
14.05.2006, 04:15
# 4 "Tipp 4: ausgebaute Teile aufheben
Man kann bereits bei der Auftragsvergabe verabreden, dass Teile, für die Ersatz eingebaut wurde, in den Kofferraum beziehungsweise in den Fußraum des Beifahrersitzes gelegt werden. Kommt einem die alte Bremsscheibe noch dick genug vor oder haben die angeblich erneuerungsbedürftigen Reifen noch reichlich Profil, hat man die Möglichkeit zum Beispiel bei einem Sachverständigen nachprüfen zu lassen, ob hier wirklich ein Austausch nötig war.
Auch hier gilt: überflüssige Erneuerungen müssen nicht bezahlt werden. Allerdings wird längst nicht jede "ertappte" Werkstatt freiwillig auf ihr Geld verzichten."
"Frankfurt. An ihren jüngsten Besuch in der Autowerkstatt hat Marita Röller keine guten Erinnerungen. Für einen schnellen Ölwechsel gab die 35-Jährige ihren Wagen bei einer Werkstattkette ab. Doch zum neuen Öl im Sonderangebot bekam sie eine lange Mängelliste: Die Bremsbeläge müssten erneuert und die Bremsflüssigkeit gewechselt werden. Auch bei den Stoßdämpfern mahnte der Mechaniker Reparaturbedarf an. Irritiert fragte Röller in ihrer Stammwerkstatt nach. Doch die winkte ab, alle Teile seien völlig in Ordnung. Ein Einzelfall? Keineswegs, sagt ADAC-Rechtsexperte Ulrich May. "Unsere Werkstatttests zeigen, dass teilweise geschludert wird und unnötige Arbeiten durchgeführt werden", sagt May. Wie bei Daniel Rauch. Er hatte vor der Inspektion extra gesagt, dass er das Scheibenwischwasser gerade aufgefüllt hat. Dennoch tauchte auf der Rechnung später "Waschanlage aufgefüllt" auf. ADAC-Verbraucherschützer May kennt das: "Bei einigen ist das offenbar ein Standardposten auf der Rechnung." Wer hier nicht aufpasst, zahlt schnell zu viel. Unnötigen Arbeiten und Reparaturen lässt sich jedoch vorbeugen. Das fängt schon beim Auftrag an. "Pauschalanweisungen wie ,TÜV-fertig` machen oder ,Winter-Check` sind äußerst ungünstig", weiß der ADAC-Experte und rät zu einem präzisen, schriftlichen Auftrag. Darüber hinaus ausgewechselte Teile muss die Werkstatt dann wieder durch die alten ersetzen, es sei denn, es handelte sich um schwerwiegende Sicherheitsmängel. Ist der Umfang der Reparatur nicht eindeutig absehbar, etwa wenn der Wagen schlecht anspringt oder zu viel Öl schluckt, sollte ein Preislimit gesetzt werden, das ausdrücklich nur nach Rücksprache überschritten werden darf. Eine Kopie des Auftrags verhindert später leidige Diskussionen. Damit lässt sich zwar verhindern, dass die Rechnung schwindelerregende Ausmaße annimmt. Vor Betrügereien, etwa beim Austausch fehlerfreier Teile, schützt die Strategie nicht. "Gerade Schnellwerkstätten tauschen gerne Teile wie Bremsbeläge aus, auch wenn dies nicht nötig ist", sagt May. Der Autobesitzer sollte darauf bestehen, dass die angeblich defekten Altteile für ihn aufbewahrt werden. "Bei Bremsscheiben kann auch ein Laie erkennen, ob die Riefen haben." Die meisten Werkstätten werden sich hüten, einen so vorsichtigen Kunden übers Ohr zu hauen. Wer betrogen wurde, habe zumindest die Beweise gesichert, um sie einem Sachverständigen vorzulegen. Besteht die Werkstatt trotz sofortiger Reklamation auf ihrem Geld und rückt den Wagen nicht raus wozu sie berechtigt ist -, sollte der Kunde auf der Rechnung vermerken, dass die Zahlung unter Vorbehalt erfolgt. Für alle Reparaturen haftet die Werkstatt mindestens ein Jahr lang. Doch selbst wer richtig Ärger hat, muss nicht gleich seinen Anwalt anrufen. Für solche Fälle gibt es Schiedsstellen, wenn die Werkstatt Mitglied der Kfz-Innung ist. Im vergangenen Jahr wurden rund 12 300 Fälle von zu hohen Rechnungen, nicht in Auftrag gegebenen Reparaturen oder Schlampereien auf diese Weise unbürokratisch gelöst, heißt es beim Zentralverband des Deutschen Kfz-Gewerbes. Das Verfahren kostet den Verbraucher keinen Cent. Für die Werkstatt ist der Schiedsspruch bindend, dem Kunden steht der Rechtsweg dagegen weiter offen." Das mit dem Austausch kann ich mir nicht ganz vorstellen. Ich will jetzt noch nicht das Schlimmste befürchten, aber vielleicht bist du ja genau Opfer geworden und die 15 EURO sollen abschrecken, das alte Teil (welches ja vllt. noch geht; oder bist du gerade wegen einer defekten Klima in die Werkstatt?) zurückzuholen, weil es ja unter Umständen gar nicht defekt war.
Und wenn manche Teile nur im Austausch repariert werden, vom Hersteller aus, warum sollte man es dann für 15 EURO zurückbekommen können? |