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Drei Embrios

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GodsLittleChild
Alt 03.11.2002, 22:00   #1
Beitrag Drei Embrios

Im Bauch einer schwangeren Frau waren einmal 3 Embryos. Einer davon ist der kleine Gläubige, einer der kleine Zweifler und einer der kleine Skeptiker.

Der kleine Zweifler fragt: Glaubt ihr eigentlich an ein Leben nach der Geburt?

Der kleine Gläubige: Ja, klar das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der
Geburt vorbereiten, damit wir dann stark genug sind für das, was uns erwartet.

Der kleine Skeptiker: Blödsinn, das gibt es doch nicht, wie soll denn das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?

Der kleine Gläubige: Das weiß ich auch nicht so genau. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen.

Der kleine Skeptiker: So ein Quatsch! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Außerdem geht das gar nicht, dass es ein Leben nach der Geburt gibt, weil die Nabelschnur schon jetzt viel zu kurz ist.

Der kleine Gläubige: Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.

Der kleine Skeptiker: Es ist noch nie einer zurückgekommen von nach der Ge_burt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben ist eine einzige Quälerei. Und dunkel.

Der kleine Gläubige: Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen.

Der kleine Skeptiker: Mutter?!? Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie
denn bitte?

Der kleine Gläubige: Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein.

Der kleine Skeptiker: Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie was
gemerkt, also gibt es sie auch nicht.

Der kleine Gläubige: Manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt. Ich glaube auf jeden Fall, dass unser eigentliches Leben erst dann beginnt!
 
 
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Nils
Alt 03.11.2002, 22:34   #2
Standard

coole parabel (verdammt wie schreibt man parabel ?)
gefällt mir gut
 
 
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Ya
Alt 03.11.2002, 22:37   #3
Standard

Embryos,Säuglinge,Schäfchen,Mama,Jesus...
 
 
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sNaKe
Alt 03.11.2002, 23:00   #4
Standard

irgendwie krass die vorstellung. so hab ich des noch nie gesehen!
 
 
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smith
Alt 03.11.2002, 23:03   #5
Standard

Sogar mir gefällt das.
Lustiger Text
 
 
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doomhammer
Alt 03.11.2002, 23:16   #6
Standard

hmm.. ich weiss nicht ob mir der text nahelegen soll dasses ein leben nach dem tod gibt.. aber isn netter text
 
 
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outfreyn
Alt 03.11.2002, 23:37   #7
Standard

is wie mitm leben nachem tod und gott + wunder

gefällt mir

greetz
out
 
 
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Anarchnophobia
Alt 04.11.2002, 16:38   #8
Standard

jap, in der Tat ein schönes geschichtchen - sieht ganz so aus als hätte sich da noch ein Schäfchen in unserem sonst so sündhaften Planeten verirrt
 
 
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Morris
Alt 04.11.2002, 16:40   #9
Standard

Der Sinn der Geschichte ist aber klar?
 
 
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Anarchnophobia
Alt 04.11.2002, 16:42   #10
Standard

also für mich schon... soll ich es dir denn mal erklären skinni? *ggg*
 
 
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Morris
Alt 04.11.2002, 16:58   #11
Standard

Ja

Hätte Godslittlechild gewollt, dass ihr den Text 'nur' gutfindet, hätte er ihn inn Lyrics-Forum geschrieben .
 
 
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chrsks
Alt 04.11.2002, 18:29   #12
Standard

Der Zweifler ist der Beste, der hält zu dem Mist die Fresse, so gehört sichs.
 
 
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Morris
Alt 04.11.2002, 18:39   #13
Standard

Der Zweifler ist einfach noch nicht so weit, dass sich seine eigene Meinung herangebildet hat. Aber es ist schon mal schön, dass er ein Zweifler ist. Zweifeln ist heute Basis von geistigem Fortschritt.

Der Skeptiker ist einfach nur ignorant
 
 
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chrsks
Alt 04.11.2002, 19:06   #14
Standard

Das ist kein Skeptiker und ignorant ist der Gläubige auch, wir sind nur manipuliert, weil wir wissen, dass er recht hat.
 
