ohje, zwei schwer zu beantwortende fragen zugleich, aber ich versuchs mal:
Zitat von felicitas wie orion zu seinem. usw. die wege sind vllt die wirklichen beweise
Natürlich beginnt sowas mit einer Taufe, sofern man in eine Kirche "hereingeboren" wird. In den frühen Tagen war Religion natürlich einfach, das war wie an den Nikolaus glauben oder an den Osterhasen, beschäftigt hat man sich damit weniger, ausser wenn man in der Grundschule im Religionsunterricht aus der Bibel vorgelesen bekam. Zuerst muss ich mal sagen, ich bzw meine familie, also wir, leben in einer sogenannten Diaspora. Eine Diaspora ist ein Bereich wo eine Konfession stark in der Minderheit ist, das sind hier in meinem dorf und auch weit drumherum die Katholiken. Obwohls halt ortschaftenweise wankt, die nächsten 2 ortschaften nach norden zb sind alle evangelisch, dann die erste richtung NRW wieder vollkommen katholisch. Es schwankt also.
Wenn man in einer Diaspora lebt, kommt man unweigerlich mit der anderen Konfession in berührung, also hab ich auch viel von den evangelischen abbekommen und mit ihnen erlebt, was den glauben natürlich auch prägt.
Nach der Grundschulzeit (wie gesagt weihnachtsmannglauben), entwickelte sich das eher zum atheismus, bis ich 13 war ungefähr hab ich so gar nicht an Gott geglaubt, es war ein lustiges Märchen halt, aber das alles stimmte nicht. Obwohl ich Kommunion hatte und co, verstanden hab ich das trotzdem noch nicht.
Dann wechselte ich die Schule und auch meine freunde wechselten ein wenig. Ich kam über umwege in die sogenannte "Jungschar", das ist so ein örtlicher CVJM. Da wurde erst gebetet, von Gott geredet und anschliessend irgendwas gespielt. Und da hatte ich den ersten Menschen der mich im Glauben ein wenig prägte. Nämlich der Leiter der Jungschar. Der Mann arbeitete den ganzen Tag und arbeitete in seiner Freizeit noch für die Jungschar, machte das einmal in der Woche, war noch anders aktiv im "Verein" und kümmerte sich ganz nebenbei noch um seine Familie. Wenn man so schon genug zu tun hat, wieso macht man dann irgendwas für so ein "Luftschloss" wie den Glauben wobei es gott doch garnicht gibt? So kam ich ein bisschen ins grübeln und machte auch noch fast 2 Jahre dort alles mit (half mit meinen eltern bei veranstaltungen und co.) und fand die Jungschar eigentlich ganz toll, auch die andachten, denn die waren gut gestaltet und sehr interessant, weil der Leiter die ganzen geschichten aus der Bibel mit eigenen worten wieder gab und dazu noch schön schauspielerte. Ausserdem gab es immer spiele, die dann mit bibelgeschichten assoziiert werden konnten. Das war auch so mein erster denkanstoß über die Bibel ein wenig nachzudenken. War das doch kein "Geschichtenbuch" sondern hatte auch bezug zum wirklichen leben?
Naja, weiter gings mit 16, als ich den Brief bekam das ich unter den Firmlingen für die jahrgänge 87/88 sei und ob ich nicht zur vorbesprechung kommen wolle und gefirmt werden wolle.
Dazu muss man sagen, das das Sakrament der Firmung die aufnahme ins Erwachsenenleben seitens der Kirche ist. Weiteres kann man gut ergooglen.
Ich dachte erst "och nööö, wieder so ein starres gesinge, geknie, in die kirche müssen wie sonst". Aber ich ging hin und machte auch weiter. In der Firmgruppe wuchs man schnell zu einer gemeinschaft zusammen, und die starre war auch nicht da. Erste Aussage: "Ihr findet die Kirche scheisse? Gut, dann machts besser, ihr seid die kirche". Und wir taten was, engagierten uns bei Projekten und co. und wurden eigentlich recht gute freunde. Da wuchs das Gemeinschaftsgefühl enorm und auch ausserhalb der Firmgruppe bildeten sich freundschaften, ich freu mich heute noch wenn ich einen von den "alten" aus der Firmgruppe sehe und verstehe mich auch heute noch mit denen. Wie gesagt, das war halt komisch, weil man auch als katholik denkt, das die kirche immer so starr und konservativ ist. Im Gegenteil. Unser Pfarrer rauchte, fuhr leidenschaftlich motorrad, wusste über alles bescheid und hielt Predigten über Herbert Grönemeyer (kein scherz, er nahm das lied mensch und verband den text mit gott und der bibel). Auf der Firmfahrt durfte ebenso geraucht werden, man hatte unendlich freiraum und Mädchen und jungentrennung gabs auch nicht. Wir durften Partys feiern, und erschienen eigentlich immer guter laune zu unseren Treffen im Gemeinschaftsraum und arbeiteten aktiv an allem mit und dazu machte das auch noch spaß.
