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dualismus???

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kritzi
Alt 25.10.2002, 19:35   #1
Standard dualismus???

Es heißt, dass es einfach zu allem, was existiert, etwas genau gegenteiliges geben muss, da sonst das ursprüngliche auch nicht möglich ist.
Zum Beispiel kein Gut ohne Böse, kein Arm ohne Reich und so weiter und so fort.
Glaubt ihr das?
Ist es möglich, dass es Gut ohne Böse gibt, Arm ohne Reich, Norden ohne Süden oder Seele ohne Körper, um mal etwas abstrakter zu werden?
Obwohl gut und böse noch immer die beste Diskussionsgrundlage bietet.
Ich denke schon, dass das möglich ist, allerdings ist das bei mir nur so ein unbestimmtes Gefühl. Rein rational gesehen ist es eigentlich unmöglich, aber gefühlsmäßig würde ich sagen, es geht, keine Ahnung, warum genau, vielleicht werde ich meine Meinung dazu auch mal wieder ändern, aber ich wollt mal nachfragen, wie ihr das seht

Ciao
kritzi
 
 
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Operator
Alt 25.10.2002, 19:45   #2
Standard

also ich denke das geht nicht wenn jemand reich ist und die armut fällt weg dann ist er auch nicht reich weil es keine diagonale zu den beiden dann gäbe!
d.h. das reiche misst sich immer nach der armut!
denke ich mal so, also...naja!
 
 
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ELCorazon
Alt 25.10.2002, 20:19   #3
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Ich denke, dass es geht, dass das gute auch ohne das böse existieren kann.

nehmen wir an, eins von beiden fällt weg. das verbleibende ist normalsituation, standart, für das es kein extra wort braucht. gut und böse grenzen sich gegeneinander ab, wenn eines fehlt, braucht es diese differenzierung nicht mehr.
dadurch ist den menschen zwar nicht bewußt, dass alle gut oder alle böse sind, aber sie sind es doch trotzdem, auch ohne diese bezeichnung
 
 
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doomhammer
Alt 25.10.2002, 20:35   #4
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ich denk das absolute gute muss einen "gegespieler" haben; das absolute böse. die kirche braucht den teufel auch nur dafür um gott zu definieren.
 
 
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Pigma
Alt 25.10.2002, 20:57   #5
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Dinge können nur existieren, indem sie sich von anderen Dingen abgrenzen. Wie soll man sie sonst definieren?
 
 
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kritzi
Alt 25.10.2002, 21:43   #6
Standard

@corazon: wenn aber alle gut sind, dann wird automatiscch das gute standard, also normalzustand, oder?
also wären nicht alle gut, sondern lediglich normal. und ein einzelner könnte dann auch nichts gutes mehr tun, weil das ja normal wäre.
das gute als solches kann eigentlich nur mit dem bösen gemeinsam existieren, oder?
und gehen wir mal etwas weg von gut und böse, das war ja nur ein beispiel. wie sieht es mit arm und reich aus?
bei gut und böse mag es ja rein theorethisch noch gedanklich vorstellbar sein, aber ist es möglich, dass reichtum existiert ohne dass gleichzeitig armut herrschn muss, um den reichtum zu definieren?
und wie sieht es mit "norden ohne süden" aus?

in diesem sinne

ciao
kritzi
 
 
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ELCorazon
Alt 25.10.2002, 22:30   #7
Standard

es kommt auch auf den blickwinkel an, aus welcher perspektive man das geschehene betrachtet.

beispiel: eine welt, auf der alle reich sind. auf dieser welt existieren keine wörter für reichtum oder armut. reichtum als wortkomplex existiert nicht.
nehmen wir weiter an, dass eine existensform auserhalb dieser welt besteht, das in seiner eigenen welt durchaus mit der differenz arm und reich zu tun hatte. diese existensform kommt nun auf diese *reiche* welt. was geschieht?

für diese menschen existiert reichtum nicht, ebensowenig wie armut, aber von außen betrachtet, für jemanden, der beide begriffe kennt, läßt sich diese welt dennoch mit den beiden begriffen beschreiben, bzw in diesem fall mit reichtum.
 
 
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chrsks
Alt 26.10.2002, 15:01   #8
Standard

Um von Gegensätzen zu sprechen, muss man erst absolute, abgegrenzte Begriffe haben und wenn die unterschiedlich sind, was wohl der Fall sein wird, redet man aneinander vorbei. Und man muss auch erstmal davon überzeugt sein, dass es die überhaupt gibt und ich bezweifle, dass wir hier insbesondere bzgl. Gut-Böse oder Körper-Seele dieselben Vorstellungen haben, obwohl wir so selbstverständlich damit
herumjonglieren.

Ich finde diesen Dualismus schwammig. Man sieht zwei Dinge nicht als Gegensätze, wenn ihnen jede Ähnlichkeit fehlt. Denn dann wären sie nicht vergleichbar, also nicht in Relation zu setzen. Und wenn man genauer hinsieht, dann sieht man diese Ähnlichkeit wieder und dann ist es eigentlich ziemlich willkürlich, ob man von Gegenteil spricht oder nicht.

Was Norden-Süden betrifft, das sind Definitionen, wie oben-unten die Worte für die Richtung sind, entlang der die Schwerkraft wirkt. Wieso sollten das Gegenteile sein? Eigentlich sind sie noch weniger "gegenteilig", als z.B. Norden-Osten, ein rechter Winkel ist doch etwas "unähnlicheres", als eine gerade Linie... - das mein ich mit "schwammig", es entspricht weniger Tatsachen, als sprachlichen und emotionalen Gewohnheiten.

"Arm" und "reich". Das ist wie bei "heiß" und "kalt", Worte für verschiedene Zustände, die aber keine Gegensätze sein können, weil sie nahtlos ineinander übergehen.
 
 
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