Eines meiner Lieblingsthemen.
Wollen wir etwas weil wir es ganz frei und unbeeinflußt einfach wollen, oder wollen wir etwas, weil wir nicht anders können, als es zu wollen (quasi: von der Determiniertheit des Universums verdammt, genau das zu wollen, was wir eben logischerweise wollen müssen)?
Ich beantworte diese Frage so: Was wir wollen hängt von uns _und_ von unserer Umgebung ab. Um überhaupt wollen zu können bedarf es beidem; uns (dem wollenden Subjekt) und der beeinflussenden Umgebung (Objekt), auf die sich gleichzeitig unsere Wünsche richten.
Jetzt wäre es Paradox zu behaupten wir hätten keinen freien Willen, weil unser Gehirn im Prinzip nur eine biologische Maschine im Kampf mit der Umwelt ist und sich so unser Wollen direkt aus den Anforderungen des Kampfgeschehens ableiten.
Denn tatsächlich habe ich die freie Wahl, jetzt in diesem Moment aufzustehen, mir ein Butterbrot zu streichen und, das Brot verschlingend, diesen Beitrag fertig zu schreiben. Ich sehe mich also subjektiv nicht durch die Umwelt in meinem Handeln determiniert. Und genau darauf kommt es für _mich_ an. Noch weniger sehe ich mich durch meine Gehirnchemie, Gehirnströme oder Gedanken determiniert, da diese nur das materielle, elektrische bzw geistige Äquivalent zu meine göttlichen, freien Willen darstellen und somit weder Ursache, noch Folge meines freien Willens, sonder mit ihm ident sind.
Abgesehen davon ergibt sich das Problem des freien/determinierten Willens garnicht, wenn man in Echtzeit bleibt. Die Frage ob eine Entscheidung eigentlich frei war, läßt sich auf diese Weise überhaupt erst rückblickend aus der Zukunft stellen. Man sagt also: Du hast Dich so oder so Verhalten und ich behaupte jetzt aus der Zukunft, Du konntest damals garnicht anders Wollen. Etwas einfach finde ich, da einem die Person schlecht beweisen kann, dass sie damals auch anders hätte handeln können, da wir eben nicht mehr in der Vergangeheit sind.