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Foren sind tot?

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El Sparko
Alt 11.04.2007, 02:07   #1
Standard Foren sind tot?

Zu Beginn dieser These ein Zitat aus einer von mir immer gern gelesenen Internetseite. Die Worte stammen nicht von mir, wenngleich die Quelle mir durchaus bekannt ist. Ich nenne sie nicht, da ich die Diskussion hier im Forum behalten möchte. Wer weiteres wissen will kann sich ja Google bedienen...

Foren sind tot, lautet ein häufig gehörter Spruch in den letzten Monaten. Dem ist zuzustimmen, allerdings nur als feste Größe des Internets, als Wissensquelle, als Quelle gegenseitiger Hilfe. Als Nachmittags-Talkshow der Deppen der Nation, des Intrigantenstadl jedoch werden sie noch lange überleben - Brot und Spiele halt für die geistige Unterschicht.
Warum ich diese Kritik in die Höhle des Löwen trage? Ich habe auch im ersten Augenblick abgewunken, doch triffts aber in einer Weise meine eigenen Gedanken der letzten Zeit.

Ich bin nun hier im PP und seinem Vorgängerforum als User, Mod, Boardmod, Sysadmin, Freund und Kollege weitaus länger als 7 Jahre unterwegs. Vorallem dieses Forum hat, neben IRC und den wirklich gänzlich anderen Zeiten zu Beginn des heutigen Internetlebens, einen großteil meiner Onlineerfahrung bereichert.
Nur diesen positiven Erfahrungen ist es zu verdanken, dass ich auch heute immer noch täglich reinschaue und aktiv teilhaben möchte.

Allerdings hat sich für mich schon vor längerer Zeit ein Wechsel abgezeichnet. Früher hieß Internet noch Investition. Es war nicht einfach da, man musste wirklich etwas dafür blechen, man wählte sich mit quietschenden 33.6er Modems ein, man wartete auf den Seitenaufbau... Und wenn man dann alle Hürden genommen hatte wurde man belohnt. Da gab es Ironie, Anekdoten und vorallem seitenlange Diskussionen. Auch damals hat man schon über Ausländer geredet oder die Bibel diskutiert. Das Niveau war aber ein gänzlich anderes.

Warum stellt sich das für mich so dar? Ich vermute ein Großteil der heutigen Internetnutzer ist lediglich nur noch Konsument. Die Leute kommen her und wollen unterhalten werden. Wo man sich früher noch aktiv um einen Standpunkt in einer Diskussion bemüht hat, da ist heute nur noch das übliche Geplänkel. Heute reissen sich wenige User den sprichwörtlichen Arsch auf um das Maß an Unterhaltung zu bieten, das der Großteil erwartet. Und am Ende erhascht derjenige am meisten Aufmerksamkeit, der die neuesten Youtube-Videos verlinkt.
Auch gab es lange Zeit kein Wikipedia oder vergleichbare Wissensquellen im Netz. Sogar Google war vor Jahren noch nicht so erfolgreich wie heute. Man konnte also nicht sagen "google doch mal" oder schnell nen Quote aus Wiki setzen. Wer diskutieren wollte, musste bemüht sein einen nachvollziehbaren Standpunkt zu bieten.

Als ein Beobachter dieser Kultur der Diskussionsforen, allen vorran der PP mit seinem alleinstellenden Merkmal jegliche Themen gleichwertig behandeln zu wollen, stellt sich für mich nun langsam die Sinnfrage. Ist es heute noch sinnvoll Foren zu führen? Stehe ich denn wirklich so alleine mit meiner Suche nach mehr als dem kurzweiligen Zeitvertreib?

Den dialektischen Umgang mit Themen und die Gliederung der eigenen Argumentation in Thesen und Antithesen lernen wir doch alle spätestens in der Oberstufe, weshalb stösst dann schon ein simpler Aufruf zu sinnvollerer Ausdrucksweise und Interpunktion auf so unglaublich taube Ohren?

