Ich weiß nichts darüber, wozu dir deine Ansicht über die Tier-Mensch Problematik mitunter dient, falls sie das überhaupt tut. In mir kam nur die Frage auf, wie Menschen mit manchen Erkenntnissen umgehend und warum sie gerade die Schlüsse daraus ziehen, die sie daraus ziehen und nicht andere oder gar keine.
Die Details über Menschen und Tiere und ob Menschen Tiere etc. sind mir da egal, das ist, so interessant es auch ist, irgendwann vor allem in einer Forendiskussion auch nur Hirnwichse. Zurück zu dem was ich eigentlich wollte.
Über dein Erlebnis bei der Lektüre von
Sperm Wars.
Zitat von Ripper08 Parallelen zu eigenen Erfahrungen in meinem Leben ziehen konnte, die ich bis dahin anders oder genauergesagt falsch interpretiert habe.
Also, warum du für dich selber gerade so eindeutig sagst: Ah, so wie ich das früher gesehen habe, war das
falsch, [...]
Lass mich eine Frage stellen: Gibt es da eindeutig falsche Interpretationen von eigenen Erfahrungen? Ich denke weniger, denn Interpretationen erfolgen immer in einem Spielraum. Man kann sie aber trotzdem nachträglich für falsch erklären, nämlich wenn man andere Maßstäbe anlegt, Dinge in einem anderen Licht sieht.
In Bezug auf das Buch dessen Aussage nicht nur als eigentliche Natur zu sehen, sondern als Soll.
Lass mich ein Beispiel erfinden:
Sagen wir ich bin gläubig und befolge gewisse Regeln (nehmen wir die direkt auf Gott bezogenen, die besonders strengen, irrationalen, nicht die, die eigentlich auch Naturrecht sind wie nicht töten oder so). Irgendwann gibt es die Theorie, dass das woran man glaubte alles nur von Menschen selber erfunden war. Mit dieser "Erkenntnis" kann man nun verschieden umgehend.
Mich darüber freuen und "einsehen", wie komisch unsinnig ich früher gelebt habe, wenn ich sowieso nie Spaß an den Regeln hatte oder immer dabei schon ein komisches paradoxes Gefühl hatte und jetzt endlich "verstehe".
Man kann dem gleichgültig gegenüberstehen, aber trotzdem im großen und ganzen so leben, wie man es bisher tat, weil man schon irgendwie glaubt, dass das so schon richtig ist, auch wenn man weiß, dass anderswo auch ganz anders gelebt wird, geglaubt wird etc.
Man kann das als Wahrheit annehmen, demütig oder skeptisch, sogar widerwillig, aber trotzdem die nicht mehr notwendigen Regeln (an die sich, wenn alle ehrlich sind, so richtig streng niemand hielt) weiterbefolgen, weil man sie für gut hält, zumindest für besser als ohne und deren Existenz und Einhaltung objektiv für alle die, die sie einhalten, ein gutes maß an Fairness bieten.
Bestimmt gibt es noch andere Möglichkeiten, aber das soll reichen. Also, ich wollte nichts kritisieren. Es ging mir mehr um die Motivation, sich für einen Umgang zu entscheiden. Zweckmäßig ist es natürlich immer am besten, wenn etwas sich der Realität fügt, die man ohnehin schon hat und die Spielraum öffnet, für die Ziele die man hat.