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02.07.2006, 15:10
# 3 [FONT=ARIAL BLACK, ARIAL] [FONT=Arial]Jep mache ich gerne.
"Das schlimste kommt noch"
Dies ist so ziemlich die einzige angenehme Empfindung im Leben des jungen Henry Chinaski. Sein Vater ist ein spiessbürgerlicher Sadist, seine Mutter ein Heimchen. Seine Mitschüler fiese Typen. Henry bekommt die Härte des Lebens von Anfang an voll reingedrückt.
Er hangelt sich eher schlecht durch die Schule, ohne sich grossen Hoffnungen für die Zukunft hinzugeben. Nur zwei Entdeckungen wecken sein Interesse: Sex und Alkohol. Hier die ersten "Erfahrungen": [/FONT][/FONT]
[FONT=Arial] "Willst du wissen, wie es geht?" fragte er mich.
"Was?"
"Ficken."
"Was'n das?"
"Na, deine Mutter hat ein Loch..." - Er machte mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis - "und dein Vater hat einen Dong..." - Er pumpte seinen linken Zeigefinger in des Loch. "Dann spritzt aus dem Dong von deinem Vater so Saft raus, und manchmal kriegt deine Mutter ein Baby und manchmal nicht."
"Gott macht die kleinen Kinder", sagte ich.
"Scheisse, von wegen", sagte der Junge und ging weg.
Ich fand das schwer zu glauben... Wie konnten sie so etwas haben und sich benehmen, als sei überhaupt nichts? Wie konnten sie über dies und jenes reden und es anschliessend tun, ohne je ein Wort darüber zu verlieren?
Mir wurde richtig schlecht bei dem Gedanken, dass ich als ein Saftspritzer meines Vaters angefangen hatte ... Was für eine schauderhafte Sache. Kein Wunder, dass sie es heimlich taten. Und wenn man sich vorstellte, dass es alle taten! Die Lehrer, der Rektor, alle! Ich fand es ausgesprochen dumm.
[...]
Ich verrenkte den Kopf, hielt den Mund unter den Hahn und drehte ein wenig auf. Eine penetrante Flüssigkeit tröpfelte mir in den Mund ... Ich trank noch etwas. Es schmeckte immer besser. Ich fühlte mich immer besser.
Ich machte ein Fass nach dem anderen durch. Es war traumhaft. Warum hatte mir davon noch keiner erzählt? Das hier machte das Leben zu einer reinen Freude. Es machte einen Mann unerschütterlich und unangreifbar ... Tja, dachte ich, da habe ich etwas gefunden, das wird mir noch sehr helfen. Für sehr lange Zeit ... [/FONT] [FONT=ARIAL BLACK, ARIAL] [FONT=Arial]
Mit der Jugendzeit kommt auch die berühmte Akne - aber in Chinaskis Fall ist sie besonders schlimm. Damit hat er sich ein weiteres Handicap eingefangen, das ihn zum Aussenseiter prädestiniert. Er muss regelmässig ins Armenkrankenhaus und sich behandeln lassen. Die Situation dort ist kaum angetan, seine Stimmung zu heben. [/FONT][/FONT][FONT=ARIAL BLACK, ARIAL] [FONT=Arial]"Miss Ackerman, was ist eigentlich aus dem Mann geworden, der diese grosse Nase hat?"
"Mr. Sleeth?"
"Ich sehe ihn gar nicht mehr. Ist er geheilt?"
"Er ist tot."
"Sie meinen, er ist an dieser grossen Nase gestorben?"
"Nein. Selbstmord." Sie cremte mich weiter ein.
Dann hörte ich in der Abteilung nebenan einen Mann schreien:
"Joe, wo bist du? Joe, du hast gesagt, du kommst wieder! Joe, wo bist du?"
Die Stimme war nicht nur laut. Sie klang so traurig, so gequält.
"Das macht er schon die ganze Woche", sagte Miss Ackerman. "Jeden Nachmittag. Und Joe wird nicht kommen und ihn holen."
"Kann man ihm nicht helfen?"
"Ich weiss nicht. Am Ende werden sie alle ruhig." Jetzt halt mal den Finger auf den Mull da, damit ich dir den Verband rumwickeln kann.
... Ich ging hinaus. Auf der Strasse konnte ich ihn immer noch hören: "Joe! Joe! Wo bist du?"
Joe kam nicht. Es machte sich nicht bezahlt, einem Mitmenschen zu vertrauen. WAS IMMER ES SEIN MOCHTE - DIE MENSCHEN HATTEN ES NICHT. [/FONT][/FONT][FONT=ARIAL BLACK, ARIAL] [FONT=Arial]
Seinen düsteren Reflexionen überlassen versucht er einen Weg für sich zu finden, der ihn aus dem Anpassungsgehabe seiner Umwelt befreit und schottet sich immer mehr ab. Dass seine Eltern keinen Funken Verständnis für ihn aufbringen, überrascht ihn nicht mehr. Ihre Banalität quitiert er mit hartnäckigem Schweigen. [/FONT][/FONT][FONT=ARIAL BLACK, ARIAL] [FONT=Arial] "Du solltest dir an Abe Mortenson ein Beispiel nehmen", sagte meine Mutter. "Er kriegt lauter Einsen. Warum kannst du nicht auch welche kriegen?"
