Der Sprachgebrauch ist althergebracht, nur die Kirche/Bibel faßt den Begriff strenger.
Es ist nicht so, dass etwas glauben unbedingt heißt, es für wahr zu halten, sondern eher für wahrscheinlich. Wenn jemand, der gerade in Indien war, mir sagt, es gäbe da eine Affenart, die Melodien erkennt, dann glaube ich das, weil ich den Mann als vertrauenswürdig kenne. Erzählt er mir, dass die Affen selbst komponieren, glaube ich das nicht, weil ich es für sehr unwahrscheinlich halte.
Dasselbe gilt für den Glauben. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass es eine Urkraft physikalischer Natur gibt, durch die alles entstanden ist. Das glaube ich, weil ich es für wahrscheinlich halte. Trotzdem würde ich nie sagen, dass das die Wahrheit ist, denn die kenne ich nicht. Deshalb kann glauben nicht nur "für wahr halten" heißen, sondern auch "für wahrscheinlich halten".
@IceBaer: Du hast Recht. Man kann Kirchenglauben nur innerhalb der Kirche(n) diskutieren. Aber man wird sich von außen doch mal wundern dürfen

Abgesehen davon ist die Macht der Kirchen so groß, dass das ganze Leben auch der Agnostiker oder Atheisten davon betroffen ist - man denke an die Gesetzgebung. Insofern darf man von außen die Auswirkungen der "Glaubenswahrheiten" auf die Gesellschaft schon diskutieren, denke ich. Aber das berührt die Dogma-Diskussion nicht.