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Beihilfe zum Suizid

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xoey
Alt 01.07.2008, 23:53   #1
Frage Beihilfe zum Suizid

Aktuell geht folgender Fall durch die Presse:


Ex-Senator Kusch hilft Frau beim Suizid
Der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch hat nach eigenen Angaben einer Frau Sterbehilfe geleistet. Auf einer von ihm einberufenen Pressekonferenz teilte er mit, seine umstrittene "Selbsttötungsmaschine" sei nach Abwägung der Risiken nicht zum Einsatz gekommen. Stattdessen habe die 79-jährigen Frau ein Malaria-Medikament und ein Beruhigungsmittel eingenommen.

Der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch führt auf einer Pressekonferenz in der Hansestadt eine "Selbsttötungsmaschine" vor.

Frau hatte Angst vorm Pflegeheim

Die Rentnerin ist bereits am vergangenen Samstag gestorben. Kusch sagte, auch wenn bei ihr Krebs diagnostiziert worden sei, sei sie nicht todkrank gewesen. Sie habe jedoch große Angst vor einem Leben in einem Pflegeheim gehabt. Um den freien Willen der Frau für die Selbsttötung zu demonstrieren, zeigte Kusch auf Video aufgezeichnete Interviews mit der früheren Röntgenassistentin. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Vorermittlungsverfahren gegen Kusch wegen Sterbehilfe ein.

Kusch präsentierte "Selbsttötungsmaschine"

Ende März hatte Kusch seine "Selbsttötungsmaschine" der Öffentlichkeit vorgestellt. Er wolle damit Schwerkranken einen selbst gewählten Weg in den Tod ermöglichen, sagte der Anwalt und ehemalige Justizsenator. Bei der "Selbsttötungsmaschine" handelt es sich um einen Injektionsautomaten. Per Knopfdruck wird ein Motor in Gang gesetzt, der aus zwei Spritzen ein Narkotikum und Kaliumchlorid in die Venen presst. Ein Arzt muss zuvor nur eine Kanüle legen. Kusch hält diese Methode für rechtskonform, da der Sterbewillige mittels Knopf die Entscheidung über Leben und Tod selbst trifft. Die Ärztekammer kritisierte die Maschine als "unerträgliche Selbstinszenierung".


Quelle

Meiner Meinung nach ein Skandal! Wie kann sich ein Mensch das Recht nehmen, jemandem dabei zu helfen, sich umzubringen? Besonders in diesem Fall - die Frau war ja nicht totkrank. Im Allgemeinen sehe ich keinen Grund zur Beihilfe, schließlich hat man nicht das Recht über Leben und Tod zu bestimmen.
Auch in brisanten Fällen gibt es immer wieder Wunder - sollte man nicht darauf vertrauen, dass man wieder gesund wird anstatt sich aufzugeben?

Aber wie seht ihr das eigentlich?
Sollte man das in bestimmten Fällen zulassen, z.B. wenn jemand keine Chance mehr hat zu überleben?
Was sagt ihr zur Beihilfe zum Selbstmord?
Wann ist so eine Art von Beihilfe zu legitimieren?
 
 
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Cobain
Alt 02.07.2008, 00:07   #2
Standard

Ich finde wenn ein Mensch absolut keine Lust mehr hat zu leben, sollte er das Recht haben es zu verlassen. Besser als wenn ein Selbstmörder sich irgendwo vor einen Zug wirft und so dem Lokführer noch nen Schock fürs Leben verpasst, oder auf der Autobahn als Geisterfahrer andere unschuldige mitnimmt o.ä.

Ob dabei Beihilfe gestattet sein sollte ist sehr schwierig zu beantworten, es sollte nicht gestattet sein, dass Menschen andere Menschen töten und sagen:Er wollte es so.

Aber wenn jemand der noch klar denken kann sterben will und dafür bewußt selbst auf einen Knopf drückt, find ich das ok.
 
