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Der Besuch der alten dame


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Tobye
Alt 02.03.2005, 18:15   #1
Standard Der Besuch der alten dame

Wir haben im Moment das Drama
Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt im Unterricht, in der 10ten Klasse und am Freitag schreibe ich meine Überprüfungsarbeit über dieses Buch und ich wollte fragen ob jemand irgendwelche tipps hat was besonders wichtig ist und was der Kernsatz des Buches ist..
meiner Meinung nach ist es die Gier der Menschen und die Verführbarkeit durch Geld...
 
 
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Lupus Silvanus
Alt 02.03.2005, 23:39   #2
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Und die Abkehr von einstmals festen Grundsätzen und moralischen Normen. Also wieder die Bestechlichkeit und Manipulierbarkeit des Menschen.
 
 
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Tobye
Alt 03.03.2005, 14:23   #3
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Okay danke das is gut das werd ich berücksichtigen
 
 
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francis
Alt 03.03.2005, 14:29   #4
Standard

es zeigt das im wirklichkeit doch jeder seinen Preis hat, das durch Geld sämtliche Prinzipien geschmissen werden...das man sich nicht mal mehr auf die besten Freunde verlassen kann
 
 
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Tobye
Alt 06.03.2005, 13:28   #5
Standard

So die arbeit wäre geschrieben, ich kann euch ja mal die aufgaben sagen:

1te aufgabe: das dritte gespräch zwischen Ill und Claire in den Textzusammenhang bringen
2te aufgabe: die dramaturgische besonderheit von der stelle feststellen
3te aufgabe: was für eine funktion hat die wiederholung der rede des bürgermeisters/der güllener im 3ten akt
und regieanweisungen dazu schreiben
 
 
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sunflower
Alt 06.03.2005, 13:31   #6
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nicht schlecht...für die 10.
 
 
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Tobye
Alt 06.03.2005, 13:46   #7
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ja ich hab insgesamt 10 seiten geschrieben, wir hatten 3 Stunden Zeit, ich fand die arbeit aber nicht allzu schwer ehrlich gesagt, ich hab ein gutes gefühl, weil ich das Buch an sich sowieso ziemlich einfach fand.
 
 
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Cpt.Picard
Alt 06.03.2005, 14:20   #8
Standard

Sorry, etwas zu spät!

Interpretation:
---------------

Die eigentliche tragische Komik des Stückes besteht in der Entwicklung der Charaktere. Auf der einen Seite sind da die Bürger Güllens, die sich im Laufe der Geschichte von ehrlichen, menschlichen Bürgern zum besten Beweis dafür entwickeln, dass eben doch jeder käuflich ist. Dem gegenüber steht Krämer Alfred Ill, der sich mit der Zeit als der Einzige entpuppt, der ein sittliches Bewusstsein entwickelt.

Allein die zeitliche Ausdehnung, immerhin 45 Jahre, in denen Claire Zachanassian auf ihre Rache wartet wirkt schier übermenschlich und die alte Dame erscheint als Herrin über Leben und Tod. Wie eine kühl berechnende Schachspielerin wartet sie auf den richtigen Moment um ihre Spielfiguren, die Bürger Güllens, auf Ill loszulassen und ihrem Rachegefühl Genüge zu tun. Eigentlich hätte die alte Damen, die nur noch aus Prothesen zu bestehen scheint, längst gestorben sein sollen, doch um ihre Übermacht zu demonstrieren lässt sie der Autor sogar als einzigen Passagier an Bord einen Flugzeugabsturz unbeschadet überstehen.

Dürrenmatt zieht in seiner Komödie zahlreiche Parallelen zur griechischen Tragödie, in der Themen wie "Verhängnis und Gericht", "Schuld und Sühne", "Rache und Opfer" immer wieder zusammenlaufen.