Das ist was ich mich und vorallem euch, liebe Forengemeinschaft, frage.
 
 
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Krashok
Alt 11.04.2007, 04:24   #2
Standard

Ist es sinnvoll ein Forum zu betreiben ? .. hm da sollte man vielleicht zwischen Qualitätsanspruch und Angbot/Nachfrage differenzieren..es gibt fachbezogene Foren wo Hersteller/Händler inserieren und ordentlich zahlen um dort werben zu dürfen, dazu gibts dann eine Premium Mitgliedschaft in Silber, Gold oder Platinum wo gröere Signatur, der Avatar, das größere Postfach und eine name@forum.xyz als Upgrade winken.

Aus der Sicht macht es durchaus Sinn..jetzt um Qualitätsanspruch.

Mit steigender Userzahl steigt auch leider die Anzahl derer die sich weder ordentlich ausrücken können, noch verstehen was eine boardinterne suchfunktion ist, oder sonst in irgendeiner Art und Weise in der Lage wären selbstständig etwas zu finden bedingt durch Faulheit/Blödheit.

Wann war es denn hier richtig gut und vorallem wieviele User hatte das Forum ? ich würde sagen im Ansatz nicht soviele wie zum jetzigen Zeitpunkt oder ?

Es gab auch schon zu 56k zeiten und 24 Pfennig pro minute Trolle ... der Zugang zum Internet war nur um ein sehr großes Vielfaches schwerer als heute... heute kommt jeder Volltrottel mit seinem Mobiltelefon online und dank Google als Startseite muss man auch gar groß seinen Kopf anstrengen.

Das Foren als Diskussions- und Wissensquelle tot sind halte ich schlicht und ergreifend für falsch.
Meine ganzen Infos was in Amiland neues an Produkten im Bereich Paintball auf dem Markt erscheint hol ich mir in US Foren.. du willst in die USA und dort auch zocken ? kein Ding ..man macht ein Thread auf stellt sich vor und sagt was los ist ..sofort bieten diverse Teams ihre Hilfe die bis hin zur Schlafgelegenheit für lau geht.

Dann gibts da noch 2 Rechtsforen wo man extrem kompetent durch eine Vielzahl von Juristen beraten wird und es sogar Fallsubsumptionen gibt sofern das gewünscht wird. Trollfaktor ist dort so gering das es gar nicht auffällt weil gegen sowas extrem offensiv vorgegangen wird. Nächstes Forum ist für Gewerbetreibende im Im/Export ..da gehts um Zoll, Speditionen und solche Dinger.. da gibt es auch ab und zu ein paar Idioten..aber die halten keine Woche durch dann stehen sie auf der Bannliste.

Was 4 Foren wären, die gegen diese Aussage sprechen.

Qualitätssicherung und Konsequenz sind da die Schlüssel die zum Erfolg führen, natürlich wächst dann mit Sicherheit die Zahl der akitven registrierten Benutzer nicht so schnell, da eine Menge der Neuen auch wieder auf der Bannliste landen, aber damit kann man ein gewisses Niveau sichern. Viel Arbeit ? Ja ..aber es funktioniert .. und wenn jemand den 3. FakeAccount anlegt und nervt wird er juristisch belangt, gibt da inzwischen auch entsprechende Anspruchsgrundlagen..man muss es nur wollen.
 
 
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Deciedon
Alt 11.04.2007, 04:53   #3
Standard

Ich bin zwar kein sehr engagiertes Forenmitglied im Internet und habe auch so nicht viel Erfahrung mit Diskussionsboards, aber teil ich die Auffassung, dass es eine Verschiebung der Foren hin zur Unterhaltung gibt (in dem Sinne wie es oben beschrieben wird). Auch wenn die These meines Erachtens reißerisch und provozierend ist, was es vermutlich auch sein soll, kann ich die Aussage nachvollziehen.