 
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German Psycho
Alt 02.07.2008, 01:36   #3
Standard

Zitat von xoey Beitrag anzeigen

Im Allgemeinen sehe ich keinen Grund zur Beihilfe, schließlich hat man nicht das Recht über Leben und Tod zu bestimmen.
Man hat aber imho das recht über sein eigenes Leben und seinen eigenen Tod zu bestimmen.

Ansonsten würde ich mich Cobain anschließen:

Zitat von Cobain
Ob dabei Beihilfe gestattet sein sollte ist sehr schwierig zu beantworten, es sollte nicht gestattet sein, dass Menschen andere Menschen töten und sagen:Er wollte es so.

Aber wenn jemand der noch klar denken kann sterben will und dafür bewußt selbst auf einen Knopf drückt, find ich das ok.
 
 
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Maxwell
Alt 02.07.2008, 02:28   #4
Standard

Ich finde Sterbehilfe dann in Ordung, wenn der Mensch im vollen Besitz seiner geistigen Kräfte ist , aber nichtmehr körplich in der Lage, sich selbst menschenwürdig das Leben zu nehmen.
Jeder kann selbst über sein Leben entscheiden, es gibt leider nur menschen die dies physikalisch nicht mehr schaffen.
 
 
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bub
Alt 02.07.2008, 10:10   #5
Standard

Sterbehilfe ist generell ein sehr schwer zu kategoriesierendes Thema. Hauptsächlich weil die Grenze zwischen aktiv direkt und aktiv indirekt so verwischt ist.
Meiner Meinung nach ist alles verwerflich, das zum Großteil "lebensfähige" Menschen betrifft (ich weiß, auch hier ist die Definition fraglich ). Sprich, solange ein Mensch nicht zu 100% dem Tod geweiht ist. Deshalb find ich es auch schlimm, dass die Schweiz Institutionen wie EXIT zulässt. Da kann man feucht fröhlich hinspazieren, zahlt bissl was, und schon bekommt man von einem Arzt eine tödliche Menge Barbiturat zur Verfügung gestellt. Nur spritzen muss man es sich selber. Man muss nichtmal krank sein! Und ja, jemand, der wirklich sterben will, der schaffts so oder so, nur derartige "Unterstützungen" sind imho wirklich unnötig.
Bei todkranken sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Wenn offensichtlich kaum eine Chance besteht und der Patient noch dazu starke Schmerzen hat, dann wäre ich der letzte, der ihm einen für ihn zufriedenstellenden Freitod verwehrt.

Ist halt schwer bis unmöglich, sich darauf zu einigen was wann angebracht ist.
Gegner der Euthanasie haben ja auch das Argument, dass schwer kranke Menschen regelmäßig in eine (mehr oder weniger starke) Depression fallen. In so einer Phase wäre eine Bitte nach Sterbehilfe natürlich stark zu hinterfragen. Nur was, wenn der Wunsch eben in klarem Zustand geäußert wird?

Ein sehr sehr heikles Thema...
 
 
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IsoO
Alt 02.07.2008, 12:52   #6
Standard

Ich bin der Meinung, dass Sterbehilfe legitim ist bei Menschen, welche krank genug sind, nur noch Schmerzen zu erleiden und bei denen keine Heilung der Krankheit in Aussicht ist und wenn diese Menschen aufgrund dessen wirklich ihren Tod wünschen.
Bei Komapatienten ist das eine sehr heikle Angelegenheit. Es ist schwierig, wenn nicht unmöglich, herauszufinden, ob diejenige Person am Leben bleiben möchte oder eben nicht.

Was ich aber absolut nicht befürworten kann, sind Dinge wie "EXIT". Da kann ja jeder Pseudo-Herzschmerz-Teenie ankommen und sich selbst umbringen, nur weil der/die Freund/in Schluss gemacht hat.
(Man denke mal einen bereits gelöschten User in diesem Forum, der sich mit Paracetamol umbringen wollte. )
Aus persönlichen Gründen suizidgefährdete Menschen sollten keine solchen Barbiturat-Präparate erhalten dürfen.
 
