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Das "Auto für´s Volk"...oder: Wie man sich selbst die Luft vergast.


Umfrageergebnis anzeigen: Welcher der folgenden Aussagen stimmt ihr am ehesten zu?
Auto´s? Die sind nur sinnvoll und machen Spaß 7 21,21%
An Auto´s kann ich fast nur Gutes erkennen. 1 3,03%
Es gibt durch die Auto´s einige Nachteile. Aber was soll man machen. 16 48,48%
Es stört mich mit dem Autoverkehr. Und es gibt Alternativen, die man überwiegend nutzen sollte. 3 9,09%
Ich hab kein Auto. Aber das hat andere Gründe. Ist günstiger u.a. 4 12,12%
Stimmt. So kann es nicht weitergehen. Ich verzichte -aus Überzeugung- auf mein eigenes Auto. 2 6,06%
Teilnehmer: 33. Diese Umfrage ist geschlossen

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sailor
Alt 08.11.2006, 00:30   #1
Standard Das "Auto für´s Volk"...oder: Wie man sich selbst die Luft vergast.

Hallo!

Ich möchte mal ein Thema ansprechen, bei dem es um Auto´s geht.
Aber.... Es ist trotzdem ein philosophisches Thema.
Ein bisschen humorvoll, aber trotzdem ernsthaft.
Ich würde nämlich gerne mal die Frage diskutieren -oder diskutieren lassen- ob Ihr der Meinung seid, daß wir mit den Auto´s auf den Straßen
so weitermachen sollten wie bisher. Besonders denke ich da an die Großstädte.
Da gibt´s ja schon U-Bahnen, Strassenbahnen u.s.w., aber...die Strassen sind trotzdem vielfach total überfüllt.

Das ganze hat ja Auswirkungen: Abgase/Smog mit Benzol, Toluol, Xylol, Ethylbenzol, Benz(a)pyren und allem drum und dran; Mikropartikel (u.a. aus Dieselruß und Abriebteilchen), die sich in der Lunge ablagern, dort chronische Entzündungsprozesse verursachen und dann zu Folgeerkrankungen wie z.B. Asthma, Krebs, Allergien etc. führen können. Lärmbelastung, Gefahren für Kinder und ältere Leute (für andere natürlich auch) u.s.w. u.s.w.

Irgendwann sind ja "findige Leute" -wie zum Beispiel auch ein gewisser Adolf Hitler- auf die Idee mit dem "Auto für das Volk" gekommen.

Vorher war das ja alles unerschwinglich, weil durch Handfertigung u.s.w. zu kostenaufwändig. Dann kam die industrielle Massenfertigung.

Na ja, Herr Hitler und Co haben ja dann für die Sache mit dem "Volkswagen" (auch andere Marken) Werbung gemacht. Sehr erfolgreich wie bekannt. Übrigens mit dem eigentlichen Zweck, das Geld der Sparer für Kriegszwecke zu verwenden, einen Volkswagen gesehen haben die wenigsten.
Nebenbei hat er Autobahnen gebaut (natürlich auch aus unterschiedlichen strategischen Gründen), die natürlich für Propagandazwecke hervorragend geeignet waren. u.s.w. u.s.w..

Jedenfalls haben wir nun (fast) alle ein privates Auto oder auch mehrere, oder ein Moped mit schön stinkendem unkatalysiertem Zweitaktmotor, oder oder, oder.

Ich persönlich finde, daß die Welt dadurch nicht besser geworden ist. Das war nicht immer meine Meinung. Ich war auch mal GTI-Fahrer, hatte auch mal ´nen stinkenden 200er Vesparoller und bin auch mal mit achtzig Sachen durch den Ort gefahren. Aber das war einmal...

Irgendwann habe ich dann mal in Hamburg an einer fünfspurigen Hauptstrasse gewohnt. Immer wenn ich Wohnzimmer- oder Schlafzimmerfenster aufmachte, zog der Duft der "Auto´s für das Volk" in meine Wohnung und ich hatte das Vergnügen ihn einzuatmen.
Im Krankenhaus hatte ich vorher schon Asthmakranke und diverse Lungenkranke Menschen, auch Kinder, erlebt. Viele davon wohnen in Grossstädten und haben ebenfalls dasselbe Vergnügen. Der Rat ist ja dann unter anderem: "Fahren sie doch zur Kur".... oder: "Ziehen sie um"....
Das ist ein guter und sinnvoller Rat! Ohne Zweifel. Aber: So einfach ist das ja dann meistens doch nicht. Aus unterschiedlichen Gründen...

Alternativen? Ja, ich denke die gibt es. Man könnte zum Beispiel.... auf die Autos verzichten, öffentliche Verkehrsmittel ausbauen,...
Immerhin haben doch die Menschen, die in den Städten, an den Autobahnen,
-oder wo auch immer- wohnen, mehr Recht als die Autofahrer....Oder?
Oder sollen die alle Wegziehen, damit wir u.a. in den Städten nur noch Autofahren können?
"Wie?"... werden da sicher einige sagen. "DAS geht nun ganz und gar nicht." "Aus den und den und den und den Gründen." "Auf gar keinen Fall.... geht das." "Ich muß zur Arbeit." u.s.w.

"Wozu ist das Auto denn gut?" könnte man fragen. Ich meine...dient es richtig zum Guten für die Menschen?
Zum Beispiel ist es gut um damit kranke Menschen zu besuchen. Stimmt. Oder... es ist gut um damit Leute zum Krankenhaus zu fahren. Stimmt.
Oder... es ist gut, um.... na ja, es gibt da schon einiges.
Und natürlich müssen die Leute zur Arbeit kommen. Nicht als etwas Gutes, sondern weil sie müssen. Aber müssen sie täglich 100km als Pendler fahren?
Die Tendenz zu längeren Stecken ist steigend....

Auch könnte man sich die Frage stellen: Brauche ich dazu zwangsläufig ein Auto oder braucht jeder ein Auto, oder brauche ich dazu einen Mercedes-, Volvo-, BMW-, hastenichtgesehen -Geländewagen mit nahezu Strassenbreite?
Oder... geht´s vielleicht auch mit Bus und Bahn? Mit Fahrgemeinschaften? Viele hab´ ich gehört, fahren nicht mehr, weil keiner damit fahren wollte...

Früher bin ich ab und zu getrampt. Ich war halt noch keine 18 und... früher wurde man auch mitgenommen. Wenn ich heute Tramper in meinem Auto mitnehme, dann erzählen die mir immer so Sachen von 1-2h Wartezeit und länger. Gut, das mag daran liegen, daß ich auf dem Land wohne. Aber: Früher hat das meist nicht viel länger als zehn Minuten gedauert.
KOMISCH! Irgendwie gibt´s heute viel mehr Autos´s als früher... aber trotzdem hat sich die Wartezeit verzigfacht. Und weniger Tramper gibt es auch. Ich fand das schon auffällig. Ob die alle Angst haben, ihre Karosse zu beschmutzen? Fürchten sie sich vor den bösen Trampern? Ich weiß es nicht....

Na, und wegen all dieser Sachen bin ich nun auf die Idee gekommen, daß das mit den Auto´s ja im überwiegenden Maße wohl keine menschenfreundliche Sache ist.
Es scheint zwar äußerst angenehm, auch sehr praktisch... aber... irgendwie nur für´s Individuum.
Das fängt schon damit an, daß Auspuffrohre immer HINTEN am Wagen sind, und nicht vor der Nase des Fahrers. Dann würden nämlich einige Leute durchaus auf die Idee kommen, daß ihr Zweitaktmoped oder unkatalysierter "Hummer" (oder auch jedes andere Auto) doch ´ne Menge Schmutz produziert....und Menschen auch ernsthaft krank machen kann.
Nun setzt sich jedes Individuum, jeder einzelne, Familie etc. in seine "Karre" und... der Rest atmet´s ein. Aber diese Leute natürlich auch wieder....nämlich von den anderen. Das nennt man dann ausgleichende Gerechtigkeit, oder wie???