Als ich mit ungefähr 14 Jahren mich mit einem 56k Modem im Internet bewegte war ich in 2 Foren unterwegs und dort gab es im Netz halt nicht soviele Multimedia Möglichkeiten wie heute, aufgrund der beschränkten Internetverbindung. Es ging in den Foren sehr sachlich zu. Ein ständiger Austausch von Experten und Laien. Jedoch finde ich jetzt auch immer seltener "Niveauvolle" Foren wie den PP. (Das erklärt warum ich auch hier geblieben bin, weil der PP sehr viele Schichten repräsentiert und es sich hier gut schreiben lässt, auch wenn ich nicht sehr engagiert bin.) Es sind einfach die uneingeschränkten Möglichkeiten des Internets die einen bestimmten Schlag Menschen anlockt. Diese Leute unterbinden häufig auch eine normale Konservation. Und weil diese Fraktion eben in der Überzahl ist, richten sich auch die Anbieter im Internet nach solchen Personen...

Ob es sich lohnt Foren zu führen?
Die Frage bezieht sich wahrscheinlich auf den Aspekt, was in den Foren untereinander ausgetauscht wird. Ich denke, wenn sich der Admin konsequent verhält und darauf achtet, dass alles im Rahmen seiner Vorstellungen läuft, dann schon. Vielleicht wird es eine Weile dauern, eine representative Mitgliederzahl aufzuzeigen, aber dann kann es sehr wohl bestehen!
 
 
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Sidolin
Alt 11.04.2007, 06:13   #4
Standard

Foren sind für mich neben immer noch eines der wichtigsten Teile des Internets, aber ich sehe in gewisser Weise auch die gleichen Probleme. Es gibt viele die gehen eben das Internet ganz anders an als die "alten Hasen", man ist es eben mittlerweile gewöhnt einfach Ansprüche zu stellen und von allen Seiten mit Entertainment nur so zugeschüttet zu werden.

Insbesondere kenne ich das eben von einem sehr großen deutschem Linuxforum, es kommen wirklich fast täglich die gleichen Fragen, dass die Suchfunktion vorher benutzt wurde ist ziemlich selten, dass Stickies gelesen werden noch seltener und es wird erwartet, dass sofort geholfen wird. Dass der Rest der User genauso einfach freiwillig und aus Spaß an der Sache im Forum ist wird nicht wahrgenommen.

Auf der anderen Seite sind solche Foren eine einzigartige Möglichkeit viele Leute zu erreichen und man kann schnell gute Hilfe bekommen, falls Google und co wirklich mal nicht weiterhelfen. Es gibt sozusagen einen Kern des Forums der gerade mal einen Bruchteil der Userzahlen ausmacht, aber für fast alles sorgt, das das Forum ausmacht.

Trotzdem glaube ich nicht, dass Foren aussterben werden. Es sind mittlerweile einfach im Durchschnitt andere Menschen im Netz unterwegs, einfach weil das Internet jetzt für die breite Masse zugänglich ist, das wird sich auch über die nächste Zeit immer weiter verändern, dadurch kommen jetzt eben auch ganz andere in die Foren die sonst nicht da wären - ich glaube aber trotzdem dass es immernoch viele gibt die positiv beitragen.

Es gibt einfach keine wirkliche Alternative zu Foren, Blogs finde ich nur interessant, wenn ich die Leute irgendwoher kenne oder es einen guten Beitrag zu nem interessanten Thema gibt - dann könnte der Beitrag aber auch genausogut auf irgendeiner normalen Website veröffentlicht werden, Social Networks sind auch nicht wirklich eine Alternative, und ansonsten bleiben nur noch Chats und ähnliches, die aber wegen der Schnelllebigkeit auch ein völlig anderes Thema sind.

Solang die Foren gut geleitet werden glaube ich auch nicht dass das eine große Gefahr besteht, und ganz besonders für den Postplaneten, hier geben sich wirklich einige Leute viel Mühe und irgendwie tut es mir fast leid dass ich bei den Contests nie mitmache, sollt ich vielleicht wirklich mal tun.