 
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Manni
Alt 02.07.2008, 14:24   #7
Standard

Zitat von xoey Beitrag anzeigen
Meiner Meinung nach ein Skandal! Wie kann sich ein Mensch das Recht nehmen, jemandem dabei zu helfen, sich umzubringen? Besonders in diesem Fall - die Frau war ja nicht totkrank. Im Allgemeinen sehe ich keinen Grund zur Beihilfe, schließlich hat man nicht das Recht über Leben und Tod zu bestimmen.
Auch in brisanten Fällen gibt es immer wieder Wunder - sollte man nicht darauf vertrauen, dass man wieder gesund wird anstatt sich aufzugeben?
Oh Gott ja, was für ein Skandal.
Du hörst dich an wie die Bild mit ihren völlig überzogenen Moralvorstellungen.

Herr Kusch hat nicht über Leben und Tod bestimmt. Er hat der Dame lediglich die nötigen Mittelchen besorgt und war dabei als sie diese vorbereitet und zu sich genommen hat, damit sie nicht versehentlich was falsch macht und schwere gesundheitliche Schäden davon trägt statt zu sterben.
Sie selbst hätte sich jederzeit umentscheiden können und die Mittel nicht nehmen müssen.

Und natürlich kann jeder - egal wie krank - auf ein Wunder hoffen und gegen seine Krankheit kämpfen, statt den Freitod zu wählen.
Aber es gibt halt auch Leute, die nicht an Wunder glauben, dann müssen sie auch das Recht haben, zu gehen.

Ich für meinen Teil bin auf "jeden Fall" für passive Sterbehilfe. Ich bin eingeschränkt sogar für aktive Sterbehilfe.

Diese müsste dann natürlich entsprechend geregelt sein.
Also ich sag mal, dass die Voraussetzungen so aussehen könnten:

Die betreffende Person erklärt gegenüber einem Rechtsanwalt und ein oder zwei Zeugen, dass sie sterben möchte.
Ein Arzt (bei schwer kranken der behandelnde Arzt ansonsten ein Psychologe) gibt eine Stellungnahme ab, ob die Krankheit heilbar ist, ob er Schmerzen hat und wie stark diese ggf. sind und ob der Wunsch zu sterben nachvollziehbar ist.
Ein Richter hört ihn an und entscheidet ebenfalls nochmal, ob sein Wunsch nachzuvollziehen ist.

Dabei sollte nicht nur die Menschen Hilfe bei Sterben erhalten, die aufgrund einer Krankheit starke Schmerzen haben oder unheilbar Krank sind sondern auch solche, die (wie die Dame, der Herr Kusch geholfen hat) nicht bewegungsunfähig im Altersheim dahinvegitieren wollen.

Natürlich müsste bei denen, die nicht krank sind, ein Psychologe eingeschaltet werden, der feststellt, ob derjenige nur gerade in einer depressiven Phase steckt oder ob dieser Wunsch von einem gesunden Geist kommt.

Wobei ich Sterbehilfe bei gesunden Menschen unter - sagen wir mal - 65 Jahren absolut nicht befürworten würde, da hier noch kein Alter erreicht ist, bei dem man alsbald mit Pflegebedürftigkeit rechnen muss.
In einem Alter, in dem die Dame war, der Herr Kusch beim Suizid geholfen hat (79), muss man ja schon eher damit rechnen.

Ich wäre auch dafür, dass man Sterbehilfe als möglichen Punkt in eine Patientenverfügung einbringt. So dass man zum Beispiel angeben kann, dass man eine Spritze bekommen möchte, wenn Fall XY eintritt (zum Beispiel wenn man ins Koma fällt).
 
 
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Cobain
Alt 02.07.2008, 14:39   #8
Standard

Das mit der Patientenverfügung ist im Grunde ne gute Idee.