"Dachte ich´s mir doch." sagte ich mir. "Daß von dem Hitler nicht´s Gutes kommen kann." Stimmt. Das steht auch in der Bibel: Von einem schlechten Baum kann niemals eine Gute Frucht kommen.
Wie mit den Volksempfängern....die waren nämlich auch nicht dazu da, um den Leuten freundlicherweise ein gutes Radioprogramm zu bescheren...
Der Propagandaminister, Herr Goebbels, u. andere Kollegen wollten nämlich ihre Kommentare zum Besten geben. Aber das nur nebenbei....

Ich für meinen Teil denke jedenfalls ernsthaft darüber nach, wie man das Autofahren am effektivsten reduzieren kann und es bei Gelegenheit evtl. ganz absetzen. Sowas braucht immer etwas Zeit zum Nachdenken. Euch wollte ich auch nen Anreiz dazu geben.
Was ist Eure Meinung dazu? Sind Euch solche oder ähnliche Gedanken auch schon gekommen? Seid ihr selbst Asthmageplagt oder habt auch Probleme im Sommer in der Grossstadt zu atmen?
Oder findet ihr die Auto´s einfach nur toll und alles soll so bleiben?
Ich hoffe es wird ein spannendes und abwechslungsreiches Forum...

Gruß Sailor

Alternativen zum Autowahn:
http://www.greenpeace.de/themen/sonstige_themen/verkehr/artikel/alternativen_zum_autowahn/
Autoverkehr macht krank:
http://www.greenpeace.de/themen/sonstige_themen/verkehr/artikel/autoverkehr_macht_krank/
Autoverkehr und Megastädte:
http://www.greenpeace.de/themen/sonstige_themen/verkehr/artikel/megastaedte/
Autoverkehr und Klimachaos:
http://www.greenpeace.de/themen/sonstige_themen/verkehr/artikel/der_autowahn_fuehrt_ins_klimachaos/
"Critical Mass" Aktionen gegen Autowahn
http://www.geocities.com/RainForest/Jungle/7671/presse/taz-spass.html
Autowahn- Probleme und Alternativen
http://www.greenpeace-magazin.de/magazin/reportage.php?repid=279

Geändert von sailor (08.11.2006 um 03:26 Uhr).
 
 
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Sivar
Alt 08.11.2006, 06:59   #2
Standard

Nun, es ist ja nicht so, dass Hitler für den Autowahn verantwortlich gemacht werden kann. Sicherlich gab es da Einflüsse, aber die industrielle Produktion von Autos ging um 1900 los und hat das Auto mehr oder weniger massentauglich gemacht. Durch geringere Produktionskosten wurde der Preis für die Käufer gedrückt, und somit das Auto salonfähig für den "normalen Bürger" gemacht. In vielen anderen Staaten der Welt gibt es auch viele Autos (in den USA noch weit mehr pro Einwohner als hier), aber die hatten keinen Hitler an der Macht.

Im Grunde wäre es natürlich sinnvoll und wünschenswert, den Autoverkehr zu verringern. Da die Gesellschaft sich so verändert hat, dass man zum Teil längere Strecken zur Arbeit zurücklegen muss, und dass man viel öfter Bekannte besucht, die weiter weg wohnen, müssten sich die öffentlichen Verkehrsmittel extrem verbessern. Häufigere Fahrzeiten wären das Minimum, um sie als echte Alternative nutzen zu können. Ständige Verspätungen, so dass man Anschlüsse verpasst, dürften natürlich auch längst nicht so häufig vorkommen, wie es im Moment der Fall ist.

Preise sind die nächste Geschichte. Ein Ticket von Münster nach Dortmund kostet 10 Euro. Wenn ich dieselbe Strecke mit dem Auto fahre, kostet mich das ca. 5 Euro Sprit und dauert etwa halb so lange (es sei denn, ich nehme den IC und zahle 13 statt 10 Euro). Mir ist klar, dass da noch Abnutzung des Autos hinzukommt sowie Versicherung und Steuern, aber wer kalkuliert das im Alltag schon mit ein, wenn er das Auto für bestimmte andere Strecken sowieso hätte?

Aber angenommen, das durchschnittliche öffentliche Verkehrsmittel würde doppelt so oft fahren wie zu Zeit, und nur die Hälfte kosten. Man hängt immer noch spätestens an der letzten Bushaltestelle fest und muss evtl noch eine längere Strecke zurücklegen (zB mit schweren Einkäufen). Da hätte ich einen Vorschlag zu... wie wärs mit Shuttlebussen, die im Viertelstundenrhythmus von den Bahnhöfen abfahren? Das Prinzip wäre ähnlich wie beim Anruf-Sammeltaxi, und die Kosten wären so kalkuliert, dass man auf jeden Fall billiger dabei weggkommt, als mit dem Auto. Ich kenn das zB von Flughäfen... dort halten der Anzahl ankommender Passagiere entsprechend in regelmäßigen Abständen Shuttlebusse, sammeln Passagiere ein, und fahren sie direkt zu dem jeweils gewünschten Hostel. 10 Dollar in die Hand für 10km, und gut is. Taxi wäre mindestens 3x so teuer.

Zu Leuten, die in der Großstadt leben, muss ich allerdings auch sagen: Sie haben es sich so ausgesucht. Es wäre sicherlich kein Problem, in eine gleich teure Wohnung im Vorort zu ziehen. Wollen sie aber nicht, weil die Wohnung in der Stadt so schön zentral liegt, und man auf den Komfort nicht verzichten will. Mag natürlich auch an den Verbindungen der öffentlichen Verkehrsmittel liegen, aber dazu hab ich ja schon was gesagt.

Alles in allem ist es wahrscheinlich ungesünder, ein Stadtleben zu führen, als auf dem Land zu leben, aber wenn man bedenkt, durch was für Handlungsweisen viele Menschen ihre Gesundheit ganz bewusst ruinieren (Alkohol, Tabak, sonstige Drogen, zuviel Essen, falsches Essen, wenig Bewegung, etc pp), würde ich nicht unbedingt vom "System" erwarten, was gegen die Gesundheitsgefährdung des Verkehrs zu unternehmen. Wie gesagt... jeder hat im gewisser Rahmen selber die Wahl, wo und wie er wohnt.

Zum Roller/Mofa... sowas ist besonders interessant für Leute, die auf dem Land leben. Ein 16jähriger will nunmal unabhängig von seinen Eltern die Freunde/Freundin besuchen. Er könnte natürlich das Fahrrad nehmen, aber 10km mit dem Fahrrad? Ginge schon, aber im Winter oder bei schlechtem Wetter wäre das eine ganz schöne Qual, erstmal ne halbe Stunde unterwegs zu sein. Fortschritt ist nicht unbedingt immer schlecht, das Internet verbindet uns und unsere Ideen ja zB auch hier und jetzt.

Zum Abschluss noch: Die Lebensqualität hat sich wahrscheinlich nicht aufgrund von Autos nennenswert gesteigert, so dass irgendjemand jetzt glücklicher ist als er es vor 100 Jahren gewesen wäre. Aber auf mein Auto würde ich bei meinen heutigen Lebensumständen nie und nimmer verzichten wollen. Ich gebe zu: Auch natürlich aus Faulheit.
 
 
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weltretter
Alt 08.11.2006, 10:06   #3
Standard

Trampen finden mittlerweile vermutlich die mesiten zu gefährlich, sowohl als Tramper als auch als der "Mitnehmer".

Die Abgase gehen hinten raus, weil sie (mehr früher) natürlich auch die Sicht behindern.

Ich find Autos sehr bequem und super. Und vielelicht wäre es bereits ein Fortschritt, diese umweltfreundlicher zu bauen. Also nicht in der Produktion, sondern, dass statt benzin was anderes verwendet wird, ber da komtm auch wieder die Wirtschaft ins Spiel.

Kannst natürlich an alle appellieren, aber auch, wenn du natürlich recht hast, fahre ich als Satdtmensch auch ne 5min-Strecke weiterhin mit dem Auto. SO sieht das aus.
 