"Henry ist einfach stinkfaul", sagte mein Vater. "Manchmal kann ich gar nicht glauben, dass er mein Sohn ist."
"WILLST du denn nicht glücklich sein, Henry?" fragte meine Mutter. "Man sieht dich nie lächeln. Lach doch mal und sei fröhlich."
"Tu dich nicht dauernd bemittleiden", sagte mein Vater. "Sei ein Mann!"
"Lächle Henry!"
"Was soll aus dir mal werden? Wie zum Teufel willst du's im Leben zu was bringen? Du hast kein bisschen Pep und Antrieb!"
"Warum gehst du nicht rüber zu Abe? Sprich mit ihm und schau dir was ab von ihm", sagte meine Mutter...
Ich ging rüber zu den Mortensons und klopfte an die Tür. Abes Mutter machte mir auf.
"Du kannst nicht zu Abe. Er muss lernen."
"Ich weiss, Mrs Mortenson. Ich will ihn nur schnell was fragen."
"Na gut. Sein Zimmer ist gleich da hinten."
Ich ging nach hinten. Er hatte seinen eigenen Schreibtisch. Da sass er, ein offenes Buch vor sich, das auf zwei weiteren Büchern lag. Ich erkannte das Buch an der Farbe des Umschlags: Staatsbürgerkunde. Mein Gott, und das an einem Sonntag.
"Ich wette, du hast diese Seite schon zehnmal gelesen, du Arschloch." [/FONT][/FONT] [FONT=Arial] Einziger Lichtschimmer, der sein Dasein erträglich macht: die Literatur. Er liest D.H.Lawrence, Fante und Hemingway. Er beginnt auch selbst zu schreiben und mit Becker, einem Freund, diskutiert er darüber, was Literatur sein sollte, und was nicht. [/FONT]
[FONT=Arial][/FONT]
[FONT=Arial] "Wir haben 1940 und die drucken immer noch Sachen wie aus dem 19.Jahrhundert. Umständlich, bemüht und gespreitzt. Entweder man kriegt Kopfweh, wenn man das Zeug liest, oder man schläft ein."
"Was stört dich denn daran?"
"Es ist ein Trick. Ein Schwindel. Ein kleines Spielchen unter Insidern."
"Ich werde es schaffen", sagte Becker. "Eines Tages siehst du meine Bücher in den Bibliotheken."
"Komm, reden wir nicht von Literatur."
"Ich hab dein Zeug gelesen", sagte Becker. "Du bist zu verbittert. Du hast auf alles einen Hass."
"Nur Arschlöcher reden über Literatur..."
"Nennst du mich ein Arschloch?"
"Ja."
Ich schenkte ihm und mir noch einen Wein ein.
"Ich seh dich jedesmal mit einem Glas in der Hand."
"Es ist der einzige Dreh, den ich kenne. Ohne die Trinkerei hätt ich mir schon längst den Hals durchgeschnitten."
"Das ist doch Quatsch."
"Wenn mir was hilft, ist es kein Quatsch. Die Prediger auf dem Pershing Square haben ihren Gott, ich hab meinen. Ich trinke sogar sein Blut."
Ich hob mein Glas und trank es aus.
"Du drückst dich bloss vor der Realität", sagte Becker.
"Und? Was spricht dagegen?"
"Du wirst niemals Schriftsteller, wenn du dich vor der Realität drückst."
"Was redest du denn da? GENAU DAS TUN DOCH SCHRIFTSTELLER!" [/FONT] [FONT=Arial] Nach dem Abschluss schafft Henry die Trennung von den Eltern. Er zieht in ein ärmliches Hotel und studiert Journalistik. Als Amerika in den 2.Weltkrieg verwickelt wird geht sein einziger Freund an die Front, wo er sterben wird. Chinaski selbst wird ausgemustert.
Die Zukunft in die er blickt sieht aber dennoch nicht rosig aus.
Beim grossen Abschlussball seiner Schule - für jeden Amerikaner ein bedeutendes Fest - steht er vor dem Gebäude am Fenster und sieht den Jungen und Mädchen beim Tanzen zu: [/FONT]  [FONT=Arial]
Ich stand draussen in der Dunkelheit und sah durch das Drahtgitterfenster hinein.
Ich war wie ein Tier aus dem Dschungel, das vom Licht angelockt wird und grosse Augen macht. Wo hatten sie das her, wie man Konversation macht und tanzt? Ich konnte weder das eine noch das andere.
Und dennoch wusste ich, dass das, was ich hier sah, nicht so einfach und gut war, wie es schien. Es musste ein Preis für all das gezahlt werden: Eine allgemeine Selbsttäuschung, der man leicht zum Opfer fiel und die der erste Schritt in eine Sackgasse sein konnte.