Was soll man machen wenn man sich nicht mehr ausdrücken kann, aber gerne sterben will? Auf der anderen Seite: Was ist wenn man in diesem Zustand doch aus irgend einem Grund seine Meinung ändert und man dann aber auf den früheren Wunsch hin getötet wird?

Eine Altersgrenze sollte es dort jedoch so nicht geben.
Natürlich nicht mit 18, auch nicht mit 20 aber vielleicht ab 26 Jahren sollte man das Recht haben human sterben zu dürfen wenn man es will. Natürlich müssten auch dort vorher Psychologen etc eingeschaltet werden, aber wenn ein Mensch von sich aus einfach keinen Bock mehr hat zu leben, dann soll er doch verdammt nochmal in frieden sterben dürfen. Da will die Gesellschaft einem sogar schon das Sterben verbieten!

Es gibt eben Schicksalsschläge die das Leben für die betroffenden einfach nicht mehr lebenswert machen und sowas sollte man respektieren. Umbringen tun sich diese ja sowieso und bevor es eine Gefahr für andere wird etc..oder sie landen in der Klapse und werden mit Drogen vollgestopft anstatt ihnen ihren Freitod zu gönnen.
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 02.07.2008, 16:34   #9
Standard

Ja, Sterbehilfe und Suizid sind immer ein brisantes Thema. Und das nicht ohne Grund, kann man immer sagen, ob jemand freiwillig den Tod wählt, oder dazu gezwungen wird?
Mannis Durchführung der Sterbehilfe ist gar nicht so schlecht. Es muß jedem Menschen (außer Teenies mit Liebeskummer) gestattet sein, über sein Leben oder Tod selbst entscheiden zu dürfen. Ob Freitod gerechtfertigt ist, darf nur derjenige selber entscheiden und dieses ist zu akzeptieren.
Wir erinnern uns an Hannelore Kohl. Sie mußte aufgrund ihrer Lichtallergie dem Tageslicht fern bleiben und konnte das Haus nie verlassen, außerdem hatte sie starke Schmerzen. Sie entschied sich für den Freitod. Viele Menschen werden das nachvollziehen können. Aber es gibt Betroffene, bei denen die Schmerzen nicht so offensichtlich sind, da gibt es dann kein Verständnis mehr und die Gesellschaft schüttelt aus Arroganz und Dummheit den Kopf über den Todeswunsch. Wie Cobain schon sagte, siechen die armen Seelen dann dahin und warten, daß sie sterben "dürfen".
Ich finde, Sterbehilfe ist ein Schritt in eine modernere humanere verständnisvollere Gesellschaft und wird irgendwann normal sein.
 
 
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Panazee
Alt 02.07.2008, 17:35   #10
Standard

Ein sehr interessantes und heikles Thema.

Was Herr Kusch getan hat, war im Grunde wohl gut gemeint. Jedoch würde es mich nicht wundern, wenn er dafür eine saftige Strafe bekäme und ungerechtfertigt fände ich das auch nicht unbedingt. Im Grunde kann niemand wissen, ob die Frau das so wollte und in welchem Zustand diese Videoaufzeichnungen gemacht wurden. Es ist zwar sehr abwegig, dass er ihr Böses wollte oder sonstwas, aber nicht jeder sollte einfach jemandem beim Sterben helfen dürfen und ein kurzes Video vorher aufzeichnen und gut ist. Ein Gutachten muss in jedem Fall erstellt werden.

Den Sterbeapparat halte ich auch für kompletten Schwachsinn. Wenn der Knopf immer zur Verfügung steht und man sich mit diesem einen Knopfdruck direkt ins Jenseits befördern kann, ist das sehr gefährlich, dass sich Patienten in akuten Momenten das Leben nehmen, aus einer Laune heraus quasi. Es sollte eine Regelung gefunden werden, dass man sich sicher sein kann, das die Todessehnsucht nicht aus einer Laune, Depression oder einem nichtigen Grund geschieht, dann braucht man auch keinen Selbsttötungsapparat, der im Grunde wohl sowieso nur dazu dient, dass man sagen kann "der Patient hat sich selbst getötet", anstatt dass ihm ein Arzt eine Spritze verabreicht hat. Dafür hat ihm ein Arzt den Apparat hingestellt. Kein allzu großer Unterschied.