Ich finde Foren toll und sehe auf jeden Fall eine Existenzberechtigung, sowohl für Themenbezogene Foren als auch für Allgemeinere, dass sich über die Zeit immer was ändert ist ganz normal aber es muss nicht immer negativ sein, durch viele neue Nutzer sehe ich eher Vorteile als Nachteile.
 
 
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Cobain
Alt 12.04.2007, 03:13   #5
Standard

Hey !

Ich muss zugeben ich habe nicht die Langjährige Erfahrung mit Foren o.ä. zu bieten,da ich das Internet erst seit ca.4 Jahren nutze.

Heute kann ich mir einen Alltag ohne Internet nicht mehr vorstellen und ich frage mich auch manchmal was ich damals in der Zeit tat die ich heute mit Surfen verbringe..

Ich meldete mich damals zuerst auf msn an um auch mal mit bekannten zu "chatten" msn habe ich bis heute sehr gerne und ich nutze es auch relativ oft,jedoch kam mir damals diese Chatsprache schon sehr seltsam vor.Da gab es auf einmal X Abkürzungen von denen ich keine Ahnung hatte und die mich echt erst einmal genervt haben.Ich blieb trotzdem dabei und eignete mir sehr schnell eben die wichtigsten dieser tollen Kürzel an.

Ein Forum besuchte ich vor dem pp nie,ich habe damals noch sehr gezielt die Seiten die ich besuchen wollte eingegeben und der Begriff "Surfen" trifft auf mich eigentlich erst seit ca.2 Jahren zu,vorher war es mehr ein Begriff den man halt kannte aber so recht wusste ich nicht wie man einfach planlos im Internet rumstöbert und warum man das tut,inzwischen weiss ich es leider auch nur zu gut.

Was will ich damit sagen ? Die Menschen gehen mit der Zeit,auch wenn einige etwas länger brauchen.Ich denke nicht dass Foren o.ä.aussterben solange es Menschen gibt die sie neu entdecken und die sich gerne mitteilen wollen und auch etwas zu sagen haben.Und dass das Sprachniveau sinkt kann man nicht nur auf die Foren o.ä. beschränken,wir die wir etwas älter sind werden alle gemerkt haben dass es so scheint als sei die ganze Jugend gehirnamputiert,was die Sprache angeht, aber wie soll es in Zeiten von Bushido,Sido und was weiss ich alles denn anders sein ? Die Sprache wird vergewaltigt und ins unermässliche missbraucht,das ist ein internationales Problem und nicht nur eines im Internet.

Ich für meinen Fall bin sehr froh hier gelandet zu sein,mich mitteilen zu können und auch den ein oder anderen Rat geben zu können,das Leben ist der Beste Lehrer und das ist ein enormer Vorteil von Foren,denn jeder erlebt diesen Lehrer mehr oder weniger hart,andere viel zu wenig und wieder andere zuviel des guten.Ein Forum ist persönlich und von Menschen für Menschen und deswegen werden sie überleben und ich für meinen Fall bleibe auch so lange hier wie es mir möglich ist und das Niveau das hier bis auf seltene Ausnahmen sehr gut ist gehalten wird.

Cobain
 
 
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Anarchnophobia
Alt 12.04.2007, 09:59   #6
Standard

ich denke die überlagung geht einfach mehr zum web 2.0 über. Foren sind fast so alt wie das Netz und gehören vom gefühl her noch zum "alten internet", während heute dank dicker leitungen und multimediamöglichkeiten diese eben auch verstärkt genutzt werden.