 
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michaelg
Alt 04.11.2002, 20:14   #15
Standard

soso... wer hat recht?
also ich finde diese parabel auch wirklich schoen, mal was geschriebenes, wozu man mit dem kopf nicken kann.
naja mehr sag ich nich, bin mal gespannt, ob noch wer kommt mit "aber ist es nicht wirklich so, ... ?" oder "...das kannst du doch gar nicht auf unser leben uebertragen..."
 
 
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GodsLittleChild
Alt 04.11.2002, 20:27   #16
Standard

Hey, ihr macht euch ja richtige Gedanken, net so schnlecht!
 
 
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chrsks
Alt 04.11.2002, 20:40   #17
Standard

Hä?
Was issen mit den bildchen?
ach blödes glump

ihr könntet einen echt selber die eigenen beiträge löschen lassen



vielleicht könnt ichs auch durch nen simplen kotzsmilie ersetzen, aber meinetwegen.


Mann, und wann sagt eigentlich endlich mal wer "Embryonen können doch gar nich reeeden, ihr deppen."

 
 
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Speedy
Alt 04.11.2002, 22:02   #18
Standard

Jo, was soll ich noch groß dazu schreiben. Ich hab den Text schon vorher per Email gelesen. Ich bekomm die ganze Zeit nur sowas zugeschickt. Ist aber nett, das sie euch auch mal dran teilhaben lässt
 
 
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-V-
Alt 04.11.2002, 23:52   #19
Standard

Original geschrieben von chrsks
Hä?
Was issen mit den bildchen?
ach blödes glump

ihr könntet einen echt selber die eigenen beiträge löschen lassen



vielleicht könnt ichs auch durch nen simplen kotzsmilie ersetzen, aber meinetwegen.


Mann, und wann sagt eigentlich endlich mal wer "Embryonen können doch gar nich reeeden, ihr deppen."

Das sieht man wer den Sinn des Textes nicht kapiert hat, aber das kommt ja bekanntlich davon wenn nicht über den Tellerrand hinaus sehen kann.
Hoch leben Engstirnigkeit.
 
 
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k. l. e. e.
Alt 05.11.2002, 10:25   #20
Standard

wieso wird das so hingestellt, als ob der gläubige definitiv und unbedingt recht hat ?

nehmen wir mal an, alle drei sterben durch komplikationen bei der geburt -kein angenehmer gedanke, ich weiß- aber dann hat der gläubige ja nicht recht weil sie danach gleich in den himmel oder hölle oder ins große nichts kommen. sollten die drei sich in der gleichen daseinsform nochmal übern weg laufen wirds da mächtig stunk geben.

skeptiker: eh du bratze ! wo is jetzt meine mutter ? hä ? hab dir doch gesagt dass es keine mutter gibt !

gläubige: hm ja... äh... ich glaube... hast du schonmal da hinten links geguckt ?

skeptiker: da links ? hier ist alles schwarz und leer ! da gibtz kein links ! da gibtz nichtmal oben und unten ! und hör auf dich zu drehen wenn ich mit dir rede !

zweifler: also gibtz doch kein leben nach dem tod - oder ?

gläubiger: doch doch !

skeptiker: und wo sind wir dann hier ?

gläubiger: weiß ich nicht. vieleicht sind unsere muster im puffer gespeichert und beim beamen gabs probleme, oder windows deus ex machina ver. 2.0 funzt wieder nicht...


ja ja ! genau ! -hey, nichts gegen religion, bin selbst gläubig, aber nicht das wir dann anfangen jede "fasst euch an den händen - das leben ist wunderbar - du musst an gott glauben" oder "hast du ein glück das du in europa geboren wurdest und nicht in afrika also hilf den dritte welt kindern sonst kommst du in die hölle"-mails die wir 3 mal am tag von deprimierten und alleingelassenen geistern gemailt kriegen hier im forum ausdiskutieren, denn das wird ganz schön öde

außerdem find ich diese new-age vergleiche zum kotzen.
anstelle diese "3 embryonen machen smalltalk"-geschichte hätte man auch einfach die höhlen-parabell von ... (dieser grieche, wie hieß er noch ?) hinschreiben können, weil die is ma echt edel.