Generell denke ich, dass jeder Mensch selbst entscheiden muss, ob und wie er gegen eine Krankheit kämpfen will oder nicht. Bei der Patientenverfügung ist es ja ähnlich, da darf der Mensch sich selbst entscheiden. In sofern finde ich Sterbehilfe in wirklich SEHR akuten Fällen von schwerer Krankheit legitim. Allerdings nicht bei körperlich einschränkenden Behinderungen, denn wenn zum Beispiel ein relativ junger Mensch bei einem Autounfall von heute auf morgen querschnittsgelähmt ist, wird der Wille zu Leben im ersten Moment kaum allzu groß sein. Würde man an dieser Stelle (die ersten 1-2 Jahre) das Sterben gewähren, wäre das für mich eine Entscheidung aus einem nicht verwertbaren geistigen Zustand des Patienten heraus. Er müsste sich in jedem Fall erst vom Schock erholen, den Alltag mit der Krankheit probieren. Ähnlich sehe ich das generell bei Krankheiten. Man stellt sich, durch die Diagnose entmutigt, gerne vor, dass nichts mehr geht, aber so muss es nicht sein. Sterbehilfe halte ich also nur für okay, wenn wirklich abzusehen ist, dass der Patient nur noch Schmerzen zu leiden und quasi keinerlei Lebensqualität mehr hätte.
 
 
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Manni
Alt 02.07.2008, 18:48   #11
Standard

Zitat von Cobain Beitrag anzeigen
Eine Altersgrenze sollte es dort jedoch so nicht geben.
Natürlich nicht mit 18, auch nicht mit 20 aber vielleicht ab 26 Jahren sollte man das Recht haben human sterben zu dürfen wenn man es will. Natürlich müssten auch dort vorher Psychologen etc eingeschaltet werden, aber wenn ein Mensch von sich aus einfach keinen Bock mehr hat zu leben, dann soll er doch verdammt nochmal in frieden sterben dürfen. Da will die Gesellschaft einem sogar schon das Sterben verbieten!

Ich weiß nicht. Generell denke ich zwar auch, dass sich selbst ein Mensch in Jungen Jahren das Leben nehmen dürfen muss.
Andererseits: Welchen guten Grund zu sterben, kann jemand in diesem Alter haben? Klar, wenn er/sie wie Panazee schreibt bspw Querschnittsgelähmt oder komplett gelähmt ist, sonst aber ganz gesund ist, wäre ein Todeswunsch nach einer gewissen Gewöhnungsphase durchaus nachvollziehbar. Aber sonst?

Wenn jemand zum Beispiel nach einem Brand alle Freunde und Verwandte verloren hat, ist das ein harter Schlag. Aber mit bspw 26 liegt dann doch noch ein ganzes Leben vor einem, in dem man auch wieder neue Menschen kennen lernen und dadurch wieder auf die Beine kommen kann.
 
 
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rippchen
Alt 02.07.2008, 19:19   #12
Standard

Zitat von Cobain Beitrag anzeigen
Ich finde wenn ein Mensch absolut keine Lust mehr hat zu leben, sollte er das Recht haben es zu verlassen. Besser als wenn ein Selbstmörder sich irgendwo vor einen Zug wirft und so dem Lokführer noch nen Schock fürs Leben verpasst, oder auf der Autobahn als Geisterfahrer andere unschuldige mitnimmt o.ä.

Ob dabei Beihilfe gestattet sein sollte ist sehr schwierig zu beantworten, es sollte nicht gestattet sein, dass Menschen andere Menschen töten und sagen:Er wollte es so.

