Hi Eduar(z)t.
Tipps bezüglich der Ausformulierungen etc. kann ich sicher ein paar ziemlich gute geben, Problem ist nur dass es jetzt vielleicht schon ein bisschen zu spät sein könnte, wenn du diesen April bereits dein ABI machst

.
Ich trainiere im Prinzip sehr häuftig genau das ! Wie man vielleicht an meinen Texten im PP sieht, bin ich eigentlich immer bemüht, meine Texte mit korrekter Rechtschreibung und Zeichensetzung an den Mann zu bringen. Unterschätze das in einer Erörterung/Essay besser nicht, denn wenn ein Aufsatz kaum bis gar keine Rechtschreibfehler enthält, ist es höchst selten, dass der Inhalt Bullshit ist und wenn der Korrektor sich nicht ständig genötigt fühlt wegen irgendwelcher Leichtsinnsfehler mit seinem roten Stift auf deinem Papier rumzuschmieren, hast du schonmal sehr gute Karten, dass er wesentlich mehr Freude daran hat, dein Werk zu lesen und nachzuvollziehen. Wenn du in Foren und selbst beim Chatten immer auf deinen Text achtest, sind das schonmal gute Übungsmöglichkeiten.
Womit ich jedoch ein Problem habe ist teilweise, dass ich dazu tendiere, zu viel in einen Satz zu packen, wodurch sich früher oder später Grammatikfehler bilden, sobald man den Bogen überspannt. Ebenso ist es für den Leser oft auch einfacher, wenn er eher kürzere Sätze vorgesetzt bekommt (man sehe sich mal meinen dritten Satz im zweiten Absatz an, genau sowas sollte man eher vermeiden bzw. sollten nicht zu viele dieser Satzbalanceakte vorkommen

).
Gliederungen mache ich dagegen eher selten und wenn, dann meißt nur sehr spärlich. Bei unbekannten Themen mache ich mir ne Handvoll Stichpunkte und bringe sie in ne Grobe Reihenfolge, die Idee dahinter formuliere ich aber erst direkt beim Schreiben, und auch das habe ich mehr oder minder sicher in Foren gelernt.

Wenn es um ein konkretes Thema geht, dann folgt mein Kopf automatisch einem recht logischen Gedankengang, ohne bereits vorher zu wissen, was als nächstes überhaupt angesprochen wird und dadurch ergeben sich meißt auch recht sanfte Übergänge zwischen den Themen, wo sie denn nötig sind...
Wenn es sich aber um eine Pro /Contra -Aufgabe handelt, ist eine grobe Gliederung auf jeden Fall empfehlenswert ! Was auch ein heißer Tipp ist, ist folgendes: Wenn man bereits weiß, um was für ein Buch es sich handelt, kann man sich eine Einleitung ja im Vorraus schreiben, das spart auf jeden Fall Zeit... (Bei den immer gleich aufgebauten Erörterungen sinnvoll). Außerdem sollte man aufpassen, bei der 'kurzen Inhaltsangabe', die man bei einer Erörterung in die Einleitung packen sollte, wirklich alles ganz grob in einem Satz zu formulieren, man soll wirklich nur einen ganz groben Umriss des Geschehens machen (und auf keinen Fall schon was hineininterpretieren).
Wenn man beispielsweise in der Erörterung zu einem Buch oder Text ein bestimmtes Thema behandeln muss (was ja die Regel ist), ist es sehr fein, wenn man erstmal das Standartgeseier über Autor und Titel ablässt und dann einen schönen Übergang in das zu behandelnde Thema schafft, kleines Beispiel aus meiner vorletzten Erörterung:
"Henning Venskes Kurzgeschichte "Eine schöne Beziehung" setzt sich mit den Umgangsformen zwsischen einer Einheimischen und einem Schwarzen auseinander, die sich brüderlich ein Essen teilen. Vordergrünig beginnt die Kurzgeschichte damit, dass die bereits betagte Dame Grete Hehnkes einen Ausflug aus ihrem kleinbürgerlichen Dorft in die Kreisstadt wagt, wo sie ein Restaurant sucht und findet. Als sie sich Besteck holt, findet sie einen "Neger" (Solche Wörter immer Klammern, so ist jeder aus dem Text entnommener Fluch nur ein Zitat

) an ihrem vermeidlichen Platz vor, der sich manierlich über ihr Essen hermacht [...]"
Was evtl. auch hilfreich für sowas sein könnte, sind Rhetorikkurse. Sowas wird normalerweise bei der Volkshochschule als Abendkurs angeboten, kostet nicht die Welt und ein Freund, der das mal gemacht hat, meinte es hätte ihm sehr geholfen
PS: Beim Zentralabi kann man ja jetzt auch eine Essay schreiben, das ist eine betont subjektive Auseinandersetzung mit einem Thema, in dem man sich kreativ mal so richtig austoben kann. Man kann selbst Wörter frei erfinden und die Textform ist auch völlig freigestellt. Ironie, Sarkasmus etc. sind willkommen, ein eigener Stil erwünscht... werde mir überlegen, ob ich diese Aufgabenstellung nächstes Jahr bei meinem ABI wählen werde, das könnte vielleicht genau mein Ding sein... deins vielleicht auch ?
MfG, Ripper