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Warum ist Lesen out?

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Spötti
Alt 02.07.2008, 22:00   #1
Frage Warum ist Lesen out?

Hi,
in letzter Zeit hab ich mich mal wieder durch versch. soziale Netzwerke geklickt und dabei ist mir aufgefallen, dass viele in ihren Profilen Statements wie "Lesen: Bin ich dumm?", oder "Lesen: Seh ich so aus?" stehen haben.

Ist es jetzt seit neuestem "cool" nicht zu lesen?

Ich persönlich finde es schade, weil ich selbst eigentlich ein großer Fan der Literatur bin und man beim Lesen viel für sich und sein Leben lernen kann.

Was haltet ihr von dieser Entwicklung? Bin gespannt auf eure Antworten!
 
 
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distressed
Alt 02.07.2008, 22:04   #2
Standard

Ohne jetzt jemandem näher treten zu wollen, aber die Leute die sowas angeben (auch oft gesehen) haben in der Regel nie Abitur, waren eher auf der Hauptschule oder auf der Realschule und dachten nie wirklich über Zukunft nach.

Ja, bei so Leuten ist Lesen total uncool. Saufen, Trinken, Rauchen.
Angabe bei bisherige Karriere: Säuferin.
Dann is man voll hip und cool.

Natürlich gibts es genügend Ausnahmen, mein Freund hat nur Hauptschulabschluss und liest trotzdem wie ein Verrückter Buch um Buch.
 
 
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Spötti
Alt 02.07.2008, 22:15   #3
Standard

Zitat von distressed Beitrag anzeigen
Ohne jetzt jemandem näher treten zu wollen, aber die Leute die sowas angeben (auch oft gesehen) haben in der Regel nie Abitur, waren eher auf der Hauptschule oder auf der Realschule
Ja größtenteils, aber was mich noch mehr erschreckt hat,war, das auch wirklich viele dabei warn, die auf meine Schule(Gymnasium) gehn und eigentlich alt genug seien müssten, um aus dem Alter, in dem man mit sowas "cool" ist , raus zu sein.
 
 
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tj
Alt 02.07.2008, 22:22   #4
Standard

Jou das gleiche Thema habe ich letztens auch noch mit einem Freund diskutiert. Es ist echt der Wahnsinn gerade wenn man z.B. im besagten Studivz(meinvz) schaut wie viele da trotz abi oder realschulabschluss sowas stehen haben. Aber ist ja auch kein Wunder in der Generation wo die Hobbys sind :

Telefonieren, Chatten, Freunde treffen, Fernsehen und shoppen (saufen nartürlich)

das bei so einem kreativ ausgebuchten Tagesablauf keine Zeit mehr zum lesen hat ist doch wirklich nicht wunderlich oder ?

so far widme ich mich jez wieder meinem neuen Buch : Nicht mein Tag
Im übrigen sehr zu empfehlen
 
 
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xoey
Alt 02.07.2008, 23:07   #5
Standard

Was soll man dazu sagen? Im Allgemeinen sind solche Typen von ihrem sozialen Umfeld beeinflusst. Wahrscheinlich hat der ein oder andere von denen, die so eine Signatur haben, ein Buch in der Hand gehabt und hat gesagt bekommen: Iiih, was machst du denn da? Is' ja voll uncool.
Und dann fertigen sie eben sowas an, damit alle sehen, dass sie gar nicht so uncool sind...

Wundert mich aber nicht in einer Gesellschaft, die es ganz super findet, nichtmal die Hauptschule abgeschlossen zu haben oder die Hose in die weißen Tennissocken zu stecken.

Traurig, traurig... sie wissen gar nicht, was sie verpassen

Übrigens kann ich mir auch gut vorstellen, dass manche Jugendliche solche Defizite beim Lesen haben, dass sie das Gelesene nicht verstehen (falls sie es überhaupt korrekt lesen) und das Problem derartig von sich fern halten wollen.
 
