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Die Nacht der Leidenschaft

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Holzklotz
Alt 22.07.2008, 19:38   #1
Standard Die Nacht der Leidenschaft

Hallo Freunde des Postplaneten,

lest euch die Geschichte einfach mal durch und lasst mich wissen was ihr davon haltet.



Die Nacht der Leidenschaft

Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit. Die Protagonisten sind nicht frei erfunden und verhalten sich auch im Alltäglichen Leben so.Ich hoffe ich konnte auch nur annähernd das leidenschaftliche Knistern beschreiben, das in dieser Nacht herrschte.

Die Nacht war bereits stark fortgeschritten, als Helge sich langsam über zwei Dinge bewusst wurde. Zu einem war er völlig betrunken und zum anderen wurden seine Blicke scheinbar magisch von diesem wundervollen, erotischen Wesen angezogen. Dieses Wesen schien mehr zu sein, als nur ein einfacher Mensch. Die Augen waren braun, die Haare zwar kurz, aber in perfekter Harmonie zusammen gefügt worden. Der Mund war voll, die Wangenknochen hohl. Und vor allem war es die schlanke Figur, die den ein Meter achtzig großen Jungen ansprach.
Helge bemerkte, wie ihm ein wenig Speichel aus dem Mundwinkel hing. Schnell sog er diesen wieder in den Mund und knabberte nervös an seiner Lippe. Er war nun zwanzig Jahre alt, davon die meiste Zeit Schüler bis er sein Abitur gemacht hatte und jetzt seit wenigen Monaten Student. Doch so ein unglaublich erotisches Wesen hatte er noch nie gesehen.
Helge wurde beinahe das Opfer seines erhöhten Alkoholpegels. Er fiel beinahe vom Stuhl, konnte sich aber mit letzter Kraft abstützen und so einem peinlichen Sturz vor den Augen des Objekts seiner Begierde verhindern.
Der Zwanzigjährige hatte die Hoffnung auf ein Gespräch mit der atemberaubenden Schönheit schon aufgegeben, als die Person sich plötzlich näherte.
Nervös warf der Student seinen Blick auf die sinnlichen Augen seines Gegenübers. Sie waren von einem so tiefen braun und funkelten scheinbar vor Lust und Leidenschaft.
Helge bemerkte, wie sich Schweißperlen auf seiner Stirn bildeten. Und ausgerechnet jetzt fiel ihm auf, dass er die Körperhygiene in den letzten Wochen…Monaten ein wenig vernachlässigt hatte. Die letzte Dusche hatte er bei dem Geburtstag seiner Mutter gehabt. Dieser lag drei Monate zurück. Doch das war ihm jetzt egal. Er schüttelte leicht den Kopf um sich von solchen Gedanken zu befreien. Sie würden ihm bei der Eroberung seiner Liebschaft nur im Wege stehen.
Die Person kam immer näher und stand dann plötzlich vor dem jungen Mann.
Helge spürte einen dicken Kloß in seiner Kehle. Er bemerkte wie der Geruch von abgestandenem Schweiß und schalem Bier sich vermischten und selbst ihm Übelkeit bereiteten.
„Hallo, mein Hübscher. Lust zu tanzen?“, fragte der rund vierzig Jahre alte Mann mit seinem verführerischsten Lächeln. Dabei konnte Helge einen Blick auf seine von Plack gefärbten Zähne erhaschen. Insgeheim fragte er sich, wie es wohl sein würde seine sinnliche Zunge in seinem Mund zu spüren.
Helge schluckte den Kloß hinunter und stammelte etwas Unverständliches. In diesem einen Moment wollte er cool wirken. Wollte dem Älteren zeigen, was für ein taffer Kerl er war, doch das schien ihm nicht so Recht zu gelingen.
Stattdessen antwortete er kurz: „Ja.“
Der Ältere reichte ihm seine rechte Hand, die Helge leicht lächelnd annahm. Er wurde sanft aber bestimmt von seinem Stuhl gehoben und fühlte die kräftige Hand, die seine eigenen etwas verunstalteten Finger umschlossen. So kräftig…und doch so zart, dachte der Student und war schon jetzt Feuer und Flamme für diesen Mann.
