da, dass viele ihr alt sein zu stark thematisieren. Grundsätzlich kommen ja alterspezifische Gedanken in jeder Altersklasse vor, von "Ich bin zu jung um mich festzulegen" über "Ich bin erwachsen, ich kann das selbst entscheiden" bis hin zu "Ich bin alt, ich kann das nicht mehr". Nun kann man all diese Aussagen auseinandernehmen, jedoch frage ich mich als junger Mensch vor allem, wo dieses "Ich bin alt, ich kann das nicht mehr" herkommen mag. Man kann schon, nur vielleicht ein wenig anders als früher mal. Sich arrangieren heißt das Stichwort. Nicht zu viel über das alt sein an sich nachdenken, sondern eben nach besten Möglichkeiten sein Leben auskosten.
So sehe ich das. Und das ich beobachten kann, dass viele Senioren durchaus noch sehr lebensfroh durchs Leben tanzen, bestärkt mich in meiner Meinung. Jedoch - und das ist ein wichtiger Punkt - ist das für mich leicht zu sagen. Ich bin jung, mein Körper lässt noch alles zu, mein Geist ist auch noch ganz rege, würd ich sagen. Ich kann nicht unbedingt nachfühlen, was in einem alten Menschen vorgeht, sondern es maximal erahnen. Und das relativiert natürlich einiges.