Der weise Spruch "Geld ist Macht" findet in diesem Stück volle Bestätigung. Zum einen in der Tatsache, dass die alte Dame die Güllener mit ihrer Finanzkraft in den finanziellen Ruin getrieben hat und die Bürger von ihrem Wohlwollen abhängig sind, zum anderen in dem Fakt, dass die Güllener durch das ihnen angebotene Geld erst recht in den Sumpf von Unmenschlichkeit rutschen, der zu guter Letzt sein Opfer fordert. Sie werden zu willenlosen Werkzeugen der alten Dame, die eigentlich nur das eine will : Alfred Ill's Tod.


Schlussgedanke:

Natürlich geht es dem Autor in diesem Stück nicht darum, die banale Wahrheit "Mit Geld lässt sich alles kaufen" durch eine Bühnenparabel zu erhärten. Vielmehr wollte er zeigen, dass die Aussicht auf die Milliarde das "sittliche Gewissen" der Güllener so mobilisiert, dass sie in der Tat Gerechtigkeit zu üben glauben, wenn sie ihren Mitbürger Ill töten. Kein Mensch hätte je danach gefragt, wenn einer aus ihrer Mitte ein armes Mädchen hätte sitzen lassen - der "Frevel an der Milliardärin" aber verlangt Sühne. Mag das Recht auch eine integrale Größe sein, die "Gerechtigkeit" ist eine relative und wird dem Zuteil, der sie zu kaufen vermag. Dies ist die vernichtende Vorstellung dieser wirklich tragischen Komödie.
 
 
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Tobye
Alt 06.03.2005, 14:39   #9
Standard

Wow das ist echt gut...nur eben zu spät naja trotzdem danke, auch wenn das buch jetzt abgehakt ist.
Das nächste was wir lesen ist Unterm Rad, aber ich weiß nicht von wem es geschrieben worden ist
 
 
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Leech
Alt 06.03.2005, 15:20   #10
Standard

Was hast du denn für ne Note bekommen?

Also wir hatten die alte Dame letztes Jahr auch bei der Prüfung...
 
 
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Tobye
Alt 06.03.2005, 16:00   #11
Standard

Die arbeit habe ich freitag geschrieben das dauert bestimmt noch ne zeit bis ich die wieder kriege! bestimmt erst nach den ferien
 
 
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Tobye
Alt 08.03.2005, 15:53   #12
Standard

buuhuuu mein lehrer hat gesagt dass ich die schlimmste schrift aus der ganzen klasse habe in der arbeit..aber er meinte, sie wäre gar nicht so schlechtdauert aber noch bis nach den ferien
 
 
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yö lintu
Alt 12.03.2005, 22:29   #13
Standard

ich hab über das ding im letzten halbjahr ne arbeit geschrieben(9.klasse) und ich fand es so bescheiden...-.-** wir sollten schreiben wieso claire die welt mit einem bordell vergleicht und warum claire für dürrenmatt nciht die gerectigkeit verkörpert. mir gings also auch nciht besser als dir^^
 
 
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Tobye
Alt 12.03.2005, 23:33   #14
Standard

^^ außer das meine Arbeit ne Überprüfungsarbeit war und doppelt gewertet wird
 
 
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Cpt.Picard
Alt 13.03.2005, 10:22   #15
Standard

Unterm Rad ist von Herman Hesse!

Inhalt
Hans Giebenrath lebt in einem kleinen Ort in Deutschland, wo sein Schulrektor, seine Lehrer und der Stadtpfarrer ihn auf das Landexamen in Stuttgart vorbereiten, dessen Abschluß die Voraussetzung für die Aufnahme in das Maulbronner Klosterseminar ist. Da es in diesem Ort nur wenig begabte Kinder gibt und die meisten Dorfbewohner ihre Söhne Lehrlinge werden lassen, wird von Hans, der als sehr fähig und talentiert gilt, erwartet, daß er besondere Leistungen hervorbringt. Wegen des Druckes, der unter anderem auch von seinem Vater ausgeht, und des Fehlens ausgiebigerer Freizeit leidet Hans oft unter Kopfschmerzen.

Als einziger und somit als der ganze Stolz der kleinen Stadt reist Hans mit seinem Vater nach Stuttgart, um sich dort den Aufgaben des Landexamens zu stellen. Mit wenig Selbstvertrauen erreicht er dort letztendlich doch den zweitbesten Platz und besteht somit.