 
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El Sparko
Alt 08.11.2006, 13:03   #4
Standard

die ganzen überlegungen schön und gut aber ich sags mal ganz klar... das kann nur von nem stadtmenschen geäussert werden. ja ich weiß der großteil der bevölkerung wohnt in riesigen metropolen mit allerhand straßenbahnen, bushaltestellen und u-bahnen... ja. ich war auch ne zeitlang in münchen und da hab ich freiwillig gerne das sehr gute öffentliche verkehrsnetz bemüht, mein auto lies ich zuhause auf dem land.

aber bitte frag dich doch mal warum jeder jugendliche in ländlichen gegenden zwingend einen auto-, wenn nicht sogar noch den mopedführerschein macht? wie hätte ich z.b. jemals meine ausbildung in der nächsten stadt hinter mich bringen sollen? das war schon eine richtige stadt und selbst die hatte gerademal einen bahnhof und 4 bushaltestellen mit intervallen > 45min... ne sorry das ist so nicht machbar.
von meinem heimatort aus wäre ohne individualverkehr überhaupt nicht in die nähe einer bahnstrecke gekommen und zu meiner arbeitsstelle schon 2x nicht. auf biegen und brechen mit verspätung und reiner verlustzeit durch wartezeiten hätte ich vielleicht noch mit zeitverlust im bereich von 2 - 4 stunden rechnen müssen. für 16km arbeitsweg... in der zeit bin ich mit meinem auto schon durch die halbe republik gefahren. tut mir leid das ist nichts mehr was man auf faulheit schieben kann, das ist einfach eine notwendigkeit und das lasse ich mir sicher nicht ankreiden.

jetzt lebe ich zum ersten mal längere zeit in einer größeren stadt (habs zumindest vor) und auch hier klappts ganz ohne auto nur selten. mit den öffentlichen verkehrsmitteln erreiche ich kaum einen supermarkt in der nähe, da heissts noch nachsehen wie man das optimieren könnte. mitm fahrrad könnte man die strecken gut bewältigen, aber an nen wocheneinkauf ist da auch nicht zu denken. zu guter letzt renne ich jetzt fast schon jeden tag zu fuß 20 minuten in zügigem tempo durch die halbe city, einfach weil der öffentliche nahverkehr es nicht für nötig hält sich an irgend einen fahrplan zu halten. es ist wie ein würfelspiel ob heute mal ein bus kommt mit dem ich rechtzeitig noch meine vorlesung erreiche, oder ob ich lieber nen gewaltmarsch hinlege. und erzähl mir da nix von "früher aufstehen", ich bin teilweise um 7:20 an der haltestelle um dann um 8 in der fh zu sein, nur wenn kein bus kommt dann hilfts nichts dass das nur 4-5 haltestellen wären, dann kommt man trotzdem zu spät.

so alles in allem hab ich dir wohl jetzt einge der "vielen gründe dagegen" geleifert. selbstverständlich werde ich in der stadt schon allein aus kostengründen auf längere sicht komplett aufs auto verzichten. bringt aber mit sich, dass ich eltern, freunde, etc. die noch das glück haben aufm land leben zu können kaum noch zu gesicht bekomme, aber gut dafür hat man sich selbst entschieden. ich warne aber nur nochmal davon ständig mit der "es geht auch ohne!"-keule um sich zu schlagen. es gibt einfach zuviele unterschiedliche lebensmodelle und pauschalisierung bringt uns da alle nicht weiter.

ich glaub aber eh der größte individualverkehr in den städten kommt von den leuten, die es sich eben leisten können und wollen. ab nem gewissen veridenstlevel will man nicht mehr mit den normalen arbeitern in nem bus rumgondeln wenn man einfach mit der cheflimu dran vorbeiziehen kann... sonst kenn ich aber wirklich niemand der sich das täglich "stop&go" in städten wie münchen auf dauer antut, es sei denn es gebietet sich arbeitstechnisch, weil man z.b. was liefern muss.

achja natürlich hätten wir die probleme nicht gäbs ne umweltfreundliche antriebsart, aber man sagt uns das gäbe es nicht... was will man also tun.
 
 
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Joya
Alt 08.11.2006, 13:48   #5
Standard

hmmm. es wäre ja schon eine idee ohne das auto zu leben, aber heute wo die bahn immer teurer wird, ist dies auf kurzen strecken nicht mehr rentabel, zudem ist man mit einem auto viel flexibler...

uund zu guter letzt, was ja auch so ein bischen unter diese kategorie geht: das motorradfahren, und darauf möchte ich jetzt definitiv ned verzichten, also ich fahre ja nur mit und nicht selbst. aber das ist so ein lebensgefühl, das kann nicht ersetzt werden....
 
 
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sailor
Alt 08.11.2006, 14:22   #6
Standard

@Sivar
Nun, es ist ja nicht so, dass Hitler für den Autowahn verantwortlich gemacht werden kann.
Nein. Das meine ich auch nicht. Ich meine, daß Hitler -was Deutschland betrifft- ein wichtiger Wegbereiter war.
Die Fahrzeuge wurden hier zwar schon vorher im kleinen Rahmen industriell gefertigt, waren aber für die Masse "Das Volk" völlig unerschwinglich. Damit stellten sie demzufolge Abgasmäßig u.s.w. auch kein Problem dar.
Dazu mußten erst neue Konzepte (wie etwa der KdF-Wagen "Käfer") herauskommen. Die gab es auch andernorts in der Welt.
Auch während der NS-Zeit wurde -wie ich jetzt sogar las- annähernd kein Käfer an das "normale Volk" ausgeliefert. Höchstens an Parteifunktionäre und dergleichen.
Trotzdem: Der Weg zur Massenfertigung und entsprechenden Verbreitung wurde hier geebnet. Siehe dazu:
http://www.svz.de/magmv/06.05.05/mitdem/mitdem.html

"Insgesamt gab es 336 000 Bestellungen für das Auto. 60 000 Besteller hatten bereits die volle Summe bezahlt, von denen jedoch keiner einer Wagen ausgeliefert bekam. Die wenigen hergestellten zivilen Varianten des "KdF-Wagens" waren für die Elite des NS-Regimes bestimmt. Das neue Werk produzierte im Krieg ausschließlich Militärfahrzeuge. Die Kriegsversion des "KdF-Wagens" war der auf dem Flugblatt abgebildete "Kübelwagen". Es ist anzunehmen, dass Hitler, der das Projekt des Volkswagens sehr unterstützte, vor allem die militärische Verwendung "von vornherein einkalkuliert" hatte."

Siehe dazu auch:
http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/kdf/index.html

Original-Werbeplakat des KdF-Wagens: http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/96002327/index.html

Auch die allgmeine Hauptseite zum NS-Regime, erstklassig aufbereitet und geordnet, mit Reden, Originalplakaten etc. findet sich beim Deutschen historischen Museum:
http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/index.html

Mir ist klar, dass da noch Abnutzung des Autos hinzukommt sowie Versicherung und Steuern, aber wer kalkuliert das im Alltag schon mit ein, wenn er das Auto für bestimmte andere Strecken sowieso hätte?


Stimmt. Das tut kaum einer. Trotzdem sind die Kosten da, und sie ergeben sich gerade für neuere Autos (im Grunde alles, was nicht älter als 15 Jahre ist) besonders durch die Abnutzung (Kilometerzahl!)
Das macht sich nämlich deutlich beim Verkaufpreis bemerkbar. Außerdem: Mit der Kilometerleistung steigt auch die Wahrscheinlichkeit, Macken, Unfälle u.s.w. davonzutragen, die den Wert ebenfalls entscheidend mindern. Werkstattintervalle und Häufigkeit von Reparaturen durch Verschleiß richten sich ebenfalls nach der Kilometerleistung.
Also: Ein klarer Selbstbetrug der da stattfindet.