Die Band spielte weiter und während ich ihnen zusah, sagte ich mir:
EINES TAGES WIRD MEIN TANZ ANFANGEN, UND WENN DIESER TAG KOMMT, WERDE ICH ETWAS HABEN, WAS DIE DA NICHT HABEN... [/FONT] ------------------------------------------------------------------------
Bei Fuckmashine handelt es, sich um ein Buch voller Kurzgeschickten. Bukowski schreibt einfach ehrlich ohne sich Gedanken zu machen, was wer über ihn denkt. Man liebt Ihn oder man hasst Ihn.
[FONT=Times New Roman] "Das Leben und Sterben" ist eine der vielen Teilübersetzungen des ersten großen Short-Story Bandes, der legendären "Erections". Geschrieben zwischen dem Ende der 60er und dem Beginn der 70er.
Vom Verleger oder wemauchimmer nach undokumentierten Kriterien gesplittet, entfalten auch diese Stories ihre volle Wirkung erst im Gesamtkontext.
Einige witzig-traurige Geschichten aus Bukowskis jungen Rumtreiberjahren sind hier versammelt. Ein Buch, das augenzwinkernd erzählt, wie man mit nichts lebt. [/FONT] [FONT=ARIAL BLACK, ARIAL] [FONT=Arial][FONT=Arial]Vera, das hier ist...Charles Bukowski."
"Ooooh, ich habe mich schon immer gefragt, wie Charles Bukowski wohl aussieht."
"Yeh. Ich auch." ich schob mich an ihr vorbei. "Hast du Trinkgläser?"
"Ooooh. Ja."
Vera kam mit den Gläsern an. Auf ihrer Couch saß irgendein Typ. Ich füllte zwei Gläser mit Scotch. Dann setzte ich mich auf die Couch, zwischen Vera und den Typ, der da saß. Dan setzte sich uns gegenüber.
"Mr. Bukowski", sagte Vera, "ich habe ihre Gedichte gelesen und..."
"Scheiß auf Gedichte", sagte ich.
"Ooooh", sagte Vera.
Ich trank den Scotch runter, griff zu ihr rüber und flippte ihr das Kleid über die Knie hoch.
"Du hast schöne Beine", sagte ich zu ihr.
"Ich finde mich ein bißchen dick", sagte sie.
"Ah, keine Spur! Genau richtig!"
Ich goß mir noch einen Scotch ein, beugte mich rüber und küsste sie aufs Knie. Ich trank einen Schluck aus meinem Glas und küsste sie auf eine Stelle oberhalb vom Knie.
"Ach zum Teufel, ich gehe!", sagte der Typ, der am anderen Ende der Couch saß. Er stand auf und ging raus.
Zwischen meiner Küsserei machte ich ein bißchen langweilige Konversation. Und füllte ihr Glas nach. Bald hatte ich ihr das Kleid bis an den Arsch hoch. Ich sah ihr Höschen. Es war sagenhaft - weiches, seidig glänzendes Material...
Ich zog meinen Kopf zwischen ihren Schenkeln heraus und sah Dan an, der uns gegenüber saß und schwitzte.
"Dan, mein Junge", sagte ich. "Ich glaube, für dich wird es Zeit, dass du gehst." [...]
"Keine Sorge, ich fick dich schon noch! Ich will bloß noch 'n bißchen was trinken. Ich bin ein Mensch, der gern was trinkt."
Ich sah, wie sie aufstand, und da vergaß ich es und goß mir noch einen Drink ein.
Als ich wieder hochsah, stand Vera mit einer anderen Frau da. Die andere sah auch ganz gut aus.
"Sir", sagte die andere, "ich bin eine Freundin von Vera. Sie haben ihr Angst gemacht, und sie muß morgen früh aufstehen. Ich muß sie bitten, dass sie gehen!"
"Hört mal, ihr vergrätzten Mösen, ich fick euch alle beide... Ehrenwort! LASST MICH BLOSS NOCH EIN PAAR GLÄSER TRINKEN, oder ist das zuviel verlangt? Auf euch warten solide 24 Zentimeter!"
Als dann die Bullen herein kamen, ging mein Whisky gerade zur Neige. Ich saß in Unterhosen auf der Couch, ohne Schuhe und Socken. Das Apartment war recht gemütlich. Es gefiel mir da drin.
"Gentlemen?", fragte ich. "Sind sie vom Nobelpreiskomitee? Oder habe ich den Pulitzer gekriegt?"
"Ziehn sie ihre Hose an, und ihre Schuhe", sagte der eine. "SOFORT!"
"Gentlemen, ist ihnen klar, mit wem sie hier reden? Ich bin Charles Bukowski."
"Ihre Personalien stellen wir fest, wenn wir im Revier sind....." [/FONT][/FONT][/FONT] Also mach dem ersten Buch von Buk war mir klar: Ich lese sie alle. und es ist wirklich eins besser als das Andere. Es werden Themen aufgegriffen die ebenfalls Heute so wie für alle Zeit der Welt aktuell bleiben.
Viel Spass beim lesen, schreibt mal wie Ihr das so findet.
Gruss
DD | | |
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