Nach seinem Erfolg beim Landexamen wird Hans erlaubt, sich in nächster Zeit auszuruhen und Ferien zu machen. Er nützt diese Gelegenheit und angelt hauptsächlich, was ihm zunächst noch große Freude bereitet. Als nun aber der Stadtpfarrer inmitten der Ferien Hans vorschlägt, sich bei ihm auf das Kloster Maulbronn vorzubereiten, bekommt er hinsichtlich des Angelns ein schlechtes Gewissen. Schließlich setzt sich Hans' alter Schulrektor auch noch für Hebräisch- und Mathematikstunden nebst den Griechischstunden des Stadtpfarrers ein und sorgt somit dafür, daß Hans in den restlichen Ferien nur noch für das Klosterseminar vorausarbeitet. "Es war etwas in ihm, etwas Wildes, Regelloses, Kulturloses, das mußte erst zerbrochen werden, eine gefährliche Flamme, die mußte erst gelöscht und ausgetreten werden. Der Mensch, wie ihn die Natur erschafft, ist etwas Unberechenbares, Undurchdringliches, Gefährliches. Er ist ein von unbekanntem Berge herbrechender Strom und ist ein Urwald ohne Weg und Ordnung. Und wie ein Urwald gelichtet und gereinigt und gewaltsam eingeschränkt werden muß, so muß die Schule den natürlichen Menschen zerbrechen, besiegen und gewaltsam einschränken; ihre Aufgabe ist es, ihn nach obrigkeitlicherseits gebilligten Grundsätzen zu einem nützlichen Gliede der Gesellschaft zu machen und die Eigenschaften in ihm zu wecken, deren völlige Ausbildung alsdann die sorgfältige Zucht der Kaserne krönend beendigt.

Wie schön hatte sich der kleine Giebenrath entwickelt! Das Strolchen und Spielen hatte er fast von selber abgelegt, das dumme Lachen in den Lektionen kam bei ihm längst nimmer vor, auch die Gärtnerei, das Kaninchenhalten und das leidige Angeln hatte er sich abgewöhnen lassen."



Nach den Ferien wird Hans von seinem Vater in seine neue Schule, das Maulbronner Klosterseminar, begleitet. Sowohl Hans' neuer Schuldirektor, der Ephorus, als auch seine neuen Lehrer verhalten sich ihren Schülern und Zöglingen gegenüber streng und autoritär. "Dazu kommt als wichtigster Faktor das Internatsleben, die Nötigung zur Selbsterziehung, das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Die Stiftung, auf deren Kosten die Seminaristen leben und studieren dürfen, hat hierdurch dafür gesorgt, daß ihre Zöglinge eines besonderen Geistes Kinder werden, an welchem sie später jederzeit erkannt werden können - eine feine und sichere Art der Brandmarkung. Mit Ausnahme der Wildlinge, die sich je und je einmal losreißen, kann man denn auch jeden schwäbischen Seminaristen sein Leben lang als solchen erkennen."



Hans wohnt mit neun sehr unterschiedlichen Kameraden in einem Zimmer, das auch Stube "Hellas" genannt wird. Einer dieser acht Kameraden, Hermann Heilner, wird zum Freund von Hans. Er ist " ... ein Schwarzwäldler aus gutem Hause. Man wußte schon am ersten Tag, er sei ein Dichter und Schöngeist, und es ging die Sage, er habe seinen Aufsatz in Hexametern abgefaßt. Er redete viel und lebhaft, besaß eine schöne Violine und schien sein Wesen an der Oberfläche zu tragen, das hauptsächlich aus einer jugendlich unreifen Mischung von Sentimentalität und Leichtsinn bestand. Doch trug er weniger sichtbar auch Tieferes in sich.