Um bei Deinem Beispiel zu bleiben: Die Strecke von Münster nach Dortmund ist laut Map24 71.10 km lang und in 01:00 h mit dem Pkw zu bewältigen. Die Bahn benötigt (ohne ICE) zwischen 29 und 55min und kostet max. 13 Euro, das ganze ist mit Bahncard für 6,50 Euro zu haben.
Kosten der Bahncard 50%:

"Die BahnCard 50 kostet 206,- EUR für die 2. Klasse bzw. 412,- EUR für die 1. Klasse.
Ehe- oder Lebenspartner im gleichen Haushalt, Kinder (6 bis einschließlich 17 Jahre), Schüler, Azubis und Studenten bis einschließlich 26 Jahre (Bescheinigung erforderlich), Senioren ab 60 Jahren, Erwerbsunfähigkeitsrentner und Schwerbehinderte (ab GdB 70) erhalten die BahnCard 50 zum halben Preis."
Siehe:http://www.bahn.de

Die Monatskarte kostet -ebenfalls von Münster nach Dortmund- monatlich
196,90 EUR. Würde ich 5x wöchentlich fahren, dann sind das bei o.a. Distanz 2844km pro Monat. Bei einem Verbrauch von 6l/100km (Diesel!) sind das bereits schon
187,70 Euro im Monat nur für Kraftstoffkosten (1,10Euro/l)
Es gibt auch Konkurrenzunternehmen!

Es gibt natürlich noch viele andere Tarife, etwa das Wochenendticket, Ländertickets etc.
Bezüglich der Bahncard: 206 Euro. Das sind bei mir nicht mal vier Tankfüllungen. Auch viele Werkstattrechnungen liegen bei mir wesentlich höher.

Also alles zusammengerechnet ergibt das: Es geht schneller, stressfreier (je nach Definition), wesentlich günstiger und belastet dabei meine Mitmenschen und mich nicht. (oder unverhältnismäßig weniger)
Und das alles, obwohl die Bahn alles andere tut, als kundenfreundliche Preise zu produzieren. Seit der Privatisierung ging´s mit den Preisen nur rasant bergauf und die Gehälter im Management steigen rasant.

müssten sich die öffentlichen Verkehrsmittel extrem verbessern. Häufigere Fahrzeiten wären das Minimum, um sie als echte Alternative nutzen zu können.
Sie können es aber kaum, wenn keiner damit fährt. Vielfach sind es nämlich private Unternehmen. Die produzieren ein Angebot auch nach Nachfrage! Wir Verbraucher bestimmen die Frequenzen.

Ständige Verspätungen, so dass man Anschlüsse verpasst, dürften natürlich auch längst nicht so häufig vorkommen
Klar, das ist unangenehm. Aber gerade auf längeren Verbindungen geht es mit dem Pkw nach meiner Erfahrung auch nicht ohne Staus etc. ab.
Ich fahre also früher los. Das gleiche könnte ich mit der Bahn tun. Eine Verbindung eher nehmen. Bei halbstündigen Verbindungen nervig, aber im Grunde dasselbe. Ich habe natürlich nicht die Möglichkeit auf´s Gas zu drücken wie beim Auto. Aber das ist -um ehrlich zu sein- doch nicht nur illegal, sondern auch gefährlich, oder?

Da hätte ich einen Vorschlag zu... wie wärs mit Shuttlebussen, die im Viertelstundenrhythmus von den Bahnhöfen abfahren?....10 Dollar in die Hand für 10km, und gut is. Taxi wäre mindestens 3x so teuer.
Das ist eine gute Idee. Aber es geht auch viel günstiger. Z.B. mit dem Linientaxi, das fährt zu Buspreisen:
http://www.isny-regiobus.de/linientaxi/index.htm
oder
http://www.msp-nahverkehr.de/mobilit...rale/taxi.html
oder
http://www.vbf-freiberg.de/index.php...d=49&Itemid=71
Da gibt es noch viel mehr Beispiele. Es geht also offensichtlich! Warum nicht überall? Ich behaupte mal: Weil nicht wirklich Interesse da ist. Warum? Weil die Leute ihr Auto benutzen! Muß aber nicht sein...

Zu Leuten, die in der Großstadt leben, muss ich allerdings auch sagen: Sie haben es sich so ausgesucht. Es wäre sicherlich kein Problem, in eine gleich teure Wohnung im Vorort zu ziehen.
Kinder etwa auch, können die das auch entscheiden? Nachweislich atmen gerade sie in 1,20m höhe den Größtteil der Schadstoffe ein und sind gleichzeitig körperlich bedingt am gefährdetsten.
Und: Es ist nicht für jedermann einfach, mal eben eine neue Wohnung zu bekommen. Vielfach sogar sehr schwer. Ich denke da z.B. an Arbeitslose oder Ausländer. Wohnungen sind überwiegend auch nur dann günstig, wenn sie in öffentlicher Hand sind. Das wird auch weniger.

Alles in allem ist es wahrscheinlich ungesünder, ein Stadtleben zu führen, als auf dem Land zu leben
Allerdings. Im Blut von Stadtkindern hat man 70% höhere Benzolwerte gefunden, als bei Kindern, die auf dem Land leben. Das war nicht der einzige Wert.

Fortschritt ist nicht unbedingt immer schlecht, das Internet verbindet uns und unsere Ideen ja zB auch hier und jetzt.
Nein, Fortschritt kann positiv sein. Es ist allerdings die Frage, in welcher Weise wir "Fortschreiten". Mancher "Fortschritt" ist bei näherer Betrachtung nämlich ein "Rückschritt". Zum Beispiel weil man andere und sich selbst schädigt und immense (kaum absehbare) Kosten für das Gesundheitswesen produziert.

...könnte natürlich das Fahrrad nehmen, aber 10km mit dem Fahrrad? Ginge schon, aber im Winter oder bei schlechtem Wetter wäre das eine ganz schöne Qual, erstmal ne halbe Stunde unterwegs zu sein.
Ja, das ist anstrengend. Aber es gibt auch schöne Tage. Und die sind überwiegend. Nebenbei ist es gut für die Gesundheit, stärkt Herz, Atmung und Kreislauf, etc etc. Die Autofahrer geben dafür Geld im Fitnesscenter aus. Ist das nicht irgendwie Irrsinn?

Aber auf mein Auto würde ich bei meinen heutigen Lebensumständen nie und nimmer verzichten wollen. Ich gebe zu: Auch natürlich aus Faulheit.
Da bist Du ehrlich. Das geht wohl uns allen so, und ist das eigentliche Problem. Die "liebe" Faulheit....
Aber sollten wir die wirklich fördern? Man kann doch erkennen: Es gibt definitiv Alternativen. Viele sogar.
 
 
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El Sparko
Alt 08.11.2006, 14:34   #7
Standard

dazu noch ein kleiner einwurf. die bahn schließt unrentable strecken oder macht sie äusserst unattraktiv, genau aber das darf nicht sein möchte man flächendeckende akzeptanz von öffentlichen verkehrsmitteln. stell dir vor du lebst auf nem kleinen dorf, weil dir einfach die natur gefällt, und dann kommt das straßenverkehrsamt und reisst deine straße weg, schneidet sich von der aussenwelt ab, weil auf der straße nicht genügend autos fahren um sie instand zu halten... genau das wäre marktwirtschaftliche denkweise und die städter unter euch würden wieder sagen "genau, warum sollten wir denen ihre provinzsträßchen bezahlen wenn sie auch hier in der stadt leben könnten" und genau hier wirds wieder diskriminierend... nun gut jetzt gibt es aber auch diese landstraßen noch, das ist schonmal gut, aber bei den bahnstrecken hört es auf. sogar ne große stadt wie augsburg soll jetzt weniger von zügen befahren werdne hat die deutsche bahn beschlossen... ich mein das is hier die arbeiterstadt aus der die meisten leute nach münchen (mit dem zug) reinpendelen, aber das ist der deutschen bahn egal, sie schließt strecken oder erhöht die intervalle... das gibts jetzt überall, du wirst diskriminiert weil du nicht direkt irgendwo im ballungszentrum wohnst und dann kommen die leute aus den ballungszentren noch an und meinen "du mit deinem auto du zerstörst meine umwelt".
 