 
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Felicitas
Alt 02.07.2008, 23:20   #6
Standard

als ich jünger war hab ich ziemlich viel gelesen. quantitativ. heute beschränkt sich das auf wenige sachen die ich privat lese, vorallem weil ich eben ein "lesen"-studium habe welches sowieso nur aus lesen besteht. ich hab einfach nicht den nerv privat noch groß irgendwas zu lesen. und wenn ich den nerv hab, dann überleg ich mir vorher was ich lese und lese nicht mehr alles was mir übern weg läuft.

fazit: ich würde bei hobby auch nicht mehr lesen eintragen. spaß machts nämlich nur noch selten.
 
 
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tj
Alt 02.07.2008, 23:28   #7
Standard

Zitat von Felicitas Beitrag anzeigen
fazit: ich würde bei hobby auch nicht mehr lesen eintragen. spaß machts nämlich nur noch selten.

es geht ja auch nicht darum das lesen ein hobby sein soll,
sondern die schüler oder andere jugendliche bei der kategorie lieblingsbuch stehen haben : lesen was ist ??? oder ähnliches.

Und es auf Dauer zu einer vollen Verdummung führen wird, wenn die Jugendlichen das lesen komplett lassen. Klar im Studium ist man sicherlich je nach Richtung schon stark belastet. Das ändert ja aber nix daran das man trotzdem Lieblingsbücher hat /hatte und ab und an sich auch zb auf ein Buch freut und es dann auch aktiv liest.
 
 
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rippchen
Alt 02.07.2008, 23:50   #8
Standard

tja ich kanns auch nicht verstehen, selbst, wenn man wirklich nicht gern ließt, muss man doch noch lange nicht so ein kommentar da stehen haben, wie "lesen ist dumm!" "was ist lesen?" oder ähnliches.
aber sowas wird nicht nur reingeschrieben, in felder bei den man das lieblingsbuch nennen soll. es kommt auch vor, dass man schreibt bei nebenjob: "ich geh doch nicht arbeiten!" oder schule: "sitzen und langweilen"
Echt schade was aus den großteil der deutschen Jugendlichen geworden ist^^
 
 
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outfreyn
Alt 03.07.2008, 00:22   #9
Standard

na, fühlt ihr euch gut? genug rumgeheult und gelästert?

schon auf die abwegige Idee gekommen das sowas auch ironisch gemeint sein kann? aus spaß? und wieso muss man lesen? macht einen das zu was besonderem? krieg ich 'n ehrenabzeichen wenn ich pro monat 'n buch lese?

versteht mich net falsch, analphabetentum ist auf jeden fall 'n problem. menschen in unserer gesellschaft _müssen_ lesen können um ein eigenständiges leben zu führen. aber sich hier auf's hohe ross zu schwingen und auf menschen herabsehen die nicht gern lesen und es nicht "hobbymässig" betreiben is lächerlich.

auch interessant wenn rippchen im strammen alter von 17 jahren darüber schreibt wie schade es is was aus dem großteil der jugendlichen geworden is. btw is dein usertitel "rechtschreibfehlerqueen", hab ich was verpasst? zuwenig gelesen mh?

... kommt mal alle runter. scheiss stammtisch gelaber.
 
 
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mizue
Alt 03.07.2008, 07:41   #10
Standard

ach der out...

übrigens ist mir noch gar nicht aufgefallen, dass lesen seit neuestem "out" ist. "lesen is uncool"-sätze sind schnell hingeschmiert und haben - glaube ich! - nicht mehr zu bedeuten, als jahre zuvor auch schon...

ich persönlich les übrigens ziemlich gern, aber zur zeit eher nicht, weil "mich hinsetzen und das gute buch packen" in meiner prioritätenliste derzeit weit unten zu finden ist...
 
 
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overdose
Alt 03.07.2008, 07:52   #11
Standard

Na na na...einleitend war aber echt mal die Vorurteilskeule unterwegs. Ich denke nicht, dass lesen was mit dem akademischen Ausbildungsgrad zu tun hat. Viel mehr ists eine Verteilung der Prioritäten. Leider ists doch so, dass bei dem heutigen Medienoverload alte Medien wie das Buch (beispielsweise) in ihrer Wichtigkeit immer geringer werden. Aber das ist der normale Lauf der Dinge, das hat echt nicht mit irgendwas zu tun, ausser vll der Erfindung des Fernsehers und des Internets (in der Reihenfolge).