Er war an Leib und Seele über sein Alter entwickelt und begann schon versuchsweise eigene Bahnen zu schlagen." Hermann Heilner und Hans Giebenrath gelten als das ungleichste Paar unter allen Freundschaften, " ... der Leichtsinnige und der Gewissenhafte, der Dichter und der Streber. Man zählte zwar beide zu den Gescheiten und Begabtesten, aber Heilner genoß den halb spöttisch gemeinten Ruf eines Genies, während der andere im Geruch des Musterknaben stand. Doch ließ man sie ziemlich ungeschoren, da jeder von seiner eigenen Freundschaft in Anspruch genommen war und gern für sich blieb".



Eines Tages jedoch macht sich Hermann Heilner eines Vergehens schuldig, indem er einem Mitschüler einen Tritt versetzt. Es handelt sich hierbei um Emil Lucius, der auch der Stube Hellas angehört und als ein sehr geiziger und eigensinniger Einzelgänger gilt. Da sich dies vor dem Raum des Ephorus bei offener Tür abspielt und dieser somit Zeuge des Vergehens wird, erhält Hermann Heilner eine Strafe: Der Kontakt zu ihm wird verboten, er muß von seinen Mitschülern wie ein Aussätziger behandelt werden. Auch Hans Giebenrath hält sich mit schlechtem Gewissen und der Kenntnis, seinen Freund im Stich gelassen zu haben, an den Entschluß des Ephorus.

"An Heilner war ihnen ohnehin von jeher ein gewisses Geniewesen unheimlich - zwischen Genie und Lehrerzunft ist eben seit alters eine tiefe Kluft befestigt und was von solchen Leuten sich auf Schulen zeigt, ist den Professoren von vornherein ein Greuel. Für sie sind Genies jene schlimmen, die keinen Respekt vor ihnen haben, die mit 14 zu rauchen beginnen, mit 15 sich verlieben, mit 16 in Kneipen gehen, welche verbotene Bücher lesen, freche Aufsätze schreiben, den Lehrer höhnisch fixieren und im Diarium als Aufrührer und Karzerkandidaten notiert werden. Ein Schulmeister hat lieber einen Esel als ein Genie in seiner Klasse, und genau genommen hat er ja recht, denn seine Aufgabe ist es nicht, extravagante Geister heranzubilden, sonder gute Lateiner, Rechner und Biedermänner."



Es ist gerade Winter, als der Schüler Hindinger, von allen liebevoll Hindu genannt, zu dem Zeitpunkt gerade allein, auf einem Teich durch die Eisdecke einbricht. Er wird von einer Vielzahl von Leuten gesucht, bis sie seine inzwischen blaugefrorene Leiche finden. In der ganzen Schule herrscht nun tiefe Betroffenheit. Diese Betroffenheit ist jedoch mit ein Faktor, daß sich Heilner, der allseits geächtete Karzerschüler, und Hans wieder vertragen.

Nach einer Versöhnung ist Hans nun wieder fröhlich und fühlt sich nicht mehr so schuldig wie unmittelbar nach Heilners Straftat. Da sich Hans' Schulleistungen durch die große Inanspruchnahme seines wiedergewonnenen Freundes immer mehr verschlechtern, sieht der Ephorus jene Tatsache mit Mißtrauen an und zitiert ihn auf sein Zimmer. Der Ephorus legt ihm nahe, sich wegen seiner fallenden Leistungen von Hermann Heilner zu distanzieren. Hans zeigt dem Ephorus jedoch deutlich Mißfallen, indem er sich nicht an seine Anweisungen hält.



Als Hermann Heilner jedoch eines Tages aus dem Klosterseminar Maulbronn in ein benachbartes Dorf flieht und deswegen letztendlich von der Schule verwiesen wird, muß Hans zu Kenntnis nehmen, daß er sich mit ihm offensichtlich zu lange von dem Rest der Gruppe distanziert hat und nun alleine dasteht.