 
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sailor
Alt 08.11.2006, 14:54   #8
Standard

@El Sparko

Da hast Du recht. Das Wirtschaften der Bahn ist in der Tat ein Problem. Die ganze Privatisierung der Bahn ist ein Problem. Wenn sie zur Aktiengesellschaft wird (=gesteigerte Profitgier) dann fördert das nicht die positive Entwicklung.
Das was Du ansprichst, geht nur, wenn sie nicht ausschließlich finanziell denkt, sondern Bürgerorientiert. Genau das tut so ein Unternehmen aber fast nie:
Es ist seinen Aktionären und sich selbst verpflichtet. Sonst niemandem.

Ganz dreist zerlegt die Bahn beispielsweise voll funktionstüchtige und von der Konkurrenz begehrte! Lokomotiven und Waggons, eben weil sie sie zur Zeit selbst nicht benötigt, und um sich die Konkurrenz vom Hals zu halten.
Die sind von unseren Steuergeldern bezahlt worden!!!!!!! Ich finde das nur noch dreist. Es offenbart das Denken eines solchen Unternehmens.

Trotzdem kann man damit leben und...man kann zum Beispiel gezielt mit Konkurrenzunternehmen Bahn fahren, gerade im Nahverkehr gibt es da schon einige. Wenn man die allerdings auch nicht fördert.... wie soll´s dann besser werden?

... genau das wäre marktwirtschaftliche denkweise und die städter unter euch würden wieder sagen "genau, warum sollten wir denen ihre provinzsträßchen bezahlen wenn sie auch hier in der stadt leben könnten" und genau hier wirds wieder diskriminierend...
Eben. Wir sollten uns von der ausschließlich marktwirtschaftlichen Denkweise (Shareholder-Value-Denken) mal etwas lösen und umfassender Denken, d.h. auch mal alle anderen Faktoren berücksichtigen. Die gesamte Gesellschaft, auch die, die keine Lobby haben.
Letztlich ist es nämlich so, daß sich alles irgendwie beeinflusst. Etwa die Unzufriedenheit der Menschen, betrifft auch die zukünftige Entwicklung der Bahn (ich gehe nämlich davon aus, daß die Konkurrenz trotz aller Gegenmaßnahmen zunimmt) Die Bahn allerdings denkt nur an ihre aktuelle Gewinnentwicklung (typisches Aktionärsdenken) und.... ja, das war´s dann auch schon fast.
Das wir mit der aktuellen Gesetzgebung bzgl. Großunternehmen und der Privatisierungswelle da weiterkommen, das bezweifle ich. Leider begreifen die Politiker das nicht.

Geändert von sailor (08.11.2006 um 15:00 Uhr).
 
 
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Sivar
Alt 08.11.2006, 15:09   #9
Standard

Sailor, es macht wirklich Spass mit dir zu diskutieren, weil deine Argumente im Grunde alle was für sich haben. Schön übrigens zu sehen, dass es auch ohne Bibelzitate geht!

Aber zunächst zu Sparkie... ich kann eigentlich seiner Argumentation in allen Punkten zustimmen, ganz unabhängig von Faulheit oder Bequemlichkeit. Wenn man vom Auto weg will, sollte man sowieso erstmal in Städten anfangen, weil sich öffentliche Verkehrsmittel dort am ehesten lohnen.

Nun zu Sailor... auf Hitlers Einfluss auf Autoboom will ich eigentlich nicht näher eingehen. Du hast sicher recht, dass zur NS-Zeit viel für Autos getan wurde, und ich hab sicherlich recht damit, dass es auch mit fast jeder anderen Regierung so oder so ähnlich passiert wäre.

Was deine Preiskalkulation für Münster-Dortmund angeht, hast du offensichtlich auch recht. Die Sache ist nur, dass ich auch von Warendorf nach Münster kommen muss (die Verbindungen sind nur selten am Tag gut und passend), vorher in Warendorf noch zum Bahnhof kommen muss, anschliessend in Dortmund dann noch zum Ziel muss (da gilt die Bahncard dann nicht mehr), und damit wäre dann zumindest deine Zeitrechnung nicht so ganz zutreffend. Selbst wenn ich in Münster wohnen würde, müsste ich erstmal zum Bahnhof. Du kannst also mindestens noch ne halbe Stunde zur Zugfahrt addieren, bis man wirklich am Ziel angekommen ist. Ob häufiges Umsteigen und die ständigen Zweifel, ob man seinen Anschluss noch bekommt, stressfreier sind als ne halbe Stunde (oder meinetwegen 3/4) im Auto zu sitzen, sei mal dahingestellt.

Heutzutage kann man darüber hinaus auch nicht verlangen, dass Pendler lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Sparkies Beispiel mit seiner damaligen Arbeitsstelle ist hervorragend geeignet um zu verdeutlichen, wie einem öffentliche Verkehrsmittel den Tag versauen können. Da gilt einfach: Es müssen gute Alternativen geboten werden, bevor Leute auch nur auf die Idee kommen, auf ÖPNV umzusteigen. Und gut bedeutet schnell, häufig, zuverlässig.

Kinder können selbstverständlich nicht entscheiden, ob sie in der Stadt aufwachsen, aber es gibt nunmal die Verantwortung, die Eltern für ihre Kinder haben. Dinge wie Tabakrauch, ungesundes Essen, wenig Bewegung sind sicherlich schlimmer für Kinder als erhöhte Benzolwerte. Ich will damit nicht sagen, dass man die Städte nicht sauberer machen sollte, aber man sollte zunächst vielleicht andere Prioritäten setzen. Wenn man den Eltern die Verantwortung überträgt, ihre Kinder vor ungesunder Lebensweise zu schützen, sollte man auch verlangen können, dass sie (sofern sie es für wichtig halten) ihre Kinder nicht in der Stadt aufwachsen lassen. Mit anderen Worten: Da ist nicht der Staat in der primären Verantwortung, sondern die Eltern.

Dass Wohnungssuche schwer sein kann, will ich nicht abstreiten, aber wenn man soviel Wert auf die Gesundheit seiner Kinder legt, dass man vom Staat verlangt, Autoverkehr deswegen zu verringern, wird wohl die Mühe auch auf sich nehmen können, in einen Vorort oder aufs Land zu ziehen.

Insgesamt wäre es natürlich grandios für die Gesundheit, kurze Strecken mit dem Fahrrad zu fahren, da sind wir uns einig. Dazu bin ich (und fast alle anderen Menschen mit mir) aber einfach viel zu faul - trotz besseren Wissens .

Hab ich irgendwas Wichtiges vergessen? *g*

äh, ja, edit: Privatisierung ist natürlich so eine Sache in Bezug auf öffentlichen Nahverkehr und die eben angesprochene Diskriminierung bestimmter wenig befahrener Strecken. Auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, dass sämtliche staatliche Projekte finanziell explodieren und ungeheure Bürokratie erzeugen, die eigentlich nicht nötig wäre.
 
 
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sailor
Alt 08.11.2006, 15:55   #10
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@Sivar

Ob häufiges Umsteigen und die ständigen Zweifel, ob man seinen Anschluss noch bekommt, stressfreier sind als ne halbe Stunde (oder meinetwegen 3/4) im Auto zu sitzen, sei mal dahingestellt.
Map24 hat mir 1h allein für Münster-Dortmund angegeben. Da ist Stau noch nicht einkalkuliert. Bist Du Dir sicher?
Ich bin eine Zeitlang etwa 100km (one way) nach Hamburg gefahren. Normal dauerte das knapp 1h, manchmal dann aber 2h oder sogar 3h, da war nämlich eine Baustelle. Auch wenn das jetzt extrem ist, machen wir uns da nichts vor?