Für mich beispielsweise ist das private Lesen (Romane etc.) zum absoluten Luxus geworden. Wenn ich denn mal Zeit finde Bücher zu lesen die nichts mit Knowledgebuilding zu tun haben, dann bin ich meist zu müde und penne nach zwei Kapitel ein. Also ist das gemeine Buch-lesen für mich etwas das meistens im Urlaub passiert. Selbst in meine Semesterferien sitze ich eher vor nem Buch über irgendwas studiumbegleitendes als denn vor einem schönen dicken konspirativen Schmöker oder nem Zamonienroman.

(BTW: REALSCHÜLER war ich auch mal. )
 
 
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Vermin
Alt 03.07.2008, 13:50   #12
Standard

also ich habe auch schon sachen gesehen wie "lesen ist nicht so mein ding" etc. aber mir ist noch nie aufgefallen,dass lesen wirklich als "out" dargestellt wird.
als ich im urlaub war, waren in meinem hotel einige jungs die eher zur nichtlesenfraktion gehören, doch fanden sie es total intressant,dass ich gelesen habe und haben sich sogar sehr dafür intressiert. obwohl sie vorher auch gesagt haben,dass sie nicht der büchertyp sind. aber sie fanden es keineswegs uncool.
p.s. ich fande es sehr niedlich,dass sie sich dafür intressiert haben. ich habe sie zwar jetzt nicht zum lesen gebracht,denke ich mal aber sie würden bestimmt nie sagen,dass lesen dumm ist

edit: es gibt auch abiturienten die angaben wie "ich lese nur,was ich in der schule lesen muss" oder hautpschüler "alles was mir in die finger kommt" in ihrem profil stehen haben.
 
 
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outfreyn
Alt 03.07.2008, 14:02   #13
Standard

das interesse hatte vielleicht eher mit dir zu tun vermin ^^

eh ich es vergesse: ich bin _nicht_ lesen! harrrgh.
 
 
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Felicitas
Alt 03.07.2008, 14:17   #14
Standard

was ich damit sagen will tj ist, wenn ich in irgendeinem online profil nun aus jux bei "lieblingsbuch" schreibe "was ist lesen?", dann solltest zB. du nicht daraus rückschließen dass ich ein hauptschüler bin der lesen nur von myspaceprofilen kennt.
 
 
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Wodar Hospur
Alt 03.07.2008, 17:36   #15
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Aber mir persönlich fällt es auch in den Zügen und S-Bahnen auf, die Fraktion der Leute die ne Zeitung oder ein Buch dabei haben wird immer geringer. Die meisten hacken auf ihrem Handy rum oder sitzen einfach nur da. Dabei bietet eigentlich die Literatur für so viele verschiedene Charaktere einen Anlaufpunkt und Unterhaltung.

Sicher ist das private Lesen keinem Zwang unterlegen, aber wenn ich sonst nichts tun habe, nehme ich mir einfach gerne ein Buch zur Hand. Aber viel der Lesegewohnheit ist glaube ich garnicht von der Bildung sondern viel eher von dem Elternhaus abhängig, so gab es früher bei mir "rationiertes" Fernsehen, aber Lesen oder Spielen durfte ich soviel ich wollte .
 
 
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Morris
Alt 03.07.2008, 18:28   #16
Standard

Ich denke es liegt an der Selbstbequemung des Menschen. Vor hundert Jahren hat man vielleicht mehr gelesen, weil es eben keinen Fernseher gab, keine Playstation; es konnten auch mehr Leute Geige spielen. Die Leute haben ja auch keine ernstzunehmende Literatur gelesen, sondern eher sowas, was man mit "Dr. Norden" und diversen Adelsromanen vom Kiosk vergleichen kann, halt einfach um sich die Zeit zu vertreiben; da hat man heute eben andere Möglichkeiten und die werden sich auch abnutzen.
 
 
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outfreyn
Alt 03.07.2008, 19:52   #17
Standard

Vonwegen. "Früher" war die Mehrheit der Menschen gut dabei wenn sie den eigenen Namen schreiben konnte. Vor hundert Jahren gab's grad mal die Anfänge der Boulevardzeitungen. Das was am häufigsten gelesen worden is, dürfte soundso die Zeitung gewesen sein.

