Mal ein paar Anmerkungen zu den Sachen, die ihr hier so schreibt:
1. Zu den Bedinungen auf der Erde
Gut, die Erde hat den perfekten Abstand zur Sonne. Richtig. Und so unwahrscheinlich es auch ist: Der Mensch hat sich darauf entwickelt. Beide Dinge sind a priori so, weil wir deshalb existieren, also kann das niemand als Argument für die Existenz Gottes nehmen. Selbst wenn es im Universum nur eine Sonne und einen Planeten gäbe, und dieser die Erde wäre, könnte man daraus nicht auf die Existenz Gottes schließen, weil das a priori so sein muss, damit wir existieren!
2. Zur Herkunft von Materie
Hier ist der Gedankengang von Cumulus wichtig: Glaubt man an einen Gott, den es schon seit jeher gibt, muss man auch daran glauben können, dass es die Materie schon seit jeher gibt. Glaubt man daran, dass ein Gott einmal einfach so entstand, muss man das auch aufs Universum beziehen können. Die Mischform wäre der Pantheismus, der Gedanke, dass das Universum Gott ist. Also kann man nicht von der Existenz der Materie auf die Existenz eines Gottes schließen.
3. Zum Zufall
Spätestens seit der Quantenmechanik und Heisenbergs Unschärferelation ist die Existenz des Zufalls ja wohl bewiesen. Ihr stellt immer so die Evolution durch Zufall der Schöpfung Gottes gegenüber, aber wie ihr richtig sagt, es sind 2 von vielen Theorien. Mal ein kurzer Textauszug:
Am Anfang war die Verschwörung. Einzelne Moleküle schlossen sich zu Gruppen zusammen, um die Ressourcen des Planeten besser auszubeuten. [...] sicher ist nur, dass vor etwa 3,5 Millionen Jahren das Ergebnis dieser molekularen Verschwörung erscheint: fortpflanzungsfähige Einzeller... Bakterien... Leben! Und sicher scheint auch, dass es dabei konspirativ zuging.
Das ist wohl weder Darwin noch die Schöpfung, und doch erklärt der Text im Weiteren die Evolution auf seine Weise. Ihr seht, es gibt noch ganz andere Theorien.
4. Zu Wissenschaft und Religion
Die meisten Zitate, die hier genannt werden, sind bedeutungslos, weil sie genau wie die Bibel unbeweisbare Behauptungen sind. Das Einzige, was damit vielleicht bewiesen werden kann, ist, dass einige große Wissenschaftler an Gott geglaubt haben. Aber man muss bedenken: Damals waren es noch ganz andere Zeiten, es war noch nicht so einfach, Atheist zu sein... Hätten diese Wissenschaftler in heutigen Verhältnissen gelebt, sähe es sicher anders aus.
Die Religion hat jeder wissenschaftlichen These erst zugestimmt, als es nicht mehr anders ging, von religiöser Seite her ist dieses Verhältnis eher eine Zwangsfreundschaft. Und anhand von Intelligent Design sieht man doch, dass die Religion jede Chance ergreift, diese Freundschaft aufzugeben.
Objektiv betrachtet besteht eine klare Divergenz zwischen wissenschaftlichen Fakten und Bibelaussagen, die kein Wissenschaftler durch irgend eine Aussage anzweifeln kann.
5. Zum Thema Unendlichkeit
Ich habs schon einmal in einem anderen Thread erwähnt: Wichtig ist, dass der Mensch begreift, dass Unendlichkeit existiert, weil er sonst nichts mit Aussagen wie "die Materie war schon immer da" anfangen kann. Schon allein die Mathematik beweist die Existenz der Unendlichkeit hinreichend. Und selbst die Religion verspricht ein "ewiges Leben". Witzig, dass man so einfach an eine Unendlichkeit der Zukunft glauben kann, aber so schwer an eine Unendlichkeit der Vergangenheit. Und doch müsste das eine doch das andere bedingen. Das ist derselbe Gedanke, durch den man herausgefunden hat, dass es negative Zahlen geben muss: Entweder etwas fängt irgendwo an und hört irgendwo auf, oder es war schon immer da und wird immer da sein.