Du kannst also mindestens noch ne halbe Stunde zur Zugfahrt addieren, bis man wirklich am Ziel angekommen ist.
Klar, das stört. Trotzdem war es früher völlig normal, daß man mit dem Fahrrad zum nächsten Bahnhof (Busverbindungen gabe es nicht viele, dafür überall Personenverkehr bei der Bahn) fuhr, (wenn nötig 20km) und dann anschließend eben "locker flockig" mit der Bahn mit 60km/h zur nächsten Stadt gondelte. Da wurde umgestiegen und weiter gings bis zum Zielort. Laut Schilderung meines Vaters!
Ohne die "gute alte Zeit" hier rühmen zu wollen und mit dem Bewusstsein, daß das eben lang her ist, möchte ich trotzdem bemerken:

Es geht anders, ohne Zweifel. Wir müssen nicht Abgase produzieren, worunter andere leiden.
Auch wenn Du es als positiv empfindest, wenn ich bisher keine Bibelzitate brachte: Dafür werden wir uns eines Tages alle -auch die, die nicht dran glauben- vor Gott verantworten.
Denn: Es ist zwar nicht immer, aber doch in den allermeisten Fällen purer Egoismus, der uns so handeln läßt. Die Begründung:"Das dauert so lange." oder "Das ist total unbequem" oder "Die Verbindungen sind schlecht"
ist da überhaupt nicht ausreichend.

Wir mißhandeln DIREKT -nicht mal indirekt- andere Menschen mit unserem Verhalten. Genau die, die sich am wenigsten wehren können. Wenn Du da auf die Verantwortung der Eltern pochst, dann ist den Kindern damit nachweislich noch lange nicht geholfen. Viele Eltern machen sich dazu nämlich entweder überhaupt keinen Kopf oder es ist ihnen egal, oder sie argumentieren eben mit dem Arbeitsplatz etc. etc.

Das einzige, was uns davon abhält, zu begreifen, was wir da tun, ist tatsächlich die Tatsache, daß der Auspuff hinten am Kfz ist. Und: Daß man eben daran nicht augenblicklich stirbt, sondern die ganze Sache den Körper schleichend schädigt, bis er irgendwann (durch viele Faktoren) an seiner Krankheit erliegt.
Was ist das dann aber bitte anderes als Körperverletzung mit der Hinnahme einer möglichen Tötung.
(ich bin keine Rechtsanwalt, der könnte das sicher besser auf den Punkt bringen)

Da gilt einfach: Es müssen gute Alternativen geboten werden, bevor Leute auch nur auf die Idee kommen, auf ÖPNV umzusteigen.
Das wäre ja auch schön. Aber wie soll das funktionieren, wenn die Verkehrsbetriebe vorwiegend privat und gewinnorientiert arbeiten?
Sie arbeiten nach Kundennachfrage, wir müssen den ersten Schritt tun, die Verkehrbetriebe werden es nie tun.

Was das Beispiel betrifft, wenn es eben keine halbwegs geeigneten Verbindungen gibt, dazu kann ich sagen:
Früher wohnte man während der Ausbildung nicht mehr bei seinen Eltern, sondern hatte ein eigenes Zimmer vor Ort. Es geht also. Auch wenn das mit Nachteilen verbunden ist.

wenn man soviel Wert auf die Gesundheit seiner Kinder legt, dass man vom Staat verlangt, Autoverkehr deswegen zu verringern, wird wohl die Mühe auch auf sich nehmen können, in einen Vorort oder aufs Land zu ziehen.
Ich habe das mit meiner Familie auch vor drei Jahren getan, aber viele tun es eben aus o.g. Gründen nicht.
Nur was verlangt man da? Man verlangt sozusagen, daß in den Städten keine Familien mehr leben sollen. Nur noch Singles? Nur noch Rentner? Im Ernst? Um welchen Preis?! Den des Autoverkehrs, der Bequemlichkeit etc.?
Wer hat denn hier mehr Rechte?
Der eine verlangt nur gesund zu leben... und der andere? Sind das essentielle Grundbedürfnisse?
Denn das betrifft ja in den Städten nicht nur die City. Man muß schon weit aufs Land ziehen, um dem Smog zu entgehen.

Insgesamt wäre es natürlich grandios für die Gesundheit, kurze Strecken mit dem Fahrrad zu fahren, da sind wir uns einig. Dazu bin ich (und fast alle anderen Menschen mit mir) aber einfach viel zu faul - trotz besseren Wissens .
Die Fitnessstudios bezüglich Körperertüchtigung (Kiesertraining &Co) vermelden aber steigende Umsätze.
Mir geht´s auch so. Ich bin auch faul. Aber ich denke ernsthaft darüber nach, gegen diese Faulheit vorzugehen.

Nachtrag: Was die Privatisierung betrifft: Schau Dir mal die Post an. Bei uns im Ort gab´s früher (im Beamtentum) ne zentrale Poststelle im Ortszentrum.
Jetzt liegt da ein privater Laden am Ortsausgang (aus der anderen Richtung ewig weit) und die Leute kennen sich mit den ganzen Tarifregelungen und Sondertarifen der "Deutschen Post AG" kaum aus. Nebenbei verkaufen die andere Sachen.
Wie denn auch? Hast Du Dir den Tarifdschungel schon mal durchgelesen? Mach Dir mal das Vergnügen, die gibt´s in jedem Postamt, heißt: "Leistungen und Preise", hat 102! Seiten. (von 2005)
Die brauchen sich das auch nicht wirklich alles einprägen, weil es sowieso laufend geändert wird.
Seitdem sind die Preise für Briefe, Pakete -für nahezu alles- rasant gestiegen.
Wenn ein Brief mal aus Versehen 2g zu viel wiegt, dann landet er am nächsten Tag wieder im eigenen Briefkasten (selbst erlebt)
Das nenne ich Bürokratie.
Ich hatte den persönlich abgegeben und war froh, daß er endlich abgeschickt war. So etwas habe ich früher nie erlebt: Es wird auf den Pfennig und das Gramm geschaut und Geld gescheffelt wo es nur geht. Typisch Aktiengesellschaft eben.
Nebenbei werden tausende der Mitarbeiter entlassen bzw. es gilt Einstellungsstopp bis die ganzen alten Beamten "endlich" in irgendwelchen Vorruhestandregelungen eingegliedert sind.

Was passiert nun mit den Beamten die in Frühpension gehen, mit den Leuten die entlassen werden und so weiter und so fort?
Sie liegen dem Staat auf der Tasche und dementsprechend jedem von uns, der Steuern zahlt. Die Aktiengesellschaft ist sie los und damit die Kosten. Aktuell können aber auch die jüngeren nicht ohne Weiteres auf neue Stellen hoffen.
Ich sage nicht, daß man bei einer staatlichen Post unbedingt Beamte braucht, sicher könnte man auch andere Arbeitsverträge aufsetzen
Die aktuelle Politik in Bezug auf Aktiengesellschaften nenne ich aber Denken von Zwölf bis Mittag. Ebenso wie die Hurra-Rufe in Bezug auf Privatisierungen staatlicher Einrichtungen.

Geändert von sailor (08.11.2006 um 16:21 Uhr).
 
 
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El Sparko
Alt 08.11.2006, 16:12   #11
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ohne deine sichtweise abwerten zu wollen würd ich vorschlagen doch die "gute alte zeit" auch vergangen bleiben zu lassen. ich bin weisgott auch in einer anderen welt aufgewachsen, allein deshalb weil landleben in der frühen kindheit gewissermassen vor der "bösen welt da draussen" isoliert, aber ich habe auch eingesehen dass die alten werte vielleicht noch meine sein mögen, sich aber sicher nicht mit der welt decken in der wir jetzt leben.

vorallem zählt nach wie vor der geldbeutel, nicht nur bei unternehmen. solange ein mensch das geld hat alleine in nem wagen rumzurädern der für 5 personen ausgelegt ist, solange wird er es auch tun. das geld hat uns vom moraldenken befreit und eine sünde ist es nur noch kein geld zu haben... sogesehen mal auf deine begrifflichkeiten abstrahiert.

ich habs vor jahren auch schon mal hier gesagt: man darf von unternehmen keine moralische entscheidung verlangen. das wird es nicht geben denn der sinn eines unternehmens ist nicht der allumfassende wohlstand der ganzen weltbevölkerung sondern schlichtweg eine rentabilität zu erreichen und zu vergrössern. als gegenpol hierführ sehe ich immer gern einen idealen staat. der staat soll nämlich genau komplementär wirken und nicht sich selbst bereichern oder am funktionieren halten, sondern die wohlfahrt der bürger (die den staat ja bilden) ermöglichen. leider sieht sich ein moderner industriestaat immer öfter als erfüllungsgehilfe der unternehmen, daher werden auch hier (völlig zweckfremd) marktwirtschaftliche entscheidungen getroffen.

