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Blut mit Blut abwaschen

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Janshi
Alt 23.09.2004, 14:33   #1
Standard Blut mit Blut abwaschen

Jesus hatte angeblich gesagt *Ich und er sind eins*, auch viele esoterisch ausgerichtete Menschen sprechen davon sich im Einklang mit der Natur zu befinden.
Nach meinem Wissen stützen auch die Quantenphysiker diese Weißheit, indem sie die Vorstellung getrennter Objekte zunichte gemacht haben.

Wir nehmen die Welt als ein Ganzes wahr, aber unsere Gedanken spalten dieses Ganzes in einzelne Splitter.
Dies lässt sich sehr leicht selbst übeprüfen, in unserem Blickfeld erscheint alles *total*.
Ich sehe jetzt Bäume, Häuser, den Balkon, Blume, Vögel wenn ich nach draussen schaue. Ich sehe kein kein bestimmtes Detail als ein *einzelnes, getrenntes* Ding. Es gibt keine Grenzen, keine Trennung, alles ist gleich-gültig, gleich-wertig

Die Trennung beginnt dann, wenn das Denken eingreift. Mit dem Denken beginnt das konzeptualisieren und es ist das Denken, welches eine Spaltung schafft. Ohne der Einmischung des Verstandes gäbe es nur EINS.
Konflikte und Probleme gibt es nur in einer Welt der Trennungen. Wenn feststeht, dass es der Verstand ist der trennt, dann ist er der Hauptverursacher dieser Konflikte, die in Wahrheit alle illusorisch sind. Es gibt keine Konflikte und auch kein Probleme, außer der Verstand schafft sie. Damit aber nicht genug, die Gedanken als Verursacher der Probleme, versuchen dann, die selbst verschuldeten Probleme mittels neuer Gedanken zu beseitigen. Das ist so, als würde man *Blut mit Blut abwaschen*

Danach funktioniert auch das Prinzip von *Gut* und *Böse*, *richtig* und *falsch*. Man trennt die Welt in *Gut* und *Böse*, dadurch erschafft man erst die Probleme.
Das ist vor allem frustriend für Menschen, die eine Welt zu einem *bessere* Ort machen wollen.

gruß Zeruel
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 15:14   #2
Standard

Voila!
Damit hast du in gewisser Weise die fundamentale Weisheit östlicher und gewisser, westlicher Philosophien erläutert.
Deswegen ja auch mein früher zitiertes Interesse von Nanophysikern am Taoismus und anderen fernöstlichen Interpretationen.

Gruss Raffis
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 15:20   #3
Standard

Um noch hinzuzufügen:

In den meisten hinduistischen als auch buddhistischen Texten wird genau diese Haftung an jenes Konzept von Gut und Böse als Hindernis für die spirituelle Evolution eines Wesens bezeichnet.
Auch hier wird von Himmel (gute Taten), Hölle (schlechte Taten) gesprochen. Nur geht der Hinduismus viel weiter.
Wenn du "gute" Taten auf der Erde vollbringst (in Einklang mit dem kosmischen Dharma bzw. den kosmischen Regeln), kommst du in den Himmel, um die Früchte deiner guten Taten zu ernten. Wenn du "schlechte" Taten vollbringst, kommst du in die Hölle.
Beide Plätze sind jedoch temporär, und das Wesen kommt zurück zur Erde, sobald die Früchte abgeerntet sind.
Denn Himmel (Gut) und Hölle (Böse) bewegen sich noch immer in der Dualität von, eben, Gut und Böse.

Gruss Raffis
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 15:27   #4
Standard

Das heisst nicht, man sollte keine guten Taten vollführen.
Der springende Punkt ist der:
-Die Person, welche guten Taten vollbringt, "um in den Himmel zu kommen", handelt gut aufgrund persönlicher Motive (eben, sie will in den Himmel kommen). Sie erntet die guten Früchte ihrer guten Taten im Himmel. Und kommt dann wieder zurück.

