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Seitensprung verzeihen?


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Ripper08
Alt 06.05.2008, 10:18   #76
Standard

@ michaelg:

Ich weiss nicht deine Kritik kommt mir wie exzessives Nit-Picking vor, bei dem du Schwaechen in meiner Formulierung ausnutzt und dann Dinge hineininterpretierest die so nicht stimmen.

Kannst du deine Kritik vielleicht in eine Handvoll Thesen packen, damit ich wenigstens irgendwie sachlich mit ihr umgehen kann




Eine meiner Thesen ist dass Menschen ihren Verstand konstant ueberschaetzen und in anderen Gebieten dann wiederum unterschaetzen.
Bewusstsein hat sich erst vor sehr kurzer Zeit entwickelt und wir Menschen sind die ersten Wesen auf diesem Planeten, die davon ueberhaupt wirklich effizient Gebrauch machen koennen - indem wir auf diverse Situationen nicht nur triebgesteuert nach Autopilot reagieren, sondern ueberlegen was dahinter steckt. Grossartiges Konzept.

Das Problem dabei ist, dass wir deswegen sofort denken, dass Bewusstsein und Verstand mehr Gewicht haben als die Dinge, die in unserem Unterbewusstsein lagern oder Dinge die noch tiefer sitzen.




Das ist aber nich der Fall, unser Bewusstsein ist vielmehr ein Filter der Realitaet, der in beiden Richtungen filtert:

Erstens werden Dinge auf dem Weg von aussen nach innen gefiltert. Die Informationen unser Umwelt werden auf dem Weg ins Unterbewusstsein durch unseren Verstand -von Mensch zu Mensch verschieden- interpretiert und letztendlich faellt dann auch die Reaktion womoeglich voellig anders aus.

Zweitens werden Dinge auf dem Weg nach draussen (aus dem Unterbewusstsein heraus) gefiltert.
Genau das passiert wenn man einen Trieb unterdrueckt - zum Beispiel wenn es der erste Instinkt ist irgendwem die Birne einzuschlagen. Durch den Filter des Verstandes wird diese Idee allerdings nochmal auf Nuetzlichkeit und Wirkung ueberdacht und wenn man Glueck hat wird die Idee faellen gelassen. (Was bei Tieren so nicht vorkommt).


Das gleiche passiert bei dem Drang Fremdzugehen:
auf dem "Weg nach Draussen" wird dieser Trieb entweder herausgefiltert oder nicht. Bei manchen Menschen mag der Filter wenn es um Sexualverhalten so stark sein, dass der Trieb no matter what jedes Mal herausgefiltert wird - das will ich auch nicht unbedingt anzweifeln. Das ist jedoch NICHT DIE REGEL.

Sex und alle damit einhergehenden sexuellen Verhaltensweisen haben sich ueber Jahrmillionen hinweg in den vielfaeltigsten Lebewesen entwickelt, um ihnen den besten reproduktiven Erfolg zu sicheren. Zu glauben wir stehen vollkommen darueber ist ignorant, wir haben auch trotz dem bisschen Verstand in unserer Birne noch sehr viel mit dem sexuellen Verhalten der Tierwelt gemein.
Sex schlummert nicht nur einfach irgendwo im menschlichen Unterbewusstsein, sondern ueberall in unseren Genen, es ist wesentlicher Bestandteil von uns und den werden wir auch so bald nicht ablegen koennen.



Der Grossteil aller menschlichen Handlungen (vielleicht sogar alle) wird letztendlich durch Beduerfnisse motiviert, die nicht unserem Verstand oder Bewusstsein entspringen sondern unserem Unterbewusstsein und unseren Trieben.



Das zu verstehen ist meiner Meinung nach der erste Schritt auf dem sich der Mensch ueberhaupt wirklich vom Tier abheben kann. Ein Tier stellt seine Motivationen nicht in Frage und die meisten Menschen tun dies genausowenig wie es scheint, sondern glauben ihre Beduerfnisse entspringen ihrem Verstand wobei der Verstand vielmehr nur ein Werkzeug ist um diese Beduerfnisse zu beeinflussen und zu lenken.

Das Thema Krieg hier anzuschneiden waere wohl angebracht aber wuerde mir nun eindeutig zu lange dauern. Die Motivation fuer Krieg ist naemlich auch nicht wirklich unserem Verstand entwachsen sondern unseren Trieben - auch wenn es oberflaechlich so aussehen mag, als ob Krieg nur eine durch Gier oder sonstwas motivierte Verstandesgeburt ist.