peace
klee (1941)
 
 
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moechen
Alt 05.11.2002, 14:44   #21
Standard

Ich fand die geschichte eigentlich ganz schön...u. ich find das hört sich wirklich so an, als ob man das halt übertragen kann, ob wir an ein leben nach dem tot glauben........

@klee vorher wollen die kleinen kinder wissen, ob es pc's gibt
 
 
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k. l. e. e.
Alt 05.11.2002, 16:24   #22
Standard

original geschrieben von moe1985
woher wollen den die embryos wissen was ein pc ist?
gegenfrage: woher wollen die wissen dass es eine mutter gibt

-nix für ungut moe, aber noch NIEMAND ist nach der geburt wieder in den Mutterleib gekrochen, weder als er 2 sekunden, noch als er 27 jahre alt gewesen ist, noch hat er unter den Säuglingen IRGENDWELCHE GERÜCHTE VERBREITET INDEM ER DIE ZUGEQUATSCHT HAT, ODER DENEN EIN BUCH DAGELASSEN HAT, UND NUR DER GLÄUBIGER KANN LESEN
HERRGOTTNOCHMALDASISTJAZUMAUSDERHAUTFAHREN !
allerdings sind schon leute nachem tot reanimiert worden.
heijeijeijeijei ! -mal wieder nicht für 5 pfennig nachgedacht ! *grrr*
hauptsache "motz motz motz", gell moe ! tzzzzzzzzzzz !

du bist gut *tz*
klee
 
 
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chrsks
Alt 05.11.2002, 16:27   #23
Standard

so isses brav, -V-
*platsch*
jetzt bist vom Tellerrand runtergefallen,
"iggitiggit, putzt des weg da"
ich bin blöd aber dafür langlebig
böse Welt


PS:
vor dem Abschicken Text durchlesen
 
 
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Morris
Alt 05.11.2002, 17:47   #24
Standard

Nachdem mich Klee so schön inspiriert hat, hab ich gleich mal das Höhlengleichnis von Platon gescannt
Das Höhlengleichnis


Platon - Der Staat VII

Platon spricht zu Glaukon:

Stell dir Menschen in einer unterirdischen, höhlenartigen Behausung vor. Der Zugang zu dieser Höhle liegt aufwärts gegen das Licht und umfasst die volle Breite der Höhle. In dieser sind die Menschen seit ihrer Kindheit an Hals und Schenkeln gefesselt, so dass sie ständig auf demselben Fleck bleiben müssen und auch nur nach vorne (zur rückwärtigen Wand der Höhle) sehen können, da sie wegen der Fessel nicht imstande sind, den Kopf herumzudrehen.

Licht aber haben sie von einem Feuer, welches von oben und von ferne her hinter ihnen brennt. Zwischen dem Feuer und den Gefangenen verläuft obenher ein Weg. Diesem entlang stelle dir eine Mauer vor, die wie die Schranken wirkt, über die herüber die Gaukler den Zuschauern ihre Kunststücke zeigen.

Ich sehe es vor mir, sagt er (Glaukon).

Längs dieser Mauer, so stelle dir weiter vor, tragen Menschen allerlei Gefäße, die über die Mauer emporragen, und Bildsäulen und andere steinerne und hölzerne Bilder, aufs mannigfaltigste gearbeitet; einige reden dabei, was ja natürlich ist, andere schweigen.

Ein gar wunderliches Bild stellst du dar, sprach er, und wunderliche Gefangene.

Die uns aber gleichen, entgegnete ich. Denn meinst du wohl, dass solche
Menschen von sich selbst und voneinander etwas anderes zu sehen bekommen, als die Schatten, welche das Feuer auf die ihnen gegenüberliegende Wand der Höhle wirft?

