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Wie man gute Texte schreibt...?!


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eduarzt
Alt 29.11.2005, 17:53   #1
Frage Wie man gute Texte schreibt...?!

Hola,

in letzter Zeit stellen die Lehrer bei uns (wahrscheinlich durch Zentral-ABI) sehr hohe Ansprüche an die Texte und den darin verpackten Inhalt.

Darum frage ich all diejenigen hier, welche ein sehr gutes Ausdrucksvermögen haben und vllt wissen worauf es bei der Formolierung,das Angehen,Schreiben etc. von Texten(besonders in Klausuren) ankommt.

Bin für jeden Tipp/Ratschlag dankbar
 
 
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El Sparko
Alt 29.11.2005, 18:16   #2
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sprichst du vom deutschen? welche aufgabenstellungen erwarten dich denn?

Ich konnte bisher am meisten punkten durch differenzierte Darstellungs- und Ausdrucksweise. Einfach weniger salop schreiben, ohne aber in einen Nominalstil zu verfallen. Generell ist es nie schlecht themenbezogene Fachbegriffe einzubringen (natürlich adressatenkonform) und vorallem auch eher lateinische Ausdrücke zu verwenden. Ein paar Schlagworte noch dazwischen und gut is.

Sollte es irgendwie in Richtung Autorenabsicht gehen, dann vermeide infach schwache Verben und nichtssagende Ausdrücke, wie "Der Autor kritisiert".
 
 
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Ephestia
Alt 29.11.2005, 18:55   #3
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Hat nix mitm Thema zu tun, aber was is schlecht an "der Autor kritisiert"? Was willste denn sonst benutzen?
 
 
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mizue
Alt 29.11.2005, 19:06   #4
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ich denk, es geht ihm weniger um den ausdruck an sich, sondern eher darum, dass man allzu beherzt auf "vorgefertigte" ausdrücke zurückgreift und die dann am besten noch an jeden satzanfang stellt... bei mir waren das zum beispiel auch "der autor behauptet/führt an/prangert an/kritisiert/erwähnt" usw.
 
 
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eduarzt
Alt 29.11.2005, 19:45   #5
Standard

jaaa alsooooo...

stellt euch vor ihr habt irgend ein text(z.B. im Fach Deutsch,Geschichte, etc.) vor euch liegen und da steht eine Aufgabenstellung die sich auf den Text bezieht. Man muss also mit dem Text und eventuell seinem eigenen wissen arbeiten.
Wie bring ich nun was lesenswertes zu papier, ohne dass alles im chaos endet... also das ich den "Roten Faden" im text verliere?
Ich weiß stichpunkte machen, gliedern usw. .. aber dafür ist meist erst gar keine zeit.

Ich habe es bisher so gemacht, das ich geguckt habe was gefragt war und dann mit meinem Text darauf hinausgearbeitet hab. Bisher ging das ganz gut, aber nun ist mein Text angeblich zu undurchstrukturiert.
 
 
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Senjo
Alt 29.11.2005, 20:19   #6
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Zu erst immer eine kurze einleitung und am ende einen kurzen schluß, im konjunktiv schreiben, wenn du etwas wiedergibst was der Autor schreibt.. A=3B heißt auf ein Argument, 1Behauptung, Begründung und ein Beispiel (ich mein das war es, bin mir aber nicht 100% sicher). und ansonsten kommt es immer gut wenn du entweder von wichtig zu unwichtig kommst oder von unwichtig zu wichtig, aber nicht so durcheinander..
 
 
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Felicitas
Alt 30.11.2005, 10:18   #7
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naja, ich kann nur sagen wie ich es meist gemacht habe und womit ich eigentlich immer ganz erfolgreich war. ist aber im prinzip das was shawna schrieb:

1. kurze einleitung soll heißen, kurz wiederholen der fragestellung, bezug darauf nehmen, behauptung ggf aufstellen.

2. je nach dem ob du deine behauptung belegen oder widerlegen willst fängst du mit dem an auf das dein fazit am ende NICHT hinausläuft.

also banal gesagt: these: schnee ist schön

du bist nicht der meinung, also bringst du zuerst alle argumente dafür das schnee schön ist, danach alle argument das er nicht schön ist und hast damit einen guten übergang zu deinem fazit.

also 3. fazit, dein resultat, bogen wieder zum anfang finden indem man den wortlaut der frage noch mal in die antwort, in das fazit mit einbaut, damit es eine runde sache wird.

und wie shawna geschrieben hat am ende noch ein beispiel. kann man aber auch (meiner meinung nach) wenn es nicht in der länge ausartet schon bei den pro's und kon's im mittelteil bringen.
 