Wenn ich also meine Abstammung vom Affen kritisch betrachte, dann nicht einfach nur um meine sexuellen Triebe zu rechtfertigen sondern auch um Trieben da entgegenzuwirken, wo ich es fuer notwendig halte: siehe Thema Krieg.
Wenn du also glaubst ich benutze meine Ansicht ueber das "Tier Mensch" nur um vor mir selbst "anarchistisches Verhalten" und Hedonismus zu rechtfertigen, muss ich dir wirklich mal den Teppich unter den Fuessen wegziehen.
 
 
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michaelg
Alt 07.05.2008, 17:02   #77
Standard

Ich weiß nichts darüber, wozu dir deine Ansicht über die Tier-Mensch Problematik mitunter dient, falls sie das überhaupt tut. In mir kam nur die Frage auf, wie Menschen mit manchen Erkenntnissen umgehend und warum sie gerade die Schlüsse daraus ziehen, die sie daraus ziehen und nicht andere oder gar keine.
Die Details über Menschen und Tiere und ob Menschen Tiere etc. sind mir da egal, das ist, so interessant es auch ist, irgendwann vor allem in einer Forendiskussion auch nur Hirnwichse. Zurück zu dem was ich eigentlich wollte.

Über dein Erlebnis bei der Lektüre von Sperm Wars.

Zitat von Ripper08
Parallelen zu eigenen Erfahrungen in meinem Leben ziehen konnte, die ich bis dahin anders oder genauergesagt falsch interpretiert habe.
Also, warum du für dich selber gerade so eindeutig sagst: Ah, so wie ich das früher gesehen habe, war das falsch, [...]
Lass mich eine Frage stellen: Gibt es da eindeutig falsche Interpretationen von eigenen Erfahrungen? Ich denke weniger, denn Interpretationen erfolgen immer in einem Spielraum. Man kann sie aber trotzdem nachträglich für falsch erklären, nämlich wenn man andere Maßstäbe anlegt, Dinge in einem anderen Licht sieht.
In Bezug auf das Buch dessen Aussage nicht nur als eigentliche Natur zu sehen, sondern als Soll.


Lass mich ein Beispiel erfinden:
Sagen wir ich bin gläubig und befolge gewisse Regeln (nehmen wir die direkt auf Gott bezogenen, die besonders strengen, irrationalen, nicht die, die eigentlich auch Naturrecht sind wie nicht töten oder so). Irgendwann gibt es die Theorie, dass das woran man glaubte alles nur von Menschen selber erfunden war. Mit dieser "Erkenntnis" kann man nun verschieden umgehend.

Mich darüber freuen und "einsehen", wie komisch unsinnig ich früher gelebt habe, wenn ich sowieso nie Spaß an den Regeln hatte oder immer dabei schon ein komisches paradoxes Gefühl hatte und jetzt endlich "verstehe".

Man kann dem gleichgültig gegenüberstehen, aber trotzdem im großen und ganzen so leben, wie man es bisher tat, weil man schon irgendwie glaubt, dass das so schon richtig ist, auch wenn man weiß, dass anderswo auch ganz anders gelebt wird, geglaubt wird etc.

Man kann das als Wahrheit annehmen, demütig oder skeptisch, sogar widerwillig, aber trotzdem die nicht mehr notwendigen Regeln (an die sich, wenn alle ehrlich sind, so richtig streng niemand hielt) weiterbefolgen, weil man sie für gut hält, zumindest für besser als ohne und deren Existenz und Einhaltung objektiv für alle die, die sie einhalten, ein gutes maß an Fairness bieten.


Bestimmt gibt es noch andere Möglichkeiten, aber das soll reichen. Also, ich wollte nichts kritisieren. Es ging mir mehr um die Motivation, sich für einen Umgang zu entscheiden. Zweckmäßig ist es natürlich immer am besten, wenn etwas sich der Realität fügt, die man ohnehin schon hat und die Spielraum öffnet, für die Ziele die man hat.
 
 
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Ripper08
Alt 08.05.2008, 04:14   #78
Standard

Zweckmäßig ist es natürlich immer am besten, wenn etwas sich der Realität fügt, die man ohnehin schon hat und die Spielraum öffnet, für die Ziele die man hat.
So sehe ich das auch.


Lass mich eine Frage stellen: Gibt es da eindeutig falsche Interpretationen von eigenen Erfahrungen? Ich denke weniger, denn Interpretationen erfolgen immer in einem Spielraum. Man kann sie aber trotzdem nachträglich für falsch erklären, nämlich wenn man andere Maßstäbe anlegt, Dinge in einem anderen Licht sieht.
Du hast natuerelich recht wenn du sagst, dass Dinge manchmal vielfaeltig interpretierbar sind aber das bedeutet nicht, dass mehrere interpretionen richtig sind. Interpretationen sind entweder falsch oder richtig, wenn du vor dem Bild eines Kuenstlers stehst, hast du zwar Raum um zu interpretieren aber du wirst letztendlich immer falsch oder richtig liegen mit dem was du ueber Bild und Kuenstler annimmst. (Obwohl das bei einem Bild natuerlich nicht wichtig, geschweige denn im Sinne der meisten Kuenstler ist, da die Bilder den Betrachter ja gerade zum Raten und Nachdenken anregen wollen, ungeachtet dessen ob der Betrachter am Ende "richtig" oder "falsch" liegt).

