Ich urteile da vielleicht sehr hart als absoluter Antialkoholiker aber ich glaube Deutschland liegt verdammt weit vorn und ist eine der Säufernationen schlechthin.
Sicher gibt es viele Länder in denen der Konsum an sich höher liegt, ich denke da speziell an "Ostblockstaaten" und arme Länder. Aber ihr hoher Konsum liegt darin 'begründet', dass sie damit die beschissene Realität verdrängen wollen in der sie mehr oder minder oft leben müssen, was zwar keine Rechtfertigung sein sollte aber doch irgendwie nachvollziehbar ist.
Bei uns dagegen wird aus Langeweile gesoffen, nur aus purer Langeweile und das widert mich gelegentlich richtig derb an. Ich könnte versuchen, die Zukunft der Leute, die ich aus meiner Jugend als richtige 'Säufer' kennengelernt habe, zu umreißen...
Und ich könnte drauf wetten, dass ich -falls ich 10, 20 Jahren- jemals wieder an diesen Ort hier zurückkehre nur in 'unsere' alte Stammkneipe gehen muss, um all diese Leute wieder zu sehen, die ich aus meiner Realschulzeit kenne. Ich kann mir die Szenerie praktisch vor meinem inneren Auge vorstellen:
Ich würde mich dazusetzen und das gesponsorte Bier dankend ablehnen und sie würden Witze darüber machen, dass ich mich keinen Deut verändert oder gebessert habe, worüber ich innerlich müde lächeln müsste, jedoch mit einem seltsam ironisch-bitteren Beigeschmack versehen. Danach reden wir darüber, was wir in der Zwischenzeit so alles im Leben angestellt haben, sie zeigen mir Bilder von ihrer Freundin, reden über das Haus, das sie sich hier gebaut oder die Wohnung, die sie sich gekauft haben und dass sie sich in ihrer Firma vom Azubimbo zum Arbeitsbimbo und neulich zum Meisterbimbo hochgearbeitet haben, sie erzählen die 5 lustigsten Dinge, die ihnen so in der vergangenen Zeit widerfahren sind und danach reden wir ein wenig über Aktuelles und schon sehr bald landen wir bei Fussball und bei ihrer gepimpten Karre. Während sie immer besoffener werden und die 0815-Kneipen-Unterhaltung die nach spätestens einer Stunde eingesetzt hat, mich immer weniger interessiert, ertappe ich mich bereits dabei, wie ich auf die Uhr schiele. Ich versuche noch etwas zu retten, indem ich andere Theman anschneide aber die alten werden unerbittlich immer wieder auf den Tisch gepackt, genau die Selben die sie schon ohne mich Wochenende für Wochenende gewälzt haben wie der Mönch die Bibel. Irgendwann wird es Zeit adieu zu sagen und sie sagen ,dass ich bald wieder vorbeikommen soll und ich sage: "Sicher, irgendwann komm ich bestimmt mal wieder vorbei" was ich evtl. auch tue.
Leute, wer eine gewisse Beobachtungsgabe an den Tag legt, sieht doch, dass es im Leben i.d.R. umgekehrt proportional zum Alkoholkonsum vorangeht also vergeudet eure Zeit doch nicht, indem ihr aus Langeweile jedes Wochenende ritualmäßig Saufen geht.
Letztendlich muss das aber jeder für sich hinbiegen, dies ist auf jedenfall mein Blickwinkel auf diese Dinge. Mit dem Rauchen siehts da für mich nicht anders aus, ich hab als Altenpfleger Bettlegrige mit amutiertem Raucherbein gewendet wie Ali seine Yufka im Dönerladen und
diese Herren haben nicht mit 15 angefangen zu rauchen sondern ein ganzes Weilchen später und wenn man sowas mal gesehen hat, weiß man was man inhaliert.