-Die Person, welche guten Taten vollbringt, die Tat jedoch nicht wegen sich selbst, sondern um der Tat willen, um Gottes willen, ausführt, erntet die Früchte nicht, sondern offeriert sie Gott (sei mal dahingestellt was Gott ist). Sie erzeugt also kein positives Karma, welches sie zwischenzeitlich in den Himmel befördern würde.
Die Verhinderung von Karma, ob gut oder schlecht, ist ja eben gerade das Ziel eines Yogins oder Mönches, oder wie auch immer die Heiligen im Osten bezeichnet werden.

Gruss Raffis
 
 
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Morris
Alt 23.09.2004, 15:31   #5
Standard

Aber zeigen die himmlischen und dämonischen Welten nicht schon allein mit ihrer Existenz, dass es Dinge wie "Gut" und "Böse" im materiellen Sinn eben wirklich gibt? Diese Welten wird der Mensch sich ja nicht nur ausgedacht haben. Auch gelangt man dorthin nicht unbedingt nach eigenem Gutdünken, sondern eben nach einem gewissen Maßstab, der in den Veden festgesetzt ist.

Im weiteren Sinn haben die "Gut" und "Böse" aber zwei Seiten. Wenn etwas Gutes einen dazu bringt, sich mehr der materiellen Welt anzuhaften, ist es in diesem Sinne schlecht. Ähnlich verhält es sich mit etwas Schlechtem: wenn man dadurch beginnt, sich von der Dualität zu lösen, ist es wieder gut.
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 15:34   #6
Standard

"Aber zeigen die himmlischen und dämonischen Welten nicht schon allein mit ihrer Existenz, dass es Dinge wie "Gut" und "Böse" im materiellen Sinn eben wirklich gibt?"

Eben genau. Sie sind ja eigentlich wie eine gigantische Spiegelung von der weltlichen Dualität von Gut und Böse.

"Im weiteren Sinn haben die "Gut" und "Böse" aber zwei Seiten. Wenn etwas Gutes einen dazu bringt, sich mehr der materiellen Welt anzuhaften, ist es in diesem Sinne schlecht. Ähnlich verhält es sich mit etwas Schlechtem: wenn man dadurch beginnt, sich von der Dualität zu lösen, ist es wieder gut."

In all den religiösen Weltschriften gibt es Gebote, Gesetze oder Regeln (Dharma), welche definieren, wann ein Mensch "gut" in Bezug auf Gott und die Welt handelt. Materielles Anhaften wird da meiner Meinung nach nicht erwähnt.

Gruss Raffis
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 15:35   #7
Standard


Wenn du "gute" Taten auf der Erde vollbringst (in Einklang mit dem kosmischen Dharma bzw. den kosmischen Regeln), kommst du in den Himmel, um die Früchte deiner guten Taten zu ernten. Wenn du "schlechte" Taten vollbringst, kommst du in die Hölle.
Beide Plätze sind jedoch temporär, und das Wesen kommt zurück zur Erde, sobald die Früchte abgeerntet sind.
Wie können beide Plätze (wenn auch nur temporär) existieren, wenn sie nur der *Realitätsvorstellung* des Menschen entsprangen? Die Welt als ganzes betrachte, ist weder *gut* noch *böse*, wenn die meisten hinduistischen Texe diese Gut/Böse Vorstellung als Hindernis zur spirituellen Entwicklung sehen, wie ist die Vorstellung eines *Himmels/Hölle* zu rechtfertigen?



-Die Person, welche guten Taten vollbringt, die Tat jedoch nicht wegen sich selbst, sondern um der Tat willen, um Gottes willen, ausführt, erntet die Früchte nicht, sondern offeriert sie Gott (sei mal dahingestellt was Gott ist). Sie erzeugt also kein positives Karma, welches sie zwischenzeitlich in den Himmel befördern würde.
Wenn er die Tat um der Tat willen tut, dann ist es Zufall ob die Tat *gut* oder *böse* ist, denn eine Tat ansich ist *neutral*.