Wenn du aus dem afrikanischen Busch kommst und eine Ampel auf deine eigene Weise interpretierst - bei der du ueber rot faerhst und bei gruen stehen bleibst, ist deine Interpretation (unter anderem an den Resultaten gemessen) schlichtweg falsch und mit der gleichen Ueberzeugung habe ich geschrieben das ich falsch lag.


Und nun im Bezug zum urspruenglichen Thema Seitensprung und Beziehung:

Ich sehe nun also die Beziehungen um mich herum -und scheinbar ueberall in der westlichen Welt- andauernd scheitern und frage mich, weshalb das denn so ist. Das lesen einiger Buecher hat mir dazu sehr vernuenftige und logische Erklaerungen angeboten und ich waere schlichtweg ein Ignorant, wenn ich sie ablehnen wuerde - so aehnlich wie in deinem Beispiel, wo vielleicht eine religiose "intelligent Design" Person sagt die Fossilien hat Gott persoenlich in der Erde vergraben, um Unglaeubige auf die falsche Faehrte zu locken.
Sowas ist nicht etwa verschieden interpretierbar sondern schlichtweg falsch.


Ironischerweise sehe ich viele parallelen zwischen religioesem Glauben und der Art, wie Menschen in der westlichen Welt ueber Beziehungen denken (naemlich gar nicht):

Vollkommen emotional und nicht das kleinste bisschen rational.
Menschen scheuen sich heutzutage, sich ueber das menschliche Miteinander in einer Beziehung zu bilden, so wie sich einige vor 500 Jahren gescheut haetten, den Gedanken, dass es einen Gott vielleicht garnicht geben koennte, zu denken.
Beziehungen und Liebe sind fuer die meisten irgendein unantastbarer Wert der ausserhalb von Raum und Zeit existiert und geradezu magische Qualitaet besitzt. Und sobald man intellekuell an die Sache herangeht scheinen die Menschen zu befuerchten, dass diese "Magie" verloren geht - also tun sie es garnicht erst was recht... daemlich ist und was ich eine Zeit lang eben auch gemacht habe.


Ob eine Interpretation richtig oder falsch ist zeigt sich manchmal durch Resultate. Und das Rasultat, dass heutzutage Beziehungen/Paarbindungen konsequent scheitern ist fuer mich nicht zufriedenstellend und negativ.
Also ist die Interpretation, dass Liebe irgendwas ungreifbares ist, das sich selbst regelt und das es nicht zu hinterfragen gilt fuer mich FALSCH, denn diese Ansicht fuehrt offensichtlich zu gar nichts, wie ich auch persoenlich feststellen musste.

Geändert von Ripper08 (08.05.2008 um 04:27 Uhr).
 
 
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winfired
Alt 08.05.2008, 11:30   #79
Standard

Liebe ist die Beziehung zwischen Mann und Frau, sie ist geprägt von Geben und Nehmen.
Der Mann gibt das Männliche und die Frau gibt das Weibliche.

Der Mann besitzt das Männliche von seinem Vater und die Frau besitzt das Weibliche von ihrer Mutter.

Wer nicht nimmt oder wer nicht gibt, der beendete die Beziehung. Eine beendete Beziehung kann neu begonnen aber nicht fortgeführt werden.

Wenn man gutes bekommt dann soll man gleichviel vom guten zurückgeben aber weil man liebt ein klein wenig mehr.

Wenn man schlechtes bekommt dann soll man auch gleichviel schlechtes zurückgeben aber weil man liebt ein klein wenig weniger.

Wer nicht zurückgibt - weil er sich als etwas Besseres fühlt oder weil er sich für etwas Schlechteres fühlt - der beendet die Beziehung.

In der Liebe zwischen frau und Mann als auch zu den Kindern gilt weiter: Die Liebe ist der Inhalt und die Ordnungen das Gefäß, je größer die Liebe ist - um so stärker und größer muß das Gefäß sein - die Ordnungen sein.
 
 
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Falcon
Alt 08.05.2008, 11:59   #80
Standard

-Beitrag zurückgezogen-

Geändert von Falcon (08.05.2008 um 12:06 Uhr). Grund: .
 
 
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Ripper08
Alt 09.05.2008, 06:37   #81
Standard

-Beitrag zurückgezogen-
Schade, warum?
Immer raus damit...
 
 
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