alles in allem möchte ich sagen, ist es zwar löblich sich zu quälen und stundenlange wartezeiten in kauf zu nehmen oder mit dem fahrrad strecken > 10km am tag zurückzulegen, sinnvoll ist es aber auf keinen fall und in unserer heutigen, vorallem zeitlich, hochoptimierten gesellschaft garnicht möglich. zeige mir einen arbeitnehmer der zeit hat 2-4 stunden am tag zu verschenken, weil die busse halt nicht anders fahrn wollen. zeige mir den grund warum die deutsche bahn lieber ein, zwei züge einspart und dafür leute aufm bahnsteig wegen zugüberfüllung zurückbleiben müssen, anstatt ein intervall zu verkleinern oder alternativen zum schienenverkehr zu bieten?

ich seh gerade in der christlichen religion öfters eine art grundtenor der quasi selbstauferlegtes leiden als besonders tugendhaft hervorhebt, weil das äusserst redlich wäre bzw. man ja sowieso im diesseitigen leben nicht übermässig freude empfinden soll, es gäbe ja das himmelreich. selbst wenn ein großteil der gesellschaft damit über die unzulänglichkeiten in ihrem eigenen leben hinwegsehen kann, so besteht doch unsere gesellschaft nicht nur aus christen und nur weil man nicht zu ner weltreligion gehört, heist das nicht dass man trotzdem "mitleiden" muss.
daher ist es nicht löblich lange wartezeiten in kauf zu nehmen... jeder mensch hat eine entscheidungsgewalt und die ist heute einfach der geldbeutel. wenn die öffentlichen verkehrsmittel untattraktive angebote haben dann sinkt die nachfrage. daraus zu schließen man müsste das angebot dann einstellen ist rein betriebswirtschaftlich schon ein weg in die falsche richtung... es sei denn man ist die deutsche bahn ag, denn diese hat ja immenses kapital aus steuergeldern zur verfügung, so dass sie schön das monopolspielchen treiben kann ohne sich um betriebswirtschaft zu kümmern.
 
 
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sailor
Alt 08.11.2006, 16:49   #12
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@El Sparko
Nicht alles, was früher war, sollte realisiert werden. Es steht als Beispiel für Alternativen. Ansonsten haben wir ja von Gott ein Gehirn erhalten, um uns neue Alternativen auszudenken.
Ich jedenfalls erkenne, daß es sie gibt. Man könnte sie ja noch weiter verfeinern, selbst dran arbeiten, selbst unterstützen....
Denn wenn man sich über die böse Welt, unfähigen Staat etc. beschwert, dann sollte man bei sich selbst als erstes anfangen, oder?
Oder sollte man besser eine Marionette seines Geldes sein?
 
 
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reyals
Alt 08.11.2006, 20:40   #13
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Manche Menschen übertreiben es aber auch mit ihren Autos. Eine Lehrerin die in meiner Straße wohnt steigt jeden morgen in ihren uralten Ford Scorpio und fährt die nichtmal 10 Minuten, die man zu Fuß bräuchte mit dem Auto.
Eine Klassenkameradin wird von ihrer Mutter überall hinkutschiert, obwohl sie ein Fahrrad hat. Ist doch dumm? Ich fahr auch 10 Kilometer oder weiter bei Wind und Wetter mit dem Rad. Geht doch scneller und ist sicherer mt dem Auto...meinem Kind könnte ja ein böser Mann über den weg laufen?
Meine Mutter fährt mit dem Rad zur Arbeit, wenn sie kann, mein Vater fuhr lange mit dem Rad, bis er versetzt wurde, mein Bruder hasst rumkutschiert werden und benutzt sein Rad auch dann, wenn er mal eben nach Hamburg zum Flughafen fährt (sind für ihn ungefähr zwei Stnden mit dem Rad dorthin).
Aber ist ja nicht jeder so, wie wir mit den Autos, nehmen wir nur obengenannte Beispiele..
Das Auto hat sicher einen Nutzen aber diese ganzen "Achja, wir haben ja das Auto"-Gelegenheitsfahrer kotzen mich echt an.
Ist ja auch nicht so, dass es keine Alternativen gäbe aber an die gute alte U-Bahn denkt keiner mehr.. Schade eigentlich.
 
 
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El Sparko
Alt 08.11.2006, 22:14   #14
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wenn ichs nicht schon wüsste dann würde ich jetzt sagen du kommst aus der stadt... ist dir, trotz deinem geringen alter, nicht klar dass es noch mehr gibt als großstädte? dass die wenigsten menschen überhaupt den luxus haben mit der u-bahn fahren zu können? aber nein stattdessen packst du die ganzen "die mutter meines freundes kennt einen bekannten dessen tochter fährt öfters mal auto obwohl sie in fahrrad hat"-kamellen aus. ich verstehe euren punkt und ich verstehe dass es unnötige autofahren zu hauf gibt... ich hasse aber pauschalisierungen und am ende ist es nicht eure aufgabe zu überwachen wer wann wo und wieoft auto fährt, solang ihr mit gutem beispiel vorran geht.
 
 
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sailor
Alt 08.11.2006, 22:43   #15
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Also ich finde, in erster Linie hat reyals mal recht. So ist es tatsächlich leider sehr häufig. Von wegen "Kamellen". Ich kenne auch einige Leute, die so viel Fahrrad fahren. Und ebenso solche, die wegen jedem Kleinkram ins Auto steigen.
Interessanterweise macht es den regelmäßigen Radlern nichts aus, mal eben 100km zu fahren. Während wir anderen "Autosesselhocker" schon nach 20km abschwächeln, wenns mal nicht durch die Ebene geht. Das wird wohl am Trainingseffekt liegen....

Ich für meinen Teil sehe mich nicht als "Überwachungsinstanz", aber man sollte ruhig mal auf diesen Mißstand hinweisen.
 
 
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El Sparko
Alt 08.11.2006, 23:19   #16
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soso ein mißstand... ist denn vorehelicher sex auch ein solcher mißstand? sollte man vielleicht auch drauf hinweisen dass es menschen gibt die zuviel rauchen oder trinken? ich mein mit ziviler courage könnten wir sicher aus jedem menschen den perfekten und besten mitbürger machen, warum überwachen wir uns dann nicht gleich alle gegenseitig? wir wollen doch nur unser bestes... und in den himmel kommt man ja auch noch gleich.

nenn mir doch einfach zahlen. nenn mir ne genaue belegte zahl wieviele km der bundesbürger im jahr zurücklegt und wieviele davon unnötig sind. und vielleicht drück ich mich auch falsch aus aber in einer stadt wie münchen, die also groß genug ist ein u-bahnnetz zu haben, fährt kein mensch freiwillig mit dem auto, weil man da für ein paar hundert meter schon unverhältnissmässig länger unterwegs ist als mitm fahrrad oder öffentlichen verkehrsmitteln. in den meisten anderen städten und vorallem aufm land ist fahrradfahren nur halt nicht immer und schon garnicht bei jeder strecke möglich. am ende gibts sogar, man höre und staune, menschen die einen wechselnden arbeitsplatz haben und viele autobahnkilometer zurücklegen müssen... aber ja ich weiß schon der redliche christ würde für jeden arbeitseinsatz ein paar stunden mehr seiner freizeit opfern indem er 3x umsteigt und dabei 2x seine anschlüsse verpasst und natürlich selbstverständlich in irgendeiner pension schläft... schon klar, autofahren ist immer und überall nur dekadenz.
 
 
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weltretter
Alt 09.11.2006, 08:51   #17
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Und ich hab einfach keine Lust mir morgens in der Ubahn die ganzen fremdem Menschen anzutun, die weniger als 10cm von mir entfernt stehen, und abgesehen davon, dass sie stinken, auch immer in einer Lautstärke sprechen, dass selbst ein mp3Player nichts mehr bringt.