 
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michaelg
Alt 30.11.2005, 21:00   #8
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Also, um welche Aufgabenstellungen es auch immer geht, fallen mir auch noch einige Sachen ein die gelten:

-wann immer du etwas bringst, d.h. überhaupt nennst, begründest, ausführst vertiefst... - es sollte funktional sein, also es muss konkret zur Lösung der Aufgabenstellung beitragen (gleich ob mittelbar oder unmittelbar). Das heisst es ist schon hilfreich, den Zusammenhang zur Aufgabenstellung herzustellen (dabei natürlich nicht an jeden Satz floskelartig dranhängen, "... das bedeutet gemäss aufgabenstellung, dass es so und so ist...". Klingt banal - zu banal sogar - aber warum das ganze? Nunja, es ist eben nicht alles was man schreibt, der Lösung der Aufgabe dienlich, nur weil man es schreibt, während man versucht die zu lösen.

- Erläuterungen: blosse Textverweise sind keine Erläuterungen. Als Verfasser ist es bei einem Verweis immer so selbstverständlich dass die Erläüterung daraus hervorgeht - ist es ja sogar auch - aber erst 1 Schritt weiter. Und den muss man auch schriftlich vollbringen.

- Schreibe nicht aus der ersten Person.
Es ist nicht falsch das zu tun, aber stilistisch unelegant, denn jedem ist dies eigentlich kar, schliesslich bist du der Urheber des Textes.

Die grobe Gliederung wurde ja bereits angesprochen, die ist auch wichtig, denn ohne struktur geht nichts. Aber wähne dich nicht im Gefühl von heroischer Bestleistung, wenn du nur die strikte Gliederung vollbringst. Das Stichwort ist Gedankenverlauf: Wie in anderen Künsten fliessende Übergänge zu schaffen, insbesondere zwischen den eigentlich grob getrennten Teilen. Das ist zwar einerseits schwer, eben weil es grob getrennte bereiche sind, andererseits aber auch nicht so schwer, da sich schon mit Leichtigkeit fast immer ein Punkt, ein Aspekt finden lässt, der als Verknüpfung dienen kann (Analogien, Vergleiche, ...). Dabei kann man natürlich auch etwas schummeln - indem Floskeln bemüht. Das ist zwar inhaltsleer, aber eine vorgetäuschte Gedankenführung ist - leserlich - doch besser als gar keine.


Ich hatte selber mit der ganzen Problematik eine Menge innere Schwierigkeiten, hatte aber zum Glück Erfolg mit den Resultaten.
Wie oft haderte ich, ob ich das so schreiben kann?
Und dann erstaunte ich mich über Aufsätze anderer, die so locker geschrieben waren, trotzdem ihre Funktion erfüllten und demnach auch gut bewertet waren - also, nicht zu rigide sein.
 
 
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eduarzt
Alt 01.12.2005, 20:34   #9
Standard

Zitat von michaelg
Wie oft haderte ich, ob ich das so schreiben kann?
Und dann erstaunte ich mich über Aufsätze anderer, die so locker geschrieben waren, trotzdem ihre Funktion erfüllten und demnach auch gut bewertet waren - also, nicht zu rigide sein.
genau so geht es mir auch immer... nur bleiben, wie gesagt, die guten Resultate in letzter Zeit aus.

Aber vielen Dank schonmal bis hier hin!
 
 
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Ripper08
Alt 17.12.2005, 17:14   #10
Daumen hoch

Hi Eduar(z)t.

Tipps bezüglich der Ausformulierungen etc. kann ich sicher ein paar ziemlich gute geben, Problem ist nur dass es jetzt vielleicht schon ein bisschen zu spät sein könnte, wenn du diesen April bereits dein ABI machst .


Ich trainiere im Prinzip sehr häuftig genau das ! Wie man vielleicht an meinen Texten im PP sieht, bin ich eigentlich immer bemüht, meine Texte mit korrekter Rechtschreibung und Zeichensetzung an den Mann zu bringen. Unterschätze das in einer Erörterung/Essay besser nicht, denn wenn ein Aufsatz kaum bis gar keine Rechtschreibfehler enthält, ist es höchst selten, dass der Inhalt Bullshit ist und wenn der Korrektor sich nicht ständig genötigt fühlt wegen irgendwelcher Leichtsinnsfehler mit seinem roten Stift auf deinem Papier rumzuschmieren, hast du schonmal sehr gute Karten, dass er wesentlich mehr Freude daran hat, dein Werk zu lesen und nachzuvollziehen. Wenn du in Foren und selbst beim Chatten immer auf deinen Text achtest, sind das schonmal gute Übungsmöglichkeiten.