Romane und son kram war für die "Intelligenzia", die Studierten. Fachliteratur? Wofür? Und wann wurde nochmal der Buchdruck erfunden? Wer konnte sich damals Bücher überhaupt leisten?

Ich habe ernste Zweifel an deinen Zeiträumen Morris. Ich behaupte sogar das heutzutage _mehr_ gelesen wird als es jemals zuvor der Fall war.
 
 
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Wodar Hospur
Alt 03.07.2008, 20:55   #18
Standard

Okay, am Anfang waren Romane verpönt und wurden eher von der Mittelschicht gelesen.

Ansonsten ist es wohl richtig das mittlerweile mehr Menschen als sonst Lesen können, aber die Qualität dieses Lesens hat wohl nachgelassen. Denn was wird wohl von den meisten Menschen gelesen, Speisekarten?

Aber wieviel von dem was wir lesen, nehmen wir im Kopf auseinandern, betrachten es von allen Seiten. Die Frage ist ob wir unabhängig Individuen ohne ein ausgeprägtes Leseverhalten wirklich schaffen können. Meiner Meinung nach kann nur der Samen gepflanzt werden indem sich eine Persönlichkeit mit sehr vielen verschieden Gedanken vorher beschäftigt hat und diese auch "verdaut".
Aber je älter wir werden desto starrer sind unsere Gedanken, auch beim lesen, entweder es entspricht unseren Gedankengängen und wir aktzeptieren sie und packen sie weiter in unseren Bestand geistiger Rückhalte, wenn es nicht stimmt werden möglichst viele Argumente gefunden warum es Quatsch ist.

Was wohl auch erklärt warum sehr wenig ältere Leute andere Sachen als Romane und Fachbücher lesen und daher auch in meinen Augen wichtig ist das Jugendliche viel Lesen, neben anderen Sachen wie viel Spielen .
 
 
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outfreyn
Alt 03.07.2008, 21:12   #19
Standard

ahja. und alle leute die vor erfindung des buchdrucks geboren worden sind, waren bar jeder persönlichkeit? total abhängig sind die damals gewesen. kaum als individuen zu erkennen, einer wie der andere...

mittelschicht, das ich nich lache. vor einhundert jahren hatten wir noch das kaiserreich. mach mal nen realitätscheck und versuch mal deine aufgeklärte brille abzusetzen woddy. romane. ha. goethe. jo klar. das volk der dichter und denker frag mich grad nur wie hoch der prozentsatz derjenigen war die sich zum zeitpunkt als goethe lebte seine ergüsse durchgelesen haben.

ich mein luther hat im 16. jahrhundert gelebt. das is doch der reinste witz woddy. vor ihm waren die meisten bücher vermutlich in latein. ich sag nur einheitsübersetzung.

das man im alter an geistiger agilität vielleicht verliert, hat mit der thematik auch nix zu tun.
 
 
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Wodar Hospur
Alt 03.07.2008, 21:46   #20
Standard

Zitat von outfreyn Beitrag anzeigen
ahja. und alle leute die vor erfindung des buchdrucks geboren worden sind, waren bar jeder persönlichkeit? total abhängig sind die damals gewesen. kaum als individuen zu erkennen, einer wie der andere...
Ich sag es ja nur ungern, aber früher gab es die einzelnen Ständen und innerhalb dieser hattest du wohl nicht soviel Platz um wirklich deine eigenen Gedanken und deine eigene Persönlichkeit zu entfalten, was wir ja mittlerweile doch eigentlich erreicht haben. Der Mensch definiert sich nicht mehr durch die Stände, früher warst du Outi der Schmied, vielleicht noch jemand der viel getrunken hat. Aber warst du wirklich jemand mit einer eigenen Meinung zu der Welt? Sicher gab es Ausnahmen, aber der Großteil, vorallem der einfachen Stände war doch schon ganz gesichtslos.

Zitat von outfreyn Beitrag anzeigen
mittelschicht, das ich nich lache. vor einhundert jahren hatten wir noch das kaiserreich. mach mal nen realitätscheck und versuch mal deine aufgeklärte brille abzusetzen woddy. romane. ha. goethe. jo klar. das volk der dichter und denker frag mich grad nur wie hoch der prozentsatz derjenigen war die sich zum zeitpunkt als goethe lebte seine ergüsse durchgelesen haben.
Das früher viele nicht lesen konnten hat mit der jetztigen Zeit WAS zu tun?
Du fixierst dich so auf die Vergangenheit, wo bleibt dein Blick für das Heute und die Zukunft.