Aber wenn jemand der noch klar denken kann sterben will und dafür bewußt selbst auf einen Knopf drückt, find ich das ok.
Cobain gut das du die gleiche meinung hast wie ich. muss ich nicht soviel schreiben.
 
 
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baedr
Alt 02.07.2008, 19:39   #13
Standard

Im allgemeinen schließe ich mich Manni an.
Im prinzip ist es meiner Meinung nach eine Verletzung der Würde des Menschen, wenn man nur noch per Maschine am Leben gehalten wird. Wenn man dann nicht einmal die Möglichkeit hat, sich selbst das Leben zu nehmen, weil man bspw. vom Hals abwärts gelähmt ist, und jegliche Körperfunktionen aufrecht erhalten werden, sollte (natürlich nur unter Einhaltung einer Frist und per mehrfacher offizieller Aussage des Patienten) aktive Sterbehilfe ebenfalls ermöglicht werden.
 
 
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xoey
Alt 02.07.2008, 20:15   #14
Standard

Zitat von Manni Beitrag anzeigen
Oh Gott ja, was für ein Skandal.
Du hörst dich an wie die Bild mit ihren völlig überzogenen Moralvorstellungen.

Herr Kusch hat nicht über Leben und Tod bestimmt. Er hat der Dame lediglich die nötigen Mittelchen besorgt und war dabei als sie diese vorbereitet und zu sich genommen hat, damit sie nicht versehentlich was falsch macht und schwere gesundheitliche Schäden davon trägt statt zu sterben.
Sie selbst hätte sich jederzeit umentscheiden können und die Mittel nicht nehmen müssen.
Meine Ansichten sind also in deinen Augen völlig überzogen? Anscheinend hast du dir keine Gedanken darüber gemacht, dass hier ganz klar Profit aus der Ausweglosigkeit eines Menschen gemacht wird. Und das kann einfach nicht richtig sein.
Denn diese Leute werden nie für das Leben argumentieren, sondern immer für den Tod und so auch Leute zum Tod bringen, die nur in der momentanen Situation sterben wollen. Es gibt sicher einige Leute, die jahrelang leiden und jahrelang den Wunsch äußern, endlich sterben zu dürfen. Für diese Leute wird sich aber immer jemand finden, der dieser Person hilft, weil sie es nicht mehr selbst kann. Dadurch, dass diese Person sich dann aber auch schuldig macht, wird sie niemals für den Tod argumentieren, sondern immer für das Leben und erst im äußersten Notfall diese Schuld auf sich nehmen.
Ich weiß nicht, wie es ist, unerträgliche Schmerzen zu haben. Solche Schmerzen, dass man sich das Leben nehmen will. Ich denke aber grundsätzlich, dass "Humanes Sterben an der Hand eines Menschen und nicht durch die Hand eines Menschen geschehen sollte".
 
 
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Manni
Alt 02.07.2008, 21:28   #15
Standard

Also 1. wurde in diesem Fall erstmal noch überhaupt kein Profit geschlagen.

2. dürfte da auch keiner großartig Profit drauß schlagen können, wenn es eine Regelung mit entsprechenden Hürden (Rechtsanwalt + Zeugen, Arzt, Richter) denn irgendwann mal geben sollte.

Und 3. würde eine betreffende Person sich am besten zuallererst mal an den entsprechenden Arzt mit seinem Wunsch wenden und nicht an irgendwelche Vereinigungen wie Dignitas (gäbe es eine gesetzliche Regelung, wären solche Vereinigungen wohl auch mehr oder weniger überflüssig).
So würden eventuelle Profitgeier nicht so schnell an betroffene Personen (und deren Geld) rankommen.