Aber zeigen die himmlischen und dämonischen Welten nicht schon allein mit ihrer Existenz, dass es Dinge wie "Gut" und "Böse" im materiellen Sinn eben wirklich gibt? Diese Welten wird der Mensch sich ja nicht nur ausgedacht haben. Auch gelangt man dorthin nicht unbedingt nach eigenem Gutdünken, sondern eben nach einem gewissen Maßstab, der in den Veden festgesetzt ist.
Ich stimme raffis zu, dass es sich um die Spiegelung der Dualität handelt. Jedoch sind diese Ergeinisse (wie man sie auch nennen mag) ansich weder *gut* noch *böse*. Niemand würde behaupten ein Elektron wäre *böse* oder ein Proton *gut*, auch wenn zwischen beiden offensichtlich eine Dualität besteht
gruß Zeruel
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 15:42   #8
Standard

"Wie können beide Plätze (wenn auch nur temporär) existieren, wenn sie nur der *Realitätsvorstellung* des Menschen entsprangen? "

Nein, Gut und Böse gibt es in hinduistischer Sicht wirklich, und auf ihnen baut das Universum auf. Vom Standpunkt eines Erleuchteten wird diese duale Realität als nicht existierend bezeichnet, weil er die Dualität bereits überstiegen hat.

"Wenn er die Tat um der Tat willen tut, dann ist es Zufall ob die Tat *gut* oder *böse* ist, denn eine Tat ansich ist *neutral*."


Ein Gläubiger handelt nach den Geboten seiner Religion. Diese Gebote legen fest, was gut und was schlecht ist. Mit "um der Tat willen" wird gemeint, dass er Taten nach seinen Geboten vollbringen soll, nicht jedoch aus egoistischen Zwecken (weil dann ja wieder die duale Bindung ins Spiel kommt). Er soll also nicht die Früchte seiner Taten (die in Koordination mit den Masstäben von Gut und Böse seiner Gebote stehen) begehren, sondern die Taten vollbringen, um der Menschheit und Gott zu dienen.
Denn wie es ja im karmischen prinzip heisst: EIne Aktion hat nicht nur Auswirkung auf sich selbst, sondern auch auf das ganze Universum.
Wenn man also die Früchte seiner guten Taten nicht begehrt und sie Gott weiht, wirkt man nicht auf sich selbst ein, aber auf das Universum.

Gruss Raffis
 
 
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Morris
Alt 23.09.2004, 15:49   #9
Standard

Richtig, ein Proton kann weder Gut noch Böse sein, da ihm kein Leben innewohnt. Doch große Dämonen wie Hiranyakashipu oder Hitler (*g*)waren nach Urteil der Schriften durchaus böse. Sie befanden sich auf der negativen, dem göttlichen abgewandten Seite des Universums und drohten, es aus dem Gleichgewicht zu bringen.
wenn die meisten hinduistischen Texe diese Gut/Böse Vorstellung als Hindernis zur spirituellen Entwicklung sehen, wie ist die Vorstellung eines *Himmels/Hölle* zu rechtfertigen?
Aus karmischen Gründen . Wenn ein Lebewesen den Wunsch hat, die unermesslichen materiellen Füllen auf den höheren Planeten zu genießen, wird ihm damit die Möglichkeit gegeben, dies zu tun, auch wenn es die spirituelle Entwicklung behindert.
Materielles Anhaften wird da meiner Meinung nach nicht erwähnt.
Eine genaue Textstelle kenne ich jetzt auch nicht, doch ist eigentlich die logische Konsequenz, wie du eigentlich auch schon schreibst. Wenn ein Anfänger im spirituellen Leben viel Kontakt mit weltlichen Freuden hat (die aus materieller Sichtweise ja gut wären), wird er nur sehr schwerlich Fortschritte machen.
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 15:52   #10
Standard