Zitat von outfreyn Beitrag anzeigen
ich mein luther hat im 16. jahrhundert gelebt. das is doch der reinste witz woddy. vor ihm waren die meisten bücher vermutlich in latein. ich sag nur einheitsübersetzung.
Das Informationen nur einer Elite zur Verfügung standen macht was aus?

Zitat von outfreyn Beitrag anzeigen
das man im alter an geistiger agilität vielleicht verliert, hat mit der thematik auch nix zu tun.
okay hast recht, wird wohl das nächste thema.. nachdem ich dein buch gelesen habe
 
 
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Panazee
Alt 03.07.2008, 22:12   #21
Standard

Also bei mir ist Lesen alles andere als out. Ich hab' auch sogut wie immer ein Buch dabei, egal wo ich bin. Oft rentiert sichs und oft hab ichs eben umsonst bei mir.

Zu den bisher gesagten Meinungen will ich folgendes sagen:

Trinken, Feiern, Rauchen und Lesen schließen sich meiner Meinung nach absolut nicht aus. Ich kenne sehr viele gebildete und auch sehr belesene Leute, die es bei oben genannten Lastern wirklich übertreiben. Also das eine hat mit dem anderen nicht wirklich zwangsläufig zutun.

Und ich glaube auch eher, dass es eine Gruppenbewegung ist. Wenn all die Freunde eben Handys und Computer und Kiffen im Kopf haben und sonst nix, dann ist es halt nunmal in einem gewissen Alter uncool und "unangebracht" sich mit einem Buch daneben zu setzen. Ich bin froh, dass ich nie einem solchen Gruppenzwang ausgeliefert war, aber vorstellen kann ich es mir ansatzweise.

Außerdem muss man aber doch mal überlegen, warum man liest. Ich suche mir meine Bücher meist aus, achte also auf Quantität. Trotzdem lese ich meist, weil es mir Spaß macht und ich Bücher einfach immer geliebt habe und liebe. Jedoch können alle anderen Gründe zu Lesen heutzutage anders abgedeckt werden:

Wissbegier beispielsweise führte früher fast zwangsläufig zu einem Buch. Heute gibt es zahlreiche Dokumentationsreihen im Fernsehen, die einem einiges an Wissen vermitteln können. Ich kenne auch etliche Leute, die anstatt irgendetwas auf Papier gedrucktem lieber Zufallsartikel bei Wikipedia lesen. Das ist auch eine Art des Lesens, hat nunmal nichts mehr mit Literatur zutun.

Die Flucht in eine andere Welt, die ein Buch bieten kann, wird in der neuen Generation hinreichend durch Computerspiele, Online-Echtzeit-Spiele, Fernsehshows und co. abgedeckt.

Und die seichte Unterhaltung, die ja auch viele Menschen in Büchern suchen, gibt ebenso Fernsehen oder Internet her.

Die Liebe zur Literatur ist also quasi der einzige Grund aus dem man liest, bei dem man ein Buch nicht umgehen kann und darauf angewiesen ist bzw. es ja dann auch gerne zur Hand nimmt.

Generell glaube ich außerdem, dass vielen Leuten in unserer schnelllebigen Gesellschaft auch einfach die Zeit zum Lesen fehlt und das irgendwie im Alltagsleben untergeht. Wenn man etwas wissen will und schnell eine Information braucht, liest man heute kein Buch mehr zu dem Thema, sondern googelt.
 
