Soso, du kannst also Kritik vertragen, dann werd ich das jetzt mal testen ...
Realität ist imo keinesfalls die materielle Gesamtheit und mit ein paar physikalischen Modellversuchen zu Laborbedingungen lässt sich keine Realität schaffen. Ein Faktum, ja, aber keine Wirklichkeit. Denn schon dem Namen nach sieht man, dass 'Wirklichkeit' alles umfasst, das 'wirkt'. Eine Idee ist nicht mehr oder minder real wie ein Stein, sie wirkt etwas anders auf uns ein, aber sie wirkt.
Aber zum Ich: Was ist das Ich?
Einleuchtend ist mir die These, dass das Ich all das umfasst, was ich kontrolliere (sie ist von mihai). Teile meines Körpers, Teile meines Geistes, Teile des Umfeldes. Ich muss meinen, sie komplett zu kontrollieren, um sie meinem Ich zurechnen zu können. "Mein Haus" z.B. besteht ja nicht nur aus Mauern und Möbeln, sondern ist im Grunde ein eigener, privater Kosmos, den ich mir teilweise selbst zurechne, weil ich besonders viel davon kontrolliere. "Mein Körper" ist ähnlich, nur kontrolliere ich von ihm mehr als von "Meinem Haus", woraus folgt, dass ich mehr mir mehr von ihm zurechne und ihn als mir näher stehend empfinde. "Mein Innerstes" befindet sich noch direkter unter meiner Kontrolle, ich rechne mir einen noch größeren Teil davon zu, infolgedesse es wiederum näher liegt als der "Mein Körper".
So entsteht eine Art Zwiebelringmodell, in dessen Zentrum das Ich als Selbstidealisierung steht, als volle Kontrolle, an dessen Rand das Weltideal steht, also null Kontrolle - und dazwischen gibts eine Abstufung, nicht kontinuierlich, sondern diskret.
Ein Atommodell des Ichs sozusagen.
Komplexer wird's nur noch, wenn sich zu der Ich-Komponente eines 'Objektes' eine Du-Komponente gesellt, also eine nicht natürliche, sondern
bewusst gesteuerte "Gegenkontrolle". Müsste man sich noch überlegen, hab ich nicht durchdacht.
-jessiter