Womit ich jedoch ein Problem habe ist teilweise, dass ich dazu tendiere, zu viel in einen Satz zu packen, wodurch sich früher oder später Grammatikfehler bilden, sobald man den Bogen überspannt. Ebenso ist es für den Leser oft auch einfacher, wenn er eher kürzere Sätze vorgesetzt bekommt (man sehe sich mal meinen dritten Satz im zweiten Absatz an, genau sowas sollte man eher vermeiden bzw. sollten nicht zu viele dieser Satzbalanceakte vorkommen ).


Gliederungen mache ich dagegen eher selten und wenn, dann meißt nur sehr spärlich. Bei unbekannten Themen mache ich mir ne Handvoll Stichpunkte und bringe sie in ne Grobe Reihenfolge, die Idee dahinter formuliere ich aber erst direkt beim Schreiben, und auch das habe ich mehr oder minder sicher in Foren gelernt. Wenn es um ein konkretes Thema geht, dann folgt mein Kopf automatisch einem recht logischen Gedankengang, ohne bereits vorher zu wissen, was als nächstes überhaupt angesprochen wird und dadurch ergeben sich meißt auch recht sanfte Übergänge zwischen den Themen, wo sie denn nötig sind...

Wenn es sich aber um eine Pro /Contra -Aufgabe handelt, ist eine grobe Gliederung auf jeden Fall empfehlenswert ! Was auch ein heißer Tipp ist, ist folgendes: Wenn man bereits weiß, um was für ein Buch es sich handelt, kann man sich eine Einleitung ja im Vorraus schreiben, das spart auf jeden Fall Zeit... (Bei den immer gleich aufgebauten Erörterungen sinnvoll). Außerdem sollte man aufpassen, bei der 'kurzen Inhaltsangabe', die man bei einer Erörterung in die Einleitung packen sollte, wirklich alles ganz grob in einem Satz zu formulieren, man soll wirklich nur einen ganz groben Umriss des Geschehens machen (und auf keinen Fall schon was hineininterpretieren).
Wenn man beispielsweise in der Erörterung zu einem Buch oder Text ein bestimmtes Thema behandeln muss (was ja die Regel ist), ist es sehr fein, wenn man erstmal das Standartgeseier über Autor und Titel ablässt und dann einen schönen Übergang in das zu behandelnde Thema schafft, kleines Beispiel aus meiner vorletzten Erörterung:

"Henning Venskes Kurzgeschichte "Eine schöne Beziehung" setzt sich mit den Umgangsformen zwsischen einer Einheimischen und einem Schwarzen auseinander, die sich brüderlich ein Essen teilen. Vordergrünig beginnt die Kurzgeschichte damit, dass die bereits betagte Dame Grete Hehnkes einen Ausflug aus ihrem kleinbürgerlichen Dorft in die Kreisstadt wagt, wo sie ein Restaurant sucht und findet. Als sie sich Besteck holt, findet sie einen "Neger" (Solche Wörter immer Klammern, so ist jeder aus dem Text entnommener Fluch nur ein Zitat ) an ihrem vermeidlichen Platz vor, der sich manierlich über ihr Essen hermacht [...]"


Was evtl. auch hilfreich für sowas sein könnte, sind Rhetorikkurse. Sowas wird normalerweise bei der Volkshochschule als Abendkurs angeboten, kostet nicht die Welt und ein Freund, der das mal gemacht hat, meinte es hätte ihm sehr geholfen


PS: Beim Zentralabi kann man ja jetzt auch eine Essay schreiben, das ist eine betont subjektive Auseinandersetzung mit einem Thema, in dem man sich kreativ mal so richtig austoben kann. Man kann selbst Wörter frei erfinden und die Textform ist auch völlig freigestellt. Ironie, Sarkasmus etc. sind willkommen, ein eigener Stil erwünscht... werde mir überlegen, ob ich diese Aufgabenstellung nächstes Jahr bei meinem ABI wählen werde, das könnte vielleicht genau mein Ding sein... deins vielleicht auch ?

MfG, Ripper
 
 
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