Original geschrieben von raffis

Ein Gläubiger handelt nach den Geboten seiner Religion. Diese Gebote legen fest, was gut und was schlecht ist. Mit "um der Tat willen" wird gemeint, dass er Taten nach seinen Geboten vollbringen soll, nicht jedoch aus egoistischen Zwecken (weil dann ja wieder die duale Bindung ins Spiel kommt).
Wenn die Gebot seiner Religion festlegen was *gut* und *schlecht* ist, dann taucht hier auch wieder die Dualität auf, genau wie eine vollbrachte Tat aus egoistischen Zwecken. Befolgt man die Gebote nur weil man *Gott* dienen will, oder auch weil man kein *Karma* verursachen will? Im letzteren sehe ich eine egoistische Intetion.

Wie will man durch Trennung der Taten in duale Bindungen, duale Bindungen verhindern?

Warum die Welt/Taten konzeptualiesieren, in *Gut* und *Böse* aufteilen, wenn man sie als Ganzes sehen kann? Diese Aufteilung bringt erst die Probleme.
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 15:54   #11
Standard

Original geschrieben von Skinni
Richtig, ein Proton kann weder Gut noch Böse sein, da ihm kein Leben innewohnt. Doch große Dämonen wie Hiranyakashipu oder Hitler (*g*)waren nach Urteil der Schriften durchaus böse. Sie befanden sich auf der negativen, dem göttlichen abgewandten Seite des Universums und drohten, es aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Hitlers Taten waren weder *gut* noch *böse* erst der Mensch macht sie dazu. Und erst dadurch wird der Anschein erweckt, dass dadurch das Gleichgewicht des Universums bedroht wird.


Aus karmischen Gründen . Wenn ein Lebewesen den Wunsch hat, die unermesslichen materiellen Füllen auf den höheren Planeten zu genießen, wird ihm damit die Möglichkeit gegeben, dies zu tun, auch wenn es die spirituelle Entwicklung behindert.
Alles klar.
 
 
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Morris
Alt 23.09.2004, 16:06   #12
Standard

@Zeruel:

Bhagavad-Gita:
Stolz, Überheblichkeit, Selbstgefälligkeit, Zorn, Grobheit und Unwissenheit - diese Eigenschaften gehören zu denen, die von dämonischer Natur sind, o Sohn Prithas. (16.4)

Der dämonische Mensch denkt:
So viel Reichtum besitze ich heute, und nach meinen Plänen werde ich noch mehr erlangen. (...) Dies ist mein Feind und ich habe ihn umgebracht, und meine anderen Feinde werde ich ebenfalls töten. (...)
(16.13-15).

Nach der Meinung der Bhagavad-Gita war Hitler schon ein Dämon, doch nur ein kleiner Wicht im Gegensatz zu Hiranyakashipu. Man kann sich vielleicht darüber streiten, ob die Taten böse waren oder nicht. Interessant ist dabei, dass orthodoxe Juden den Holocaust zur spirituellen Fortbildung nutzten, ganz in dem Sinne, negative, dämonische Dinge zur Loslösung von der materiellen Welt zu benutzen. Doch die Person, Hitler, war ohne Zweifel ein Gott abgewandter, böser Mann, gehüllt in tiefe Unwissenheit, was jetzt nicht mein Urteil ist, sondern das der Bhagavad-Gita.
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 16:07   #13
Standard

"Wenn die Gebot seiner Religion festlegen was *gut* und *schlecht* ist, dann taucht hier auch wieder die Dualität auf, genau wie eine vollbrachte Tat aus egoistischen Zwecken."

