Zitat von Dreamer Aber ist das nicht ein paradox in sich, was du gesagt hast: Das der Mensch existiert, um zu existieren? Das ist, als würdest du sagen, man isst, um zu essen. man isst aber um zu leben -- dann kann man vielleicht leben um zu essen.
Nein, dass man isst, um zu essen, ist ist Schwachsinn, und zwar aus deshalb, weil es einen Grund gibt, nämlich den, nicht zu verhungern. Dieser lässt sich logisch beweisen.
Wenn man aber fragt: "Warum gibt es das Universum?" so kann man das nicht logisch beantworten und deshalb sagte ich, philosophisch gesehen, kann man das Universum als Selbstzweck auffassen.
Das Problem ist allgemein, dass man immer eine Kausalkette hat, also wenn man fragt: "Warum essen wir?" und entgegnet "um zu leben", fragt man weiter "Warum leben wir?" und hier wird es schon schwierig. Ich glaube, dass jede Kausalkette irgendwann zu einer Frage in der Art "Warum funktioniert das Universum so, wie es funktioniert?" führt, und weil hier keine logische Antwort mehr möglich ist, fängt die Philosophie hier an. Korrekter hätte ich also auf die Frage "Warum existiert der Mensch?" antworten müssen "weil das Universum existiert", so sieht man eindeutig, dass dies in eine logische Sackgasse führt.
Wozu gibt es dann liebe? Wegen dem angenehmen leben? Zu glauben, dass alles nur auf auf ein angenehmes leben hinaus läuft, dass kommt mir doch ziemlich verloren vor...Wozu lernen wir dann und machen Erfahrungen, wozu haben wir dann Träume? Ein angenehmes Leben kannst du auch da haben, wo du gerade bist, du brauchst dich keinen millimeter weiter zu bewegen...
Glaubst du? Ich würde sagen, dass ein angenehmes Leben nur durch Abwechslung und Entwicklung möglich ist. Je mehr dein Leben zur Routine verkommt, desto weniger angenehm ist es. Aber das mag von Mensch zu Mensch verschieden sein.
Ich hätte jedenfalls kein angenehmes Leben, wenn ich keine neuen Erfahrungen machen würde und meine Lebensumstände nicht hin und wieder ändern würde.
Es kommt vielleicht an, was man unter einem angenehmen Leben versteht, aber ich würde sagen, auf jeden Fall etwas anderes als das Leben eines Faulenzers.
Und noch zur wahrheit: Widersprüche heißen nicht, das die wahrheiten nicht zusammen gehören können...Ist nicht gerade der Widerspruch ein zeichen von etwas ganzem? Zum Beispiel Ying und Yang - 2 widersprüche bilden eins. Tag und nacht: 2 widersprüche bilden die zeit. Heiß und Kalt- 2 widersprüche bilden die temperatur...usw Ein komischer gedanke, stimmt schon, aber er hat was...Ohne Dunkelheit zB wüsstest du nicht, was licht ist...ohne trauer nicht, was freude ist...was meinst du?
Der Punkt ist, dass es nicht direkt auf den Widerspruch ankommt, sondern eher auf den Unterschied. Temperatur kannst du schon durch Heiß und Lauwarm erreichen. Yin und Yang steht doch soweit ich weiß für Gut und Böse, ich sehe nicht, wie die beiden eins bilden... Tag und Nacht haben noch eine Dämmerung dazwischen. Und wenn es keine Trauer gäbe, wüsste ich auch was freude ist, weil ich bin ja nicht immer traurig, wenn ich mich nicht freue. Allgemein spielst du hier auf das Relativitätsprinzip an: Es braucht Unterschiede, damit man einen Bezugspunkt setzen kann, um etwas, das anders ist, zu definieren.
Zu sagen, dass die Unterschiede eins bilden, finde ich jetzt so nicht richtig, sie bilden viel eher Skalen (wie die Temperatur) durch ihren Unterschied. Und dass das Universum aus Unterschieden aufgebaut ist, ist ja klar, sonst gäbe es kein Universum, sondern nur etwa sowas wie Schwärze.
Mit der Aussage, dass verschiedene Wahrheiten zusammengehören, kann ich mich prinzipiell anfreunden, weil ich nicht sage, dass sie grundverschieden sind, sondern einfach dass sie Differenzen aufweisen.