
18.01.2004, 03:13
# 8 Vermutlich hat vorher jemand eine Kalkulation gemacht, und die Arbeiter haben, warum auch immer, länger gebraucht als geplant.
Da der Rechnungssteller nun nicht den doppelten Betrag forden kann, frisiert er den Aufwand eben. Das ist alltägliches Geschäft.
Es kommt oft zu sölchen Fehlkalkulationen, darum kosten öffentliche Bauten meist das Doppelte vom geplanten Etat. Ein guter Bieter auf öffentliche Ausschreibungen sucht extra nach vergessenen Positionen. Die aufgeführten Leistungen bietet er dann besonders billig an, um den Auftrag zu bekommen. Est bei der Ausführung fragt er dann nach den fehlenden Positionen. Dann ist es natürlich zu spät für eine Ausschreibung und Terminvereinbarung mit anderen Bietern, und der Auftragnehmer kann ganz zufällig die fehlende Leistung erbringen, und nach seinem Ermessen saftig dafür abkassieren.
Da wird zum Beispiel das ausheben des Erdreichs, einbringen von Füllsand, verdichten und verlegen von Gehwegplatten, 40x40 aus rotem Buntsandstein ausgeschrieben. Am Tag X stehen dann die Arbeiter und die maschinen da, aber es ist kein Füllsand und keine Gehwegplatten da, weil das Liefern nicht aufgeführt war. Der gute Bauführer hat die Platten natürlich vorbestellt, und kann sie auf Anruf liefern lassen, für den Sand hat er auch schon Fahrzeuge bereit. Es fehlt nur die Unterschrift des Auftraggebers, der sonst die Wartezeit der Bauarbeiter bezahlen muß.
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