Eigentlich sind Foren auch "web 2.0", es geht um die interaktion zwischen usern, aber das ganze ist eben nicht mehr so hip wie lastfm oder studivz oder lokalisten oder wie auch sonst die ganzen aufkeimenden social-networks sich schimpfen

der genannte konsumentenfaktor kommt noch stark oben drauf. man will "haben", aber nichts geben. der PP lebt von ca. 15.000 Besuchern am Tag die irgendwas hier ergoogeln, lesen, und dann wieder verschwinden. Die tatsächliche Anmelderate liegt 0,1% - und von der darauffolgenden beteiligung braucht man kaum zu sprechen

und trotzdem wächst das ganze. langsam und stetig. alte leute die den PP als stammforum einmal hatten bleiben auch grossteils da, neue leute nisten sich ein, beteiligen sich und bleiben auch - und hier und da fällt halt mal das interesse auf andere bereiche und man zieht sich wieder zurück. Alles normaler internetalltag, das wohl alle seiten betrifft.

ihre daseinsberechtigung haben foren allerdings nicht verloren. solange es zwischenmenschlichen kommunikativen austausch geben soll der über knuddel-buddel-chats hinaus geht werden foren auch ihre "Kunden" haben. Allerdings ist der Markt mehr als gesättigt. Der PP hatte bisher knappe 8 Jahre Zeit um zu reifen - aber heutzutage noch ein Forum aufzumachen ist zu 99% eine totgeburt, es sei denn man hat ein massentaugliches Thema als erster entdeckt und entsprechend aufgezogen, was ebenfalls einige vorerfahrung erfordert um nicht direkt an den ersten kinderkrankheiten wieder einzugehen.

was den finanziellen ausvrkauf und die ausschlachtungsmöglichkeiten angeht, darin haben foren wohl wirklich ihre daseinsberechtigung verloren. zumindest wäre mir noch nicht bekannt das foren millionensummen einbringen beim besitzerwechsel. aber vllt ist das auch ganz gut so

und das hier "früher" alles niveavoller war bestreite ich weiter wehement. alles eine frage der eigenen früheren perspektive und des alters
 
 
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Magdalena206
Alt 12.04.2007, 12:08   #7
Standard

Also ich glaube das es beim "Forum" so ähnlich ist wie beim Fernsehn! Früher war es einfach Luxus einen Fernseher zu haben, das Programm an sich wohl niveauvoller und nicht mit so viel Müll beladen! aber nun hat sich das geändert! eine größere Menge will unterhalten werden! naja und da kommt es schonmal zu so wahnwitzigen Ideen wie "Talk-Shows" usw. Bei einem Forum ist es doch mittlerweile genauso! Eine größere Menge an Teilnehmers streut auch die Gebiete, über die man reden kann oder auch reden will!
und es kommt ebenfalls zu Themen, bei denen man selbst vielleicht nur mit dem Kopf schütteln kann!
 
 
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Grandylein
Alt 12.04.2007, 12:11   #8
Standard

Foren mit spezifischen Fachgebieten und dazu großer Useranzahl (bspw. Wrestlingboards mit 10.000 Usern) werden sicherlich (noch) länger am leben bleiben als ein allgemeines Forum.

Da man ja diverse Aspekte zum Thema unter gleichgesinnten diskutiert, und nicht auf Google oder Wikipedia verweist. Da ist dann gar der spezifsche Inhalt in diverse Themen gesplittet. Der ganze allgemeine Kram besteht dann nur aus einem Subforum. Quasi genau anders rum, zu 'nem normalen Forum, wo vllt. ein Thread im Sportforum zum Thema reichen würde.

Zu dem zieht man halt nicht unbedingt ein Mainstream Publikum der Bushido/YouTube-Generation, aber auch durch spez. Thema eine gewisse Stammanhängerschaft, weil es da nicht so viel Auswahlmöglichkeiten gibt.

Durch Online-Netzwerke wie Myspace wird es für neue Foren natürlich auch nicht leichter.
 