 
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outfreyn
Alt 03.07.2008, 22:30   #22
Standard

Ich sag es ja nur ungern, aber früher gab es die einzelnen Ständen und innerhalb dieser hattest du wohl nicht soviel Platz um wirklich deine eigenen Gedanken und deine eigene Persönlichkeit zu entfalten, was wir ja mittlerweile doch eigentlich erreicht haben. Der Mensch definiert sich nicht mehr durch die Stände, früher warst du Outi der Schmied, vielleicht noch jemand der viel getrunken hat. Aber warst du wirklich jemand mit einer eigenen Meinung zu der Welt? Sicher gab es Ausnahmen, aber der Großteil, vorallem der einfachen Stände war doch schon ganz gesichtslos.
der großteil der menschen damals war genauso wie der großteil der menschen heute. es wurde gearbeitet, gelebt, geliebt, getrauert, gefreut, gestorben. und jeder dieser menschen hatte genauso wie die leute heutzutage ne meinung über dieses und jenes. auch ohne lesen oder schreiben zu können.

die menschen hatten damals genauso gesichter wie ich heute eins habe und du eins hast. das weltbild mag kleiner gewesen sein, sie mögen ihr leben in einem umkreis von vll 20km zugebracht haben, aber es waren menschen wie wir. mit charakteren, wie wir sie besitzen. mit gemütern wie es sie heute gibt.

mein blick auf das heute und das jetzt sagt mir, das es keinen raum zur klage gibt. es gibt maximal jammern auf hohem niveau. is doch immer dasselbe. wir waren so etwas wie dem bildungsbürger nie näher. der blick in die vergangenheit sollte aufzeigen, das es in meinen augen einfach lächerlich is sich in der form über mitmenschen zu stellen nur weil sie net lesen wollen. ich behaupte sogar das sich ein erfülltes leben realisieren lässt ohne überhaupt zu lesen. lesen schreiben sind 'n pluspunkt, und für die heutige gesellschaftsform unabdingbar. jo, aber wer lesen und schreiben kann aber nicht besonders lust hat zu lesen wird deswegen kein schlechterer mensch oder is irgendwie abzuwerten.

mit dem elitenkram haste ja irgendwo recht, geht in der form auch an der thematik vorbei. früher war's einfach nich nötig lesen oder schreiben zu können. da wurde in die lehre gegangen, geselle >> meister. oder vom vadder gelernt.

ach naja.
 
 
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Morris
Alt 04.07.2008, 01:52   #23
Standard

Zu den 'Zeiträumen' von mir oben:
Ich bezog mich ja jetzt nur auf die relativ frühe Vergangenheit und innerhalb dieses Rahmens kann man sagen, dass die Alphabetisierung vor hundert Jahren dank des Volksschulsystems sehr vorangeschritten war. In Sachsen hat man Ende 18., Anfang 19. Jahrhundert die Kinder erst am Abendmahl teilnehmen lassen, wenn sie halbwegs vernünftig lesen und schreiben konnten; und das war eben vor zweihundert Jahren. Vor hundert Jahren dürfte, zumal im städtischen Raum, aber sicher auch in ländlicheren Gegenden, der bei weitem größte Teil über Lesekenntnisse verfügt haben. Und warum auch nicht eingesetzt? Und wenn eben keiner da ist zum spielen, dann kann man doch ein olles Buch lesen, und um 1900 gab es ganz gewiss ein sehr breites Angebot, und nicht nur für Gelehrte und Studenten, sondern für alle Schichten.
 
 
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future librarian
Alt 04.07.2008, 17:18   #24
Standard harrrr

lesen ist weder in noch out, weder cool noch uncool. lesen ist einfach lebensnotwendig. zuhause im garten, im lesehotel, am strand, in der bahn, auf dem klo. ich habe immer ein buch dabei. sonst wäre mein leben ein bisschen weniger lebenswert.
lest mehr, ihr alle da draußen.
 
 
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PowerWapiti
Alt 04.07.2008, 18:45   #25
Standard

ich find lesen auch uncool.. in der Schule mussten wir mal ne Lektüre lesen. Anstatt das Buch zu lesen habe ich mir den gleichnamigen Film ausgeliehen und in 1,5 Stunden angeschaut. Hat mir einige Tage gespart und ich wusste genauso gut bescheid wie die anderen mit Buch

Ansonsten lese ich eher Nachrichten, in Foren oder Fachartikel (Autos, Computer, Internet...) .

Trotzdem habe ich meine IT Ausbildung geschafft und hänge nicht mit den besoffenen Tennissöckler rum


PS: Ein Kumpel ist dagegen voll die Leseratte. Er hat alle Harry Potter Bände durch und auch sonst viele Bücher.


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