Nun gut, dann kommt es wieder auf die Gebote drauf an.
Die hinduistischen und buddhistischen "Gebote", Dharma genannt, meinen nicht "gut", was die Gesellschaft als "gut" interpretiert (auch wenn vielleicht gleiche Ansätze vorkommen mögen), sondern gut im Sinne von im Einklang mit dem Kosmos und der Intelligenz die in ihr verweilt - Gott.
Wenn man also eine, in diesem Sinne "gute" Tat vollbringt, ohne deren Früchte ernten zu wollen, so ist diese Tat in Einklang mit dem Kosmos und dessen Gleichgewicht.

"oder auch weil man kein *Karma* verursachen will? Im letzteren sehe ich eine egoistische Intetion."

Nun gut, egoistisches Handeln hat als Hintergrund, seine Indivdualität zu schützen und somit seinem Ego zu dienen.
Wenn das Ziel eines Hindus ist, sich in Gott aufzulösen (eins werden mit Gott), so geht die Individualität, und damit das Ego sowieso, verloren.
Ist dies aus weltlicher Sicht dennoch egoistisch?
Mag sein. Die Wirkung der Taten betreffen den Wirkenden nicht mehr, das Universum aber schon. Man agiert also im Einklang mit dem Kosmos.
Klar, aus weltlicher Sicht scheint eine Selbst-Verwirklichung egoistisch zu sein, aber im Endeffekt wird ja bei solch einer Verwirklichung das Selbst im Sinne des Egos (und damit dessen Wünsche und Absichten) aufgelöst.
Ist es egoistisch, wenn man sein Ego bzw. seine Individualität auflösen will?
Manche würden sagen ja, manche nein.
Die Definition von "egoistisch" spielt hier sicherlich auch eine Rolle.

Gruss Raffis
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 16:16   #14
Standard

Original geschrieben von raffis

Nun gut, dann kommt es wieder auf die Gebote drauf an.
Die hinduistischen und buddhistischen "Gebote", Dharma genannt, meinen nicht "gut", was die Gesellschaft als "gut" interpretiert (auch wenn vielleicht gleiche Ansätze vorkommen mögen), sondern gut im Sinne von im Einklang mit dem Kosmos und der Intelligenz die in ihr verweilt - Gott.

Ich denke dass dann hier zu mindestens das Problem besteht, zu erkennen wie man im Einklang mit dem Kosmos agiert? Woher wissen hinduistische und buddhistische Gebote, wie man *genau* mit dem Kosmos agiert und wie wird dies begründet?



Die Definition von "egoistisch" spielt hier sicherlich auch eine Rolle.
Kann ich dir nur zustimmen. Aber ich denke gerade für nicht Gläubige dieser Glaubensrichtung, wäre es sehr schwer zu akzeptieren, die Individualität auf zu geben, das ja nach Meinung vieler gerade den *Menschen* ausmacht.


Doch die Person, Hitler, war ohne Zweifel ein Gott abgewandter, böser Mann, gehüllt in tiefe Unwissenheit, was jetzt nicht mein Urteil ist, sondern das der Bhagavad-Gita.
Und wieder, würde man diese Trennung von Ereignissen in *Gut* und *Böse* nicht tun, wäre Hitler weder noch. Dass eine Religion wie du beschreibst, diese Trennung natürlich macht, ist mir klar.
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 16:16   #15
Standard

Ausserdem steht z.B: in den Dharma Shastras (Hindu-"Geboten") nirgends: Diese Taten sind GUT.
Sie werden als gut interpretiert, weil sie von der Gesellschaft und der Welt als gut aufgefasst werden.

In den Dharma Shastras heisst es lediglich, dass solche Gebote mit dem kosmischen Bewusstsein in Einklang stehen.
Das kosmische Bewusstsein umfasst nun mal gut und böse und geht darüber hinaus.
Die "guten" Taten sind also in dem Sinne nicht gut, sondern sind im Einklang mit diesem Bewusstsein.