 
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Reh
Alt 18.04.2007, 13:12   #9
Standard

Ich sehe keine Gefahr für ein Aussterben der Foren. Sie dienen der Kommunikation und all die Menschen, die sich vermehrt im Internet aufhalten, wollen unter anderem (oder sogar hauptsächlich) kommunizieren. Foren bieten eine Art von Kommunikation, die weder Chats, noch StudiVZ, noch Youtube bieten können. Es gibt im Prinzip keine Konkurrenz für die Foren im Internet. Google als Suchmaschine ist auch kein Konkurrent.

Was das Niveau angeht, kann man sich darüber streiten. Der Mensch neigt dazu, die Vergangenheit positiver zu bewerten, als sie wirklich war und an der Gegenwart rumzunörgeln. Aussagen wie "Früher war es besser" muss man immer kritisch hinterfragen. Falls es früher wirklich besser war, dann lassen sich dafür plausible Erklärungen finden. Der hohe Kostenfaktor erlaubte früher den Zugang zum Internet nur für wohlhabende Gesellschaftsschichten - die gleichzeitig eine höhere Bildung haben. Heute ist Internet sehr günstig geworden und kann auch von ärmeren Schichten in Anspruch genommen werden. Auch wenn das Niveau dadurch sinkt, betrachte ich diese Entwicklung positiv.
 
 
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Calli
Alt 18.04.2007, 14:06   #10
Standard

Also was den Wandel im Netz angeht stimme ich dir zu. Heute ist das Internet ein Medium für die breite Masse. Jeder der in der Lage ist einen PC anzuschalten kann ins Internet. Das war nicht immer so.

Was haben wir üns gequält mit Modems, Einstellungen usw. Um mal ein einfaches Beispiel zu nennen: Download von Software & Co. Heute Rechner an, DSL Verbindung steht sowieso, E-Mule installieren - fertig! Was haben wir früher FTP Server gequält oder uns durch Tonnen von Porneseite gewühlt nur für ein paar Files.

Ich will damit sagen das früher mehr Leute im Internet unterwegs waren die sich wesentlich mehr mit der Materie und allem drumrum beschäfftigt haben. Ergo war die Qualität in den Foren wie ich finde auch wesentlich höher. Die Typische Antwort die man heute in jedem Forum findet, wie oben schon geschrieben ist "Google doch mal" oder ein Link zu wikipedia. Natürlich sind mächtige Wissensdatenbanken wie Wikipedia ein segen. Zugleich denke ich nicht das Sie ein Forum ersetzen können.

Um wieder mal ein Beispiel zu nehmen: Zwar erklärt mir Wikipedia was z.B. PHP ist, aber hilft mir nicht bei meinen Fehlern.

Google ist ein wichitger Bestandteil für Foren. Denn nur durch Google finde ich meistens Foren. Ich Tipp mein Problem in Google ein und lande meistens auf irgendeinem Forenbeitrag. Will ich mehr wissen oder mich aktiv beteiligen registriere ich mich und los gehts.
 
 
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IsoO
Alt 18.04.2007, 14:25   #11
Standard

da ich mich erst seit etwas mehr als einem jahr in einem internet-forum aufhalte, kann ich zu den veränderungen nicht viel sagen.

ich denke allerdings, dass es schon wahr ist, dass heutzutage oft gesagt wird, dass man googlen oder auf wikipedia nachsehen soll. ich denke, die leute sind fauler geworden, da sich das internet hinsichtlich der informationen weiterentwickelt hat.
als wenn die community lustlos geworden wäre, aus welchen gründen auch immer. allmählich sind ja auch viele der alten user kaum noch da und es kommen neue leute hinzu. die community wandelt sich, denn es kommen ständig neue menschen dazu, also der "geist" des forums.
 