Hans' Schulleistungen fallen nun rapide und seine Kopfschmerzen treten wieder auf. Er hat weiters mit schweren Nervenleiden zu kämpfen und sein Ansehen bei seinen Lehrern sinkt: "Falls sie nicht gerade schlafen sollten, Giebenrath, lesen Sie bitte diesen Satz!" Die Folge ist, daß Hans schließlich wegen eines Nervenzusammenbruches nach Hause geschickt wird. Da sich große Wissenslücken in der verlorengegangenen Zeit bilden würden, wird von ihm nicht erwartet, daß er von diesen Ferien wieder zurückkehrt. "Und keiner dachte etwa daran, daß die Schule und der barbarische Ehrgeiz des Vaters dieses gebrechliche Wesen so weit gebracht hatten. Warum hatte er in den empfindlichsten und gefährlichsten Knabenjahren täglich bis in die Nacht hinein arbeiten müssen? Warum hatte man ihm seine Kaninchen weggenommen, ihn den Kameraden in der Lateinschule mit Absicht entfremdet, ihm Angeln und Bummeln verboten und ihm das hohle, gemeine Ideal eines schäbigen, aufreibenden Ehrgeizes eingeimpft? Warum hatte man ihm selbst nach dem Examen die wohlverdienten Ferien nicht gegönnt? Nun lag das überhetzte Rößlein am Weg und war nicht mehr zu brauchen."



In diesen Ferien versucht Hans teilweise seine ihm in früher Zeit nicht gewährten Bedürfnisse nachzuholen. Jedoch spielt er auch mit Selbstmordgedanken, nachdem ihn das Mädchen Emma, das er während seiner ersten Liebeserfahrungen kennengelernt hat, verlassen hat. Diese gibt er schließlich bald wieder auf, nachdem ihm sein Vater vor die Wahl einer Schreiber- oder Mechanikerlehre stellt. Hans entscheidet sich für die Mechanikerlehre, da sein alter Schulfreund August auch dort arbeitet. "Wenn ein Baum entgipfelt wird, treibt er gern in Wurzelnähe neue Sprossen hervor, und so kehrt oft auch eine Seele, die in der Blüte krank wurde und verdarb, in die frühlinghafte Zeit der Anfänge und ahnungsvollen Kindheit zurück, als könne sie dort neue Hoffnungen entdecken und den abgebrochenen Lebensfaden aufs neue anknüpfen. Die Wurzelsprossen geilten saftig und eilig auf, aber es ist ein Scheinleben, und es wird nie wieder ein rechter Baum daraus."



An seinem ersten Arbeitstag in der Werkstatt gibt ihm der Meister zunächst eine primitive Arbeit, aber Hans verspürt zum ersten Mal in seinem Leben das Gefühl etwas Nützliches zu tun.

In der Mittagspause trifft er August, der ihn zum Verjubeln seines ersten Wochenlohnes einlädt. Hans sagt zu, und so treffen sich die beiden mit anderen Lehrlingen am Wochenende. Hans, der noch nie etwas getrunken hat und daher schnell betrunken wird, verbringt den restlichen Tag mit einer gemeinsamen Sauftour, bis sie schließlich völlig betrunken den Heimweg antreten.

Niemand weiß, was dann passiert ist - ob er wegen seines Zustandes versehentlich in den Fluß gefallen ist und dann ertrunken ist, oder ob er sich mit Absicht hineingestürzt hat.

Am nächsten Tag wird Hans' Leiche an das Ufer gezogen. Nach dem Begräbnis wird Hans' Vater von dem Schuhmachermeister Flaig, der als einziger den Lebenslauf Hans' vollkommen verstanden hat, nahegelegt, daß sie doch einiges an Hans versäumt haben.

"Und so wiederholt sich von Schule zu Schule das Schauspiel des Kampfes zwischen Gesetz und Geist, und immer wieder sehen wir Staat und Schule atemlos bemüht, die alljährlich auftauchenden paar tieferen und wertvolleren Geister an der Wurzel zu knicken. Und immer wieder sind es vor allem die von den Schulmeistern Gehaßten, die Oftbestraften, Entlaufenen, Davongejagten, die nachher den Schatz unseres Volkes bereichern. Manche aber - und wer weiß wie viele? - verzehren sich in stillem Trotz und gehen unter."



