Du hast ja selber angeführt aus wievielen Elementen ein Song besteht, von daher ist es recht naheliegend, dass es da kein Rezept gibt, vor allem nicht womit man anfängt.
Text (+ Gesangsmelodie), plus Begleitharmonie dazu Rhythmus der Harmonie, dann wieder Rhythmus diesmal der vom Schlagzeug und eben Bass...
Und: Ja es ist einfach alles möglich. Das wäre ja langweilig, wenn der Bass zum Beispiel gleichbleibend die Grundtöne der Harmoniebegleitung spielt, oder gar im selben Rhythmus. Anderseits ist genau dies eine wunderbar verstärkende Methode.
Das einzige Geheimnis beim Schreiben eines neuen Liedes ist, dass man eine neue idee haben muss. Und um eine neue Idee zu haben, muss man ein bisschen zu einer neuen Person werden - und genau darin liegt die Herausforderung (Bruce Springsteen 1987)
Der Prozess des Schreibens wird immer schwerer. Auf diesem Album [Born To Run] musste ich erst einmal herausfinden, wer ich eigentlich bin und wer ich gerne wäre. Es war, als käme ich aus dem Schatten unterschiedlichster Einflüsse hervor und ich versuche einfach, ich selbst zu sein. Man muss immer mehr von sich selbst geben. Du legst die erste Hautschicht ab, dann die zweite und dann die dritte. Das wird jedes mal schwerer, weil es immer persönlicher wird. (Bruce Springsteen 1975)
Ich wollte einfach ein Lied singen und kam an einen Punkt, wo ich nichts mehr singen konnte. Also musste ich das schreiben, was ich singen wollte, weil sonst niemand schrieb, was ich wollte. Ich konnte diese Lieder einfach nirgends finden. Wenn ich das hätte, hätte ich wohl nie mit dem Schreiben angefangen. (Bob Dylan, 1984)
Wenn ich ein Lied schreibe, ist der Text am unwichtigsten. Ich kann zwei oder drei unterschiedliche Themenbereiche in einem Song abdecken und manchmal hat der Titel überhaupt keine Bedeutung (Kurt Cobain, 1989)
Ich würde meine neuen Songs als Popsongs bezeichnen, da sie im Standard-Pop-Format geschrieben sind: Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Solo, schlechtes Solo. (Kurt Cobain, 1990)
Ich habe Klavierspielen richtig gelernt, aber schreibe alle meine Songs auf der akustischen Gitarre, auf der ich gerade einmal 10 Akkorde spielen kann. Ich schreibe alles in E, und bewege lediglich meinen Finger auf die tiefe E-Saite und spiele die B- und E-Saiten leer, egal welchen Akkord ich spiele.
Sonst mache ich eigentlich nichts. Ich habe mich hier stark limitiert, und das macht den ganzen Prozess so unglaublich einfach. (Damon Albarn (Blur), 1991)