Dabei war es nicht so, dass er diesen wunderbaren Tänzer nicht kennen würde. Er hatte sich bereits bei einigen seiner Freunde, die mit ihm zusammen arbeiteten über diesen außergewöhnlichen Mann informiert.
Sein Name war Uwe. Uwe…Der Name eines Engels, schoss es Helge plötzlich durch den Kopf. Er arbeitete im AKH als Ein – Euro – Jobber im Transportdienst und war auch dort für seine charmante und charismatische Art bekannt. Uwe war ungefähr vierzig Jahre alt und mit kurzen braunen Haaren gesegnet. Er trug eine Brille, die seine eher Echsenähnliche Kopfform noch umrahmte. Der Mann war durchschnittlich groß und sehr schlank. Kurz gesagt: Er war der Mann seiner Träume!
Die Party war im vollen Gange. Einige der Gäste saßen weiter ruhig an ihren Tischen und tranken genüsslich ihr Bier, während andere – darunter auch Helge und Uwe gerade dabei waren die Tanzfläche unsicher zu machen.
Zuerst wurden schnelle Nummern gespielt, doch das fand Helge nicht tragisch. Uwe war ein gewiefter Tänzer, der sich mit einer Katzengleichen Anmut bewegte. Seine Bewegungen waren elegant und zeigten sein tänzerisches Talent. Zunächst hielt Helge sich selbst für nicht würdig mit diesem Meister zu tanzen, doch er bemerkte, dass Uwe Rücksicht auf ihn nahm und ihn so leicht in seine Abläufe integrierte. Helge war überglücklich und schenkte Uwe ein strahlendes Lächeln. Dabei wusste er gar nicht, dass ein Stück Fleisch zwischen seinen Vorderzähnen hing, aber selbst dies schien Uwe nicht aus der Fassung bringen zu können.
Augenblicklich änderte sich die Musik. Aus den schnellen Takten wurde ein ruhiges, melodiöses Lied, das die Tanzenden dazu animierte sich näher zu kommen.
Helge sah schüchtern zu seinem Partner auf. Dieser lächelte breit.
Der Student nahm gemächlich seine Arme und legte diese um den Hals des Älteren. Uwe hingegen platzierte seine Hände auf dem Rücken des Kleineren.
Sie tanzten eng umschlungen miteinander und Helge fragte sich, ob er jemals glücklicher in seinem Leben gewesen war. Wenn er sich diese beiden braunen Augen so ansah, wusste er, dass er es nicht war. Leicht errötend spürte er, wie sich Uwes Hände auf sein Gesäß legten und begann die beiden Backen langsam zu massieren. Helge lächelte ihn scheu an.
Dabei zeigte er jedoch wieder seine vom Fleisch verunreinigten Zähne.
„Du hast da was am Zahn.“, meinte Uwe trocken.
Helge wurde rot und wandte den Blick ab. In diesem Moment hätte er die Welt anklagen können.
Er spürte, wie sich Uwes warme Hände seinem Kinn näherten und konnte nun sogar den Atem des Mannes auf seinem Gesicht spüren.
„Kein Problem. Ich weiß schon, wie ich es entfernen kann.“, strahlte der Transporter und presste seine Lippen gegen die des Studenten. Helge war im ersten Moment wie betäubt gewesen. Er spürte das Kribbeln in seinem Körper, das an seinen Füßen begann und langsam die Beine rauf kämpfte und schließlich in seinen Lippen mündete.
Er öffnete nun auch seinen Mund und spürte die warme Zunge auf seiner eigenen. Erregung durchflutete ihn und er bemerkte eine wohltuende Versteifung seines Gliedes.
Einige kräftige Arme rissen ihn aus seiner Zweisamkeit und zogen ihn von der Tanzfläche weg. Helge warf einen Blick über seine Schulter und erkannte, dass Schmahl ihn weg zerrte.
„Was tust du?“, schrie Helge fassungslos.
„Wir müssen gehen.“, meinte der Größere kühl.
Helge wandte seinen Blick wieder Uwe zu. Er streckte seinen rechten Arm nach ihm aus und sah die Enttäuschung in dem Gesicht des Älteren. Tränen flossen seine Wangen hinunter und landeten auf der von Bierflecken beschmutzten Hose.
Und in diesem schrecklichen Moment wusste er, dass er Uwe nie wieder sehen würde.
 
 
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