Problematik
Für Hermann Hesse ist " ... der Mensch, wie ihn die Natur erschafft, etwas Unberechenbares ... ein Urwald ohne Weg und Ordnung." Er kritisiert, daß sich die Schule zur Aufgabe macht, " ... den Jugendlichen zu einem nützlichem Glied der Gesellschaft zu machen", indem sie "den natürlichen Menschen zerbricht, besiegt, und gewaltsam einschränkt." Was dabei verloren geht, ist klar: der individuelle Mensch, der Verantwortung für sein Leben selbst übernehmen kann. Hermann Heilner (die Initialen sind dieselben wie bei Hermann Hesse) hat intuitiv erkannt, daß Maulbronn auf ihn wie ein Gefängnis wirkt, in dem es nur geringen Freiraum und keine Möglichkeit sich zu entfalten gibt. Er läßt seine angestauten Aggressionen an seinem Mitschüler Lucius aus, indem er ihn einen Fußtritt verpaßt. Er flüchtet aus dem Klosterseminar Maulbronn und wird deswegen letztendlich von der Schule verwiesen, wo man offensichtlich mit seinem "Freigeist" nicht viel anfangen kann: "Ein Schulmeister hat lieber einen Esel als ein Genie in seiner Klasse ...".

Giebenrath dagegen ist introvertiert und richtet seine Aggressionen gegen sich selbst (à Selbstmord? ). Er ist scheinbar angepaßt, da er im Sinne der Gesellschaft funktioniert und es nicht wagt, sich zur Wehr zu setzen, als er in den wohlverdienten Ferien gezwungen wird, sich auf Maulbronn vorzubereiten. Jedoch lernt er nicht für sich, sondern um seinen Vater zufriedenzustellen. Damit entfremdet er sich selbst. " ... die Gärtnerei, das Kaninchenhalten und das leidige Angeln hatte er sich abgewöhnen lassen." - Was bleibt ihm? Der Druck, der seinen Lebensfunken auslöscht.

Auch heutzutage wird Druck auf Kinder ausgeübt - sowohl von Lehrern, als auch von Eltern. Väter und Mütter projizieren oft eigene Wünsche und Vorstellungen auf das Kind, was schnell zur Überforderung führen kann. Psychosomatische Beschwerden können die Folge des ständigen Leistungsdruckes sein - bei Hans Giebenrath machen sich zum Beispiel im Laufe der Handlung immer wieder Kopfschmerzen bemerkbar.

Bereits in dieser frühen Erzählung Hermann Hesses wird also das Hauptmotiv seines Werkes deutlich: der Kampf des Einzelnen um die Entfaltung seiner Individualität gegenüber einer gleichmachenden Masse. Viele kommen bei diesem Kampf "unters Rad".



Hintergründe
Unterm Rad ist sehr autobiographisch orientiert, das heißt, daß Hermann Hesse auf die Probleme in seiner eigenen Schulzeit anspielt und so seine Jugend als Grundlage und Motiv für sein Buch dient. Die Zusammenhänge gehen sowohl aus der Handlung der Erzählung, die nur geringfügige Unterschiede zu dem Leben Hesses aufweist, hervor, als auch aus der Übereinstimmung der Schauplätze (siehe Biographie des Autors).

Hermann Hesse identifiziert sich mit Hermann Heilner, dessen Charakter sich mit dem von Hans ergänzt (Hermann + Hans = H.H.= Hermann Hesse), seine Geschichte jedoch basiert auf Hans Giebenraths Leben im Maulbronner Klosterseminar und der tragischen Entwicklung, die zu Hans' Tod führt.



Form
Unterm Rad gehört der Gattung Epik an, es ist in sieben Kapitel unterteilt und in der auktorialen Erzählerhaltung (3.Person, allwissend) geschrieben. Hermann Hesses Erzählung entsteht in der Zeit zwischen Oktober 1903 und Juni 1904 in Calw. 1906 erscheint Unterm Rad erstmals bei S. Fischer in Berlin.



Literarhistorische Einordnung
Hesse ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Epiker (Romane, Erzählungen) der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
 
 
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yö lintu
Alt 13.03.2005, 12:45   #16
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Original geschrieben von Tobye
Die arbeit habe ich freitag geschrieben das dauert bestimmt noch ne zeit bis ich die wieder kriege! bestimmt erst nach den ferien
oh..ja das ist dann etwas blöder^^ hast du die arbeit/prüfung schon wieder?
 
