Es war ein überwältigender Abend, das gleich vorweg. Klar, das ausdrückliche Rauchverbot in der Halle wurde zwar nicht konsequent durchgesetzt bzw. eingehalten, doch das schien TOOL nicht zu stören (obwohl Maynard James Keenan das ganze Konzert über konsequent eine Gasmaske mit eingebautem Mikrofon trug!).
Nach der Vorgruppe MASTODON, die durchaus überzeugen konnte, gab es eine halbe Stunde Verschnaufpause, um nicht zu sagen Ohrgang-Regeneration. Meine Herren war das ein Lautstärkepegel, immerhin war ich schon bei MOTÖRHEAD, aber die waren ein Witz dagegen...
Kommen wir zu TOOL. Um 21:20 Uhr betraten sie die Bühne und begannen wie die letzten ca 30 Shows ihr Programm mit "Stinkfist". Da es mein erstes Mal mit TOOL war, bin ich schon beim Opener tief beeindruckt gewesen von dieser Präzision, mit der sie zu Werke gingen. Außer die "Tanz"-Schritte von Maynard James Keenan...
Weiter im Set, meine absoluten Highlights waren das überraschende, aber doch irgendwie zu erwartende "Swamp Song". Dazu noch "Schism", "10.000 Days", "Lateralus" und natürlich "Ænema".
"Swamp Song", weil es einfach ziemlich wenig gespielt wird und es ein mindestens ebenbürtiges Lied zu "Sober" ist. "Schism" überzeugte nicht nur durch den schnellen Mittelteil. "10.000 Days" hatte diese herrlichen Lasereffekte mit dem Nebel, der das Ganze wie Wolken aussehen hat lassen

. Gleich danach das wohl bewegendste Stück des Sets "Lateralus". Unglaublich wie kompakt TOOL dieses extrem facettenreiche Stück spielen! "Ænema" als Rausschmeißer passte wie die Faust auf's Auge.
Wobei natürlich das ganze Konzert umwerfend war und ich nichts schlechtes finden konnte, außer das Fehlen von "The Pot", was aber Angesichts der überragenden Show nicht weiter schlimm war. Es war wohl auch so das für mich beste Konzert, das ich je gesehen habe, welches im Übrigen 23:05 Uhr zu Ende ging.
Einzelbewertung:
Maynard James Keenan: Trotz Gasmaske brillierte er gesanglich. Unglaublich, wenn man das schon in den Studioversionen hört, doch er singt es dann auch noch live fast exakt so! Seine einzigen Worte an das Publikum waren: "Good evening!", "Are you ready?" und "Can't wait to see you next summer!".
Adam Jones: Hüftsteif wie eh und je, was aber keine Kritik sein soll! Souverän spielte er die Halle in Grund und Boden (Meine Ohren fiepen nach wie vor!). Auch das Talk-Box-Solo während "Jambi" war wieder vom feinsten.
Justin Chancellor: Was ein virtuoser Bassist! Ich hab ja einiges erwartet, doch er konnte dies mit seinem Spiel locker übertrumpfen. Allein der Anfang von "Schism" ist beängstigend. Ach ja, das Solo bei Vicarious wird von ihm gespielt, nicht etwa von Adam Jones.
Danny Carey: Auch das "Schweizer Uhrwerk" genannt. Was der spielt, ist unbeschreiblich. Irgendwie muss dem ein Nerv fehlen, anders kann ich mir nicht vorstellen, dass man so unabhängig voneinander Füße und Ärme bewegen kann. Randnotiz: Er blieb seiner Linie treu und trug wieder ein Basketball-Trikot, dieses mal von Elton Brand (
http://www.nba.com/playerfile/elton_brand/index.html).
Hier noch die Setlist:
Stinkfist
Forty Six & 2
Jambi
Schism
Lost Keys
Rosetta Stoned
Swamp Song
Wings For Marie
10,000 Days
Lateralus
Vicarious
Ænema