Wichtig wäre es dann meiner Meinung nach natürlich noch, Organisation wie Dignitas zu verbieten, von sich aus an betroffene (oder solche, die es eigentlich gar nicht sind - z.B. Teenager mit Liebeskummer) heranzutreten und ihnen ihre Dienste anzubieten. Bei verstößen müssten dann empfindliche Geldstrafen verhängt werden, so dass Dignitas & Co die Menschen lieber auf sich zukommen lassen statt die Gefahr einzugehen, beim Kundenfang erwischt oder von jemandem deswegen gemeldet zu werden.
 
 
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xoey
Alt 02.07.2008, 22:05   #16
Standard

Unter Profit muss man ja nicht unbedingt Geld verstehen, aber dieser Kusch hat genug Werbung machen können, oder? Demnach sind einige Augen auf ihn gerichtet, und damit ist der erste Schritt getan. Und wenn er schon zusätzlich eine "Selbsttötungsmaschine" vorstellt, ist es ja wohl eindeutig, dass er damit auch Geld machen will. Das wird er so oder so nicht aus Nächstenliebe machen...
 
 
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outfreyn
Alt 03.07.2008, 00:29   #17
Standard

spekulation xoey. du kennst den mann persönlich nicht. und du siehst die sache soundso durch ne sehr, sehr schmale brille.

und selbst wenn er nur geld machen will, das wollen die verdammten pharmakonzerne auch alle. und trotzdem nimmst du aspirin oder irgendnen generika wenn du kopfschmerzen hast. son gutmenschentum is nich toll, xoey.

sterbehilfe ist nen sehr komplexes thema. in deutschland auch ein schwieriges, da es durch die nazi-euthanasie kacke vorbelastet ist. imo lässt sich diese thematik nicht einfach so im vorbeigehen erledigen. whatever.
 
 
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senjo midorí no
Alt 03.07.2008, 00:41   #18
Standard

Was für eine Diskusion O.o ...

Andererseits: Welchen guten Grund zu sterben, kann jemand in diesem Alter haben? Klar, wenn er/sie wie Panazee schreibt bspw Querschnittsgelähmt oder komplett gelähmt ist, sonst aber ganz gesund ist, wäre ein Todeswunsch nach einer gewissen Gewöhnungsphase durchaus nachvollziehbar. Aber sonst?
Nennt mich herzlos oder kalt... aber braucht man einen Grund um sterben zu wollen? Mich zum Beispiel hat niemand gefragt ob ich leben möchte. Wer will mir dann verbieten damit auf zu hören? Die einzigen menschen denen gegenüber ich eine gewisse verpflichtung habe zu Leben sind meine eltern, da sie so viel (damit meine ich nichtmal geld) in mich investieren mussten... und das ohne gegenleistung taten... also ist es ihnen gegenüber meine Pflicht zu leben... sollte an dieser verbindung jedoch einmal etwas ändern, so ist es doch wohl mein gutes recht meinem leben ein ende zu setzen. Leute die anderen diesen Wunsch verwehren möchten sollten sich einmal die Frage stellen warum sie dsa tun. Ich will auch nicht das einige menschen aus meiner umgebung sterben, aber ich hätte nicht das echt sie daran zu hindern. Ich lebe ncicht ihr Leben und kann deswegen auch keinen Einfluss auf ihren Tod ausüben.

In sachen sterbehilfe finde ich die Lösung mit der Patientenverfügung eigentlich gut. Wenn man sich dann doch anders entscheiden sollte... tja, unter so eine Aussage setzt man in aller Regel nicht unbedacht seine Unterschrift.

Unter Hinzuziehung von Anwalt, Psychologe, Gutachter ect. finde ich es auch Sterbehilfe auch ohne Patientenverfügung ok, unter der Vorraussetzung das der betroffene im vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten ist.

Ich bin der Ansicht das einem niemand, ganz gleich wann, das sterben verbieten dürfte. Wenn ich morgen aufstehe und halt keine Lust mehr habe zu Leben dann will ich das Recht haben es mir nehmen zu können... auch wenn das ziemlich dämlich wäre, den zum sterben hab ich so spontan ja gar keine lust, aber hätte ich es, so wäre es entschiedener einschnitt in meine persönliche freiheit, denn etwas Intimeres als den eigenen Tod gibt es wohl nicht, mich daran zu hindern.
 