 
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Tobye
Alt 13.03.2005, 12:48   #17
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nein es waren noch keine ferien^^
 
 
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Klendathu
Alt 13.03.2005, 20:26   #18
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ich denke man sollte sich im hinterkopf behalten das der starke turner es war der mit seinen starken turnerhänden den tödlichen angriff führte.
 
 
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Tobye
Alt 16.03.2005, 16:24   #19
Standard

Original geschrieben von Klendathu
ich denke man sollte sich im hinterkopf behalten das der starke turner es war der mit seinen starken turnerhänden den tödlichen angriff führte.
Okay..nich wirklich sehr hilfreich^^trotzdem danke
 
 
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Tobye
Alt 16.03.2005, 16:38   #20
Standard

heute kauf ich mir Unterm Rad^^ eigentlich weiß ich ja schon was passiert, dank Cpt.Picard^^ aber lesen muss ichs ja trotzdem noch
 
 
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Cpt.Picard
Alt 20.03.2005, 13:45   #21
Standard

Kein Problem.
Ich bin ein viel belesener Philosoph
mit Hang zur Psychoanalyse.
 
 
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Lilalaunekatze
Alt 06.04.2005, 15:43   #22
Standard

Hm
wir müssen das Buch jetz auch lesen -.-
eigentlich sollte ich es schon gelesen haben, nun ja
wollt mal fragen ob irgendwer nen lebenslauf von der claire hat...
wär cool
 
 
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got milk?!
Alt 02.04.2006, 13:33   #23
Standard

Ich habe eine Frage zu Dürrenmatt's Der Besuch der alten Dame:
Und zwar verstehe ich folgende Dinge nicht:
1. Die Wichtigkeit des letzten Gespräches zwischen Ill und Claire (was passiert da? warum scheint das wichtig zu sein?)
2. Und der Schrei "Mein Gott!" nach der Entscheidung der Gemeinde, Ill zu töten (auf der einen Seite meinte meine klasse, Ill würde nicht verstehen, wie man den Mord an jemanden rechtfertigen könnte und auf der anderen Seite meinten alle er würde seinen Tod gerecht finden (siehe Gespräch mit Bürgermeister) ..... Ich verstehe nicht, wie man etwas gerecht finden kann, ohne etwas zu rechtfertigen!)

Naja, ich hoffe jamnd ist noch in diesem Thema drinnen und könnte mir helfen, thx
 
 
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El Sparko
Alt 02.04.2006, 14:51   #24
Standard

zu 2. musst du wissen, dass ill nach seiner "klausur" in der oberstube geläutert ist. er akzeptiert die ausweglosigkeit und seine schuld. er ist der einzige im ganzen dorf, im ganzen drama, der somit zu wahrer gerechtigkeit findet. den ausruf haben wir nie genauer betrachtet, aber dieser argumentation folgend wäre es wohl irgend ein nichtssagender ausruf hinblickend auf sein schicksal. ill nimmt auf jeden fall den tod an und versucht den ganzen dritten akt hinüber nicht mehr die güllener aufzuhalten.

ist es nicht im letzten gespräch zwischen den beiden, dass claire von ihrer üblichen überheblichen sprechweise abfällt und ihre gefühle offenbart? oder war das das gespräch davor? auf jeden fall macht ill in diesem letzten gespräch seinen frieden mit claire. er akzeptiert die "strafe" und verabschiedet sich von ihr, gleichermassen wie von der welt.
 
 
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**FuLiscH**
Alt 17.04.2006, 20:56   #25
Standard

ich muss ein referat dazu halten, ein thesenblatt,mitstichwörtern und die inhaltsangabe und ne charakterisierung von den 1-3 wichtigsten personen im buch abgeben.am ende des referates muss ich paar fragen der klasse stellen,jodoch weiß ich nicht wie ich die fragen stellen soll sodass die klasse das beantworten kann. wer kann mir helfen es ist so dringend muss es bis nächste woche mittwoch haben.
 
 
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