was hier gesagt wird, ist schon richtig - keiner von uns kann die situation beurteilen aber ich glaube auch nicht, dass sich das hier jemand anmaßt.
es wurde ja eingehend die frage formuliert, was man
als freund tun kann. und da find ich das bisher genannte eigentlich, bis auf den punkt der zwangsanweisung, zumindest nicht am thema vorbei und auch eigentlich nicht anmaßend.
was zwangseinweisungen und psychologen angeht...versteht mich nicht falsch, nix gegen psychologen. aber es ist schon schwer genug, freunde zu finden, mit denen man offen über themen reden kann. daher bin ich relativ sicher, dass es ziemlich schwer ist, den richtigen psychologen zu finden. eine gesprächstherapie (und es ist nicht anmaßend zu behaupten, dass sie
die bekommen würde) erfordert nunmal, dass die chemie stimmt. sowohl im bezug auf den menschen als auch im bezug auf den raum, in dem die sitzungen stattfinden. letzteres is aber wohl das kleinere problem.
viele leute, die therapien gemacht haben, berichten, dass sie am anfang einen oder mehrere psychologen hatten, wo "die chemie" nicht gestimmt hat. das kann unter umständen ein bestehendes problem sogar verschlimmern, in den meisten fällen jedoch führt es bei den patienten zu einer "nützt doch eh nix" haltung. (war bei meiner ex co-therapeut und hab mich in der zeit durch extrem viele foren zu dem thema gefressen. als ehemaliger "angehöriger" einer chronisch depressiven person liegt das auch irgendwo nahe, jedenfalls findet man das gerade gesagt in
jedem forum zum thema psychischer krankheiten)
den punkt sollte man meiner meinung nach also schon im vorfeld berücksichtigen, damit auch von anfang an die einstellung da ist, den psychologen
direkt zu wechseln, wenn irgendwas nicht so ist, wie man es sich wünscht.
noch einmal im bezug auf mein gleichnis mit dem abgehackten bein...
Bei depressiven Menschen, und ich berufe mich hier entgegen der Einwände einmal mehr auf Bücher, die ich gelesen und Sachen, die ich mit meiner Ex erlebt habe, gibt es im Endeffekt bei der Behandlung das Klassische Dreigestirn.
1) Gesprächstherapie
2) Eventuell Gesprächs und Selbsthilfegruppen, Kreative Selbstreflektion als Unterstüzuende Maßnahme
3) In schweren Fällen Medikamente wie Fluroxin etc.
So, der Punkt 1 ist immer dabei, der Punkt 2 is freiwillig ergänzend, ein relativ großer Sektor, viel mit kreativem Arbeiten, etc. Punkt 3 wird nur eingesetzt, wenn der Mensch hochdepressiv ist, quasi wirklich suizidgefährdet.
Ich würd an dieser Stelle gerne noch auf dein Gegenbeispiel mit dem Schnupfen eingehen, aber ich fürchte, dass dann die Diskussion hier entgültig in ne falsche Richtung abdriftet.