Von wegen Parkplätzen in der City fahr ich da halt schon meist mit der Ubahn... obwohl das lange her ist.
 
 
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reyals
Alt 09.11.2006, 10:29   #18
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Sparko, wir wohnen neben Hamburg in einem Ort, in dem mann wirklich alles bequem mit Rad oder Bus erreichen kann. Es gibt hier eine Bahnsation, da fährt ein uraltes Ding nach Hamburg rein und erst in Norderstedt hat man den Genuss in eine wunderbare U-Bahn zu steigen.
Und mir ist es wirklich unbegreiflich, warum meine Lehrerin immer mit ihrem Auto zur Schule fährt. Ich freue mich schon auf den Tag, wo ihr Motor den Geist aufgibt.
Natürlich sind Autos ne tolle Sache und wenn man nicht Fahrad fahren kann, warum auch immer (vereiste Wege, gebrochenes Bein oder so) dann ist ein Auto durchaus praktisch. Ich möchte nicht sagen, dass Autos total schlecht sind aber wenn man auch es nicht unbedingt braucht (meine Lehrerin) dann sollte man doch wohl auf den Gedanken kommen darauf zu verzichten?

Und da wo es keine Bahn gibt so muss ich ohnehin mit dem Rad fahren.
In kleineren Orten ist das hier auch kein Problem.
Und ich hatte nicht bedacht, dass es bei euch da unten hügeliger sein könte als hier, da sieht die Sache etwas anders aus. Wir waren im Sommer in Bayern und hatten uns Fahrräder gemietet. Mein Bruder und ich hatten keine Probleme mit den Hügeln aber meine Eltern hatten es nicht so leicht.
Und ich hätte sicherlich auch keine Lust auf Dauer durch Berg und Tal zu fahren
Wie man in unserer Gegend das Auto dem Fahrrad vorziehen kann vesteh ich allerdings nicht wirklich.
 
 
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Lupus Silvanus
Alt 09.11.2006, 11:44   #19
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Ja, was will ich dazu sagen. Kommt ganz drauf an wo du wohnst. Wo ich aufgewachsen bin ist so dermaßen nichts los, da gibts keine Infrastruktur, keine Läden, nen Bus der 2x am Tag fährt. Das wars. Nächster Bahnhof war dann paar Kilometer weiter.


Aber hier in der Stadt machts absolut keinen Sinn mit dem Auto irgendwo hin zu fahren. Morgens und nachmittags/abends im Berufsverkehr kannst dus gleich bleiben lassen.
Nicht nur daß du länger für die Strecke brauchst und sowas wie nen Parkplatz suchen musst. In der U-Bahn steig ich ein und wenn ich da bin steig ich wieder aus. Der Rest ist der Job des UBahn-Führers. Mit dem Auto muss ich immer aufpassen daß ich nicht mit einem dieser Dutzenden Halbverrückten kollidiere, die meinen fahren zu können wie James Bond.

Auto hab ich zwar, aber für den täglichen Verkehr bleibt das vorm Haus stehen. Ist im Moment sogar nichtmal angemeldet. Einsetzen tu ich mein Gefährt meistens bei größeren Transportaktionen (hab nen VW-Bus und spiele öfter den Umzugs- und Transportservice im Bekanntenkreis).
Oder eben größere Ausflüge zu viert oder fünft wenn du dir überlegst: für Wochenendticket ist es zu weit und für Mitfahrgelegenheit sind wir zu viel.
 
 
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doomhammer
Alt 09.11.2006, 13:37   #20
Standard

Na klar.. neben dem Holocaust ist Adolf noch für die gesamte Problematik rund ums Auto schuld.

Zu den Beispielrechnungen mit Bahn und ach wie günstig - in Großstädten sicher klasse, auf dem "Land" Bullshit. Wenn ich aus meinem Kaff zu meiner FH kommen will, kostet mich das worst case (morgends Rush-Hour) 35 Minuten. Mit den Öffentlichen (Zug, Bus) brauche ich incl. Wartezeit 55 Minuten und muss ne halbe Stunde früher aufstehen um diese Verbindung zu bekommen. Die Züge hier fahren seltenst nach Fahrplan - wenn der Zug nur fünf Minuten Verspätung hat bin ich der Arsch und die erste Vorlesung findet für mich auf dem Bahnhof Heilbronn statt.
Ohne näher darauf einzugehen - incl. allen Vergünstigungen die ich als Student habe, ist Zug- bzw. Busfahren um die 40 €/Monat teurer als mit dem Auto.
Es gibt für die Öffentlichen durchaus eine Berechtigung, die sehe ich aber nicht in den Sektoren Service, Komfort und Geld sparen.
Es gibt durchaus Positivbeispiele - Berlin Netzkarte für fünf Euro pro Person halte ich für einen sehr guten Preis; wenn ich hier sehe, dass ich nur um vier Stationen später am HBF Stuttgart zu stehen ebenfalls fünf € löhnen soll überleg ich mir zweimal ob ich Zug fahr. Mit dem Auto kostets mich rein vom Sprit das gleiche und wenn man zu zweit ist rentiert sichs schon.
 
 
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sailor
Alt 09.11.2006, 14:30   #21
Standard

@doomhammer u.a.

Ohne näher darauf einzugehen - incl. allen Vergünstigungen die ich als Student habe, ist Zug- bzw. Busfahren um die 40 €/Monat teurer als mit dem Auto.
Doch, da geh´bitte mal näher drauf ein. Es wäre nämlich für die Allgemeinheit wirklich interessant, wie diese Rechnung aufgeht.

Warum ist es so schwer, mal ohne das elendige eigene Portemonaie zu denken?
Wenn wir schon bei Kosten sind, dann müssten wir genauso die Umweltschäden und Gesundheitskosten berechnen, die durch die Autos entstehen. Wer rechnet das? Braucht uns das nicht zu interessieren?

Denkste. Das wird jedem Steuerzahler über die Steuern wieder akkurat aufgeschlagen. Damit fehlt´s dann doch im eigenen Portemonaie. Das ist mit Sicherheit mehr!! Und nebenbei darf sich jeder einzelne noch über Betonwüsten, Gesundheits- und Umweltschäden "freuen". (Siehe dazu meine o.a. Links) Diese bedeuten wiederum mangelnde Lebensqualität.

Geändert von sailor (09.11.2006 um 14:36 Uhr).
 
 
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Jaina
Alt 09.11.2006, 14:47   #22
Standard

Zitat von sailor
Warum ist es so schwer, mal ohne das elendige eigene Portemonaie zu denken?
Weil man ohne auf den eigenen Geldbeutel zu achten nicht Zugfahren kann, denn das kostet Geld, was manche nicht so einfach aufbringen können.

Ich persönlich fahre gern Fahrrad, vorallem bei meiner Tante im Norden - alles schön Flach - da hab ich auch keine Probs mal in die 30km entfernte Stadt zum bummeln zu fahren.

hier sieht das allerdings anders aus, hier ists extrem hügelig und im Winter kann man das total vergessen. hinzu kommt, dass ich in nem kaff wohne, dass nur eine schulbussverbinung hat, die zweimal am tag fährt (einmal zu der schule hin und einmal zurück). der bahnhof ist knapp 17 km weit weg.

ich bin dankbar für mein auto!
 
 
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sailor
Alt 09.11.2006, 15:40   #23
Standard

Warum ist es so schwer, mal ohne das elendige eigene Portemonaie zu denken?
Weil man ohne auf den eigenen Geldbeutel zu achten nicht Zugfahren kann, denn das kostet Geld, was manche nicht so einfach aufbringen können.
Wenn Du damit argumentierst: Autofahren kostet auch Geld. Und nach meiner oben aufgestellten Rechnung (siehe #6) auch durchaus nicht weniger. Selbst dann, wenn Du schon ein eigenes Auto hast.
Mit dem "ohne das Portemonaie denken" meine ich, daß unsere Gedanken nicht darauf fixiert sein sollten und auch andere (nicht weniger wichtige oder wichtigere) Dinge berücksichti