Wie sollten sie, sprach er, wenn sie gezwungen sind, zeitlebens den Kopf bewegungslos zu halten!

Und wie steht es mit den vorbeigetragenen Gegenständen? Nicht ebenso?

Was sonst?

Wenn sie nun miteinander reden könnten, meinst du nicht, sie würden glauben, das, was sie sehen und mit Worten bezeichnen, sei dasselbe wie das, was vorbeigetragen wird?

Notwendigerweise.

Und wie, wenn ihr Kerker auch ein Echo hätte von drüben her, meinst du nicht, wenn einer von den Vorübergehenden spräche, sie würden denken, etwas anderes rede als der eben vorübergehende Schatten?

Nein, beim Zeus, sagt er.

Auf keine Weise also können diese irgend etwas anderes für das Wahre halten als die Schatten jener Kunstwerke?

Ganz unmöglich.

Nun überlege dir aber auch, wie die Lösung von ihren Fesseln und die Heilung von ihrem Unverstande natürlicherweise vor sich ginge, wenn ihnen folgendes begegnete. Stelle dir vor, es werde einer befreit und genötigt, plötzlich aufzustehen, den Hals umzuwenden, zu gehen und nach dem Lichte hinzublicken, und dies alles täte ihm weh, und er wäre wegen des Flimmerns vor den Augen nicht imstande, die Gegenstände zu sehen , deren Schatten er vorher gesehen hatte. Was glaubst du, dass er sagen würde, wenn man ihm versicherte, damals habe er lauter Nichtigkeiten gesehen, jetzt aber sei er dem Seienden (der Wirklichkeit) näher, stehe vor Dingen, denen ein Sein in höherem Grade zukomme, und sehe daher richtiger. Und wenn man ihm nun jedes der vorüberziehenden Dinge zeigen und ihn nötigen würde, auf die Frage, was es sei, zu antworten, glaubst du nicht, dass er dann gänzlich in Verwirrung käme und, was er früher gesehen, für wirklicher halten würde, als was man ihm jetzt zeigt?

Für viel wirklicher, sagte er.

Und wenn man ihn gar in das Licht selbst zu sehen nötigte, würden ihm dann nicht die Augen schmerzen, und er würde fliehen und zu jenen Dingen zurückkehren, die er anzusehen imstande ist, fest davon überzeugt, diese seien in der Tat viel wirklicher als das, was man ihm zuletzt gezeigt hatte?

Allerdings.

Und, sprach ich, wenn man ihn mit Gewalt von dort durch den unwegsamen steilen Aufgang schleppte und nicht losließe, bis man ihn an das Licht der Sonne gebracht hätte, wird er da nicht viele Schmerzen haben und sich nur ungern schleppen lassen? Und wenn er nun an das Licht kommt und seine Augen vom Glanze völlig geblendet sind, von dem, was man ihm jetzt als das Wahre bezeichnet, wieder nichts sehen können von dem, was ihm nun für das Wahre gegeben wird.

Freilich nein, sagte er, wenigstens nicht sofort.

Gewöhnung also, meine ich, wird er nötig haben, um die Dinge hier oben zu sehen. Und zuerst würde er die Schatten am leichtesten erkennen, hernach die Bilder der Menschen und der anderen Dinge, wenn sie im Wasser gespiegelt werden, und dann erst sie selbst. Und ebenso, was am Himmel ist, und den Himmel selbst würde er am liebsten in der Nacht betrachten und in das Mond- und Sternenlicht sehen, als bei Tage in die Sonne und in ihr Licht.

Wie sollte er nicht!

Zuletzt aber, denke ich, wird er auch die Sonne selbst, nicht Bilder von ihr im Wasser oder anderwärts, sondern sie selbst an ihrer eigenen Stelle anzusehen und zu betrachten imstande sein.

Notwendigerweise, sagte er.

