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depressionen zelebrieren

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amelie
Alt 05.02.2006, 20:41   #1
Standard depressionen zelebrieren

[FONT=Georgia]Diskussion mit einem Bekannten...

Kann man Depressionen zelebrieren?

Wenn ja weshalb? Um auf sich aufmerksam zu machen?

Zelebriert nicht jeder auf seine Weise seine Depressionen?

Oder merkt man bloss nicht das man sie zelebriert
[/FONT]
 
 
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MiKe
Alt 05.02.2006, 20:45   #2
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du weißt schon, dass zelebrieren "feiern" heißt, oder?
 
 
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amelie
Alt 05.02.2006, 20:48   #3
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ja ich weiss das zelebrieren feiern heisst....aber es gibt Leute die werfen das Menschen vor..sie würden ihre Depressionen zelebrieren...
 
 
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Pretender
Alt 05.02.2006, 21:01   #4
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Hm in einem gewissen Rahmen macht das glaub ich jeder.
zB gehen manche Leute in extra traurige und emotionale Filme, nur um sich ein Stück weit sinken zu lassen.
Ab und an Trauern ist meiner Meinung nach schon wichtig.
 
 
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Alt 05.02.2006, 22:08   #5
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andere frage: was ist die kritik daran? würdest du auf einen menschen treffen der seine depressionen zelebriert (für mich die typische pubertäts-gefühlsschwankungs-auswirkung), wie würdest du dich verhalten? ist ein mensch der dies tut wirklich depressiv oder am ende gar ein optimist?
 
 
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Alt 05.02.2006, 22:09   #6
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Wie definierst Du den begriff "Depression"?
Na ja wie dem auch sei, ich mach das hin und wieder auch gerne manchmal sogar mit nem Freund zusammen. Ich hock mich meistens in den Sitzsack, leg depressiv machende Musik auf und ergeh mich dann in meiner Trauer bzw. Depression; oder ich nehm mir noch ein trauriges Buch dazu. Ich halte es für sehr wichtig sich nicht nur immer mit positiven Gedanken zu befassen sondern auch mit negativen, oder einen guten Gedanken auch mal mit negativer Grundstimmung durch zugehen.
Aber zelebrieren im Sinne von Kerzenlicht oder es über all rum posaunen tu ich auch nicht. Wenn ich besagten Freund in einer Phase voller negativer Gedanken sehe philosophier ich halt mit ihm drüber, aber mehr auch nicht.
 
 
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Sivar
Alt 05.02.2006, 23:08   #7
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Ich glaub, mit "Depressionen zelebrieren" ist eher gemeint, dass man, wenn man depressiv ist, sich da hineinsteigert und sein ganzes Leben darauf einstellt, anstatt sich mit Problemlösung zu befassen. Solche Leute haben dann nichts anderes im Kopf als ihre eigene Situation und suchen förmlich nach Negativbeispielen bzw Beiweisen dafür, dass sie im Recht sind mit der pessimistischen Einschätzung ihrer Lage. Sie erzählen jedem davon und wollen nur hören, dass es ihnen wirklich mies geht... sie wollen möglichst den ganzen Tag davon reden und können daher nicht auf andere Personen eingehen. Das ist zumindest meine Interpretation

Ergo ist es Definitionssache, ob man Depressionen zelebrieren kann oder nicht. Nach meinem Verständnis davon geht es wirklich um "Aufmerksamkeit bekommen", um den Versuch um jeden Preis Zuneigung zu ergattern. Man merkt dann schon dass man sich einzig und allein mit sich selber und seiner Depression beschäftigt, weil man sich auf nichts anderes konzentrieren kann bzw über nichts anderes reden und nichts anderes hören will. Problem ist, dass so jemand die eigene Wirkung auf andere völlig falsch einschätzt, sonst würde er/sie nicht diesen Weg gehen, um Zuneigung zu bekommen.
 
 
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Alt 06.02.2006, 00:04   #8
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Na ja ich hab irgndwie manchmal das Gefühl das es in einem gewissen Personenkreis cool zusein scheint Depressionen zu haben, oder einfach jeden Tag wo man mal nen miesen hat (was ganz normal ist und jeder mal halt) zu behaupten man leide wieder unter Depressionen. Vielleicht ist aber auch die Definition des Wortes "Depression" per se etwas lascher geworden, und man benutzt es heut zutage ohne groß drüber nach zu denken als Synonym für "Einfach mal mies oder traurig drauf sein". Natürlich kann es ja auch sein das Depressionen sich heut zutage häufen und immer früher auftreten.
Möge man mich bitte aufklären oder mir wiedersprechen, wenn mich mein Gefühl täuscht.
 
