Also, ein kurzer Ausflug in die Hermeneutik:
Was ein Gegenstand ist, bestimmt sich durch das Verständnis derjenigen, die ihn benutzen. Ein Tisch ist ein Tisch, weil er von fast allen Leuten so genutzt wird - es gibt Abweichungen (Jack Nicholson und Jessica Lange in "Wenn der Postmann zweimal klingelt" bieten ein Beispiel

)
So verhält es sich auch mit der Frage, ob ein Gegenstand eine Waffe ist. Man kann sich zurücklehnen und sagen, was das Gesetz als Waffe bezeichnet, ist eine. Das ist der Ansatz, der im Strafrecht zwingend ist, da dort jeder Begriff, der Voraussetzung der Strafbarkeit ist, gesetzlich umrissen sein muß.
Beim Messer ist die Sache nicht einfach, da in der Tat manche Messer Werkzeuge sind, andere nicht. Bei einem Klappmesser wird man die Eigenschaft als Werkzeug für unsere Gegend der Welt auf Winzermesser und Schweizer Taschenmesser usw. beschränken müssen.
Bei einem Butterfly-Messer habe ich noch nie erlebt oder berichtet bekommen, daß so ein Ding als Werkzeug benutzt würde - und damit meine ich nicht, daß man damit auch Bierflaschen öffnen kann - das geht auch mit einer gefalteten Zeitung, die sicher niemand als Werkzeug bezeichnen würde.
Die Herleitung aus der Historie ehrt den Erzähler zwar für seine Kenntnisse, riecht aber nach Rechtfertigung.
Ein bekannter Mann sagte einmal: "Was früher Recht war, kan heute kein Unrecht sein." Dieser Mann war wärend des Dritten Reichs Marinreichter und später Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes - freilich nicht mehr lange, nachdem er dieses berühmte Zitat verbrochen hat. Wer war der Mann?