 
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outfreyn
Alt 03.07.2008, 00:51   #19
Standard

joah, da stimme ich dem senjo zu. möchte aber anmerken das ich nur zustimme wenn die enstehenden kosten durch beerdigung etc. abgedeckt sind, gibt ja auch schon sterbeversicherungen.

sonst würde man der allgemeinheit in gewisser weise doch zur last fallen.
 
 
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senjo midorí no
Alt 03.07.2008, 00:53   #20
Standard

Danke für die ergänzung^^
 
 
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Zidane
Alt 04.07.2008, 11:35   #21
Standard

Also ich weiß nicht so recht was ich davon halten soll?
Einer seits ist es schrecklch wenn ein Mensch anderen beim sterben hilft.
Einer seits aber auch nicht.
Ich finde man sollte sich auch mal gedanken machen was die leute dazu bewegt es zu tun.
Ist es, weil sie mitleid haben?
machen sie es, weil sie von der person gebeten wurden es zu tun?
wenn ja was ist falsch an der bitte?
oder? oder? oder?
Es schwüren so viele fragen n meinem Kopf rum und ich finde keine antwort.
Ich persönlich könnte es nicht aber ob ich dagegen sein sollte wüsste ich auch nicht.
 
 
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Holzklotz
Alt 04.07.2008, 15:21   #22
Standard

Zitat von xoey Beitrag anzeigen
Meiner Meinung nach ein Skandal! Wie kann sich ein Mensch das Recht nehmen, jemandem dabei zu helfen, sich umzubringen?
Tut er doch gar nicht. Er nimmt sich nur das Recht es nicht ganz so ekelhaft aussehen zu lassen. Zerplatze Körper auf Schienen, durchschossene Schädel in Wäldern, vollgekotzte Leichen in Wohnzimmern, muss doch alles nich sein.

Das recht über ihr Leben und ihren Tod zu entscheiden hatte nur die Frau selbst, und sie hat gebrauch davon gemacht.
 
 
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Fränze
Alt 04.07.2008, 22:13   #23
Standard

Zitat von xoey Beitrag anzeigen
Unter Profit muss man ja nicht unbedingt Geld verstehen, aber dieser Kusch hat genug Werbung machen können, oder? Demnach sind einige Augen auf ihn gerichtet, und damit ist der erste Schritt getan. Und wenn er schon zusätzlich eine "Selbsttötungsmaschine" vorstellt, ist es ja wohl eindeutig, dass er damit auch Geld machen will. Das wird er so oder so nicht aus Nächstenliebe machen...
Man darf nicht aus dem Auge verlieren, dass die Frau nicht krank, nur alt war. Der Kusch hat vor seiner Beihilfe nur dreimal mit ihr gesprochen. Und wie xoey sagt: Er hat davon profitiert, und wenn es nur Publicity ist.

Hier schaut mal:
"...Und das Geld, das er mit Sterbehilfe verdienen will? Er habe die "Frage der Finanzen" bisher nicht abschließend "durchdacht", sagt Kusch. "Bisher habe ich am Tod wenig Geld verdient."..."

Kusch bei Friedman: "Wie fühlt man sich als Deutschlands Todesengel Nummer eins?" - Kultur - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten
 
 
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Cobain
Alt 04.07.2008, 22:17   #24
Standard

Geld machen will doch jeder, ich persönlich find das jetzt nicht so dramatisch und jemand der sterben will bestimmt auch nicht.

Friedman ist ein aggressives Arschloch und soll sich selbst mal an seine Koksnase fassen.
 
 
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Fränze
Alt 04.07.2008, 22:40   #25
Standard

Was Friedman betrifft, bin ich ganz Deiner Meinung, aber ich denke, er und Kusch sind einander ebenbürtig.
 
 
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