Gruss Raffis
 
 
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Der Hutmacher
Alt 23.09.2004, 16:18   #16
Standard

props an Zeruel

(mehr kann ich dazu leider auch nicht sagen...
wo er recht hat hat er recht)
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 16:22   #17
Standard

"Ich denke dass dann hier zu mindestens das Problem besteht, zu erkennen wie man im Einklang mit dem Kosmos agiert? Woher wissen hinduistische und buddhistische Gebote, wie man *genau* mit dem Kosmos agiert und wie wird dies begründet? "

Die Begründung stammt aus den Schriften, und jene besagen, dass diese "Gebote" von Gott selbst kamen und an den ersten Menschen, Manu, weitergegeben wurden.
Es ist also eine religiöse Überzeugung der Hindus und Buddhisten in die Wahrheit ihrer "Gebote" (keine Frage, das ist eine subjektive Ansichtssache - aber das ist in jedem Glauben so).

"Aber ich denke gerade für nicht Gläubige dieser Glaubensrichtung, wäre es sehr schwer zu akzeptieren, die Individualität auf zu geben, das ja nach Meinung vieler gerade den *Menschen* ausmacht."

Natürlich ist mir klar, dass es nicht möglich ist, im Leben selbst seine Individualität zu verlieren (sonst wäre man tot). Es ist mehr eine "Auflösung des Ego" im Sinne davon, dass man seine egoistischen Wünsche und Bedürfnisse, welche dual (gut und böse) aufgebaut sind, überkommt und dem einen Bewusstsein dient, das sich in jedem Lebewesen befindet und die eigentliche Wahrheit hinter allem ist -> mit dem metaphysischen Ziel, nach dem Tod tatsächlich in diesem Bewusstsein aufzugehen (als Beispiel ein Tropfen, der ins Meer fällt und seine Individualität verliert).

Gruss Raffis
 
 
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Morris
Alt 23.09.2004, 16:39   #18
Standard

Ausserdem steht z.B: in den Dharma Shastras (Hindu-"Geboten") nirgends: Diese Taten sind GUT.
Sie werden als gut interpretiert, weil sie von der Gesellschaft und der Welt als gut aufgefasst werden.
Es wird eine Unterteilung der Eigenschaften vorgenommen in göttlich und dämonisch. Taten von Menschen mit göttlichen Eigenschaften sind daher nach den Shastras ganz andere als welche von dämonischen Menschen.

Aber mal eine Frage: Wie sehen denn die Gebote deiner Meinung nach aus? Und wie könnte eine Vergewaltigung im Einklang mit dem göttlichen Bewusstsein stehen?

Als Schlussfolgerung könnte man jetzt sagen, alles was gegen die Schöpfung geht, ist negativ und dämonisch, wozu den Seelen ja eben gerade hier die Möglichkeit gegeben wurde und alles was ihr dient, ist positiv, gut, eben göttlich. Und was dazu dient, die Schöpfung zu transzendieren ist spirituell, jenseits der Dualität.
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 17:01   #19
Standard

Man kann es auch so sehen:

Gut und Böse sind subjektiv, hast du vollkommen Recht.
Was einer als gut interpretiert, interpretiert der andere als schlecht.

Deswegen wird es nie eine "gute Welt" geben, denn es gibt immer solche, die jene "gute Welt" als schlecht definieren würden -> Rebellion, etc.

Der Punkt ist aber der, dass die Dualität damit IMMER aufrecht erhalten wird, ob es jetzt deiner Meinung nach Gut und Böse gibt, oder nicht.
Genauso wenn du eine "neutrale" Welt anstrebst. Es wird immer Menschen geben, die dieses neutral als "gut" oder "schlecht" definieren.
Die Dualität ist also in der Welt enthalten.

Deswegen ist aus Sicht der Dharma Shastras (Hindu-"Gebote") all dies "gut", was im EInklang mit Gott steht,. und da Gott das ganze Universum verkörpert, was im Einklang mit dem Universum steht.

