Original geschrieben von asdf
Diese _Summe_ an "ethisch moralischen" Überzeugenen auf metaphysischer Grundlage ist wohl irgendwie schlecht von organisierter Religion zu trennen.
Oder wie kam es sonst zu diesen gewissen "Summen" auf der Welt? [/b]
Da kann man schon unterscheiden:
Das was ich mit der etwas umständlichen Formulierung zu umreißen versuche, ist die innere Überzeugung der Menschen. Das ist zwar die Grundlage für die organisierte Religion, die diese Gemeinsamkeit nutzt, um eine Gemeinschaft zu bilden.
Aber aus religiöser Überzeugung muß nicht unbedingt eine organisierte, d.h. mit Hierarchie und Regeln versehene Religionsgemeinschaft werden.
Das Problem ist, daß Religion als Überzeugung sich besonders leicht als Argument gegen mißliebige Gruppen verwenden läßt, da die ihr zugrunde liegenden Annahmen der Natur der Sache entsprechend jeder Überprüfung (Stichwort: Gottesbeweis) entzogen sind. Das eignet sie in besonderem Maße als Basis für Fanatismus.
Die hier bereits genannten Erscheinungsformen der Auswüchse organisierter Religion gibt es auch in weltlicher Form:
Inquisition - Anhörungen wegen unamerikanischer Umtriebe (McCarthy)
Kreuzzüge - Stellvertreterkriege in der 3. Welt während des Kalten Krieges
Judenverfolgung im Mittelalter durch die Kirche - Hugenottenverfolgung durch den französischen König; das war zwar religiös bemäntelt, hatte aber einen realpolitisch-weltlichen Hintergrund: der Vorgänger des Königs war Hugenotte. Die Verfolgung war eine Art Erbfolgekrieg.
Die Beispiele ließen sich vermehren, aber dazu fehlt mir im Augenblick die Zeit