Und dann wird er schon daraus den Schluss ziehen, dass sie es ist, die alle Zeiten und Jahre schafft und alles ordnet in dem sichtbaren Raum e, und auch von dem, was sie dort sahen, gewissermaßen die Ursache ist.

Offenbar, sagte er, würde er nach jener Erkenntnis auch zu dieser gelangen.

Und wie, wenn er nun seiner ersten Wohnung gedenkt und der dortigen Weisheit und der damaligen Mitgefangenen, meinst du nicht, er werde sich selbst glücklich preisen über die Veränderung, jene aber beklagen?

Ganz gewiss.

Und wenn sie dort unter sich Ehre, Lob und Belohnung für den bestimmt hatten, der die vorüberziehenden Gegenstände am schärfsten sah und am besten im Gedächtnis behielt, weiche von ihnen zuerst und weiche zuletzt und welche gleichzeitig vorüberzuwandeln pflegten, und daher also am besten vorhersagen konnte, was nun kommen werde, glaubst du, es werde ihm danach heftig verlangen und er werde die bei jenen Gelehrten und Machthabenden beneiden? Oder glaubst du nicht, es werde ihm vielmehr so gehen, wie jenen homerischen Helden und er werde viel lieber hier oben einem anderen unbegüterten Manne als Tagelöhner dienen wollen und lieber alles über sich ergeben lassen, als an jene Vorstellungen glauben und auf jene Weise ]eben zu müssen?

Das glaube ich auch, sagte er, er wird sich alles eher gefallen lassen, als so zu leben.

Auch das bedenke noch, sprach ich. Wenn ein solcher nun wieder hinunter stiege und wieder seinen alten Platz einnähme, würden ihm nicht die Augen ganz voll Dunkelheit sein, da er so plötzlich von der Sonne herkommt?

Ganz gewiss.

Und wenn er wieder in der Begutachtung jener Schatten wetteifern sollte mit denen, die immer dort gefangen gewesen, während es ihm noch vor den Augen flimmert, und ehe diese wieder darauf eingestellt sind - und sich daran wieder zu gewöhnen, dürfte nicht wenig Zeit erfordern -, würde man ihn dann nicht auslachen und von ihm sagen, er sei mit verdorbenen Augen von oben zurückgekommen, und es lohne sich nicht, dass man versuche hinaufzukommen? - Und wenn jemand versuchen würde, sie loszumachen und emporzuführen, so würden sie ihn, falls sie seiner habhaft werden könnten, wohl gar umbringen?

Ganz gewiss, sagte er.

Dieses ganze Bild nun, sagte ich, lieber Glaukon, musst du mit dem früher Gesagten verbinden, unseren mittels der Augen sichtbar werdenden Aufenthaltsort mit dem Gefängnis gleichsetzen und den Schein des Feuers darin mit der Kraft der Sonne, und wenn du nun das Hinaufsteigen und den Anblick der Dinge dort oben gleichsetzt mit dem Aufschwung der Seele in die nur mit dem Denken erfassbare Weit, so wirst du die Hoffnung nicht verfehlen, die ich hege, da du dies ja zu vernehmen begehrst; Gott aber mag wissen, ob sie der Wahrheit entspricht. Was also mir aufgegangen ist, ist dies: Im Reich des Erkennbaren wird als Letztes und nur mit Mühe die Idee des Guten sichtbar. Hat man sie aber einmal erschaut, so ist der Schluss unabweisbar, dass sie für alle die Ursache alles Rechten und Guten ist, dass sie im Reich des Sichtbaren das Licht und seinen Herrn hervorgebracht hat und dass sie auch im Bereich des Denkbaren die Herrin ist, die Wahrheit und Vernunft verleiht, und dass auf sie schauen muss, wer in seinem persönlichen oder öffentlichen Leben rechtschaffend handeln will.
 
 
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k. l. e. e.
Alt 05.11.2002, 18:27   #25
Standard

das is doch mal massiv besser als drei unmündige menschen falsche, sinnlose, einfallslose worte in den mund zu legen

thx @ kleiner skinhead für platon !

klee
 
 
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