 
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MiKe
Alt 18.04.2007, 15:11   #12
Standard

ich denke, die leute sind fauler geworden, da sich das internet hinsichtlich der informationen weiterentwickelt hat.
So würde ich das nicht ausdrücken. Allerdings ist es einfach nicht mehr nötig, sich so sehr anzustrengen, weil das Internet eben mehr Informationen denn je bietet. Früher blieb einem nichts anderes übrig, als die Infos selbst zu finden, heute geht das ganz leicht - dank Google und Co.! Das lässt sich aber eigentlich auf alle "Branchen" ausweiten. Würdest du sagen, dass alle Arbeiter _fauler_ geworden sind, weil sie jetzt Maschinen nutzen (können), die es früher noch nicht gab? Oder die Sekretärin eine Email verschickt statt ein Telegramm aufzusetzen? Das ist alles MOdernisierung. Schneller, besser, leichter!
 
 
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distressed
Alt 18.04.2007, 15:26   #13
Standard

Ich merke die Veränderung direkt an mir selbst:

Vor über drei Jahren war es etwas Besonderes, als mein Vater den Internetanschluss bekam. Wir hatten 20 monatliche Freistunden, die wir uns fair aufteilten.
Somit war es immer ein Highlight, ins Internet zu dürfen, zudem man davor auch noch etwas Gutes im Haushalt geleistet haben musste.
Eine Stunde. Man quälte sich mit langen Ladezeiten und freute sich, einen Beitrag abliefern zu können - bevor das Internet einen mal wieder rauskickte.
In der Zeit in der man nicht online war passierte so vieles, und man konnte dies alles in einer Stunde aufholen - es gab sehr viel neues zu sehen.
Das Forum (ja der PP ) war gespickt mit so vielen Threads - man hatte viel zu tun.

Und heute?
Ist das Internet zu einem festen Bestandteil des Alltags geworden. Der PC läuft den ganzen Tag um die Musik abzuspielen, ICQ ist auch noch im Hintergrund.
Man ist immer erreichbar.
Es ist viel einfacher, einige Stichworte in die Suchmaschine einzutippen, anstatt woanders nachzufragen.
Den Zugfahrplan nicht zur Hand?
Egal, wir haben ja Internet.
Mittlerweile habe ich garkeinen Fahrplan mehr.
Er ist online.
Genauso wie der Kalender, der für alle Freunde sichtbar ist.
Straßenkarte? Achwo, es gibt genügend Routenplaner.

Durch dieses dauernde on-sein schaut man auch mehrmals am Tag ins Forum rein - aber es tut sich scheinbar kaum nichts.
Klar, früher hatte man weniger Zeit.

Außerdem sind viele Themen schon diskutiert, Spam-Themen hat man hier kaum - bis auf den Fun- und Rätselplaneten.
 
 
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El Sparko
Alt 18.04.2007, 20:15   #14
Standard

erstmal muss ich natürlich sagen, ich hab den thread jetzt bewusst ein wenig laufen lassen um meinungen zu sammeln. eins hat das auch schon bewiesen, man kann doch noch in deutschen foren diskutieren. besonders die ausführlichen kommentare in der ersten zeit beweisen stark, das es noch menschen gibt, die fähig sind ihre meinung in mehr als 2 sätzchen und 5 smilies auszudrücken - danke erstmal dafür.

in dem sinne ist es vielleicht nicht ganz verkehrt ein forum zu betreiben. vielleicht fehlts einfach an sinnvollen aufhängern, die dazu anreizen auch mal wieder gehaltvolles abzuliefern.

einwenden muss ich noch, dass ich selbstverständlich unter foren nicht immer fachforen meine. es wirkt vielleicht so als wäre ich auf den PP fixiert, aber ich kenne durchaus fachforen und den großen nutzen, den sie bringen können. trotzdem aber ist eine fachcommunity nie so eng und gleichzeitig facettenreich, wie sie die PP community schon über jahre war und auch ist.

