Also mein Leben ist im Moment auch alles andere als geregelt. Ich mache im Prinzip was ich will, und könnte garnicht länger als 1-2 Monate vorausplanen, selbst wenn ich wollte.
Dieses verrückt-sein kommt glaub ich daher, dass man im Alltag zu wenig aus Überzeugung macht, zu wenig von den Dingen, "die man eigentlich immer mal machen wollte". Wenn jemand ein Leben nach seinen eigenen Wünschen, Träumen und Vorstellungen lebt, hat er glaub ich nicht das Bedürfnis, etwas "Verrücktes" zu machen. Denn mit dem Verrückten bringt man eigentlich eine Facette der eigenen Persönlichkeit zum Ausdruck, die sonst unterdrückt wird.
Wenn verrückte Vorstellungen zu unethischen oder kriminellen Sachen führen würden, sollte man sich aber fragen, woher diese Impulse kommen. Ansonsten finde ich es wichtig, seinen (verrückten) Impulsen zu folgen; es ist geradezu unerlässlich für ein erfülltes Leben.
Ich plane, was meine Freizeit angeht, so wenig wie irgend möglich, will immer spontan entscheiden können, was ich mache. Ich besuche auch lieber Leute als Besuch zu empfangen, weil ich dann jederzeit gehen kann, wenn ich keine Lust mehr habe. Im bin auch in keinem Verein, weil ich mich nicht auf einen wöchentlichen Termin festlegen will. Wenn ich mit anderen irgendwo hinfahre, fahre ich lieber selbst anstatt mich, was die Rückfahrt angeht, abhängig von jemand anderem zu machen.
Manchmal denke ich aber auch dass es nicht gut ist, immer die Kontrolle über mein Leben behalten zu wollen, denn die wahrlich wichtigen Erfahrungen macht man möglicherweise erst, wenn man in unkontrollierbaren Situationen ist. Solange nicht jemand anders Kontrolle erhält, kann ich sie auch selber ganz gut abgeben. Hauptsache ich habe die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt selber über meinen Weg und mein Leben zu entscheiden. Klingt alles nach Ordnung, ist aber im Ergebnis eher "verrücktes" Chaos, um den Bogen zum Topic zu ziehen.
