Original geschrieben von IVI
Der "einfache" Beweis
Im Hinblick darauf, dass alle Völker Götter, Geister und Dämonen hatten, bevor sie sich miteinander austauschen konnten, ist die Vermutung naheliegend, dass es einen Gott oder Götter gibt.
Es ist naheliegender, dass alle Völker abergläubisch und naiv waren, aber so manche mögliche Erklärung durchaus nützlich sein konnte.
Wiedergeburt
Viele haben sich sicher schon gefragt "Wie kann Gott zulassen, dass dieses kleine Kind Krebs bekommt?". Es gibt nur eine Möglichkeit, wenn wir davon ausgehen, dass Gott sich um die Gerechtigkeit im Universum kümmert. Das Kind ist schuldig. Wie? Die Seele des Kindes hat im Leben davor etwas verbrochen und muss es ausbaden. Die Eltern genauso. Alle sind dem karmischen Prinzip unterworfen. Du bekommst alles zurück - sowohl das Gute, als auch das Schlechte. Wiedergeburt ist die einzige logische Erklärung für eine perfekte Gerechtigkeit - und man kann sich vorstellen, dass es einen Gott erfordert, Leid und Freude von 6 Milliarden Menschen zu koordinieren.
Ich finde das kein bisschen gerecht.
Im Prinzip ist das auch nichts wirklich anderes als die Vorstellung von Himmel und Hölle. Ob man nun glauben will, dass die Gerechtigkeit dadurch entsteht, dass man im Jenseits belohnt oder bestraft wird, oder im nexten Leben, das System bleibt das gleiche.
In der realen Welt, lässt sich die Gerechtigkeit halt nicht so gut erkennen, also muss das ja nach dem Tod geregelt werden. Und da man ja an das Gute glauben will, gibt es halt keine Alternative zur 'post mortem Gerechtigkeit'.
Ich find das auch moralisch um absolut nichts besser, als die Jenseits orientierte restriktive Philosophie, die die Kirche ihren Schäfchen gerne eingetrichtert hat, damit sie schön brav sind.
A:"Hey schau mal, der arme Mann hat keine Beine mehr, ist krank und muss betteln."
B:"Ach mach dir keine Gedanken, das muss so sein, der war böse im letzten Leben."
Klingt nett. Man kann, wenn man mag, aus beidem richtig schöne unmenschliche Schlüsse, auch im Hinblick auf ethisches Verhalten, ziehen.
Es ist nunmal ziemlich beliebt, gefördert und gesellschaftlich anerkannt, auf irgend einen Hokus Pokus nach dem Tod zu hoffen, anstatt sich einzugestehen, dass es keine auch nur annähernd perfekte Gerechtigkeit gibt.
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