der PP ist für mich eben nicht ein sinnloses forum, denn die ausrichtung auf keine feste themenfixierung war immer integraler bestandteil des ganzen projekts (ewig her vom PP als projekt zu sprechen). ich sehe eben, genau wie auch einige von euch, die abkehr vom du-auf-du-internet einer kleineren benutzerschaft zu einem anonymen mitnahme-internet für die breite maße.
klar gibts letzte bastionen der intimität aber am ende dünnt das alles aus, es kommt einfach keine generation mehr nach, die noch erfahren hat was in den ersten jahren des deutschen internets klimatechnisch los war.

bei fachforen, wie auch im PP, wird ein user immer geziehlt über google kommen um geziehlt sein thema zu erörtern bzw. seinen wissendurst zu stillen. aufgefangen wird da sehr wenig. für den heutigen internetuser ist ein forum nichts persönliches... maximal hat man da nen nickname weil man sonst irgendwas nicht lesen könnte. genau da ist die nische in die web2.0 und blogs einspringen. obwohl die vom diskussionsgrad her eher katasrophal sind und richtig groß eigentlich nur auf die eigene inszenierung angelegt sind, stillen sie den wunsch nach einer onlineidentität... für mich ist die entwicklung aber negativ zu bewerten. foren werden anonym, identitäten unwirklich...
 
 
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IsoO
Alt 18.04.2007, 20:21   #15
Standard

Zitat von MiKe
So würde ich das nicht ausdrücken. Allerdings ist es einfach nicht mehr nötig, sich so sehr anzustrengen, weil das Internet eben mehr Informationen denn je bietet. Früher blieb einem nichts anderes übrig, als die Infos selbst zu finden, heute geht das ganz leicht - dank Google und Co.! Das lässt sich aber eigentlich auf alle "Branchen" ausweiten. Würdest du sagen, dass alle Arbeiter _fauler_ geworden sind, weil sie jetzt Maschinen nutzen (können), die es früher noch nicht gab? Oder die Sekretärin eine Email verschickt statt ein Telegramm aufzusetzen? Das ist alles MOdernisierung. Schneller, besser, leichter!
jo mike, so meinte ich das eigentlich auch, war ne etwas ungünstige formulierung.
 
 
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Silber
Alt 30.01.2008, 23:43   #16
Standard

Eine interessante These.

Ich habe gute und schlechte Erfahrungen in Foren gemacht.

Ein endgültiges Urteil habe ich nicht.
 
 
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Fränze
Alt 31.01.2008, 16:17   #17
Standard

Jetzt kommen silber und ich hinterher geeiert. Aber der thread ist ganz interessant, weil ich mich selbst schon gefragt habe, warum ich eigentlich so oft zwischendurch die Seiten aufrufe.

Ich bin vor kurzem über Google hergekommen, und fand manche Themen so interessant oder unterhaltsam, dass ich dabeigeblieben bin und dauernd mein Maul aufreiße (wie im richtigen Leben ).

Mit wenigen Ausnahmen weiß ich nicht, wer die Teilnehmer eigentlich sind, aber für mich kristallieren sich mit der Zeit sehr unterschiedliche Charaktere heraus, und das finde ich ziemlich spannend. Auch die kleinen Animositäten und Streitereien untereinander finde ich unterhaltsam, gerade weil ich die Leute realiter nicht kenne. Streitereien im Freundes- und Bekanntenkreis können belastend sein, hier bemühen sich aber alle, und manche besonders, einen glättenden, versöhnlichen Ton anzuschlagen, wenn was hochkocht. Es ist in so einem "anonymen" Forum nie irgendwas wirklich persönlich zu nehmen.

Und dann kommt dazu, dass die Diskussionen langsamer und oft weniger oberflächlich als in einem Chat, aber gezielter als in der Kneipe sind, weil man seinen, kurzen , Beitrag schreiben und dafür den Gedanken fertig im Kopf haben muss. Außerdem plärrt einem keiner dazwischen, sondern erst hinterher.

Bis jetzt gefällt´s mir, deshalb fände ich es schade, wenn dieses Forum "tot" wäre, um auf Sparkos Anfangsthese zurückzukommen.
 
 
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