Wenn also Mitgefühl für alle Wesen eines dieser Gebote ist, tendiert man zu sagen, dies ist "gut", weil Mitgefühl allgemein als etwas gutes interpretiert wird.
Die Dharma Shastras sagen jedoch nicht, du sollst mitfühlend sein, weil es gut ist, sondern: du sollst mitfühlend sein, weil Gott in jedem Wesen ist und du aufgrund deiner göttlichen Natur ebenso in jedem Wesen verweilst. Wenn du also Mitgefühl mit jemandem hast, dann hast du das nicht weil es "gut" ist, sondern weil der, mit dem du Mitgefühl hast, in seinem Kern der gleiche ist wie du.
Dies meine ich mit "im Einklang stehen mit dem göttlichen bewusstsein".

Die Definition von Gut und Schlecht dieser Taten, kommt vom MENSCHEN.
Und auch wenn gut und schlecht subjektiv sind, sie werden immer da sein, und das macht die weltliche Dualität aus, die es zu übersteigen gilt.

Gruss Raffis
 
 
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Morris
Alt 23.09.2004, 17:16   #20
Standard

Ich habe das Gefühl, wir sind uns in diesem Punkt eigentlich einig , doch habe ich noch eine kleine Unsicherheit bzw. Verständnisschwierigkeit *g*.
Du sagst immer, die Definition von Gut und Schlecht komme vom Menschen, doch was ist nun mit den diesbezüglichen Aussagen der Bhagavad-Gita?
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 17:26   #21
Standard

Es gibt aber einen Unterschied zwischen dieser menschlichen Vorstellung einer Dualität von *Gut* und *Böse* gegenüber tatsächtlich existierenden Dualitäten. So existiert eine Dualität zwischen Materie und Antimaterie, zwischen Elektron und Proton.
Die Dualität von *Gut* und *Böse* existiert jedoch nicht tatsächtlich.

Man trennt Ereignisse/Taten zwischen *Gut* und *Böse*, wo keine Trennung allerdings besteht.


Deswegen wird es nie eine "gute Welt" geben, denn es gibt immer solche, die jene "gute Welt" als schlecht definieren würden -> Rebellion, etc.
Was wiederum bedeutet dass Konflikte nicht verhinderbar sind.



Der Punkt ist aber der, dass die Dualität damit IMMER aufrecht erhalten wird, ob es jetzt deiner Meinung nach Gut und Böse gibt, oder nicht.
Diese Dualität jedoch wird meiner Meinung nach dann auch in den *Geboten* aufrecht erhalten, *gut* wäre demnach eine Tat, die im Einklang mit dem göttlichen Bewusstsein steht. *Schlecht* wäre eine Tat, die aus *egoistischem Zwecke* enstanden ist. (wo wieder eine Dualität enthalten ist)


gruß Zeruel
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 17:31   #22
Standard

"Was wiederum bedeutet dass Konflikte nicht verhinderbar sind."

Genau.

"Es gibt aber einen Unterschied zwischen dieser menschlichen Vorstellung einer Dualität von *Gut* und *Böse* gegenüber tatsächtlich existierenden Dualitäten"

Es ist eine menschliche Vorstellung, richtig. Und diese menschliche Vorstellung ruft diese Dualität erst ins Leben, richtig.
Aber ob sie wirklich existiert, oder ob es die Vorstellungskraft der Menschen ist, welche sie erschafft - die Dualität ist da.


"Diese Dualität jedoch wird meiner Meinung nach dann auch in den
*Geboten* aufrecht erhalten, *gut* wäre demnach eine Tat, die im Einklang mit dem göttlichen Bewusstsein steht. *Schlecht* wäre eine Tat, die aus *egoistischem Zwecke* enstanden ist. (wo wieder eine Dualität enthalten ist)"

"*gut* wäre demnach eine Tat, die im Einklang mit dem göttlichen Bewusstsein steht. *Schlecht* wäre eine Tat, die aus *egoistischem Zwecke* enstanden ist. "

Das bist dann aber wieder du, der hier "gut" und "schlecht" definiert.