 
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MiKe
Alt 06.02.2006, 00:15   #9
Standard

Na ja ich hab irgndwie manchmal das Gefühl das es in einem gewissen Personenkreis cool zusein scheint Depressionen zu haben, oder einfach jeden Tag wo man mal nen miesen hat (was ganz normal ist und jeder mal halt) zu behaupten man leide wieder unter Depressionen.
oh ja, solche leute leiden glaub ich irgendwie unter minderwertigkeitskomplexen oder so und versuchen so, die aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

was ich aber interessant finde: ich habe mal ausprobiert, wie es sich auswirkt, wenn man den leuten sagt, man sei heute schlecht drauf, sich dann aber ganz normal gibt. man wird öfters hören "mensch, du bist heute aber wirklich schlecht drauf", nur weil man einmal halt irgendwie sagt "ach komm, schnauze". hätte man vorher nichts gesagt, wäre es als normal abgetan worden. --> manipulation
 
 
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Alt 06.02.2006, 01:08   #10
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modeerscheinung depression? gut möglich. hilfeschrei? ruf nach aufmerksamkeit? sehr gut möglich.

aber wieso klingt das aus manchen mündern so negativ, so verachtend? was ist verwerfliches daran nach aufmerksamkeit zu rufen?

ahja...wer wirklich depressiv ist, in form einer krankheit, der wird vermutlich sehr oft mißverstanden, weil die gesellschaft eben aufgrund dieser mode "depression" ziemlich allergisch auf jeden reagiert der das hat. kaum einer macht sich noch die mühe zu selektieren ob der gegenüber depressiv im sinne einer modeerscheinung, oder wirklich an depressionen leidet in form einer krankheit.

allerdings....diese phasen die viele in der pubertät durchmachen und die dann im allgemeinen unter modeerscheinung "depressiv" fallen, vergehen ja auch wieder

übrigens nicht nur eine erscheinung der neuzeit. kollegtives depressives verhalten findet sich so ziemlich in jedem jahrzehnt des vergangenen jahrhunderts wieder.
 
 
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MiKe
Alt 06.02.2006, 01:20   #11
Standard

aber wieso klingt das aus manchen mündern so negativ, so verachtend? was ist verwerfliches daran nach aufmerksamkeit zu rufen?
weil's einfach leute gibt, die diese eigentliche krankheit missbrauchen, um z.b. andere leute schlecht zu machen. ich kenn einen, der läuft immer mit soooooo einer heulschnauze rum, bis ihn mal jemand darauf anspricht und dann meint der so "ja, ich musste den mittag mit dem und dem verbringen, das macht mich down". ja, super, v.a., wenn er das freiwillig gemacht hat
von solchen leuten halte ich mich schon lange fern bzw. versuch das...
 
 
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mizue
Alt 06.02.2006, 01:29   #12
Standard

depressionen zelebrieren. ja ja... sich extra traurige filme reinziehen, sich dinge zu gemüte führen, die einen noch weiter runterbringen. damit man sich noch trauriger fühlt.

ein depressiver mensch fühlt hingegen nichts. NICHTS oder wenns hochkommt ein stückchen sinnlosigkeit.

ich kann mich an momente in meinem leben erinnern (das war nämlich die berühmte pubertät), da hab ich tage auf meinem teppich gelegen und wände angestarrt. nichts gedacht, nichts gefühlt, nur gestarrt. ein anderer mensch hätte da nur gestört. unter menschen gewesen und nichts gefühlt, keine traurigkeit, keine freude, nur teilnahmslosigkeit und apathie. vllt war diese ganze sache auch mehr oder weniger selbst erwählt, denn jahre davor hab ich mir gewünscht, mich mal so richtig traurig fühlen zu können und dafür nen grund zu haben. nunja... das fehlen eines grundes. das fehlen einer basis, DER basis. das war letzendlich wohl auch der auslöser dafür, dass es mich dann doch in diese depressive phase (ziemlich langandauernd allerdings) geführt hat. und vllt auch noch die gene.

die sinnlosigkeit des seins, keine lust, keine regung. wie wenn man jeden tag nur abhaken will. man zählt die schritte bis zum haus, jeden tag aufs neue, weil man einfach nur erledigen will. das nach hause gehen erledigt haben will, das essen, das man sich schon die nacht davor zurecht geplant hat, erledigen will, das sein für diesen tag erledigt haben will...

so richtig zelebrieren ist das nicht, sondern ein lustloses und anstrengendes abarbeiten.

Geändert von mizue (06.02.2006 um 01:36 Uhr).
 
 
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