
01.01.2008, 23:31
# 12 also halten wir mal fest:
deine mutter ist (im gegensatz zu vielen anderen eltern) auf deiner seite wenn es um streiterein mit deinem freund geht. das magst du aber auch nicht weil das ihn gleichzeitig "schlecht" macht. deine mutter ist gewillt um dein bestes und macht sich sorgen dass dein freund eben nicht das beste für dich ist. du bist einzelkind, also so das küken das immer umgarnt wird. und das dadurch aber auch die extra portion sorge und angst abbekommt und von daher eingeschränkt wird, bzw. sich eingeschränkt fühlt. desweiteren will deine mutter das beste für dich in sachen schule, schießt dabei auch übers ziel hinaus.
also ich will es mal so sagen: manchmal schadet es sich nicht sich in die position des anderen hineinzuversetzen. bei eltern ist es oft so, dass sie aus angst, sorge und fürsorge übers ziel hinaus schießen, die kinder in watte packen, sehr um sie bemüht sind (s. lernen) und dann natürlich auch enttäuscht sind wenn die mühe fehlschlägt. und aus enttäuschung dann sachen sagen die so wohl nicht ganz durchdacht sind.
natürlich ist nicht alles richtig oder gut was eltern so in ihrer liebe zu ihrem kind tun, aber es ist nachvollziehbar. und an dem punkt hilft ein offenes gespräch. und bei solchen gesprächen ist es wichtig, dass aufeinander zugegangen wird, zugeständnisse gemacht werden, grundpositionen die als positiv erkannt werden durchaus auch gelobt werden und am ende neue regeln und kompromisse gemacht werden.
zum beispiel könntest du dich erst mal abregen. das ist der wichtigste teil für alles folgende. du musst bemüht sein einen klaren kopf zu kriegen und jetzt mit deinen 16 ein stück weit erwachsen zu werden. nicht dass alle erwachsenen fähig sind sinnvoll zu kommunizieren.... aber das kann man lernen.
dann setzt du dich mal allein hin und denkst nach. woran liegt das scheitern in der schule? sicher auch an dem gefühlten druck den deine mutter macht (obwohl sie es sicher nicht absichtlich macht, es ist nur eben das ergebnis von sorge und liebe), sondern es liegt auch an anderen sachen. vllt ist dein lernstil nicht optimal für dich, vllt brauchst du lerngruppen, vllt ist das gymnasium nichts für dich, vllt brauchst du nachhilfe, vllt brauchst du auch einfach einen "lernplan". sprich: du musst rausfinden wie du JETZT lernst und du musst wege finden wie es anders gehen könnte. mit diesem plan gehst du zu deiner mutter. sagst ihr dass du es magst und gut findest dass sie dir beim lernen hilft und dich unterstützt, aber du hast das gefühl dass es einfach nicht funktioniert und du würdest gern mit ihr zusammen überlegen wie man es anders machen könnte. zb nur einmal die woche am wochenende abfragen, dafür muss sie dir soweit vertrauen können dass du dann in der woche auch jeden tag deinen kram machst. dann ihr auch ruhig sagen dass du dich unter druck gesetzt fühlst. nicht sagen "du setzt mich unter druck", sondern "ich fühle mich so und so dabei". keine vorwürfe machen.
was mir auch aufgefallen ist, deine mutter sagte erst ja zum 3.1., dann zum 4.1.. weißt du warum? hat sie dir gesagt warum? letztendlich ist das positive zeichen, was du momentan komplett übersiehst, der teil, dass sie dich ja im prinzip zu ihm fahren lassen möchte, aber halt erst einen tag später. im übrigen ist es für viele eltern sehr sehr schwer ein junges mädchen von 16 jahren so weit von sich weggehen zu lassen ohne zu wissen was da genau abläuft und passiert. wieder die geschichte mit der sorge. an der stelle hilft: reden. eltern wollen gern am leben des kindes teilhaben und wenn sie das dann haben, dann machen sie sich uU auch weniger sorgen. das kann so aussehen: wir haben geplant am freitag abend ins kino zu gehen, samstag in den park, sicherlich ein eis essen und abends videoabend bei ihm mit ein paar freunden. und meine eltern wollten dann immer wissen was die "freunde" machen, ob sie auch aufs gym gehen, ob sie studieren > einfach um zu sehen "jap das ist ein gescheites umfeld für mein kind". irgendwie so ein bisschen plaudern halt. nicht dass ich das jemals gern gemacht hätte, aber es ist fürs friedliche zusammenleben mit den eltern durchaus nützlich.
im übrigen: wenn sie schreit ist das ein zeichen von schwäche und zeigt wie machtlos sie sich fühlt (findest du das jetzt komisch? mich hat das in deinem alter total traurig gemacht, weil ich nicht wollte das meine mom wegen mir traurig ist und sich meinetwegen machtlos fühlt). und ganz oft schreien immer 2, nicht nur einer. und das mit dem schlagen ist genauso ein zeichen für hilflosigkeit.
zum schluss lass mich noch eines sagen: ich bezweifle dass dich das jugendamt ausziehen lassen wird. bzw. das die überhaupt auch nur irgendwas tun. für die wird es so aussehen wie es für mich aussieht: superfürsorgliche mutter vs. pubertierende tochter > kein handlungsbedarf, das gibt sich mit der zeit. vllt bekommst nen jugendpsychologen an die hand zum reden...
Geändert von Felicitas (01.01.2008 um 23:42 Uhr).
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