Sowas verändert natürlich das bild des glaubens bei einem jugendlichen enorm. "ihr seid kirche" und diese Gemeinschaft verbanden schonwieder die Bibel mit dem realen leben.
Ab dann denkt man nach. Kann eine organisation die solche gemeinschaften schmiedet und so viel tut denn grunsätzlich schlecht sein? Nein. Und sich zu engagieren war auch kein schwachsinn mehr. Ich schaute Matrix, sah die paralellen des Films zu Jesus, ich hörte die ansichtsweisen der bibel, ich las Illuminati und erfuhr von der vereinbarkeit von wissenschaft und religion (die ich für mich selber weiter"sponn"). Irgendwie war es komisch, das man wissenschaftlich gott nicht beweisen konnte, jedoch wissenschaftlich auch nicht zum ursprung des universums kommen konnte. Also ist entweder beides falsch, weil das eine ja unwissenschaftlich ist (bibel, genesis, wunder etc.) aber das andere zwar beweise für alles bringt, jedoch irgendwann auch nicht weiter weiss. Also besteht die möglichkeit das beides falsch oder beides richtig ist. Und da es sonst nichts anderes gibt, muss richtig sein das beides richtig ist. (Dualität, es kann nicht nur eine falsche lösung geben). Ich las diverse Bibelstellen und mir fielen sachen auf, die mir vorher nicht aufgefallen sind, ist vieles da nicht einfach symbolisch gesprochen und nicht wortwörtlich gemeint? Dann fallen einem halt sachen auf wie das zb der Genesis mit Theorien über die Entstehung der Erde chronologisch übereinstimmt, oder das die 10 Gebote eigentlich die grundsätze für die meisten verfassungen geben, und das die gebote einzuhalten eigentlich ein guter lebensweg ist wenn man drüber nachdenkt. Das alles und noch viel mehr erkennt man da, zumindest ich hab das so erkannt. Eigentlich macht das irgendwie doch alles "Sinn".
Durch eine befreundete türkische familie kam ich dann auch mit dem Koran in berührung, und mit dem Islam. Ich war sogar schon im Ramadan mit in der Moschee und habe mit dem Muslimen gebetet. Und mir fiel auf, das die garnicht so anders sind, nur anders heissen und ein paar andere rituale und gesetze haben, aber prinzipiell ans selbe glauben.
So brach bei mir die fundamentalistische sicht der bibel zusammen und brachte das neue "Verständnis" dieses Buches. Und wenn man erkennt, das Physik, Biologie und co auch irgendwie von irgendwem erdacht sein müssen, kommt man auch zu dem schluss das es einen schöpfer geben muss. Und wenn man erkennt, das die Welt und das universum so gut gestrickt sind, das sie fast von alleine laufen, ohne eingreifen von irgendwem. Ich glaube auch nicht das gott ständig eingreift, sondern das gott immer in allem da ist, eben wegen der Physik und der Biologie, deswegen kann auch kein mensch selber "schaffen" nur entdecken, oder aus vorhandenen mitteln erfinden.
Ich glaube auch, das Gott zulässt, da alles "böse" immer auch was gutes nach sich zieht. Wenn ein Kind beim spielen hinfällt, lernts dann denn nicht das es aufpassen muss wenn es hinfällt? Das ist alles so geregelt. Böses allein kann genauso nicht existieren wie gutes allein, denn ohne das eine wüsste man nichts vom anderen, und ohne das eine gibts das andere garnicht.
Nur bin ich noch zweifler. Ich glaube NICHT das die bibel, wenn von Menschen geschrieben und kanonisiert vollkommen wahr sein kann, sondern das da auch teilweise viel eigennutz seitens der frühen kirchenväter drinsteckt. Auch glaube ich nicht das da alles wortwörtlich zu nehmen ist. Jedoch bezweifle ich seinen willen nicht, jedoch bezweifle ich nicht das gott unmögliches möglich machen KANN. Jedoch macht er einem auch nicht jedes kinkerlitzchen vor, meine probleme muss ich selber lösen, gott kann mich nur durch seine schöpfung unterstützen.
und orion: du bist ja so wie ich das bislang verstehe schon als christ aufgewachsen. was glaubst du, machst du in deinem leben durch deinen glauben anders als atheisten zum beispiel?
zweite frage: ähm, das weiss ich nicht genau. Au