Gruss Raffis
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 17:36   #23
Standard

Original geschrieben von raffis

Es ist eine menschliche Vorstellung, richtig. Und diese menschliche Vorstellung ruft diese Dualität erst ins Leben, richtig.
Aber ob sie wirklich existiert, oder ob es die Vorstellungskraft der Menschen ist, welche sie erschafft - die Dualität ist da.
Nun ich würde diese Dualität nicht unbedingt als etwas *reales* berwerten, eher als fiktiv. Eine Dualität zwischen einem Elektron und einem Proton besteht unabhängig davon ob der Mensch sie kennt und bewertet.




Das bist dann aber wieder du, der hier "gut" und "schlecht" definiert.
Weshalb? Du sagst doch selbst, dass der Hinduismus diese Trennung zwischen *guten* und *schlechten* Taten macht. Wenn eine Tat *gut* ist, wenn sie dem Einklang zum *göttlichen* Bewußtsein dient, dann ist die logische Schlussfolgerung dass eine Tat die nicht diesem Bewußtsein dient, *schlecht* ist.
 
 
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raffis
Alt 23.09.2004, 19:28   #24
Standard

Frag dich selbst: Können Menschen überhaupt ohne die Dualität von Gut und Böse auskommen?

Wenn ich dich frage "Wie geht es dir?"
Und du mir sagst "gut", dann bist du bereits wieder in der Dualität drin. Wenn du sagst es gehe dir gut, hast du damit bereits festgelegt, dass es dir auch wieder schlecht gehen wird.

Für mich gehört die Dualität von Gut und Böse zu dem Menschen, genauso wie die Dualität von Liebe und hass zum Menschen gehört.

Klar, gut und böse an sich sind relativ und subjektiv, aber du kannst ihnen in dieser Welt nicht entkommen.
Gut und Böse müssen sein, denn wäre die Dualität nicht vorhanden, wie könnte sie dann überstiegen werden?

"Wenn eine Tat *gut* ist, wenn sie dem Einklang zum *göttlichen* Bewußtsein dient, dann ist die logische Schlussfolgerung dass eine Tat die nicht diesem Bewußtsein dient, *schlecht* ist."

Wenn eine Tat im Einklang mit dem göttlichen Bewusstsein ist, dann trägt sie dazu bei, den Menschen dieser Tat weiter nach vorne auf dem Pfad zur Gottes-Realisation zu bringen. Wenn sie es nicht ist, stösst sie ihn weiter zurück.
Ob du das Nach vorne bringen oder zurück stossen als gut oder schlecht definierst, liegt an dir.

Gruss Raffis
 
 
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Janshi
Alt 23.09.2004, 19:54   #25
Standard

Original geschrieben von raffis
Frag dich selbst: Können Menschen überhaupt ohne die Dualität von Gut und Böse auskommen?
Das können sie nicht, genauso wenig können sie ohne Kausalität auskommen , aber das bedeutet nicht, dass dies die *Wirklichkeit* real beschreibt.


Gut und Böse müssen sein, denn wäre die Dualität nicht vorhanden, wie könnte sie dann überstiegen werden?
Warum etwas übersteigen wollen, dass es nicht gibt?


Ob du das Nach vorne bringen oder zurück stossen als gut oder schlecht definierst, liegt an dir.

Es handelt sich demnach um eine Weißheit, von dem der Mensch selbst beurteilen darf ob er sie als weise annimmt. Aber trotzdem müsste ich ja diese Weißheit als *gut* oder *böse* ansehen, ich verfalle doch wieder der Dualität. Wie kann ich die Dualität übersteigen, wenn ich der Dualität verfalle?

gruß Zeruel
 
 
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